27. Februar 2010

ef 100 Editorial

Eine Erfolgsgeschichte, den Lesern sei Dank

Als vor genau zwölf Jahren im März 1998 die erste Ausgabe eigentümlich frei erschien, waren unsere großen Vordenker bereits verstorben. Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises, Ayn Rand oder Murray N. Rothbard konnten uns nicht mehr auf direktem Wege helfen, das mussten wir schon selbst tun. Heute, zur hundertsten Ausgabe, dürfen 508 Interviewpartner und Autoren auf dieses Werk mit einigem Stolz zurückblicken. Die gesamte Liste von Konrad Adam bis John Zube ist auf Seite 24 abgedruckt. Einer der international ganz Großen ist dann doch noch mit darunter: Milton Friedman.

Kaum einer, der unter Libertären, Konservativen und Liberalen, in Wissenschaft, Politik und Publizistik in Deutschland Rang und Namen hat, fehlt. Nennen wir stellvertretend mit dem Wissenschaftstheoretiker Gerard Radnitzky, dem FDP-Granden Otto Graf Lambsdorff und dem Criticón-Gründer Caspar von Schrenck-Notzing auch hier drei der leider bereits Verstorbenen.

In einem Fragebogen der zweiten Ausgabe 1998 erwähnte ich einmal mein persönliches Motto: „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu!“ Ich darf insofern feststellen, dass wir uns mit ef immer treu geblieben sind. Umso erstaunlicher und erfreulicher ist es, dass auch die meisten Autoren ef immer treu blieben oder diese Zeitschrift gar von der ersten Ausgabe an bis heute begleiten. Stefan Blankertz, Detmar Doering, Gerd Habermann, Jörg Guido Hülsmann und Roland Baader sind auf den damals nur 32 schwarz-weißen Seiten der ersten Ausgabe ebenso vertreten wie auf den nun 76 durchgehend bunten Seiten der Jubiläumsnummer. Mit jedem neuen Heft kamen und kommen neue Namen hinzu, diesmal etwa wagen Wolfgang Kersting, Burkhard Müller-Ullrich, Benny Peiser und Roger Scruton als Debütanten den Einstieg in die ef-Welt.

Jedes einzelne der jetzt 100 Hefte ist derzeit beim Verlag noch käuflich zu erwerben, teilweise sind nur wenige Restexemplare vorrätig. Wer also seine Sammlung komplettieren oder sich eine solche (Preis auf Anfrage) rückwirkend zulegen möchte, der hat dazu jetzt die vielleicht letzte Gelegenheit.

Roland Baader habe ich im erwähnten Fragebogen vor zwölf Jahren als meinen Lieblingsautoren genannt. Er ist es bis heute geblieben. Stellvertretend für alle anderen 507 Autoren und Interviewpartner möchte ich Roland Baader, der vor wenigen Tagen seinen 70. Geburtstag feiern durfte, ganz besonders herzlich danken! Ohne ihn und die vielen anderen Unterstützer, die an dieser Stelle unerwähnt bleiben müssen, wäre diese Zeitschrift nicht das, was sie heute ist.

Und ohne Sie, treuer oder neuer Leser, auch nicht! Freuen Sie sich mit mir auf die nächsten hundert Hefte, und gehen Sie für heute mit uns auf die Pirsch nach dem Zeitgeist, dem kaum je wirklich Erfassten, Nessie so ähnlichen. Als ich vor Jahren in der Tageszeitung „Die Welt“ einen Gastkommentar über die asoziale Wirkung von Hartz-IV als Alimentierung des Nichts sowie über das systematische Heranzüchten von Millionen alleinerziehender Mütter schrieb, mahnte mich selbst mancher ef nahestehender Freund, „es doch nicht zu übertreiben“. Heute erscheinen solche Artikel, die gehäuft früher allenfalls in ef denkbar waren, in großen Blättern beinahe im Wochentakt. Sie sind gar mit prominenten Namen signiert: Sloterdijk, Bolz, Heinsohn und Co. lassen die besitzstandswahrende Sozialstaatslinke erzittern. Unsere frühe Parole „Mehr netto“ wurde längst von der FDP übernommen, und jüngst greift Guido Westerwelle auch einige der zugehörigen Argumente auf. Hat also bei steter Verschlechterung der realen Zustände der Zeitgeist mittels erster Vorboten bereits begonnen, sich zum besseren zu wandeln? Gibt es überhaupt eine Alternative zum Wertewandel angesichts dessen, dass schlicht die Party vorbei ist, das Freibier aufgebraucht und zum Verteilen gar nichts mehr da ist? Vielleicht ist das eine zu optimistische Sicht. Sollten erste Lichtblicke in der öffentlichen Debatte sich als Täuschung erweisen, werden wir alles daran setzen, unsere Ziele in Zukunft zu erreichen, mit einer, so unsere alte Losung, „immer stärkeren Stimme der Freiheit“.

Bei allem, was wir womöglich bereits erreicht haben, das andere benennen müssten, ist es verwunderlich, dass der Anzeigenteil im Heft oft erstaunlich klein ist, sind doch die potenziellen Kunden gerade jene, für die wir uns wie kaum ein anderes Medium einsetzen. Doch was nicht ist, kann werden, und diesmal immerhin sieben ganzseitige Anzeigen sind auch ein Rekord, auf dem sich aufbauen lässt. Wer als mittelständischer Unternehmer Flagge vor einer einmaligen Truppe zeigen möchte, soll also bitte nicht sagen, er habe nicht gewusst wo und wie…

Verehrte Autoren, Interviewpartner, Unterstützer, Anzeigenkunden und vor allem Leser, Ihnen allen gilt mein aufrichtiger Dank! Und Sie wissen ja, es bleibt dabei: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr netto!

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Dieser Artikel erschien zuerst in eigentümlich frei Nr. 100


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