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![]() Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag). ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Sittengemälde der politischen Klasse: Die Ruhe vor dem SturmWann schwappt die Tea Party nach Europa? Die politische Klasse in der gesamten westlichen Welt ist mit ihrem Latein am Ende. Nie zuvor war das so deutlich wie in diesen Wochen. Schauen wir uns fast wahllos nur vier Artikel der letzten zwei Tage an. Etwa den von Wolfgang Kaden im „Spiegel“: „Endlich ist es so weit“, schreibt der: „Die Regierenden in aller Welt sind, für alle sichtbar, dort angekommen, wo sie schon lange hingehörten: auf einer Ebene mit den Zocker-Bankern. Verflogen nun die Illusion, mit immer neuen Schulden die Wachstumsmaschine in den entwickelten Industriestaaten auf Touren halten zu können; vorbei die Hoffnung, die staatlichen Kassen könnten dem Gemeinwesen weiter als letzte Zuflucht der Kreditsuchenden dienen, wenn bei den Banken gar nichts mehr geht. Die Staaten selbst haben ihre Kreditwürdigkeit verspielt. Der Offenbarungseid ist geleistet, seit die EZB sich zum Ankauf von Staatsanleihen jedweder Qualität verpflichtet hat.“ Kaden erklärt: „Seit vielen Jahrzehnten schon wird die Illusion vom stetig steigenden Sozialprodukt mit immer neuen Staatsschulden aufrechterhalten. Es begann in den Siebzigern, als die damalige sozial-liberale Koalition die ersten schweren Konjunkturkrisen mit staatlichem Deficitspending zu überwinden suchte – und versäumte, die zu diesem Zweck aufgenommenen Schulden im nachfolgenden Aufschwung zurückzuzahlen. Stattdessen wurde der Sozialstaat immer weiter ausgebaut, auch von der nachfolgenden schwarz-gelben Koalition. Immer neue Schulden sattelten die Regierenden auf die alten Verbindlichkeiten drauf. Da galt es schon als Erfolg, wenn die Neuverschuldung in einem Jahr mit gut laufender Wirtschaft ein wenig geringer ausfiel als im Jahr davor. Solche Selbstverständlichkeiten wurden gefeiert wie ein Schuldenabbau – obwohl doch die Gesamtverschuldung weiter stieg.“ Es sei ein ganz offensichtlicher demokratischer „Konstruktionsfehler“, so Kaden brutal offen: „Regierungen und Parlamente agieren in Wahlperioden von vier bis fünf Jahren; die Rückzahlung der Schulden aber reicht weit über diesen Planungshorizont hinaus. Jene politisch Verantwortlichen, die sich heute mit neuen Ausgaben Beliebtheit erkaufen, sind längst aus dem Amt, wenn übermorgen die Kredite fällig werden.“ Ein „Gutteil des regelmäßigen Wirtschaftswachstums war nur möglich, weil die fest eingebauten Defizite in den öffentlichen Budgets als Beschleuniger der Nachfrage wirkten. Gegenwartskonsum auf Kosten der Zukunft. Es durfte keinen Stillstand geben, das stete Mehr war und ist oberstes Gebot und muss notfalls durch Schuldscheine herbeigezaubert werden.“ Auch viele Ökonomen machten sich im Dienst der Politik willig schuldig: „Noch vor kurzem forderte der Münchner Ökonom Hans-Werner Sinn von der Politik, die Ausgaben im nächsten Jahr auf keinen Fall zurückzufahren und sich sogar weiter zu verschulden.“ Alleine „fünf gepumpte Milliarden kostete die sogenannte Abwrackprämie, das größte Wertevernichtungsprogramm aller Zeiten.“ Nun sei, so Kaden, „die Fiesta zu Ende, nicht nur für die Griechen, sondern für alle Europäer, Amerikaner und Japaner. Es muss umgesteuert werden.“ Die Umkehr „wird von den Anlegern erzwungen, falls die Staaten sich nicht dauerhaft Geld von der Notenbank drucken lassen. Die Wende wird schmerzhaft und womöglich mit schweren politischen Erschütterungen verbunden sein. Die Proteste in Griechenland lassen erahnen, was anderen Ländern noch bevor steht. In Deutschland zeigte schon der Widerstand gegen die Hartz IV-Gesetze, wie schwer Korrekturen bei staatlichen Leistungen durchzusetzen sind; Hartz IV sorgte für die Abwahl der rot-grünen Regierung und zum Aufstieg der Linken. Jahre harter Verteilungskämpfe stehen uns bevor, und womöglich eine schwere Belastung des demokratischen Systems.“ Deutliche Worte für den „Spiegel“. In der „Jungen Freiheit“ kommentiert Edelfeder Thorsten Hinz: „Der Brüsseler Staatsstreich vom vorvergangenen Wochenende kam nicht aus heiterem Himmel. Er hat notifiziert, was sich seit langem schleichend vollzog. Er steht für den virtuellen Charakter unserer real existierenden Demokratie. Der noch gefährlichere Angriff zielt gegen Recht und Gesetz.“ Die „wirklich relevanten Entscheidungen stehen – weil sie ‚alternativlos’ sind – fest und können von den Institutionen nur noch abgenickt werden. Die meisten unserer politischen Statisten bejahen die Brüsseler Machtergreifung, weil sie sich überfordert fühlen und als Vollstrecker von EU-Vorgaben der Verantwortung ledig sind. Quer durch alle Parteien haben sie mit der schlampigen Euro-Einführung große Schuld auf sich geladen, und wie früher in den kommunistischen Regimen heißt es nun parteiübergreifend: keine Fehlerdiskussion! Der Demos fügt sich fatalistisch in die Verhältnisse, weil er sich nach jahrzehntelanger Gehirnwäsche überhaupt keine Alternative mehr vorstellen kann.