10. Mai 2010

Aktuelle Nachricht – Krise des Euro EZB interveniert im Markt für Staatsanleihen

Der Euro ist gerettet

(ef-DF) Ende April berichtete ef über Marktgerüchte, wonach die EZB am Sekundärmarkt intervenieren wolle. Käufe bereits emittierter Staatsanleihen müssten gegen Zentralbankgeld erfolgen und hätten die Monetarisierung der Staatsschuld zur Folge gehabt. Zentralbankpräsident EZB Trichet hatte anschließend dementiert, dass ein solcher Schritt beabsichtigt sei, gleichzeitig aber auch erklärt, dass solche Aktivitäten von der EZB legal durchgeführt werden könnten. So habe die EZB bereits zuvor in vielfältiger Weise am Markt verbriefter Forderungen eingegriffen.

Heute teilt die EZB mit, dass man im Rahmen eines "Securities Markets Programme" in die Märkte für Wertpapiere privater und öffentlicher Schuldner eingreifen werde, um die erforderliche Martkttiefe und Liquidität in den nicht funktionierenden Marktsegmenten herzustellen. Dadurch solle das Funktionieren der Wertpapiermärkte wiederhergestellt werden. Die EZB habe Kenntnis genommen von der Absicht der Regierungen der Euro-Länder, dass man alle Maßnahmen ergreifen wolle, um die fiskalischen Sparziele und die Defizitkriterien zu erfüllen. Schließlich wolle die EZB die zusätzliche Liquidität mit spezifischen anderen Marktoperationen absorbieren, wodurch gewährleistet werde, dass die monetären Zielvorgaben nicht verfehlt würden.

Die unabhängige EZB reagiert auf eine Vereinbarung der Euro-Länder, die mit einem Schutzschirm die hochverschuldeten Mitglieder der Währungsunion und somit den Euro retten wollen. Die Finanzminister der 27 EU-Länder hatten nach nächtlichen Krisengesprächen in Brüssel einen Kreditrahmen von insgesamt 500 Milliarden Euro beschlossen, zu denen der IWF weitere 250 Milliarden Euro beisteuern solle.

Mehr bei ef:

Monetarisierung der Staatsanleihen

Quelle:

Pressemitteilung der EZB (englisch)


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