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Steuerquote: Moderne Sklaverei?von Andreas Tögel Wie der Staat den Wohlstand zerstört Es geschehen zuweilen noch Zeichen und Wunder. Als solches ist die Einsicht von ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf zu werten, wonach “Unsere Steuerquote nahe an der Sklaverei“ wäre. Sein Wort in die Ohren seiner 182 Genossen im Parlament, die uns im Herbst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Belastungspaket servieren werden, das sich gewaschen hat. Die bereits jetzt auf historischem Höchststand befindliche Staats- und Steuerquote wird sich, allerdings erst nach den im Herbst fälligen Landtagswahlen in Wien und in der Steiermark, weiter steigern. Die von Kopf diagnostizierte Beinahe-Sklaverei wird dann wohl zu einer vollständigen mutieren – zumindest für den bereits jetzt extrem belasteten Mittelstand. Wortmeldungen aus den Reihen der den Kanzler stellenden Sozialisten lassen nämlich bereits erkennen, wen es treffen wird. Der rote Staatssekretär im schwarzen Finanzministerium, Andreas Schieder, hat sich in dieser Angelegenheit zu einem der Vorreiter gemacht, indem er - überaus originell - eine „Gerechtigkeitslücke“ (sic!) im Steuerrecht entdeckt hat. Die von ihm beklagte mangelnde Gerechtigkeit resultiert nach seiner Meinung aber nicht etwa aus dem Umstand, dass 10 Prozent der „Besserverdiener“ 58 Prozent der direkten Steuern abzuliefern genötigt sind, während Millionen seiner eigenen Parteigänger gar keine Lohn- und Einkommenssteuern bezahlen. Nein – die von den Angehörigen der Mittelschicht geschulterte Last erscheint ihm noch als bei weitem zu gering! Er will mehr. Denn wer sich im Land am Strome eines Jahreseinkommens von mehr als 60.000 Euro (brutto, wohlgemerkt!) erfreuen darf (jene Grenze, ab der der maximale Einkommensteuertarif von 50 Prozent schlagend wird), ist – nach seiner Einschätzung – „reich“, damit auf irgendeine absolut rätselhafte Weise „schuld an der Krise“ und soll daher gefälligst (noch mehr) zahlen. Die planmäßige Aktivierung der Neidgenossenschaft hat in der SPÖ schließlich eine lange Tradition. Selbstverständlich kann und soll bei jeder Diskussion um die Gestaltung des Steuersystems über Ertrag und Gewichtung der einzelnen Steuerarten debattiert werden. Vor- und Nachteile höherer indirekter (Konsum-) Steuern gegen Vor- und Nachteile hoher direkter (Lohn- Körperschafts- und Kapitalertragsteuern) und deren Konsequenzen abzuwägen, ist in Zeiten globalen Wandels durchaus sinnvoll und richtig. Eines aber darf über derlei technische Details niemals aus dem Blick verloren werden: die absolute Höhe der Steuerquote. Sie allein ist von entscheidender Bedeutung. Die Art ihrer Zusammensetzung dagegen ist sekundär. Denn je höher die Steuerquote, desto größer die Macht des Staates, desto breiter und tiefer die Regulierung, desto vollständiger die Entmündigung der Bürger. Denn Regulierung und Kontrolle sind durchaus kostspielige Angelegenheiten, und die einzige Möglichkeit, den überbordenden hoheitlichen Paternalismus zu finanzieren, besteht in hohen Steuerlasten. Die in Sonntagsreden – völlig zu Recht – häufig beklagte „zu hohe steuerliche Belastung des Faktors Arbeit“ darf nicht dazu verleiten, sich der Illusion hinzugeben, eine stärkere Besteuerung von