| ||||||||
![]() Jg. 1973, Amerikanist, freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Griechenlandkrise und Regierungspropaganda: Der klassische Sündenbockvon Ronald Gläser Es sind mal wieder die Alexander Schalck Golodkowskis Vorgestern Abend berichtete „heute“ im ZDF über ein Treffen Angela Merkels mit Jean-Claude Juncker. Es ging um Griechenland und die weiteren Schritte der Europäischen Union im Umgang mit seinem schwarzen Schaf Griechenland. Die Kanzlerin gab sich optimistisch. Die Konsolidierung der Staatsfinanzen sei auf einem guten Weg. „Griechenland hat seine Hausaufgaben in einem ersten großen Schritt gemacht.“ Danach schaute der Korrespondent mit ernster Miene in die Kamera. Man sei sich auch einig, sagte er, dass die Spekulanten an die Kette gelegt werden müssten: „Ihnen soll das Handwerk gelegt werden.“ Das ist die neue Marschroute in Europa: Erstens wird suggeriert, die Politiker hätten ein wasserdichtes Konzept zur Lösung der Krise. Zum anderen wird ein Feindbild aufgebaut, um den Zorn der Bürger von den wirklichen Verursachern abzulenken. Natürlich ist nichts davon wahr. Die Probleme, die Griechenland hat, sind in erster Linie selbstverschuldet. Korrupte und machtversessene Politiker haben immer mehr Staatsschulden angehäuft. Haushaltsdisziplin ist für sie ein Fremdwort. Jeder Unternehmer, der sich so verhalten würde wie diese Politiker, würde nach kürzester Zeit pleite gehen und sein gesamtes Vermögen verlieren. Trotzdem versuchen unsere Politiker im Zusammenspiel mit den „Qualitätsmedien“ jetzt, die Schuld einer Handvoll Banker in die Schuhe zu stecken, die gegen den Euro spekulieren. Der „Spiegel“ etwa schiebt den Schwarzen Peter in seiner aktuellen Ausgabe allen Banken gleichzeitig zu, während er die verantwortlichen Regierungen zu heldenhaften Verteidigern Euros hochstilisiert, so als seien sie unschuldig an der wirtschaftlichen Misere: „Auf der einen Seite steht die internationale Finanzindustrie, die mit Milliarden auf die Pleite Griechenlands oder auf den Niedergang des Euros spekuliert. Auf der anderen Seite stehen die europäischen Regierungen, die ihre vor elf Jahren eingeführte Gemeinschaftswährung um jeden Preis erhalten wollen.“ Politiker und Qualitätsmedien machen sich noch nicht einmal die Mühe, die These von den angeblich verantwortlichen Spekulanten zu untermauern. Zwar präsentiert der „Spiegel“ Fotos vom in diesem Zusammenhang wohl unvermeidlichen George Soros und irgendwelchen anderen Geldhaien, aber warum und wie diese Griechenland in die Knie zwingen könnten – das wird leider nicht verraten. Zum einen nennt das Magazin die Firma FX Concepts, einen Hedgefonds, der mit drei Milliarden gegen den Euro wettet. Doch selbst wenn es stimmt, so ist diese Summe doch ziemlich gering, wenn sie in Relation zur griechischen Gesamtverschuldung gesetzt wird. Drei Milliarden Euro – das verpulvern griechische Politiker in wenigen Wochen. Zum anderen behauptet der „Spiegel“, dass unsere ominösen Spekulanten Kreditausfallversicherungen (CDS) verwenden würden („ihr Lieblingsspielzeug“). Die Assoziation ist klar: Jeder denkt an die US-Finanzkrise, wenn das Wort Kreditausfallsversicherung fällt. Aber im Zusammenhang mit Griechenland ergibt es überhaupt keinen Sinn. Für den „Spiegel“ schon: „Wenn die Kreditausfallversicherungen für Griechenland immer teurer werden, könnte das Investoren verunsichern.