29. Juni 2010

Aktuelle Nachricht – Foxconn Rätselhafte Selbstmorde

Kapitalistische Ausbeutung oder kommunistische Intrige?

(ef-DS) Eine rätselhafte Serie von Selbstmorden in seinem 300.000 Mitarbeiter starken Shenzhener Werk hatte das Unternehmen „Hon Hai Precision Industries“ vor kurzem weltweit in die Schlagzeilen gebracht. Das unter dem Firmennamen Foxconn bekannte taiwanesische Unternehmen ist einer der weltweit größten Zulieferer für Elektronik- und Computerteile und Hauptlieferant renommierter Firmen wie Apple, Dell, Sony und Nintendo. In den westlichen Medien wurde das Unternehmen zumeist hintergrundlos als typisches Beispiel für die „raubtierkapitalistischen Zustände“ und die „schlechten Arbeitsbedingungen“ in China gebrandmarkt, obwohl Foxconn relativ hohe Gehälter zahlte. Selbst Zeitungen in der Volksrepublik China schlossen sich der Kritik an, und auch gegen Demonstrationen erboster Foxconn-Mitarbeiter wurde entgegen üblicher Gepflogenheiten nur halbherzig vorgegangen.

Nach Informationen der regierungskritischen „Epoch Times“ wurde die Image-Kampagne gegen Foxconn möglicherweise von der chinesischen KP nahestehenden Elementen gesteuert oder zumindest begünstigt. So vermuten „einige China-Experten, dass die weit verbreitete öffentliche Aufmerksamkeit das Resultat einer politischen Intervention ist, die Foxconns Konkurrenten begünstigen soll.“ Und Kao Weipang, Vorsitzender der taiwanischen Vereinigung von Investmentopfern in China (VICA), wird von „Epoch Times“ wie folgt zitiert: „Es ist ein alter Trick des chinesischen kommunistischen Regimes, taiwanische Unternehmen zu berauben. Als ich die einhellige Kritik in den staatlich kontrollierten Medien sah, wusste ich, dass es sich nicht nur um den Selbstmordskandal handelt.“

Einer der Konkurrenten von Foxconn ist der von der chinesischen KP protegierte Konzern BYD („Build Your Dreams“), dem Foxconn bereits seit mehreren Jahren vorwirft, mithilfe von Staatsgeldern Mitarbeiter abzuwerben sowie Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Der Aufstieg von BYD war seitdem unaufhaltsam. Selbst Warren Buffet kaufte letztes Jahr einen zehnprozentigen Anteil von BYD. Die „Epoch Times“ gibt Vermutungen Raum, dass die Kampagne gegen den taiwanesischen Konkurrenten beschlossen wurde, nachdem Foxconn-Gründer Terry Gou sich bei der chinesischen Regierung beschwert hatte. Demnach hätten Agenten möglicherweise das Sicherheitspersonal des Shenzhener Werks unterwandert, um dort die Selbstmorde entweder durch Schikanen herbeizuführen oder sogar selbst nachzuhelfen. Das Fazit der „Epoch Times“ lautet: „Für Terry Gou mag die Attacke unerwartet gewesen sein in Anbetracht des hohen Beitrags, den Foxconn für Chinas Bruttoinlandsprodukts geleistet hat. Aber für das Regime ist das taiwanische Unternehmen nicht mehr von Nutzen. Es wird vielleicht als nichts anderes angesehen, als ein Hindernis für den von der Regierung unterstützten Konkurrenten. Wie eine chinesische Redensart sagt: Wenn das Kaninchen gefangen ist, kann der Hund gekocht werden.“

Internet:

Artikel der „Epoch Times“ vom 27.06.2010


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