Andreas Tögel

Jg. 1957, Kaufmann in Wien.

ef investigativ

Haben Sie Informationen oder Dokumente für uns? Hier können Sie unserem Investigativ-Team eine Nachricht schreiben.

investigativ@ef-magazin.de

ef-Einkaufspartner

Wenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button:

ef auf Facebook

Besuchen Sie uns auch auf Facebook:
facebook.com/efmagazin

ef Television

Wirtschaftliche Freiheit und Wohlstand: Von der Schweiz siegen lernen

von Andreas Tögel

Der „Index of Economic Freedom 2010“ ist erschienen

Soeben ist die Ausgabe 2010 des einmal jährlich erscheinenden, von der „Heritage Foundation“ zusammen mit dem „Wall Street Journal“ herausgegebenen „Index of Economic Freedom“ erschienen. Wie schon im Vorjahr beläuft sich auch diesmal die Zahl der in den Katalog aufgenommenen Länder auf 183. Für 179 davon lag eine ausreichend fundierte Datenbasis vor, um sie anhand von zehn wirtschaftlich relevanten Kriterien beurteilen und reihen zu können. Vier Länder des Asia-pazifischen Raumes führen – wie schon in den vorangegangenen Jahren – die Liste an. Dabei handelt es sich um Hong Kong, Singapur,  Australien und Neuseeland.

Erstplazierter Kandidat der Alten Welt (auf Rang 5) ist Irland, unmittelbar gefolgt von der Schweiz, die im Vorjahr erst auf Rang 9 zu finden war. Die Schweiz ist damit trotz – oder gerade wegen – der von grimmigen Teutonen gegen das kleine Land ausgestoßenen, dumpfen Drohungen und sämtlicher Maßnahmen, die von der EU ergriffen wurden, um diesen Finanzplatz zu (zer-)stören, nach wie vor eine blühende Oase in der europäischen Steuer- und Regulierungswüste. Deutschland konnte sich von Rang 25 auf Rang 23 verbessern, Österreich stieg um einen Platz ab und rangiert jetzt einen Platz vor seinem westlichen Nachbarn auf Platz 22. Dank des im Zuge des (bislang vergeblichen) „Krisenmanagements“ praktizierten, massiven fiskalischen Interventionismus fielen die USA von Rang 6 auf Platz 8 zurück.

Zehn Kriterien werden zur Beurteilung der in den untersuchten Ländern herrschenden wirtschaftlichen Freiheit herangezogen. Dabei handelt es sich um Geschäftsfreiheit, Handelsfreiheit, Steuerliche Freiheit, Staatsausgaben, Währungsfreiheit, Investitionsfreiheit, Finanzfreiheit, Eigentumsrechte, Korruptionsfreiheit und Arbeitsfreiheit.

Das in jeder der zehn Kategorien zu erzielende Punktemaximum liegt bei 100 Punkten. Eine Rangordnung der Kategorien gibt es nicht; die Bedeutung für das Gesamtergebnis wird gleich gewichtet. Dieses wird als Durchschnitt der Resultate in den einzelnen Kategorien angegeben (das im Falle des erstplazierten Hong Kong bei 89,7 Punkten, im Vorjahr 90,0 Punkten und im Falle des letztplazierten Nordkorea bei einem Punkt, im Vorjahr zwei Punkten, liegt).

In der Zusammenfassung betonen die Autoren, dass die starke Korrelation zwischen Wirtschaftsfreiheit und Prosperität auch durch die vorliegende Arbeit bestätigt wird. Die Armenhäuser der Welt finden sich am Ende der Freiheitsskala.

Mehr als zweifelhaft sind die Effekte der weltweit ergriffenen „Rettungsmaßnahmen“ in Form gestiegener staatlicher „Investitionen“. Diese haben nicht die erhofften, positiven Wachstumsimpulse ausgelöst.

In rund der Hälfte der großen Ökonomien wurden im Zuge der Wirtschaftskrise Freiheiten eingeschränkt, während sich in der andere Hälfte daran nichts geändert hat. Insgesamt haben sich die ermittelten Ergebnisse in den Kategorien „Staatsausgaben“, „Währungsfreiheit“, „Finanzfreiheit“ und „Eigentumsrechte“ durch den zum Teil galoppierenden Staatsinterventionismus verschlechtert.

Jene Staaten, in denen zu Beginn der Krise ein hohes Maß an wirtschaftlicher Freiheit herrschte, wurden davon weniger stark in Mitleidenschaft gezogen als die stärker regulierten. Zu den größten Verlierern zählen daher, wenig überraschend, vorwiegend südamerikanische und afrikanische Bananenrepubliken wie Bolivien, Ecuador, Venezuela oder Libyen – aber auch – und das erstaunt nur auf den ersten Blick – unter sozialdemokratischen Regimes stehende, stark auf keynesianische Politik setzende Staaten wie die USA und Großbritannien.

Nach Meinung der Studienautoren lassen sich bereits jetzt die negativen Effekte der Einschränkung wirtschaftlicher Freiheiten durch zunehmende Staatsregulative erkennen. Man benötigt keine Kristallkugel um abzusehen, dass die Ausgabe 2011 wohl eine Bestätigung dieses Trends ergeben wird. Was Liberale, Libertarians und „Austrians“ schon immer wussten, dass nämlich Freiheit das höchste und wichtigste Gut bedeutet, wird durch den „Index“ einmal mehr auf eindrucksvolle Weise mit empirischen Daten untermauert.

Wie immer enthält der Report eine Fülle von statistischem Material, das wiederzugeben den an dieser Stelle zur Verfügung stehenden Platz übersteigen würde. Wer sich für die Details interessiert, kann die zusammengefassten Daten auf den unten angegebenen Seiten zu Gemüte führen.

Internet

Highlights (pdf)

Gesamtreport

18. Februar 2010

Unterstützen Sie ef-online

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien.
Klicken Sie hier für Informationen zur Fördermitgliedschaft.

Testen Sie eigentümlich frei

Prominente Autoren und kantige Kolumnisten wie Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Frank Schäffler schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht.

Diesen Artikel teilen

Anzeigen