08. Mai 2010

Aktuelle Nachricht – Solarförderung EEG-Statistik 2008/2009

… und die Hoffnung auf ein windstilles und sonnenarmes 2010

(ef-LFP) Schlechte Nachrichten für Steuerzahler und Energieabnehmer, gute vor allem für chinesische Solaranlagen-Produzenten: Im April hat die Bundesnetzagentur den finalen Statistikbericht zum Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) 2008 sowie die vorläufigen Zahlen für die im Jahr 2009 neu installierten Photovoltaik-Anlagen publiziert. Letztere kommentierte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, wie folgt: "Nach den uns vorliegenden Zahlen erfolgte im vergangenen Jahr ein erheblicher Zubau an Solaranlagen. Die installierte Leistung ist von 6,0 Gigawatt im Jahr 2008 auf 9,8 Gigawatt im Jahr 2009 gestiegen." Das macht einen satten Zuwachs von über 63 Prozent im Vergleich zur Vorperiode. Interessant ist die über das Jahr erfolgte Zuwachsverteilung: In den ersten drei Quartalen nahm die installierte Leistung um circa 1,5 Gigawatt zu, allein zwischen Oktober und Dezember erfolgte ein sagenhafter Schub von weiteren 2,3 Gigawatt. Angesichts des Regierungswechsels im Herbst 2009 und der dadurch entfachten Diskussion um die Höhe der Vergütungssätze, deren Kürzung zwischen 11 und 16 Prozent am 06. Mai 2010 auch tatsächlich beschlossen wurde, kann die Jahresendrally um den Subventionstopf nicht verwundern. Die Zahlen zur installierten Leistung lassen sich seit Anfang 2009 besonders zuverlässig erheben, da ab 01. Januar alle Betreiber einer Photovoltaik-Anlage verpflichtet sind, Standort und Leistung derselben der Bundesnetzagentur zu übermitteln. Diese Angaben werden benötigt, um entsprechend des EEG die Degressions- und Vergütungssätze für die im Folgejahr neu installierten Anlagen berechnen zu können, die einem langfristigen bürokratischen Abschmelzungsprozess von aktuell acht bis 9 Prozent per anno unterworfen sind. Für die Altanlagen gilt jedoch ein 20jähriger Bestandschutz der im Installationsjahr einmal festgezurrten Förderung je Kilowatt. Die krasse Subventionsasymmetrie ist allerdings selbst der Bundesnetzagentur aufgefallen. Im Jahr 2008 entfielen laut Statistikbericht 2,2 Milliarden Euro und damit gute 24 Prozent der gesamten EEG-Vergütung von 9 Milliarden Euro auf Solarstrom, weitere 3,5 Milliarden Euro oder 39 Prozent auf Windkraft sowie 2,7 Milliarden Euro beziehungsweise 30 Prozent auf Biomasse. Dabei liegt im Bereich der eingespeisten Strommenge die Windkraft mit 57 Prozent weit vor der Solarenergie mit schwachen sechs Prozent, die damit selbst von der Biomasse mit 27 Prozent locker abgehangen wird. „Damit entfällt auf den Bereich der Solarenergie ein hoher Anteil der EEG-Vergütung, obwohl der Anteil an der EEG-Jahreseinspeisung relativ gering ist“, kommentiert die Bundesnetzagentur präzise ihr statistisches Werk. Dafür muss jeder Stromkunde in 2010 voraussichtlich 2,047 Cent je verbrauchter Kilowattstunde EEG-Umlage zahlen. Dass es angesichts der 2009 massiv installierten Zusatzleistung zu einer ebensolchen Zunahme eingespeister Sonnenenergie und damit Überkompensation der ja erst ab Mitte 2010 greifenden, niedrigeren Vergütungssätze kommen könnte, hält Matthias Kurth für verfrüht. Es gälte, „eine Vielzahl von Einflussfaktoren zu berücksichtigen, so dass eine seriöse Prognose zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich ist. So waren beispielsweise die Monate Januar und Februar 2010 relativ windarm, so dass die erzeugte EEG-Strommenge unter den Erwartungen lag.“ Schließlich ergäben sich die Stromkosten in erster Linie aus dem Börsenpreis, weswegen selbst „eine Erhöhung der EEG-Umlage nicht zwangsläufig auch zu einer entsprechenden Erhöhung des Strompreises" führen müsse. "Denn ein niedriges Börsenpreisniveau senkt zumindest mittelfristig auch die Strombeschaffungskosten. Deshalb sollten Verbraucher kritisch sein, wenn Preissteigerungen allein mit der Erhöhung der EEG-Umlage begründet werden und Wechselmöglichkeiten zu Anbietern prüfen, die ihre Einkaufsvorteile an die Verbraucher weitergeben" rät abschließend der Präsident der Bundesnetzagentur.

Quelle:

Bundesnetzagentur vom 09. April 2010: Installierte Leistung von Solaranlagen im Jahr 2009 um über 60 Prozent gestiegen


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