06. September 2010

Tony Blair Manipulativer Kriegslügner „warnt“ vor Klimawandel

„Spiegel-Online“ stenographiert die Panikmache eifrig mit

Der britische ex-Premierminister Tony Blair warnte heute in einem Radiointerview mit dem Qualitätskanal „BBC Radio 4“ vor „Inaktivität“ in Sachen Klimaschutz, meint „Spiegel-Online“ uns in einem Artikel kundtun zu müssen, und zwar in der Rubrik „Wissenschaft“. Der vom Hamburger Qualitätsmagazin somit zum Wissenschaftler ernannte mutmaßliche Kriegsverbrecher, der sein Parlament mit einer faustdicken Lüge zum Irak-Abenteuer überredete, beschwört nun laut „Spiegel Online“: „Man dürfe nicht warten, bis sich das Klima dramatisch verändere. Handeln sei jetzt nötig, ansonsten könne die Menschheit einen hohen Preis für ihre Inaktivität zahlen“.

Was „SPON“ verschweigt: Ähnliches hat der Labour-Politiker schon einmal gesagt. Damals, da war er noch Regierungschef, ging es um Massenvernichtungswaffen. Im Jahr 2003 hatte Blair den britischen Abgeordneten gegenüber bekundet, Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen, die er innerhalb von 45 Minuten einsatzbereit haben und Großbritannien damit bedrohen könnte. Dies war die entscheidende Information, die ihm im Parlament und – kurzzeitig – in der Bevölkerung eine mehrheitliche Unterstützung für die Allianz mit den USA beim Einmarsch in den Irak verschuf, dem hunderttausende Soldaten und vor allem Zivilisten zum Opfer fielen, nicht zuletzt auch die etwa 50 Toten des U-Bahn-Terrorattentats vom 7. Juli 2005.

Hinterher stellte sich heraus, dass die Information, auf der Blairs entscheidende Aussage beruhte, lediglich eine an den Haaren herbeigezogene Vermutung war, die von den Geheimdiensten als irrelevant eingestuft worden war.

Das erwähnt „Spiegel-Online“ im heutigen Artikel ebenso wenig wie die eigene Aussage Blairs in seiner in diesen Tagen herausgegebenen Autobiographie, dass er „manipulativ“ sei, wie der Rezensent des „Economist“ berichtet. Das Nachrichtenblatt erwähnt auch nicht, dass in seiner Regierungszeit in Großbritannien die Lese- und Rechenfähigkeit der Schüler deutlich abnahm, der Familienzusammenhalt sich explosiv verschlechterte, die Zentralisierung der Macht in London und Brüssel gewaltig zunahm, die Staatsverschuldung sich nahezu verdoppelte, die soziale Mobilität abnahm, die Armutsfalle sich vertiefte, die Einschränkungen der freien Rede sich vermehrten, die Steuerlast sich erhöhte, noch mehr jedoch die Staatsausgaben.“ Und diesem selbsternannten Nahost-Experten, der kürzlich sein neuntes Haus kaufte, räumt „Spiegel-Online“ unkritisch Platz in ihrer Wissenschaftsrubrik ein.

Was kommt wohl als nächstes? Christian Wulff über den Wert der Treue? Oder Andrea Nahles über die Vorteile der Anmut?

Den Journalisten von der Waterkant geht es offenbar nur wieder darum, irrationale Klimapanik zu verbreiten. Vielleicht testen sie ja nur, ob nach der Aufregung in der jüngsten Vergangenheit um manipulative Machenschaften der berufsmäßigen Klimahysteriker die Luft für neue Panikmache wieder rein ist. Ihr manipulativer Freund im Geiste kam ihnen da wohl gerade recht.

Internet:

„Spiegel Online“: Blair warnt Politiker vor Folgen des Nichtstuns

„The Economist“: The strange brilliance of Mr. Blair


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