“ Aufhören müsse man „mit dem Gerede von der Sorte ‚Wahltag ist Zahltag’. Wie irreal solche Erwartungen sind, haben wir noch einmal in Nordrhein-Westfalen erlebt, wo die Wahl bestand zwischen dem Feuermelder- (Jürgen Rüttgers) und dem Suppenteller-Gesicht (Hannelore Kraft)“, so Hinz mit gewohnt allerfeinster Beobachtungsgabe. „Für die Alternativlosigkeit im Parteienangebot haben die etablierte Politik, der Verfassungsschutz und die Medien gründlich gesorgt. Rundfunk und Fernsehen versuchen nun krampfhaft, die Koalitionsverhandlungen in Nordrhein-Westfalen (wahlweise die Ballack-Tragödie) in den Vordergrund zu schieben, als sei das die entscheidende Frage. Das erinnert an die DDR-Medien im Sommer 1989. Während die Zahl der Flüchtlinge von Tag zu Tag neue Höchstmarken erreichte, verkündete die Aktuelle Kamera – die Ost-Tagesschau – ungerührt die erfüllten und übererfüllten Produktionspläne.“ Das, so Hinz, seien eigentlich „Zeiten, in denen sich üblicherweise Paradigmenwechsel ankündigen. Es muss nicht gleich eine Revolution sein, ein bisschen Bürgerrevolte würde schon reichen. Doch das“ sei derzeit „ebenfalls keine realistische Erwartung.“ Dabei werden die Deutschen nicht einmal „schlechter regiert als andere Europäer. Natürlich ist der Hosenanzug zum Weglaufen, doch der italienische Schmierlappen oder der fleischgewordene Napoleon-Komplex sind nicht besser.“ Einen Unterschied aber gebe es: „Die anderen versuchen, für ihr Land einen Vorteil zu ergaunern, während die deutschen Funktionseliten sich nahezu geschlossen als Bürgerkriegspartei gegen das eigene Volk gerieren.“ Auch Großbritannien hat wie Nordrhein-Westfalen kürzlich gewählt. Auch dort dasselbe trostlose Bild. Dazu ef-Autor Theodore Dalrymple heute in der „Welt“: „Der halsbrecherische und kindische Leichtsinn, den die britische Wählerschaft seit langem an den Tag legt“, so Dalrymple, zähle „zu jenen Themen, die die drei Kandidaten im Wahlkampf sorgsam mieden. Dabei weiß mittlerweile jeder, dass Großbritannien, was die öffentlichen Finanzen anlangt, das Griechenland der Nordsee ist; nicht ganz so vielen hingegen ist klar, dass es um die privaten Haushalte noch schlechter steht. Es fehlt nicht viel. und die Briten sind das höchstverschuldete Volk der Welt. Jahrelang haben sie ausgegeben, was sie nicht verdient hatten, von steigenden Immobilienpreisen zur glücklichen Annahme verführt, sie wären reich.“ Und die Wahl? Dalrymple: „Obwohl jedermann das Gefühl hatte, die jüngste Wahl sei wichtig, fand sie doch kaum jemand interessant. Ich zum Beispiel kenne niemanden, dem es gelungen wäre, alle drei sogenannten Debatten der Parteichefs durchzustehen. Tatsache ist: Unsere Politiker sind zutiefst uninteressant – man würde die Straßenseite wechseln, nur um keinen Abend mit ihnen verbringen zu müssen.“ Das kommt deutschen Leidgeprüften seltsam bekannt vor. Dalrymple beschreibt die britischen Parteiführer als „Männer ohne Eigenschaften“. Die britischen Behörden haben nicht einmal mehr die Wahl ohne Chaos vernünftig organisieren können. Dies, so Dalrymple, „war ein Sinnbild für die Kultur der Inkompetenz in einem Land, dessen zugleich über- und ständig unterbesetzte Behörden selbst von den einfachsten Aufgaben überfordert sind. Meine Freunde reagierten darauf mit einer Mischung aus Zynismus und ohnmächtiger Verzweiflung. Intelligenten und kultivierten Bürgern kommt der britische Staat wie ein gewaltiges Schiff vor, das seinen Kurs nicht ändern kann, obwohl es auf einen Felsen zusteuert.“ Und auch folgendes scheint längst ein europäisches Phänomen zu sein: „Niemand wählte mit Begeisterung; jede Stimme war eine Stimme gegen, nicht für einen Kandidaten. Mit wem immer ich vor der Wahl diskutierte, die einzigen Fragen lauteten erstens, ob man sich überhaupt zur Wahl bemühen sollte, und zweitens, welchen Kandidaten man am heftigsten verabscheute. Kein Lebender jedoch kann sich an eine Wahl erinnern, bei der sämtlichen Kandidaten nicht einmal ein Minimum an Respekt entgegengebracht worden wäre.“ „Ob auf der Straße oder an irgendeinem anderen öffentlichen Ort“, Dalrymple hat „niemanden über die politische Lage reden hören. Anders als der historische 8:0-Sieg Chelseas über Wigham, der den Blues die Meisterschaft brachte, war Politik ein Non-Thema in den Gesprächen. Im Bus, im Zug, im Pub, nirgends habe ich ein Wort dazu gehört, trotz flächendeckender Berichterstattung. Die Frage, wer wohl der nächste Premierminister werde, kam nicht auf. Am Tag nach der Wahl etwa hörte ich im Bus, wie sich ein junger Mann an einen anderen wandte und ihm vor aller Ohren erzählte, dass er sich eine Fernsehsendung über Antiquitäten angesehen habe, um in Zukunft besser zu wissen, was er aus den Häusern alter Leute, zu denen er als Maler und Dekorateur komme, mitgehen lassen solle. Eine Frau wiederum erklärte einer teilnahmsvollen Freundin am Telefon, wie unbefriedigend ihre Beziehung zu einem Mann sei, der, wie sie sagte, sich besser ein paar Eier wachsen lassen sollte. Mit anderen Worten: Alles war wie immer in Großbritannien, das heißt vulgär und unehrlich.