Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Die Präsidentschaftswahlen in Österreich sind geschlagen: Ohne Mut, ohne Handeln, ohne Werte

von Andreas Tögel

Ein Volk bekommt, was es verdient

25. April 2010

Welche Überraschung! Wer hätte das gedacht?! Der amtierende Herr der Wiener Hofburg, das fleischgewordene Mittelmaß, der in der Wolle gefärbte Sozialist Heinz Fischer, darf sich – bei rund 79 Prozent der gültigen Stimmen – einer zweiten Amtsperiode als Bundespräsident erfreuen. Nach einem von einer breiten Öffentlichkeit gar nicht wahrgenommenen, beispiellos inhaltsleeren Wahlkampf („Unser Handeln braucht Werte“ verriet uns der eine, „Ohne Mut keine Werte“ richtete die andere uns aus – vom dritten im Bunde sind keine ähnlich bedeutungsschwangeren Sprüche bekannt, da sein Wahlkampf unter konsequentem Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgte) hat sich das Wahlvolk – bei (aus Sicht der politischen Klasse katastrophal) hoher Wahlenthaltung von ca. 50 Prozent (rund 8 Prozent der Wähler gaben darüber hinaus ungültige Stimmen ab) – für das Bewährte entscheiden. Der „Rote Heinzi“, wie der Boulevard ihn liebevoll zu titulieren pflegt, hat sich in seiner ersten Amtsperiode durch ein derart beeindruckendes Maß an Unauffälligkeit profiliert (nie würde dem Mann einfallen, auch nur einmal in seinem Leben in einer wichtigen Angelegenheit ein klares, unmissverständliches Wort auszusprechen), dass das Wahlvolk eben gerne mehr vom Gleichen nimmt. Schließlich produziert die übrige politische Klasse des Landes hinreichend schrille und dissonante Töne, weshalb es vom Grüßonkel, Ersatzkaiser und „Staatsnotar“ nicht auch noch belästigt werden möchte.

Das Rennen bei dieser Wahl war schon gelaufen, ehe es begonnen hatte, da die zweitgrößte Partei des Landes, die ÖVP, es unterlassen hatte, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Das ist, angesichts ihres mit Aussicht auf Erfolg gesegneten Personals (weit und breit keines) auch kein Wunder. Immerhin hatte es der einstige Kofferträger von Kanzler, „Sonnenkönig“ und Zerstörer der Staatsfinanze, Bruno dem Kreisky mit Barbara Rosenkranz als Konkurrentin zu tun – also einer in mehr als einer Hinsicht bemerkenswerten Frau: keine Linke, keine Lesbe, keine Feministin, ja nicht einmal geschieden oder unverheiratet. Nach eigener Einschätzung „Hausfrau“ und – quasi als Krönung – zehnfache (!!!) Mutter. Ein Unikum im Hinblick auf andere Politikerinnen – die meisten von ihnen kinderlose Megären. Darüber hinaus hat Rosenkranz als Autorin des lesenswerten Buches „Menschinnen“, in dem sie mit dem zeitgeistig grassierenden Genderwahnsinn abrechnet, einen Beweis für ihre intellektuellen Kapazitäten abgeliefert.

Dass eine solche Frau von der linken Journaille niedergemacht werden und entsprechend negativ dargestellt werden musste, ist klar. Selbst die Namen ihrer Kinder (die nicht zeitgeistkonform Mandy, Kevin, Beatrice oder Mohammed lauten, sondern deutsche Wurzeln aufweisen) mussten in einer Sendung des Staatsfunks dafür herhalten, ihre – Schreck lass nach – rechte Gesinnung anzuprangern. Der Umstand, dass sie vor einiger Zeit der (katholischen) Kirche den Rücken kehrte und – so etwas regt die Sozialisten in allen Parteien halt traditionell ungeheuer auf – ihre Kinder nicht taufen ließ, war interessanterweise ebenfalls Wahlkampfthema, denn dass Amtsinhaber Fischer bekennender Agnostiker ist, kümmerte andererseits keinen. Da es geradezu Verrat an der für linke Tugendbolzen typischen Rücksichtslosigkeit bedeutet hätte, auf Sippenhaftung zu verzichten, wurden immer wieder Meldungen über die „rechtsradikalen“ Aktivitäten ihres Ehemannes eingestreut.

Nichtsdestotrotz bedeuten rund 15 Prozent für die Kandidatin ein außerordentlich schwaches Ergebnis und sind zweifellos als Ohrfeige für die FPÖ zu werten.

Österreichs Wahlvolk hat bekommen, was von Anfang an feststand und was es auch redlich verdient hat: Einen Bundespräsidenten, der es in einer Weise repräsentiert, wie kein anderer es je könnte. Wie lautet schließlich ein von seinem Idol, Kreisky, überlieferter Spruch als Referenz zu seiner Person?: „Immer wenn es schwierig wird, sitzt er auf dem Klo.“

Information

Die zitierten Zahlen spiegeln die erste Hochrechnung von 17:00 Uhr wieder

Literatur

Hofbauer, Ernst: Heinz Fischer

Rosenkranz, Barbara: Menschinnen

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