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Freiheit: Auf den Geist kommt es anvon Edgar L. Gärtner Warum Materialismus und Christophobie in die Knechtschaft führen Nach der Veröffentlichung meines Beitrags über die spirituellen Hintergründe des Haiti-Desasters an dieser Stelle bin ich von einem Teil der libertären Szene in Deutschland buchstäblich exkommuniziert worden. Es fehlte nur noch die Steinigung. Ich übergehe hier anstandshalber die wohl willentlichen Missverständnisse und die mir gegenüber vorgebrachten absurden Unterstellungen, die im Vorwurf der Scheinheiligkeit gipfeln. Worüber ich mich wundere, wenn nicht ärgere, ist die den meisten Kritiken zugrundeliegende materialistische Weltsicht und die zum Teil offen zutage tretende Christophobie. Um deutlicher zu werden: Die kontrastierende Geschichte der beiden Teile der Karibik-Insel Hispaniola zeigt meines Erachtens alles in allem, dass es bei der Entwicklung der Wirtschaft und der Entfaltung menschlicher Freiheit weniger auf natürliche als auf geistig-religiöse Voraussetzungen ankommt. „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit“, heißt es im zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther. Wer abstreitet, dass unser abendländischer Humanismus und dessen Freiheitsbegriff nicht nur auf Sokrates, sondern auch auf Jesus von Nazareth und die spätantiken beziehungsweise mittelalterlichen Kirchenlehrer zurückgeht, sieht das freilich ganz anders. Für materialistisch, wenn nicht antichristlich ausgerichtete Libertäre ist der Kolonialismus eine Folge der Verbindung von christlichem Missionseifer mit materieller Gier und nicht Ausdruck der Abkehr Getaufter von der biblischen Botschaft. Deshalb treffen sich Atheisten bei der Analyse der Hintergründe natürlicher und gesellschaftlicher Kataklysmen auch letzten Endes mit den Marxisten. Schon Fjodor Dostojewskij erkannte in der „Legende vom Großinquisitor“, dass die logische Konsequenz des Atheismus nicht die individuelle Freiheit, sondern die Verabsolutierung der Gleichheitsidee im Sozialismus beziehungsweise Kommunismus ist. Uneingestandenes Ziel des Sozialismus wiederum sei das Nichts, der Tod der Menschheit. Das hat der hoch dekorierte russische Mathematiker Igor Schafarewitsch schon in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einem auch im Westen erschienenen bemerkenswerten historischen Überblick unter dem deutschen Titel „Der Todestrieb in der Geschichte“ herausgearbeitet. Schafarewitsch, den ich selbst, angeregt von den Kollegen Fink und Lichtschlag, leider erst Ende 2009 rezipiert habe, bestätigt meine Einschätzung, dass auch der Liberalismus zu einer Form von Nihilismus werden kann, wenn er sich gegen das christliche Gottes- und Menschenbild stellt. Ohnehin sollte der Materialismus, wie ich ebenfalls schon an dieser Stelle dargelegt habe, inzwischen auch als naturwissenschaftlich widerlegt gelten. Wenn es auf den Geist ankommt, verlieren übrigens auch rassistische Interpretationen des Haiti-Desasters, wie sie in einigen Diskussionsbeiträgen zu meinem Beitrag in der letzten Woche anklangen, ihre Grundlage. Internet Haiti: Der Fluch der Blasphemie Der Sozialismus: so alt wie die Menschheit Liberalismus: Eros der Freiheit ohne Gott? Nachlese zum Darwin-Jahr: Das Wahrheitsmonopol des Materialismus wankt 09. Februar 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareKonservativer, am 09. Februar 2010 um 23:21 ( Link ) Mir ist die Idee "Christentum produziert Wohlstand" theologisch suspekt. Wie lässt sich derlei biblisch begründen? Gewiss gibt