“ Die „Indifferenz oder Apathie, die die Menschen zur Schau stellen“, sei „ein Zeichen für ihren Rückzug in die Seifenoper des eigenen Lebens, bis hin zum Ausschluss von fast allem und jedem – ausgenommen die virtuelle Welt der Unterhaltung. Die Demokratie ist ein so kleiner Teil ihrer Wirklichkeit, dass fast zwei Fünftel der Menschen es nicht einmal alle fünf Jahre ins Wahllokal schaffen oder in jedem Fall nicht wissen, warum sie es sollten. Das Gefühl, letztlich in einer Wahldiktatur zu leben, ist in den vergangenen zehn Jahren viel stärker geworden. Die politische Klasse und die ihr verbundene oft dramatisch gut bezahlte Nomenklatura ist von der Allgemeinheit beinahe so weit entfernt, wie es zur Zeit des Kommunismus der Fall war – örtliche Gesundheitsämter zum Beispiel werden mittlerweile symbolisch von der Wirklichkeit abgeschnitten und zuvörderst von denen, denen sie dienen sollen. Besucher werden wie potenzielle Terroristen behandelt, von Videokameras überwacht, nach ihren Ausweisen gefragt, in Schleusen entgiftet und dürfen nirgends alleine hin. Die Gebäude sind isoliert und zentral belüftet, sodass kein Partikel der äußeren Welt eindringen und die platonische Verwaltung stören kann. Die Menschen haben das Gefühl, für den öffentlichen Dienst das zu sein, was Insekten für Hausfrauen sind.“ Daher: „Was nützt das Wählen – fragen sich selbst jene, die sich die Mühe noch machen –, wenn sich das Parlament nach Art des Obersten Sowjets aufführt und wenn eine Regierung Kriege führen kann, die nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung jemals wollte, 3000 neue Straftatbestände schafft (zehn Jahre lang einen pro Tag), die Bürgerrechte untergräbt, die Verfassung ändert, ohne dass die Bevölkerung das fordert, und das Land über Generationen verschuldet? Die Fahrt, die Abwärtsspirale in unserer Demokratie hinunter, nimmt Tempo auf: eine professionelle Klasse von Politikern die, einmal gewählt, glaubt, dass ihre Macht und Verantwortung keine Grenzen kennt und kennen sollte, schafft eben jene Atmosphäre aus Zynismus, Ohnmacht, Gleichgültigkeit und Apathie, die wir während dieser Wahl erlebt haben, was wiederum de facto, wenn auch vielleicht nicht de jure dazu führt, dass die politische Klasse der demokratischen Kontrolle nur noch umso leichter entrinnt.“ Es falle „den Menschen leicht, dem politischen Leben den Rücken zu kehren und sich in ihre eigene kleine Welten zurückzuziehen, aber das heißt natürlich nicht, dass sie gegen die Konsequenzen politischer Entscheidungen immun wären. Die Wahl, vor der die nächste Regierung steht, ist mittlerweile sicher: eine geringerer Lebensstandard für beinahe jeden oder ein gewaltiger Anstieg der Arbeitslosigkeit oder eine Kombination von beidem. Da die reale Arbeitslosenrate in Großbritannien schon jetzt wenigstens 15 Prozent beträgt ist das Potenzial für einen echten sozialen Konflikt offenkundig. Aus diesem Grund haben zur Reflexion neigende Briten die jüngsten Unruhen in Griechenland eher mit banger Ahnung als mit der üblichen Herablassung verfolgt.“ Und Amerika? Hast Du es besser? Dazu wieder heute der „Spiegel“, für den Gregor Peter Schmitz folgendes berichtet: „Es war die Stunde der Radikalen: Bei Vorwahlen in den USA haben Establishment-Gegner auf beiden Seiten triumphiert, erstmals gewann bei den Republikanern ein Kandidat der radikalen Tea-Party-Bewegung. Präsident Obama muss ein Debakel bei den Kongresswahlen im November fürchten.“ Offenbar gibt es in den USA inzwischen das, worauf Europa noch wartet, eine Alternative. Denn Rand Paul, Sohn der libertär-konservativen legende Ron Paul, hat tatsächlich gegen alle Widerstände des Establishments gewonnen. Schmitz beschreibt es so: „Der Augenarzt Rand Paul, ein Held der radikalen Protestbewegung, gewinnt die republikanische Senatsvorwahl für einen Sitz in Kentucky haushoch. Die Bewegung sagt vor allem, was sie alles nicht will: Sie ist gegen mehr Schulden, gegen mehr Staat, gegen mehr Regulierung, gegen die Milliarden-Staatshilfen für bankrotte Banken oder marode Autofirmen. Paul hat sich im Wahlkampf als jemand präsentiert, der bei Dienstantritt vor allem sparen und einsparen möchte. ‚Ich habe eine Botschaft von der Tea Party’, sagt Paul nach seinem Sieg. ‚Eine klare, laute und unmissverständliche Botschaft: Wir sind gekommen, um unsere Regierung zurückzuerobern.’ Es klingt“, so Schmitz im „Spiegel“, „wie ein Aufruf zur Revolution in Washington“. Dabei könne „die Opposition noch radikaler werden. Der Triumph von Paul reiht sich ein in andere Erfolge für die polarisierende Tea-Party-Bewegung. Immer stärker beherrschen sie die republikanische Partei. Senator Bob Bennett verpasste gerade in Utah die Möglichkeit zur Wiederwahl – Tea-Party-Vertretern war er nicht mehr konservativ genug. Ähnlich erging es in Florida Ex-Gouverneur Charlie Crist, der nun als unabhängiger Vertreter im November antreten will. Paul krönt den Aufstieg der Bewegung nun mit seinem Vorwahlsieg. Zwar ist damit sein Erfolg gegen einen demokratischen Konkurrenten bei der Wahl im November keineswegs vorgezeichnet, er vertritt sehr radikale Positionen etwa zum Klimawandel. Doch der Arzt kann auf begeisterte Fußhelfer hoffen.“ Nun, so Schmitz, „wittern die Anhänger Morgenluft: ‚Das Establishment in Washington hat alles auf Paul geschleudert – und dennoch hat er gesiegt’, jubelt Republikaner-Senator Jim De Mint, einer der Wortführer der Tea-Party-Bewegung. ‚Sein Sieg ist nur Teil einer amerikanischen Erneuerungsbewegung im ganzen Land.’