04. Mai 2010

Aktuelle Nachricht – Regierungskritik Obama beunruhigt über grundsätzliche Ablehnung

Der Präsident zielt vordergründig auf Palin und Co., könnte aber radikalere Gegner gemeint haben

(ef-RG) In einer Rede vor Absolventen der Universität Michigan hat sich US-Präsident Barack Obama mit der in seinem Land wachsenden grundsätzlich kritischen Einstellung der Regierung gegenüber auseinandergesetzt.

„Es beunruhigt mich, wenn ich Leute sagen höre, dass alles an der Regierung grundsätzlich schlecht sei“, sagte Obama vor 80.000 Gästen er am 1. Mai, „denn wenn man von unserer Regierung als von irgendeinem bedrohlichen fremden Wesen spricht, übergeht man bequem die Tatsache, dass in einer Demokratie wir alle die Regierung sind.“

Obwohl Obama in dieser Rede weder Sarah Palin noch die Tea-Party-Bewegung erwähnte, gehen Beobachter davon aus, dass diese die eigentlichen Addressaten waren. Anderer Meinung ist Lew Rockwell. Der amerikanische libertäre politische Kommentator, Betreiber der erfolgreichen, radikal regierungskritischen Website LewRockwell.com und scharfer Kritiker von Staatsgläubigkeit sowohl auf der progressiven wie auf der konservativen Seite des politischen Spektrums, fühlt sich selber angesprochen:

„Die neokonservative Palin liebt die Regierung genau so wie die Tea Parties und die Republikaner, selbst wenn sie ihren gegenwärtigen Umfang, oder auch nur ihre gegenwärtigen Amtsinhaber kritisieren“, schreibt Rockwell auf seinem Blog. „Konservative, Liberale, Neokonservative, Sozialisten, Kommunisten, Nationalsozialisten, Sozialdemokraten, Faschisten, Regime-Libertäre: Alle lieben und verteidigen einige oder alle Aspekte der Regierung.“

Weiter führt Rockwell aus: „Wer ist es wirklich, der glaubt, dass, mit Obamas Worten, ‚alles an der Regierung grundsätzlich schlecht sei‘? Nur die Rothbardschen Anarchokapiatlisten sind ‚gegen den Krieg, gegen den Staat und für den Markt‘, so der Spruch bei lewrockwell.com. Der Staat, so Obamas Andeutung, fühlt sich aufgrund der Reaktion gegen seinen Massenmord, seine Massenplünderung, seine Massenumverteilung und seine massenhafte Geldfälschung und die daraus resultierende Wirtschaftskrise geschwächt. Noch nie ist ein Staat so groß und so habgierig gewesen wie die USA, und je mehr Menschen seine Propaganda zu durchschauen beginnen, umso lächerlicher werden die Reden vor regierungsnahem Publikum sein, die der Regierungschef zu halten versuchen wird. Die höchst reiche Besteuerungs- und Tötungsmaschine sollen ‚wir‘ sein? So ein Schwachsinn. Die Regierung ist ein separates, blutsaugerartiges Wesen, das mit Lügen und Aggression vom Rest von uns lebt, und uns dabei verarmen lässt, ganz zu schweigen vom Entzug unserer Freiheit und der Zerstörung all dessen, was in einer menschlichen Gesellschaft gut ist. Aber Barack: Wir nehmen das nicht mehr hin. Lesen Sie Murray Rothbard und Etienne de La Boétie, wenn Sie wissen wollen, was das heißt.“

Quelle: Obama Targets LewRockwell.com


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