05. August 2010

Aktuelle Nachricht – Drittwelt-Deponien Wertstoffsammler protestieren gegen UN-finanzierte Verbrennungsanlagen

Umweltproletariat rebelliert gegen Umweltaristokratie

(ef-RG) Wertstoffsammler, die die Müllkippen der Welt durchforsten und täglich tausende Tonnen Metall, Papier und Kunststoffe der Wiederverwertung zuführen, protestieren gegen die Vereinten Nationen, die sie ihren Angaben zufolge um ihre Arbeit bringen und den Ausstoß von Klimagasen erhöhen, meldet heute der „Guardian“ auf seiner Website.

Ihre Beschwerde sei gestern in Bonn vorgetragen worden, wo derzeit die Vorbereitungskonferenz für die Klimakonferenz in Mexiko stattfindet. Im Rahmen des sogenannten Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung oder CDM – „clean development mechanism“ – wurden über die Vereinten Nationen dutzende gigantische Müllverbrennungsanlagen finanziert sowie neue Deponiehalden, die Methangas einfangen sollen.

Neil Tangri, Direktor von Gaia, einer Allianz aus 500 Anti-Müllverbrennungsgruppen aus 80 Ländern, sagte dem Bericht zufolge: „Wertstoffsammler, die zu den ärmsten Menschen der Welt gehören, bergen wiederverwertbare Stoffe. Sie sind unsichtbare Unternehmer an der Front des Klimawandels, verdienen sich mit Bergung und Recycling ihren Lebensunterhalt und reduzieren die Nachfrage nach Rohstoffen.“ Ihr Lebensunterhalt werde durch die neuen Projekte der Vereinten Nationen untergraben, weil ihnen der Zugang zu den neuen Deponien verwehrt werde. „Dies führt zu zusätzlichem Stress und verschärften Notlagen für Leute, die mit zu den ärmsten der Welt gehören“, sagte Tangri und fügte hinzu, dass dadurch „Emissionen erhöht“ würden. Wiederverwertung und Kompostierung, behauptet Gaia, sei im Hinblick auf die Reduzierung von Treibhausgasen fast 25 mal effektiver als Müllverbrennungsanlagen.

Eine Sprecherin für die CDM sagte dem „Guardian“ zufolge heute dagegen, dass Müllverbrennungskraftwerke Emissionen einsparten und neue Arbeitsplätze schafften. Es stehe den Wertstoffsammlergruppen offen, UN-Klimakredite zu beantragen. „Wenn sie mit Hilfe der korrekten Methodologie zeigen können, dass sie Emissionen einsparen, hätten sie auch einen Anspruch darauf“, so die CDM-Sprecherin.  

Quelle:

UN incineration plans rejected by world’s rubbish-dump workers


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