“ Das stimmt natürlich, aber der Grund ist dann nicht die Existenz oder der Handel mit diesen Versicherungen, sondern der Preis. Er gibt die Unsicherheit wieder, die mit oder ohne CDS im Markt wäre. Wir bräuchten eine zentrale Meldestelle für solche Kreditausfallversicherungen, zitiert der „Spiegel“ namentlich ungenannte Experten weiter. Das ist es, worum es geht: mehr Kontrolle, neue Aufsichtsbehörden, neue Vorschriften und noch weniger Freiheit. Das Endziel ist klar. Wir sollen eine europäische Zentralregierung bekommen, die dann zukünftige Währungskrisen durch ihre weise und vorausschauende Politik unmöglich macht. „Es fehlt an gemeinsamer Finanz- und Wirtschaftspolitik“, schreibt der „Spiegel“ weiter. Die Kanzlerin hat es sicher mit Zufriedenheit gelesen. Dieses durchschaubare Konzept (Schaffung eines Feindbildes) ist nicht neu. Die Parallelen unseres gegenwärtigen Dilemmas zum Untergang der DDR, die André F. Lichtschlag so gerne bemüht, sind auch hier nicht zu übersehen: Als der SED 1989 die Macht entglitt, da wurde flugs ein Feindbild geschaffen, das für alles Übel der mitteldeutschen Volkswirtschaft verantwortlich gewesen sein soll: Alexander Schalck Golodkowski. Dieser DDR-Funktionär hat für die Staatsführung Antiquitäten und andere Sachen im Westen verscherbelt und so Devisen ins Land geholt. In Wirklichkeit hat er also im Rahmen seiner Möglichkeiten dazu beigetragen, Honeckers Regime an der Macht zu halten. Kein Wunder, er war ja auch MfS-Offizier und hochrangiges Parteimitglied. Aber die SED ließ ihn fallen, weil sie einen Sündenbock benötigte. Der Sozialismus war nicht schuld. Nein, es war Alexander Schalck Golodkowski, der unseren schönen Arbeiter- und Bauernstaat mit seinen illegalen Geschäften ruiniert hat. Viele gutgläubige Deutsche haben diese Geschichte damals geschluckt. 11. März 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareHaderach, am 11. März 2010 um 9:55 ( Link ) Schon Rothbard hat prophezeit dass unser Geldsystem entweder in die Hyperinflation oder in den totalitären Sozialismus mündet. Klaus Wulf, am 11. März 2010 um 13:24 ( Link ) Statt über Scheinspekulanten zu spekulieren, muss darauf hingewiesen werden, dass die Währungsunion schon lange eklatant ihre eigenen Regeln missachtet. Wer erinnert sich nicht an die Blauen Briefe die Deutschland wegen Regelverstoßes jahrelang und konsequenzlos präsentiert wurden. Die Kriterien für eine Währungsunion, das Defizit der öffentlichen Haushalte darf nicht mehr als 3 % und die öffentliche Verschuldung nicht mehr als 60 % des nominalen Bruttoinlandsproduktes betragen, dürfte heute nur noch Luxemburg erfüllen. Diese Kriterien waren die Hauptziele der Europäischen Währungsunion. Als Konsequenz aus dem ständigen eklatanten Verstoß gegen diese Kriterien müsste die Währungsunion schon lange aufgelöst sein. Reiner Vogels Angesichts des neosozialistischen Kurses, den die Regierung unter Führung der gelernten FDJ-Propagandistin steuert, möge bitte niemand mehr sagen, man müsse die sie tragenden Parteien wählen, um Schlimmeres, nämlich eine Linksregierung, zu verhindern. Eine linke Volksfrontregierung könnte es auch nicht schlimmer machen. Dass die Regierung immer noch auf dem Ticket "bürgerliche Koalition" reist, ist nichts anderes als