“ Eine radikale, an die Wurzel der Übelstände gehende Erneuerung, so ist hinzuzufügen, ist nicht nur in Amerika dringend geboten. Vier wahllose Artikel in zwei Tagen machen deutlich: Die Wut wächst. Die politische Klasse darf sich so ganz langsam auch hierzulande schon einmal etwas wärmer anziehen. Internet Wolfgang Kaden: Wachstum? Diese Zeiten sind vorbei Thorsten Hinz: Der Staatsstreich Theodore Dalrymple: Die Griechen der Nordsee Gregor Peter Schmitz: Parteirebellen räumen bei US-Vorwahlen ab 19. Mai 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareJohnGalt, am 19. Mai 2010 um 11:52 ( Link ) Und Amerika? Hast Du es besser? Amerika hat Sarah Palin und die "tea-party"! Und wir? Wir haben Claudia Roth und Kräutertee aus biologisch-dynamischen Anbau und "fair" gehandelt SchelmVomElm, am 19. Mai 2010 um 12:30 ( Link ) Die USA haben eine Tradition der Freiheitlichkeit und Staatsskepsis, auch das gesellschaftliche Wertegefüge ist noch intakter als in Europa. Sehr wahr. Und daher fürchte ich auch, dass eine deutsche Teaparty höchstens ein laues Kaffeekränzchen werden kann. Wer sollten die Köpfe dieser Bewegung werden? Merz und Clement? Haha! Die Wut wächst? Ja klar, aber wohin entlädt sie sich? Wie immer in Deutschland in die eine Richtung. Böse Reiche, Ausbeuter, Spekulanten - das sind die, die der dt. Wähler reflexartig als die Feinde der Nation ausmacht. Keine Wunder in unserer linken Medienlandschaft. Das ist auch Schuld der Konservativen und Liberalen (wenn man sie so nennen will). Während die SPD mit der Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft ein florierendes Medienunternehmen betreibt, dass an zig Regionalzeitungen beteiligt ist, schaut man von rechts nur zu. Klar ist Berlusconi ein Schmierlappen, aber gegen die linken Medien setzt er sich erfolgreich durch. Und natürlich sind Medienunternehmen in der Hand von Politikern ein Unding - aber wenn schon, dann bitte ausgewogen. In den USA übernimmt Fox News den Gegenpart. Und nicht nur das: Wenn sich Liberalen oder Konservativen eine Medienplattform bietet, schaffen sie es nicht ihre Inhalte auch mal populistisch unters Volk zu bringen. Wahrscheinlich haben sie durch jahrelanges Duckmäusertum gegenüber der linken Pressehoheit, verlernt wie das geht. Hinzu kommt, dass das Volk weitgehend verdummt ist. Nicht nur in englischen Pubs sprechen die Menschen nicht über Politik: Man denke an "die Wade der Nation" oder den grotesken Medienrummel um Enkes Ableben. Da heulen gestandene Männer im Fernsehen um einen Selbstmörder und für den drohenden Zerfall unserer Gesellschaft, haben sie nur ein Achselzucken übrig. Im ehemaligen Land der Dichter und Denker, zelebriert man einen Teenie, die neben aus Blogs kopierten Texten, ausführlich beschreibt, zu welcher Art von Porno sie am liebsten masturbiert. Gute Nacht, Deutschland. EEkat, am 19. Mai 2010 um 12:33 ( Link ) aus meiner bescheidenen Sicht richtig zu sein scheint, daß wir am Ende sind. Auch stimmt wohl, daß wir notorisch überforderte Politiker haben, die ihren Fähigkeiten entsprechend das Land (die EU-Länder) Stück für Stück an die Wand fahren. Das schafft uns etwas Luft gegenüber der Türkei. Der grundsätzliche Fehler liegt darin, daß wir nicht darauf geachtet haben, auf wirksame! politische Alternativen zu achten. Eine CDU ist eben keine Alternative zur SPD. Oder die Grünen. Oder die FDP. Das sind allesamt Derivate von Sozialismus. Planwirtschafler. Es gibt keine Partei, keine politische Bewegung, die auf die Kraft der Individuen setzt, deren Innovationsvermögen freisetzt und freiboxt. Es sind im Gegenteil sich alle darin einig, daß die dadurch womöglich sichtbar werdende Ungleicheit und die daraus entstehende Ungerechtigkeit mit allen Mitteln verhindert werden muß. Trabbi für alle. Höchstens. Weil es vernünftig ist. Rational-Sozialisten. Das ist das Dogma aller in Europa wirkenden politische Kräfte, das Dogma Europas, egal wer ans Ruder kommt. Egal wen die Presse hochjubelt. Also sollen sie, werden wir Scheiße fressen. Der Unterschied zu Amerika ist nicht etwa, daß es nicht auch dort eine starke "charismatische" Bewegung gäbe, die sich dieser Untergangs-Ideologie nicht verschrieben hätte. Die Demokraten, die gerade unter Obama und seiner dafür geradezu wegweisend typischen Gesundheitspolitik auftrumpften, und damit den Amis den Hals umdrehen. Der Unterschied ist, daß es in den USA wenigstens ansatzweise eine politische Alternative gibt, gespeist aus einem in Teilen der Bevölkerung vorhandenen Bewußtsein, andere als planwirtschaftlich vorgezeichnete Lebensentwüfe beschreiten zu können. Wenn dort die Reps den Arsch nicht hochkriegen udn ihre Rolle als Alternative einnehmen, dann bildet sich dort halt eine Tea-Party-Bewegung. Sowas gibt es bei uns nicht, weil wir dazu einer vorangehenden Persönlichkeit bedürfen. Bleibt uns also: Solidarität mit unseren Gewerkschaften. Für die solidarische Unterstützung der Arbeiterklasse Griechenlands, die dort für ihre Pensionierung ab 53 kämpft, sowie die Erhaltung des 13. und 14. Monatsgehaltes. Kein