26. August 2010

Aktuelle Nachricht – Freiheitsverlust voraus Die politischen Kasten und die Weltverschuldung

Roland Baader beschreibt in ef 105 ein düsteres Zukunftszenario

(ef-AFL) In der an diesem Samstag erscheinenden September-Ausgabe der Zeitschrift „eigentümlich frei“ erklärt der bekannte Buchautor und Ökonom Roland Baader unter dem Titel „Markt und Macht“, warum die Finanzkrise nicht vernünftig gelöst wird.

„Wer von Politik vernünftige Entscheidungen erwartet, hat nicht begriffen, dass der Wille zur Macht stärker ist als jede Vernunft“, erläutert Baader darin: „Der alles andere überragende Antrieb einer jeden Regierung – auch der demokratischen – ist es, ihre Macht zu vergrößern und an der Macht zu bleiben, und zwar um jeden Preis.“ Der große Ökonom des 20. Jahrhunderts, Ludwig von Mises habe recht gehabt, als er schrieb: „Macht als solche ist von Übel, egal wer sie ausübt.“

Baader ergänzt: „Auch wenn die Macht demokratisch-legitim erworben wurde, laden ihre Mechanismen zum Missbrauch ein.“ Max Weber habe das „in die denkenswerten Worte“ gefasst: „Die alten Christen wussten sehr genau, dass die Welt von Dämonen regiert sei und dass, wer mit der Politik, das heißt: mit Macht und Gewaltsamkeit als Mitteln, sich einlässt, mit diabolischen Mächten einen Pakt schließt.“ Vielleicht, meint Baader, „ist es ein Ergebnis dieses Diabolischen, dass schlechte Politiker länger an der Macht bleiben als weniger schlechte und dass ausgerechnet die teuflischsten aller Despoten oft bis weit über ihren Tod hinaus wie Götter verehrt werden.“

Seit man das „echte Geld, die Goldwährung, mit Beginn des Ersten Weltkriegs beerdigt hat, um den Krieg finanzieren zu können, ist die Geldmenge um das Vierzigfache gestiegen, während sich das reale Sozialprodukt nur vervierfacht hat. Entsprechend dramatisch war der reale Kaufkraftverlust der Einkommen und Sparvermögen der Bürger sowie der Verlust an potentiellem Kaufkraftgewinn.“ Entsprechend wild geworden, so Baader, „sind aber auch die Verschuldungsbereitschaft, das Milliarden-Delirium der Finanzkonzerne, die Ausgaben-Orgien der Regierungen und die Konsumwut der Leute.“ Aber „entsprechend dramatisch werden auch die Geld- und Vermögensvernichtungen der Zukunft ausfallen – zusätzlich zu den Tausend-Milliarden-Crashs der letzten vier Jahre.“

Baader schreibt in seinem längeren Beitrag auch: „Die Lösung des Weltfinanzproblems und der astronomischen Weltverschuldung würde die politischen Kasten der Gegenwart hinwegspülen und die Herrschaftseliten des Filzkartells aus Politik und Hochfinanz auf Jahrzehnte oder gar dauerhaft ihrer Macht und Pfründe berauben. Deshalb ist diese vernünftige Lösung nicht zu erwarten. Man wird die Probleme mit weiteren Dollar- und Euro-Billionen und weiterer Verschuldung nie gesehener Größenordnung hinausschieben bis zum bitteren Ende.“ Und bitter, so Baader pessimistisch, „wird dieses Ende werden, sehr bitter. Es kann jahrzehntelang dauern und sogar die Grundfesten der Zivilisation erschüttern. Was wir im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert auf Kredit vorausgefressen haben, werden wir für unabsehbare Zeit nachhungern müssen. Und die Verelendung wird begleitet sein von einem Freiheitsverlust ohnegleichen.“

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Den gesamten Beitrag lesen Sie in ef 105.

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