Schwarzfahrerei. Nico Metten, am 11. März 2010 um 14:50 ( Link ) Schon im Mittelalter hat man ganz gerne den Überbringer der schlechten Nachricht zur Verantwortung gezogen. Scheint so als hat sich das nicht geändert. MichaelW, am 11. März 2010 um 16:40 ( Link ) Zitat Reiner Vogels: Absolut zutreffend dieser Kommentar. Griba, am 11. März 2010 um 17:25 ( Link ) Ich tue Buße, ganz öffentlich und gelobe, nie wieder eine etablierte Partei zu wählen. Ich schäme mich, öffentlich für die FDP geworben zu haben. Zum Glück werde ich auch nur selten auf diese Versager angesprochen. Tanja Krienen, am 11. März 2010 um 17:26 ( Link ) @FDP - wer in der Wahlnacht - zugegeben gedankensplitterhaft - darauf verwies, was da kommt und warum, lief Gefahr, ausgeschlossen zu werden. Schleusener, am 11. März 2010 um 19:57 ( Link ) Die CDU-Bundesgeschäftsstelle teilt mit: Merkel fordert "Primat der Politik über die Finanzmärkte" Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Vorsitzende der Eurogruppe Jean-Claude Juncker sowie die Regierungen Frankreichs und der Niederlande unterstützen den Vorschlag von Finanzminister Schäuble zur Schaffung eines Europäischen Währungsfonds (EWF). Einig ist man sich darüber, dass die Einrichtung eines EWF keine Möglichkeiten bietet, um die aktuelle Krise der Staatsfinanzen in Griechenland zu lösen. Vielmehr geht es darum, der EU mittelfristig "schärfere Instrumente" an die Hand zu geben, "um die Einhaltung des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes einzufordern", betonte Kanzlerin Merkel am Donnerstag in Den Haag. SystemSturz, am 11. März 2010 um 23:43 ( Link ) Ich habe bis 2008 immer CDU oder FDP gewählt, je nachdem was in meinem Augen mehr Sinn gemacht hat. Seitdem kommt von mir nur noch: was auch immer - keine der Blockflöten. Es macht nur noch Nuancen aus, ob man CDU/FDP/Grüne/SPD wählt. Letztendlich machen die alle die selbe schlechte Politik für unsere Nation. JohnGalt, am 12. März 2010 um 10:07 ( Link ) @Systemsturz: Tanja Krienen, am 12. März 2010 um 11:13 ( Link ) Noch einmal zu einem anderen Thema: Du hast schwarze Limousinen mit ´ner großen Kamera, Der gante Text - http://www.campodecriptana.de/blog/2010/03/12/1596.html Goldelse, am 12. März 2010 um 12:26 ( Link ) Wer die Einheitsmedien Spiegelsternfocuszeit usw. liest und die große Einheitspartei wählt, ist selber schuld und braucht nicht jammern. Solange sich die außerparlamentarische Opposition nicht vereint, haben wir keine Wahlmöglichkeiten, die Splittergruppen landen unter 5% oder der Wähler bleibt ganz zu Hause. Da aber die Zahl der Sitze immer dieselbe ist und nicht von der Wahlbeteiligung abhängt, haben wir so viele Chancen etwas demokratisch zu verändern wie die Bürger in der DDR, die 1989 im Sommer mit 98% die SED gewählt haben (weil sie es mussten). Man sieht, wir rutschen wieder in eine neue Diktatur, hoch lebe die Einheitspartei und die nicht müde werdende Propagandamaschinerie! Griba, am 12. März 2010 um 18:54 ( Link ) @goldelse Einzig wenn sich Leute mit Namen und Bekanntheitsgrad fänden, die eine konservativ-liberale Partei bilden würden, gäbe es noch eine kleine Chance, dieses Land vor dem roten Sumpf zu bewahren. Aber meine Hoffnung darauf ist eher gering. nehring, am 12. März 2010 um 21:18 ( Link ) griba und goldelse: systemsturz: "das dem system das geld ausgeht!" ja, mit