03. Mai 2010

Aktuelle Nachricht – Solidaritätsaktion „Handelsblatt“ ruft zum Kauf griechischer Staatsanleihen auf

Mit Vernunft an die Seite der reuigen Sünder?

(ef-DF) Die Chefredakteure Sven Scheffler und Gabor Steingart des „Handelsblatt" riefen heute morgen auf dessen Startseite und nun immer noch an zentraler Stelle zur Solidarität mit Griechenland auf. Man wolle „in dieser aufgewühlten Debatte eine Stimme der Vernunft sein", übe zwar „Kritik an der griechischen Schuldenpolitik", doch habe „die Regierung in Athen zudem ein Zeichen gesetzt, das Respekt verdient". Da ein „Ausscheiden der elf Millionen Griechen aus der Währungsunion" deren Ende bedeute, was das europäische Haus erschüttere und „nicht im politischen und wirtschaftlichen Interesse Deutschlands" liege, rufe man zum Kauf griechischer Staatsanleihen auf. Es gehe um ein Zeichen der Mitverantwortung auch unter Inkaufnahme eines nicht bestreibaren finanziellen Risikos. Am Freitag habe man daher „für 8000 Euro griechische Staatsanleihen geordert".

Die Aktion wird von namhaften Persönlichkeiten unterstützt. Darunter sind auch Finanz-Experten wie der ehemaligen Bundesfinanzminister Hans Eichel. Daneben erklärt der RWE-Vorstandsvositzende Jürgen Großmann, er habe für 100.000 Euro griechische Anleihen erworben. Ihm gleich tun es mehrere andere Funktionsträger bekannter Unternehmen. Der Gewinn, den die Unterstützer der Aktion auf Kosten des Steuerzahlers ziehen werden, wird nicht unerheblich sein. Der Ökonom Hans-Werner Sinn vom ifo-Institut empfiehlt, lieber in Griechenland Urlaub zu machen als Staatsanleihen zu kaufen.

Quelle

„Handelsblatt"-Aktion


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