Grund und Boden, die Wiedereinführung von Erbschafts- und Schenkungssteuern oder die Erfindung gänzlich neuer Abgabenarten wie Tobin-Tax, fristunabhängige Wertzuwachssteuern auf Kapitalanlagen, Waffensteuern etc. würde an ersterer etwas ändern. An eine Umgewichtung – einen Abtausch – der einzelnen Steuerarten denkt nämlich kein einziger der Protagonisten in dieser Diskussion. Es geht – daran besteht kein Zweifel – ausschließlich um zusätzliche Lasten für den Bürger. Zu jenen rund zwei Drittel seines Einkommens, die der „Besserverdiener“ an den Fiskus abzuliefern hat (43 Prozent direkte, und rund 17 Prozent indirekte Steuern), wird dann eben noch ein erheblicher Aderlass aus seinem Vermögen hinzukommen. Der Hinweis auf die in „kapitalistischen“ Ländern wie den USA erhobenen vergleichsweise höheren Vermögenssteuern ist daher als das zu entlarven, was er in Wahrheit ist: eine von listigen Klassenkämpfern gezündete Nebelkerze. Die immer schmaler werdende Mittelschicht hat – auch inflationsbedingt – laufend höhere Lasten zu tragen, um einer immer größeren Zahl von Transfergeldbeziehern ein sorgenfreies Leben zu finanzieren. Dass dieser Trend nicht unbegrenzt fortsetzbar ist, liegt auf der Hand. Leider ist die – einst selbst von den Sozialisten geteilte – Einsicht, dass man eine Kuh, die man zu melken gedenkt, nicht schlachten darf, längst dahin. Man will alles zur selben Zeit und zwar sofort. Im Leben außerhalb des Gartens Eden aber gilt es stets, Entscheidungen zu treffen: den Kuchen aufzuessen oder zu behalten. Selbstbestimmte und an ihre Verantwortung gewöhnte Bürger, die über ihr Geld selbst bestimmen können, werden es verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert einsetzen. Sie denken an das Wohl ihrer Familien, der Kinder, „denen es einmal besser gehen soll“, sparen und sorgen vor. Der Staat dagegen setzt jeden dem Bürger abgepressten Euro zur momentanen Befriedigung seiner täglich anspruchsvolleren Klienten ein (als da wären: Beamte, Rentner, jedem Leistungsdenken absolut entfremdetes Prekariat und staatsnahe Industrie). Jeder dem Bürger vom Staat entzogene Euro bedeutet daher eine allgemeine Wohlstandsminderung, denn beinahe sämtliche „Investitionen“ des Staates entpuppen sich bei näherer Betrachtung als allenfalls gut getarnter Konsumaufwand. Gegenwärtig sind das etwa steuerfinanzierte Bahntunnelbauten (Koralm, Semmering und Brenner), die keinen Nutzen für die Wohlstandsentwicklung erwarten lassen (menschenleere Geisterzüge stiften wenig Sinn) und deren Bau ein freier Markt niemals ermöglichen würde, sowie die pausenlos geforderten „zusätzlichen Mittel für die Bildung“ (die zur Folge haben, dass Scharen von für die Wirtschaft unbrauchbaren Absolventen von Orchideenfächern produziert werden – die prompt die Forderung nach einer unproduktiven Anstellung beim Staat erheben). Das sind zwei ganz typische Beispiele. Beispiele für die planmäßige Ressourcenvergeudung durch den Fiskus. Offensichtlich ist der Staat ein ungemein korrupter Sachwalter, der selbst davor nicht zurückschreckt, durch das Auftürmen von Schuldengebirgen die Zukunft der Jugend zu verdüstern. Jeder Forderung nach einer noch weiter gehenden Steigerung der Enteignungsquote ist daher entschieden entgegenzutreten. Stattdessen hat die Devise zu lauten: Sparen! Möge die Erkenntnis des zitierten ÖVP-Mandatars daher zu möglichst vielen Abgeordneten durchsickern! 