Witz. Ich frage mich, warum unsere Gewerkschaften hier nicht dafür auf die Straße gehen lassen wollen, dies alles der Frau Merkel überlassen. Es ist, ich sagte es bereits, eine Frage der Führungspersönlichkeiten. Daran hängt bei uns alles. Liebe Frau Merkel, Sie haben uns doch versprochen, daß es bei uns wärmer werden wird. Nachdem Sie den Euro gerettet haben werden, könnten Sie nicht mal die Heizung etwas höher drehen? EEkat loyalbushie, am 19. Mai 2010 um 12:40 ( Link ) Im ehemaligen Land der Dichter und Denker, zelebriert man einen Teenie, die neben aus Blogs kopierten Texten, ausführlich beschreibt, zu welcher Art von Porno sie am liebsten masturbiert. Gute Nacht, Deutschland. Es gibt eben eines, wovor der Durchschnittsbürger in unserem Lande noch mehr Angst hat als vor prügelnden Kulturbereicherern, Armut, Arbeitslosigkeit, Schulden, Krankheit und Tod: Nämlich, als spießig und intolerant zu gelten. SchelmVomElm, am 19. Mai 2010 um 12:46 ( Link ) Genau, und wird dabei spießig und intolerant! Kurt_G entert Schiffe auf denen zuhauf chinesich hergestellte Plagiate deutschen Eigentums, welche deutsche Unternehmer zerstören, angeschwemmt werden und schüttet diesen Unrat ins Meer. Entert die Kassen der staatlich subeventionierten Institutionen und schreddert das wertlose Money. Der Revolutionsgeist schleicht durch EF ..
Haiduk, am 19. Mai 2010 um 13:25 ( Link ) Gerüchten zufolge sollen Merkel und Westerwelle heute einen Aufnahmeantrag bei den Violetten, "für spirituelle Politik", unterschrieben haben. quer, am 19. Mai 2010 um 15:13 ( Link ) In Deutschland kann es keine Revolution oder Revolte geben. Da können sich die Politiker aller Farben ganz sicher sein. Den Deutschen ist von Natur ein fast grenzenloser Fatalismus und Masochismus gegeben. Man kann sie bis auf's Blut quälen. Empirisch belegt ist dagegen, daß es zu einschneidenden Paradigmenwechseln (oft erschöpft und garnicht kämpferisch zum Glück der politisch Handelnden) erst dann kommt, wenn zuvor der totale Zusammenbruch stattgefunden hat. Deutlich erkennbar an zwei dreißig-jährigen Kriegen: dem von 1618-1648 und dem von 1914-1945. Da ich die kommende große Auseinandersetzung in Gestalt eines europaweiten Bürgerkriegs und Befreiungskriegs ungefähr für das Jahr 2020 zu erkennen glaube, bedeutete dies, daß um 2050 wirklich Entscheidendes für die Zukunft dieses Landes geschehen wird. Radiergummi, am 19. Mai 2010 um 15:51 ( Link ) Die Mehrheit die Deutschen scheint mir weitestgehend mit sich selbst beschäftigt, statt sich mit Politik zu beschäftigen. Dieser Umstand, sofern ich mich da nicht täusche, ist im Grunde guter Nährboden für ein europäisches oder deutsches Äquivalent zur amerikanischen TeaParty-Bewegung. Allerdings fehlt es, wie auch schon von anderen hier erwähnt, an Personal, das imstande ist, dieses Potenzial zu aktivieren. Ich teste diesen Umstand in meinem Umfeld gern mit der Frage, was denn ihrer Ansicht nach Liberalismus bedeute bzw. wie er sich auswirke. Das, was ich am meisten zu hören bekomme, ist die Antwort "unsozial"... Kurt_G Die Mehrheit die Deutschen scheint mir weitestgehend mit sich selbst beschäftigt, statt sich mit Politik zu beschäftigen. So ist es und so ist es gewollt. /Leider Viscount, am 19. Mai 2010 um 16:21 ( Link ) @Radiergummi Dieser Umstand, sofern ich mich da nicht täusche, ist im Grunde guter Nährboden für ein europäisches oder deutsches Äquivalent zur amerikanischen TeaParty-Bewegung. Das ist zwar eigentlich richtig, allerdings haben Sie dabei außer Acht gelassen, daß dieser Humus schon mehrmals in der Geschichte dieses Landes zu bestaunen war, seine Einwohner aber stets in Richtung Biedermeier, Begründungsphilosophie und "Innerlichkeit" abzubiegen pflegten statt auf die Barrikaden zu steigen. Das heißt natürlich nicht, daß das das auch künftig immer so sein wird. Es ist nur relativ unwahrscheinlich. Olaf Janowski, am 19. Mai 2010 um 17:16 ( Link ) (Sarkasmus an) Schwarztee, Grüntee oder Gunpowder ... Ausserdem dürfen wir nicht vergessen, den Rasen nicht zu betreten und des weiteren dürfen wir auch die Bahnsteigkarten nicht vergessen ... (Gibts sowas eigentlich noch?) Im November 1918 stürzte das Deutsche Reich ins Chaos, der Erste Weltkrieg war verloren, der Kaiser wurde zum Rücktritt gezwungen, Sozialisten und Kommunisten kämpften um die Macht in der zukünftigen Republik. Als eine Gruppe bewaffneter Kommunisten den Reichstag stürmen wollten, stießen sie auf der Wiese davor auf ein Schild mit der Aufschrift: "Die Herren Revolutionäre werden gebeten, den Rasen nicht zu betreten". Die Kommunisten hielten sich daran und stürmten den Reichstag über den Fußweg. . Radiergummi, am 19. Mai 2010 um 17:19 ( Link ) @Viscount Das heißt natürlich nicht, daß das das auch künftig immer so sein wird. Es ist nur relativ unwahrscheinlich. Richtig, Gründe dafür, warum es auch diesesmal äüßerst unwahrscheilich ist, habe ich genannt. Das ist zwar eigentlich richtig, allerdings haben Sie dabei außer Acht gelassen, daß dieser Humus schon mehrmals in der Geschichte dieses Landes zu bestaunen war, seine Einwohner aber stets in Richtung Biedermeier, Begründungsphilosophie und "Innerlichkeit" abzubiegen