es empirische Indizien. Max Weber hat derlei in "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" schon vor 100 Jahren nahe gelegt. Aber wie erklärt man den wirtschaftlichen Erfolg der Ostasiaten, namentlich Japans, nach diesem Muster? Olaf Janowski, am 10. Februar 2010 um 0:18 ( Link ) Als alter evangelikaler Baptist mit charismatischem Einschlag ("Calvary Chapel") schreib ich den Forenteilnehmern mal: "Sterben musst Du sowieso,schneller gehts mit Marlboro!". ... und was danach kommt, wird entweder in der diesseitigen Lebensführung total ausgeblendet oder gar tabuisiert. Wenn man keinen "Chef" in Form einer höheren Gewalt wie Gott und / oder einer funktionierenden sozialen Umgebung zu fürchten hat, dann bricht sich ganz automatisch Anarchie (im negativen Sinne) im eigenen Leben und von ganzen Völkern wie z.B. Haiti oder weiten Teilen von Schwarzafrika Bahn. Vielleicht darf ich noch zum Abschluss mit einem Bibelzitat aus dem 2. Thimoteusbrief langweilen: Das sollst du aber wissen, daß in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen sein, die viel von sich halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistlich, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unkeusch, wild, ungütig, Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr lieben Wollust denn Gott, die da haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie ; und solche meide. Lion Edler, am 10. Februar 2010 um 0:54 ( Link ) An Konservativer , am 09. Februar 2010 um 23:21: Nun ja, zumindest hat Japan eine stärkere Religiösität als Europa, was dem Land ganz sicher nützt. Ob hier die spezielle Religion des Christentums das Ausschlaggebende für den Wohlstand ist, will ich hier mal aus verschiedenen Gründen außen vor lassen. Vielleicht sollte man also die These "Christentum produziert Wohlstand" umändern in "Religion produziert Wohlstand" - dann stimmt es meines Erachtens. Ansonsten finde ich den Beitrag von Herrn Gärtner aber - trotz einiger Einschränkungen - sehr gut und bedenkenswert. Die materialistische Weltsicht der meisten Liberalen ist der Hauptgrund dafür, dass ich z.Bsp. bei Studivz nicht als polit. Einstellung ,,liberal" angegeben habe, obwohl ich mich eigentlich am ehesten diesem politischen Lager zuordnen würde - einfach, weil jeder Materialist aus der Generation Dieter Bohlen sich mit diesem Etikett schmückt, sodass der Begriff pervertiert wird. Die Religionsfeindlichkeit ist in der Tat in allen politischen Richtungen weit verbreitet, und sie missachtet einfach den entscheidenden Punkt, wie Olaf Janowski schon andeutete: Atheismus als Identität einer Gesellschaft bietet keine Antwort auf die quälende Frage der Sterblichkeit des Menschen. Darüber hinaus besteht zuzüglich zur Religionsfeindlichkeit speziell eine Christentums-Feindlichkeit. 90 Jahre Kommunisten-Propaganda hinterlässt eben ihre Spuren. Sven Adam, am 10. Februar 2010 um 1:33 ( Link ) Herr Gärtner, Ihrer These kann ich nicht zustimmen. Historisch betrachtet mag es eine Entwicklung gegeben haben, in deren Verlauf Atheisten in großer Zahl mit Marxisten ins Bett gegangen sind. Ich gestehe ein, mir die historischen Entwicklungen diesbezüglich nicht zu Gemüte geführt zu haben. Es gibt aber sehr wohl Menschen, die Atheisten oder mindestens Agnostiker sind, dennoch auf naturwissenschaftlicher Basis eine nichtreligiöse Form des Respekts vor Leben gewonnen haben. Die gelernt haben, den biologisch seit eh und je laufenden "Wettbewerb" um die bestmögliche Anpassung an gegebene (und sich verändernde) Umgebungsbedingungen als natürlich zu