30. Juli 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareSven Adam, am 30. Juli 2010 um 16:24 ( Link ) Warum steht in der Überschrift ein Fragezeichen, wo wenigstens drei Ausrufezeichen stehen sollten? Oz74, am 30. Juli 2010 um 16:52 ( Link ) „Multiple exclamation marks [...] are a sure sign of a diseased mind.“ Sven Adam, am 30. Juli 2010 um 17:35 ( Link ) Was hier "diseased" ist, entscheide ich als Arzt selbst. Danke fürs Gespräch und tschüß. Und damit zurück zum Artikel von Herrn Tögel. Olaf Janowski, am 30. Juli 2010 um 18:09 ( Link ) Man darf heutzutage Sklaven nicht mehr totprügeln oder die Klippen herunterstürzen. Immerhin!!! vonclausewitz, am 30. Juli 2010 um 18:28 ( Link ) Das machen heute die Importsklaven aus der Legebatterie. JayBee, am 30. Juli 2010 um 18:32 ( Link ) Jeder Forderung nach einer noch weiter gehenden Steigerung der Enteignungsquote ist daher entschieden entgegenzutreten. Dies wird aber leider keine Konsequenzen haben. Die dünne Schicht des Mittelstandes ist wahltaktisch völlig uninteressant. Die Mehrheit der Wähler dürfte bereits zu denen gehören, die von Transferleistungen profitieren. So erklären sich dann auch Umfragen, in denen sich angeblich die Mehrheit FÜR Steuererhöhungen ausspricht. Kein Wunder. Ich gehe eher davon aus, dass zumindest in Deutschland Steuererhöhungen zu erwarten sind. Dies kombiniert mit einer weiteren massiven Verschärfung und Überwachung durch die Finanzbehörden in totalitärem Maßstab. Schon jetzt gilt gegenüber dem Finanzamt die umgekehrte Beweispflicht! Entweder die Leistungsträger treten in einen Streik, so wie Ayn Rand das skizziert hat. Oder das ganze System wird erst durch den finalen Knall beendet. Letzteres dürfte realistischer sein. Bleicke Petersen, am 30. Juli 2010 um 21:28 ( Link ) Das Problem an der Sklaverei ist nicht dass sie den Wohlstand senkt. ES IST SKLAVEREI! Selbst wenn Sklaverei super für den Wohlstand wäre muss man sie abschaffen! EmilS, am 31. Juli 2010 um 0:20 ( Link ) In Österreich nicht anders als in der BRD. Was wäre den Europäern erspart geblieben, hätte man nicht die Monarchien abgeschafft und nachhaltig diskreditiert! Ansonsten: "Es ist schon alles gesagt! Nur noch nicht von allen!" (Karl Valentin) Joachim Mai, am 31. Juli 2010 um 1:44 ( Link ) ach keine angst, auch in österreich ist die party bald vorbei... Olaf Janowski, am 31. Juli 2010 um 2:08 ( Link ) vor knapp drei generationen haben schonmal die menschen alles verloren. gelernt hat niemand. das wird noch ein munteres aufwachen in der nahen zukunft. Dann kommen halt die Polizisten der UNO-Weltregierung gemischt Streife fahrend in österreichischen und deutschen no-go-Ghettos wieder? Leon_von_der_Post, am 31. Juli 2010 um 11:25 ( Link ) "Man darf heutzutage Sklaven nicht mehr totprügeln oder die Klippen herunterstürzen." Ja, aber man musste den Sklaven das Dach über dem Kopf garantieren, sowie Kleidung und Essen. Jetzt mussen sich die Sklaven das Ganze selbst besorgen! Olaf Janowski, am 31. Juli 2010 um 11:36 ( Link )
@ Leon_von_der_Post: Sogar Dinge des alltäglichen Bedarfs wie Scheren, Kerzen und Streichhölzer oder Eisenbahnmodellbausätze muss sich der Sklave von heute selbst besorgen ...