pflegten statt auf die Barrikaden zu steigen. Was auch etwas mit Erfahrungswerten zu tun haben dürfte. Der deutsche Staat ist schon immer vergleichsweise stark ausgerichtet gewesen bzw. wurden Revolutionen ohne vorhergehende vollkommene (innere oder äußere) Zerstörung der vorhandenen Strukturen ausnahmslos blutig vom Staat niedergeknüppelt. Und auch der heutige deutsche Staat ist dazu in der Lage und meiner Meinung nach auch im Notfall Willens alles andere außer friedliche Revolutionen blutig zu beenden. Unser heutiger hat es sich sogar zur Aufgabe gemacht einen friedlichen Systemwechsel zu verhindern bzw. ist er per Verfassung dazu bevollmächtigt und macht davon auch reichlich gebrauch. Er muss das nur alles Wahrung von Art. 20 Abs. 1 GG und sich selbst als Ausdruck/Inbegriff dieses Artikels deklarieren. Ludwig, am 19. Mai 2010 um 18:19 ( Link ) Deutschland verhöhnt seine Toten Jochen Trebmann, am 19. Mai 2010 um 19:06 ( Link ) Immer wieder liest man von dem Märchen, die Deutschen wären per se obrigkeitshörig. Auch Kommentatoren im ef Forum erklären das. Obwohl sie es doch besser wissen müßten, denn ef Autor Gérard Bökenkamp hat eindrucksvoll das Gegenteil in diesem online Magazin bewiesen. Quälen kann man die Deutschen schon. Vielleicht auch über längere Zeit. Aber irgendwann eben nicht mehr, und dann knallts. Und zwar richtig. Der I. und der II. Weltkrieg wurden verloren, weil die Deutschen ab 1917 / 1943 die Schnauze bis obenhin voll hatten. Am Ende mußten die Nazis sogenannte "Feiglinge" öffentlich an Bäumen und Laternenmasten hängen, damit man den letzten Widerstand wenigstens noch mit Angst und Schrecken aufrecht erhalten konnte. Schließlich hat die untergegangene SED die Bereitschaft der Deutschen erkennen müssen, irgendwann "NEIN" zu sagen. Trotz Schießbefehl und Stasi-Schweinereien. Noch ist es ruhig. Noch werden Maßnahmen der Elite zähneknischend hingenommen. Noch ballen die Deutschen die Fäuste, zuhause, am Stammtisch. Wie brutal die Deutschen aber werden können, sollte die Geschichte doch hinlänglich bewiesen haben. Wer sagt, die Germanen wären zur Revolution unfähig, der hat schlicht und ergreifend keine Ahnung. Es ist alles nur eine Frage der Zeit und des Umfangs der Quälereien. Letzteres testet die Elite gerade aus. Karl Röckl, am 19. Mai 2010 um 19:33 ( Link ) Dieses Revolutionsgerede ist nicht nötig. Baufällige Lügengebäude muss man nicht einreißen. Sie stürzen von selber ein. Das war auch bei der letzten deutschen Revolution in der DDR 1.0 so. Die Menschen, die die Schnauze voll hatten sind gegangen. Den übrigen ist der Laden daraufhin um die Ohren geflogen, ob sie jetzt "Nein" gesagt haben oder nicht. Jochen Trebmann, am 19. Mai 2010 um 20:33 ( Link ) Deutschland braucht natürlich keine "Revolution". Die Dynamik der Ereignisse bricht über die Elite herein. Was mir mehr Sorgen bereitet: die Dummheit, mit der die Elite in Berlin jetzt agiert. Der Euro kann auf Dauer kein Modell für Deutschland sein. Er wird sterben, da führt kein Weg dran vorbei. Die Frage ist: wann schert Deutschland aus? Langes Siechtum oder schneller Schnitt? Ohne Verbündete kann man nicht so einfach einen Schritt aus dem Euro machen. Dafür braucht es Verbündete. Und die stehen im Prinzip bereit. Zunächst wäre da das Vereinigte Königreich. Das schwächelt zwar und ist dem Bankrott nahe. Als Wirtschaftspartner aber kann die immer noch vorhandene Finanzmacht Großbritanniens für Deutschland im Fall des Ausstiegs aus dem Euro besonders wichtig werden. Zumal der Ausstieg aus dem Euro einen Bruch mit Frankreich herbeiführen wird. Dazu zählt, daß ohne Rückendeckung aus den USA der Schritt aus dem Euro nicht zu machen sein dürfte. Rußland, also seine Oligarchen, lechzen förmlich nach einem sicheren Anlagehafen für ihre Milliarden. Die DM ist da der ideale Hafen in rauher See. Auch von da käme Rückendeckung. Was aber macht Berlin? Es vergrätzt in dieser wichtigen Phase alle irgendwie Beteiligten, und zahlt obendrein auch noch die Zeche! Was für Rindviecher regieren uns da eigentlich? Anstatt entschlossen jetzt das Richtige zu tun, nämlich den Ausstieg aus dem Euro außenpolitisch vorzubereiten (innenpolitisch ist da nichts mehr vorzubereiten!), haut man allen und jeden vor die Köpfe. Zur Stimmung in Großbritannien: "Wie können die Deutschen nur so dumm sein, für den ganzen ClubMed die Rechnungen zu begleichen?". Die neue Regierung in London würde auf den Knien angerutscht kommen, wenn die Deutschen aus dem Euro ausstiegen. Wen interessiert da eigentlich noch das Frankreich des mickrigen Napoleonverschnitts? Jetzt geht es nicht mehr um irgendwelche romantischen Prinzipien, sondern um unser Land. nehring, am 19. Mai 2010 um 21:33 ( Link ) hat schon recht, der herr trebmann: ich spreche von der mehrheit, nicht von allen! (siehe die wahlergebnisse in NRW und GB! wo ist hier der zeitgeistwandel?) die deutschen sind nicht per veranlagung revolutionsunfähig! natürlich nicht! und: 2. frage! gibt es sie eigentlich noch, "die deutschen"? und noch eines: "rational-sozialisten" - das ist gut! aber: können sozialisten denken? ich meine: denken? quer, am 19. Mai 2010 um 21:34 ( Link ) "..Wen interessiert da eigentlich