Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

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Institutionalisierte Niedertracht im Staatsfernsehen: Kein richtiges Leben im falschen

von Andreas Tögel

Österreichs TV und Politik ganz unten

14. März 2010

Die größte Medienorgel des Landes Österreich, der staatliche ORF, befindet sich fest in der Hand der Linken. Jene Jahre, in denen der gestandene Konservative Gerd Bacher deren Führung innehatte, konnten daran ebenso wenig ändern, wie das kurze Gastspiel der ÖVP-affinen, glücklosen Frau Lindner, die in der Zeit der „schwarzblauen“ Koalition inthronisiert wurde. Nirgends wird die linke Dominanz deutlicher als im „Bildungsradio“, dem Programm Ö1. Egal welches Thema abseits der den Sender dominierenden klassischen Musik auch immer auf der Tagesordnung steht: Andere als (zum Teil extrem) linke Positionen werden nicht kolportiert. Konservative oder liberale Stimmen kommen – insbesondere bei Wirtschaftsthemen – so gut wie niemals zu Wort.

In den politischen Sendungen des Staatsfernsehens sehen sich Vertreter von ÖVP oder FPÖ regelmäßig Redakteuren gegenüber, die in der Art von Großinquisitoren agieren, während man Grünen und Roten in geradezu peinlich serviler Weise Stichworte liefert. Das ist kein Wunder, weiß doch der bedauernswerte Zwangsbeitragszahler längst, dass zwischen dem Parteihauptquartier der Sozialisten in der Löwelstraße und der ORF-Zentrale auf dem Wiener Küniglberg eine unsichtbare Drehtür installiert wurde, durch die SPÖ-Spitzenpolitiker am laufenden Band in Funktionen an der ORF-Spitze wechseln. Rote Wiener Bürgermeister, bekennende Genossen, die mit später verurteilten mehrfachen Mördern auf bestem Fuße standen, SP-Zentralsekretäre – ein gewohnter Anblick an der Spitze des nach der „Kronenzeitung“ wichtigsten Massenmediums des Landes.

Folgerichtig klafft ein breiter Graben zwischen der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung im Land. Schöne Belege dafür liefern die Internetausgaben der gleichgeschalteten Medien, wo die Zensoren – allen voran jene des ORF – mit dem Löschen unliebsamer Postings gar nicht nachkommen. Nun ist die unverblümte Zurschaustellung politischer Vorlieben durch Redakteure des Staatsfunks – so schlimm diese in einer gesetzlich zur Objektivität verpflichteten Institution auch sein mag – eine Sache. Die Anwendung von Methoden, die – außerhalb Österreichs – nur in totalitären Bananenrepubliken zum Repertoire der Regierungsherolde gehören allerdings eine andere.

Heute ging eine APA-Meldung über die Ticker, die letzte Zweifel darüber ausräumt, welcher Geist auf dem Küniglberg weht: Es geht um eine Veranstaltung der Freiheitlichen – aus Sicht der politisch korrekten Kräfte Kakaniens „rechtspopulistische“ Parias – in einer Provinzstadt südlich Wiens. Der dort im Rahmen des Gemeinderatswahlkampfes im Einsatz befindliche Parteichef H. C. Strache durfte ein Erlebnis der besonderen Art genießen. Wie es scheint (die FPÖ wird den Sacheverhalt der Justiz zur Klärung anvertrauen – bis dahin gilt die Unschuldsvermutung) hat ein ORF-Redakteur ein paar ihm bekannte „Glatzen“ dazu veranlasst, im Rahmen dieser Wahlkundgebung Sieg-Heil-Parolen zu skandieren und damit – vor laufender Kamera – den Eindruck zu erwecken, dass Strache seine Wähler bevorzugt im Dunstkreis unbelehrbarer Neonazis rekrutiert. Besonders der an österreichischer Innenpolitik interessierte Feinschmecker wird sich dieses Szenario mit einigem Genuss auf der Zunge zergehen lassen. Der ORF als Dienstgeber eines Agent Provocateur?

Bis zur gerichtlichen Aufklärung des unappetitlichen Sacheverhalts möge jeder sich dazu denken, was immer er mag. Der erfreuliche Aspekt an diesem beispiellosen Vorfall scheint indessen zu sein, dass die Linke mittlerweile offensichtlich völlig ratlos vor den Trümmern ihrer abgehobenen, purer Arroganz geschuldeten Politik steht. Sie hat jede Bodenhaftung und jeden Sinn für die Anliegen und die Stimmung einer breiten Bevölkerungsmehrheit vollkommen verloren – und sieht sich deshalb genötigt, zu immer kreativeren Methoden zu greifen, um den politischen Wettbewerber zu diskreditieren.

Möglicherweise handelt es sich dabei um ein gutes Zeichen. Besonders im Lichte der Tatsache, dass die Freiheitlichen im traditionellen ÖVP-Stammland Niederösterreich am heutigen Tage (dem 14. März) einen bemerkenswerten Wahlerfolg einfahren konnten, während Rot und Grün empfindliche Verluste hinnehmen mussten…

Um die korrekte Einordnung staatlichen Handelns bestehen – spätestens seit der Causa „Steuersünder-CD“ – keinerlei Zweifel mehr. Nicht ohne Grund hat Hans-Hermann Hoppe den Staat als „kriminelle Organisation“ bezeichnet. Wie also wäre folglich das Handeln der Handlanger des Leviathans – und sei es in deren Rolle als Desinformanten – zu qualifizieren?

Wenn Theodor Wiesengrund einmal recht hatte, dann als er die Möglichkeit, „ein richtiges Leben im falschen“ zu führen, bestritt.

Internet

http://www.ots.at/mobile/presseaussendung/OTS_20100312_OTS0258

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100314_OTS0031/strache-orf-manipulationsskandal-muss-tiefgreifende-folgen-haben

http://sosheimat.wordpress.com/2010/03/12/orf-redakteur-bestellt-neonazis-zu-strache-kundgebung/

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