rot/rot/grün am schnellsten! wer auch immer die schuld hat, wenn die leute nicht mehr einkaufen können, werden sie sauer...nicht? fdp hab ich auch gewählt, das erste mal: aus purer verzweiflung! als "er" dann in polen war - ob ich mich schäme? bin halt frustriert - und es ist noch schlimmer geworden... aber ich bin nicht pessimistisch. Griba, am 13. März 2010 um 13:17 ( Link ) @nehring jessie31, am 11. Juni 2010 um 8:52 ( Link ) Hopefully he will achieve greater academic accomplishments... marie11, am 24. Juni 2010 um 9:18 ( Link ) Congratulation to his high efforts in this job. I also wish he will succeed in the future. marie11, am 24. Juni 2010 um 9:21 ( Link ) It seemed that Alexander Schalck Golodkowski has ruined our beautiful worker and peasant state with its illegal business? goldleaf, am 02. Juli 2010 um 19:14 ( Link ) Ich habe mich gerade mit der Goethe-Biografie von Nicholas Boyle beschäftigt. Man braucht ja immer einen Anlaß zum Wiederentdecken, mir geht es zumindest so, und ich habe Goethe durch Boyle wiederentdeckt. Er beschreibt wunderbar, wie Goethe damals nach Rom ging, und ich habe anhand dieses Textes wieder die „Italienische Reise“ hervorgeholt. Goethe ist ja geradezu verdammt, prominent in Bücherschränken nur herumzustehen, aber Goethe muß man lesen. Ja, natürlich lese ich Goethe. Einer meiner großen Jugendeindrücke geht auf die Goethe-Lektüre zurück. Eckermanns „Gespräche mit Goethe“ gehörten zu den wenigen Büchern, die mir ein amerikanischer Leutnant, der mich damals gefangennahm und verhörte, gelassen hat. In der Kriegsgefangenschaft war dieses Buch ein großes Leseerlebnis für mich, und weil es einen so tiefen Eindruck seo hinterließ, habe ich es immer mal wieder hervorgezogen. Es ist eines der wichtigsten Bücher von Goethe für mich, aber es gibt natürlich auch andere: „Dichtung und Wahrheit“ zum Beispiel oder die Stücke. Leider bekommt man sie heutzutage nur noch verballhornt zu sehen. lin vico, am 03. Juli 2010 um 9:07 ( Link ) Wants a safe family, that must have a safety valve, pressure relief valve and the forged Steel valve、offset butterfly valve, butterfly valves, Also has plastic dustbin, guaranteed that we go out and travel, in family's security Joshimale jilla, am 04. Juli 2010 um 19:42 ( Link ) Kommen Sie aus Ihren Phrasen heraus, und reden doch endlich persönlichen Tacheles, an welcher Stelle Sie sich betrogen fühlen! Überhaupt ist diese Phrasiererei in diesem Board einfach unerträglich. Es führt zu nichts, geschweige denn vermeidet sie SEO Professionals jeglichen Respekt der Freiheit des einzelnen, sondern bildet nur neue Konflikte heraus. Emilly Li, am 20. Juli 2010 um 9:08 ( Link ) It is a nice article, thanks for your nice share. monicasan, am 28. August 2010 um 20:44 ( Link ) It looks good and elegant. Someone who has it must be really love design or something like that. Not for me, though. dual flush toilets Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
| ||||||
| Copyright © 2010 Lichtschlag Verlag KG | Design and Programming by greybyte, using Django and Performancing's Modernpaper template. | ||||||||
Friedrich Dominicus, am 11. März 2010 um 7:58 ( Link )
Dem ist nichts hinzuzufügen. Wenn es denn die Klimakatastrophe nicht mehr schafft, finden Politiker sicher ein andere Betätigungsfeld für Ihre "Verbrechen".