noch das Frankreich des mickrigen Napoleonverschnitts? Jetzt geht es nicht mehr um irgendwelche romantischen Prinzipien, sondern um unser Land." Ich sag's ja immer: Geschichte wiederholt sich nicht. Aber die Menschen, welche Geschichte schreiben, gehen immer die gleichen Wege und werden von den Unbedarften dazu aufgefordert. Auf wundersame Weise endet immer alles im gleichen (ungewollten) Ziel. Besser gesagt: Im gleichen Ergebnis. Man könnte daraus eine mathematische Formel entwickeln. Rüdiger Märzen, am 19. Mai 2010 um 22:03 ( Link ) Ich würde mich an dieser Stelle beim Herrn Hitler und seinen Propagandisten bedanken. Er hat mit seiner Rassenhysterie den positiv verstandenen Patriotismus in DE an absurdum geführt. Die heutigen Rechten tun ihr übriges damit jeder halbwegs denkende Deutsche alles was mit Patriotismus zu tun hat, nur eklig und a priori ablehnenswert findet. Fürs Vaterland geht heute keiner mehr auf die Strasse, höchstens für Kampfhunde. quer, am 19. Mai 2010 um 22:07 ( Link ) "....beim Herrn Hitler und seinen Propagandisten bedanken...." Ich denke, daß dieser Drecksack tot ist. Und das schon seit geraumer Zeit. Wer meint, noch heute nach dessen Vorgaben tanzen zu müssen, ist selbst schuld. Und nicht die, welche ihn heute noch an der Regierung sehen. Das sind die, welche beim Wort Patriotismus zusammenzucken. Von Gestern eben. Ludwig, am 19. Mai 2010 um 22:33 ( Link ) Ruhe vor dem Abgang "Das Bedürfnis großer Völker nach einem höchsten Maß von Macht, läßt sich von der Sache her durchaus begreifen, (Arnold Gehlen, "Moral und Hypermoral") @ Trebmann 20:33 h Frau Merkel und Freunde sind allenfalls Schön-Wetter-Herrscher, die bei vollen Staatskassen über die Runden kommen könnten. Diese Zeiten sind vorbei. Es verwundert eher, daß es so lange gedauert hat, bis dieses Rest-Deutschland kollabiert. Olaf Janowski, am 19. Mai 2010 um 22:48 ( Link ) @Ludwig: Auch in einem auf Illusionen aufgebauten System ist auf die elementaren Gesetze der Physik Verlaß: . Auch wenn man sie mit sehr viel heisser Luft aufbläst, irgendwann kühlt diese heisse Luft ab und es geht - wie jetzt mit D und der EU - gnadenlos abwärts. Wer schlau ist, lernt Chinesisch(?) Olaf Janowski, am 19. Mai 2010 um 22:51 ( Link ) Ach, und noch etwas: Da es ja jetzt mit den deutschen Bürgschaften für GM Essig ist, wann kommt die Opelpleite? Wäre ein hübsches Fanal für einen Roman Herzogschen "Ruck durch Deutschland" ... Staatlich Lernbehinderter, am 19. Mai 2010 um 23:51 ( Link ) Viscount, am 20. Mai 2010 um 2:55 ( Link ) @Jochen Trebmann Eine höchst interessante Überlegung, die Sie da anstellen. Was hält Deutschland eigentlich im Euro? Wenn's nach Kohl geht dann wohl die Tatsache (oder genauer: die Illusion), daß der Euro als eine gemeinsame Basis des 'Europäischen Hauses' ein fait accompli darstellt, hinter das niemand mehr zurück können soll. Das hat Helmut Kohl immer gewollt und wohl auch geglaubt. Wie kurz der Traum war und an welch seidenen Fäden er hing, sieht man in diesen Tagen. Der Euro war noch nie etwas anderes als der Versuch, die deutsche Exporthegemonie innerhalb des wichtigsten Absatzgebiets (das nunmal Europa ist) zu zementieren, in etwa so, wie das der Dollar in globalem Maßstab für die USA ist oder jedenfalls bis zum Ende von Bretton Woods noch war. Warum echauffiert sich Mme. Lagarde eigentlich sonst regelmäßig über die 'irritierenden' Maßnahmen des Nachbarlands? Als diese Kopfgeburt ohne jeden Unterbau wird nun freilich auch das zunehmen wahrgenommen, was er stützt, nämlich die EU-Bürokratie. Daß die auf tönernen Füßen steht, muß ich wohl hier niemandem mehr erklären. Was ist die Folge? Heute konnte man im Deutschlandfunk hören, daß das EU-Parlament endlich eine einheitliche europäische 'Wirtschaftsregierung' fordert. Statt das offenkundige Scheitern der bisherigen Politikansätze offen einzuräumen und endlich die Konsequenzen daraus zu ziehen, soll der Schlag ins Kontor noch potenziert werden. Notdürftig zusammengehalten wird der Laden doch ohnehin nur noch von einer medialen Propagandaente, derzufolge jeder ein Europahasser sein soll, wer nicht für die EU in der bürokratischen Form ist, wie wir sie nun haben. Das Vereinigte Königreich würde ich übrigens noch nicht so schnell abschreiben. Freilich pfeift deren Fiskus aus dem letzten Loch. Aber das bemerkenswerterweise auch Ende der 70er-Jahre schon einmal so. Da mußte das mächtige Großbritannien wie ein Bittsteller aus der Dritten Welt bei IWF um ein paar Brosamen nachsuchen. Die Folge war aber nicht der Abstieg von UK, sondern der Aufstieg Thatchers, auch das sollte man nicht aus den Augen verlieren. Und in der Hinsicht haben Sie völlig recht. Die Rußen waren schon immer an einer belastbaren und tragfähigen Partnerschaft mit Deutschland interessiert, und zwar nicht erst seit letzter Woche. Bei denen dürfte man wohl ohnehin weit offene Türen einrennen. Und England befindet sich in der Tat an einem Scheideweg: Daß blinde US-Gefolgschaft mitunter nur mäßig Segen bringt hat man drüben mittlerweile festgestellt. An wen sich aber sonst wenden, wenn nicht Deutschland, das die unsinnige Idee eines 'Zweibundes' mit Frankreich zum Zwecke der Errichtung eines 'Kerneuropas' schleunigst aufgeben möge? Wahrscheinlich registriert man derlei in Berlin noch nicht einmal. EEkat, am 20. Mai 2010 um 9:04 ( Link ) U