Oz74, am 31. Juli 2010 um 19:46 ( Link ) An Sven Adam: Was hier "diseased" ist, entscheide ich als Arzt selbst. Was krank ist, können sie nicht entscheiden, sondern allenfalls erkennen. Andernfalls betreiben Sie nicht wissenschaftliche Medizin, sondern Machtmißbrauch. Oz74, am 31. Juli 2010 um 20:22 ( Link ) An Sven Adam: p.s.: Das Zitat, das Sie offenbar so empfindlich getroffen hat, habe ich bewußt nur als Zitat eingefügt. Ich finde es recht lustig und begrüße auch die Stoßrichtung der rüden Attacke, würde es mir aber nicht zueigen machen, weil ich es nur als Anregung und nicht als Wahrheit nehme. Sie können von mir aus so viele Ausrufezeichen setzen, wie sie wollen. Und bestimmt können Sie viele Krankheiten besser beurteilen als der durchschnittliche Forumsteilnehmer. Damit gewinnen Sie aber nicht die Deutungshoheit über den Begriff der Krankheit im übertragenen Sinne. SPV, am 01. August 2010 um 22:01 ( Link ) "Eines aber darf über derlei technische Details niemals aus dem Blick verloren werden: die absolute Höhe der Steuerquote. Sie allein ist von entscheidender Bedeutung. Die Art ihrer Zusammensetzung dagegen ist sekundär. Denn je höher die Steuerquote, desto größer die Macht des Staates, desto breiter und tiefer die Regulierung, desto vollständiger die Entmündigung der Bürger." Paradies Griechenland http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_98676/DE/BMF__Startseite/Aktuelles/Monatsbericht__des__BMF/2010/06/inhalt/Monatsbericht-Juni-2010,templateId=raw,property=publicationFile.pdf S.88 der pdf-Gliederung Spricht ja dann Vieles für den griechischen Sozialismus, nicht? Karl Heinz, am 02. August 2010 um 12:32 ( Link ) Da bin ich aber froh, daß ich in Deutschland Steuern zahlen muß - Österreich ist ja geradezu die Hölle, wenn man dort ab 60.000€ brutto schon 50% Einkommensteuer plus 17% Mehrwert bezahlen muß. ef_leser, am 02. August 2010 um 19:53 ( Link ) In Deutschland beträgt die Gesamtabgabenquote eines Durchschnittsvedienser ca. 70 % seines Einkommens. Das ist kein Witz! Diese Quote setzt sich aus allen direkten Einkommensteuern, Verbrauchssteuern und sonstigen staatlichen Zwangsabgaben zusammen. Hier eine schon etwas ältere Berechnung des verstorbenen Harry Zingels. Er geht von einem unterdurchschnittlichen Einkommen aus und zählt auch Dinge wie die KfZ-AfA zur Abgabenquote dazu, was natürlich aus freiheitliche Sicht nicht begründbar ist. Da das Durchschnittseinkommen aber real höher ist stimmt das Endergebnis wieder. Fritz the cat, am 02. August 2010 um 23:54 ( Link ) was macht der Staat mit meinem Geld ? er muss es mir nicht erklären , es gibt keine Buchführung , die Einnahmen und Ausgaben sind intransparent . Unbefriedigend ist die materielle Aufrüstung hamburger Klippschulen . Ich wünsche mir den unbeschulbaren Migrationsbürger in einer einfachen Erziehungseinrichtung ; es ist nicht nachvollziehbar weshalb meine Stuergelder für gewalttätige Araber und Türken ausgegeben werden . die brd ist nicht mein Land Sven Adam, am 16. August 2010 um 11:43 ( Link ) Was krank ist, können sie nicht entscheiden, sondern allenfalls erkennen. Andernfalls betreiben Sie nicht wissenschaftliche Medizin, sondern Machtmißbrauch. Ach so. Bei diesem Erkenntnisprozess muß ich also keine Entscheidung treffen? Ich beschränke mich mal auf nur ein Fragezeichen, bevor das nächste "lustige" Zitat hereinschneit, das mich selbstredend gar nicht treffen soll. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Satanas, am 30. Juli 2010 um 15:59 ( Link )
Vielleicht sollte man den Spruch "Having your cake or eating it" durch "having your cow or eating it" ersetzen.. ergibt mehr Sinn