25. August 2010

ef 105 Editorial

Das Gebaren von Politik und Medien vor und nach der Loveparade-Katastrophe war unschön

Das Gebaren von Politik und Medien vor und nach der Loveparade-Katastrophe war unschön. Selten wurde derart deutlich, wie stark sich Menschen einerseits von den politmedialen Inszenierungen beeinflussen lassen und wie sehr sie andererseits davon genug haben. Symptomatisch sind die wie herbeigerufen erschienenen Hunderttausend Besucher der größten Party Europas in Duisburg einerseits und die zur Enttäuschung von Politik und Medien dann trotz Ansage nicht gekommenen Hunderttausend bei der Folgeveranstaltung einer „Trauerfeier“ im Stadion und vor Großleinwänden andererseits. Was die Akteure von „Bild“ und Kanzlerin abwärts nicht bedachten: „Raver“ sind keine Fußballfans. Und 21 anonyme Opfer ersetzen keinen Nationalmannschaftsersatztorhüter. Duisburg wurde nicht Hannover, auch wenn dafür alles angerichtet war. Die Show war einfach zu offensichtlich von denen und für die inszeniert, die vorgaben, sie zu beobachten. Die Trauer war spürbar so wenig echt wie die Techno-Musik eine Woche zuvor. Doch dort gab es Drogen, Dröhnung, Sex – hier nur das letzte Aufgebot von Politikern einer untergehenden Republik, deren mangelndes Talent auch zur Schauspielerei fein zu besichtigen war. Wobei Hannelore Kraft als Ausnahme von der Regel dann doch noch mehr Eignung wenigstens in diesem Metier bewies als mancher Hauptdarsteller in der nachmittäglichen RTL-Soap. Schließlich hatte die um Fassung ringende Trauerrednerin in Schwarz beim Totentanz ebenfalls einen Sohn verloren; allerdings nur für einige Stunden, dann funktionierte ihre Handy-Verbindung wieder.

Lesen Sie mehr über die Loveparade in diesem Heft. Ich freue mich, dass wir mit der aktuellen Ausgabe erstmals Hans-Olaf Henkel als regelmäßigen Kolumnisten zu seinem großen Hobby vorstellen können: Der langjährige BDI-Präsident schreibt eigentümlich frei fortan über Jazz.

Zwei weitere neue Kolumnisten stehen in den Startlöchern. Mehr dazu wird im nächsten Monat verraten. Herzlich danken möchte ich unserem bisherigen Oldie-Kolumnisten Klaus-Rainer Röhl, der zukünftig mit exklusiven Einzelbeiträgen vertreten sein wird.

Auch der Vertrieb meldet neben der weiterlaufenden Kiosk-Offensive eine weitere Neuerung: Auf Wunsch vieler Leser ist eigentümlich frei ab sofort auch als elektronische Ausgabe verfügbar. E-Abonnenten erhalten jedes Heft als PDF ganz bequem per Email und ein paar Tage früher als die gedruckte Version, da der aufwendige und vor allem im Ausland leider oft auch langwierige Postversand entfällt.

Weil auch die Herstellung eines elektronischen Magazins Geld kostet und weil insbesondere die Bildrechte separat erworben werden mussten, kostet das elektronische Abo genauso viel wie die gedruckte Ausgabe. Schritt für Schritt möchten wir auch das E-Abo ausbauen, etwa durch Entwicklung eigener „Apps“ und anderer Formate, aber auch durch Integration zusätzlicher Inhalte wie Videos. Das alles kostet Geld, und genau hier wollen wir auch in Zukunft investieren. Für 10 Euro mehr pro Jahr können Leser auch beides haben, E-Abo plus Heft frei Haus. Förderabonnenten erhalten auf Wunsch die E-Version zusätzlich kostenlos. In beiden Fällen genügt eine kurze einmalige Mitteilung per Email an: vertrieb@ef-magazin.de. Rückfragen zu allen Abomöglichkeiten bitte auch direkt an diese Anschrift.

Was bleibt ist der routinierte Aufruf, immer darauf zu achten: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr netto!

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Dieser Artikel erschien zuerst in eigentümlich frei Nr. 105


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