Wollen Sie es wirklich wissen? Wie wäre es damit: Weil der deutsche Michel, wie alle anderen Michels dieser Welt, kein intellektuell autarkes Wesen ist. Er ist auf die Meinung seiner Umgebung notwendig angewiesen. Wie das Meinungsklima in unserer Welt aussieht, wodurch es besonders auch in Deutschland bestimmt wird, und in welche Richtung es indoktriniert, das muß ich Ihnen sicher nicht erläutern. ( Und jetzt kommen Sie mir nicht damit: es wären die Juden. Dann brauchen Sie bei mir nicht weiterzulesen). 2. In unserem politischen Spektrum existieren garkeine Alternativen. Es sind alles verkappte Sozialismus-Derivate. Jedenfalls existieren keine konservativen Werte-Orientierungen, die dazu gar noch handlungsfähig wären. Der Grund: bis in die Parteispitzen hinein wissen die Leute wissen ja nicht einmal mehr, was Werte sind. Wenn die von Wert reden, so handelt es sich um eine Wort-Hülse, die sie auf Nachfrage nicht definieren könnten. Damit unterscheiden sich dann nicht einmal mehr solche Gruppierungen wie NPD, oder Pro, oder Republikaner voneinander. Das stimmt dann allenfalls noch der Impuls, der aber nicht wirksam werden kann, weil die sich in ihren verbliebenen Vorstellungswüsten verheddern. Das funktionieren von Demokratoie jedoch ist auf das Vorhandensein wirksam werden könnender Alternativen angewiesen. Wir sidn also keine (nicht einmal eine) Demokratie. Deutschland wartet wieder auf eine charismatische Persönlichkeit. Weil die nun nicht mehr rechts sein kann, ist die Prognose für Deutschland eher unterdurchschnittlich. Deutschland ist demnach dazu verdammt, dahinzusiechen. In genau diesem Stadium befinden wir uns. Wo wollen Sie da noch ein Kreuzchen hinmachen? Wählen Sie einfach Merkel. Die hat uns wenigstens die Klimaerwärmung zugesagt. EEkat EEkat, am 20. Mai 2010 um 17:11 ( Link ) @ U, durch was wollen Sie denn widersprechen?
Vorstellen darf man sich vieles. Lautete Ihre Frage nicht, warum nichts geschieht? Ich widerrufe also, wenn ich Ihnen damit einen Gefallen erweise. EEkat Staatlich Lernbehinderter, am 20. Mai 2010 um 22:29 ( Link ) @ U Stimme überein - und freue mich darüber, damit nicht allein zu stehen. In einem aber hat EEkat wohl recht: Woher soll der Wandel kommen: Schule, Medien, meist auch Arbeitskollegen, alles "predigt" immer dasselbe. Wo bitte und wie bitte soll da "intellektuelle Autarkie" entstehen? Und selbst wenn, wird dann (zu) oft eben doch das "kleinere Übel" gewählt. Denn das größere kommt sonst völlig ungebeten mit seinem staatlichem Zwang in Sachen, die einem noch weniger gefallen. Das ist meine Erklärung, keine Rechtfertigung. EEkat, am 21. Mai 2010 um 9:20 ( Link ) @U nun sagen Sie uns doch endlich, wen wir Ihrer Meinung nach wählen müßten, damit sich alles in Wohlgefallen auflösen werde. Damit wir auch dies noch hinter uns bringen. Lassen Sie sehen, was Sie "zwischen den Ohren" haben. EEkat Radiergummi, am 21. Mai 2010 um 16:31 ( Link ) Sagte er doch schon. Rechte Sozialisten. Allerdings sind die anhaltenden Wahlerfolge der rechten Sozialisten, die dann irgendwann zur Akzeptanz von rechten Liberalen führen sollen, ein Wunschtraum. Vorher würden sowohl Medien als auch der Staat aktiv werden und die rechten Sozialisten ganz einfach verbieten. Für die Legalität des Verbots sorgt der Staat und für die Legitimität die Medien. EEkat, am 21. Mai 2010 um 20:33 ( Link ) Rechte Sozialisten sollen wir wählen, und das wäre es dann? Eigentlich sollten doch gerade wir Deutschen alle Schattierungen des Sozialismus bereits durchdekliniert haben. Den braunen, den roten, den schwarzen, den linken, den rechten. Jetzt kommt noch etwas gelb hinzu, und grün ist auch dabei. Wenn ich @U zustimmen müßte, wäre dies zuerst die Bekräftiugubng seiner Befürchtung, ob zwischen den Ohren der Deutschen nicht irgendetwas fehlen könnte. Auf ein Defizit an Sozialismus würde ich dabei allerdings erst ganz am Ende kommen. EEkat EmilS, am 22. Mai 2010 um 2:08 ( Link ) Weshalb unternimmt der neugewählte britische Premier seinen ersten Staatsbesuch ausgerechnet nach Berlin - noch vor Obama und den USA, noch vor Sarkozy und der Grande Nation? Merkel ist so dumm, daß es brummt. Sie könnte aussteigen und Verbündete finden, wenn sie wollte - tut es aber, gemeingefährlich wie sie ist, eben nicht. Hofft diese Putschichtin ernstahft darauf, im positiven Sinne in die Geschichtsbücher einzugehen, indem sie konsequenterweise ihr Wahlvolk für fremde Interessen bluten läßt? Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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loyalbushie, am 19. Mai 2010 um 10:48 ( Link )
Die USA haben eine Tradition der Freiheitlichkeit und Staatsskepsis, auch das gesellschaftliche Wertegefüge ist noch intakter als in Europa.
Hier werden nur noch mehr Leute meinen, Wahlenthaltung wäre ein wirksamer Protest, mit der Folge, dass Grüne und andere Kommunisten kampflos ihren Einfluss noch weiter vergrößern.
"Tea Party in Europa"? Da ist wohl die "Rückkehr der Exilregierung" noch realistischer... :)