akzeptieren. Und die einen solchen Wettbewerb auch in der Wirtschaft realisiert sehen wollen. Ein Wettbewerb, der bei marxistischer Gleichmachung der Menschen zum Erliegen kommt und jede Anpassung von Entscheidungen einer relativ kleinen Führungselite abhängig macht, wodurch jede Fehlentscheidung zu einem Massenschaden führen muß. Nach der Aufklärung fehlte es an einer ethischen Alternative zum Christentum. Die Aufgeklärten distanzierten sich vom institutionellen Kirchenchristentum und benötigten einige Zeit, um zur Ethik der Bergpredigt unabhängig von einer institutionalisierten Kirche zurück zu finden. In dieser Zeit bot sich Marx als Alternative an. "Religion ist Opium für das Volk" dürfte ein regelrechter Slogan zu jener Zeit gewesen sein. Ich bezweifle jedoch, daß Atheismus zwingend auf das marxistische Gleis führt. LeftLibertarian, am 10. Februar 2010 um 1:44 ( Link ) Die fundamentale Grundlage des Libertarismus - JEDER Mensch hat ein unveräußerliches Eigentumsrecht an sich selbst und JEDE Form von Gewalt oder Zwang unter Menschen ist per se verboten (Non-Aggressions-Prinzip bzw. Gewaltausschluß-Prinzip) - ist egalitaristisch, mein Gutster! Da beißt die Maus keinen Faden ab, mag hier mancher Spießeridyllen sich zurechtschrebernde Gärtner auch noch so viele klerikalfaschistische Böcke schießen! Dr. Spiele, am 10. Februar 2010 um 2:24 ( Link ) Von wem hatten die Kirche das Geld für ihre monumentalen Bauten? Einnahmen aus Angebot und Nachfrage? Ist das so? Ja. Die Handwerker, die diese "monumentalen Bauten" erichteten, taten das freiwilllig und wurden gut dafür bezahlt. Solange, bis sie vom sekularen Staat entschädigungslos enteignet wurden, und dazu noch die unverschämte Propaganda zu ertragen hatten, daß sie die eigentlichen Räuber wären. Das wirkt bis heute fort. Sven Adam, am 10. Februar 2010 um 2:31 ( Link ) Das beantwortet nicht die Frage, woher die Kirchen das Geld hatten, um die Handwerker zu bezahlen. Produktive Aktivitäten wie Ablaßhandel, Erbschleicherei, Konfiskation, bisweilen auch Raubzüge darf man an dieser Stelle getrost erwähnen, möchte man nicht historischen Revisionismus betreiben. Vom Klüngeln der Kirche mit weltlichen Herrschern von Gottes Gnaden einmal abgesehen. Heute nennt man solche Unternehmen "systemrelevant." Keine monumentale Kirche wurde nur aus den Verkaufserlösen von Klosterschnaps finanziert, Dr. Spiele. Und nein, die kirchlichen Methoden der Kapitalbeschaffung hatten nicht immer etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun. LeftLibertarian, am 10. Februar 2010 um 3:08 ( Link ) @Sven Adam: An den Autor dieses grandiosen geistigen Dünnschisses, Edgar Gärtner! Olaf Janowski, am 10. Februar 2010 um 3:10 ( Link ) Verwechsele man bitte nicht Christentum mit IRGENDEINER "Kirche". Vor allem nicht mit verweltlichten ungeistlichen Staatskirchen, egal ob RK, orthodox oder evangelischen Landeskirchen! Es hilft einem am Ende imho nix, im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes als Baby nassgespritzt worden zu sein. Viscount, am 10. Februar 2010 um 4:03 ( Link ) Sehr geehrter Herr Gärtner, die Kritik, die Sie für Ihren Beitrag von letzer Woche kassiert haben, die ist tatsächlich an manchen Stellen reichlich überzogen und wohl hie und da auch nach jenseits des Dezenzäquators avisiert gewesen, in dieser Hinsicht tun Sie prinzipiell gut daran, darauf zu erwidern. Wie Sie das allerdings tun und vor allem, mit welchen Argumenten, das findet meine Zustimmung nicht. Um ehrlich zu sein hielt ich Ihren Artikel für den schlechtesten, den ich aus Ihrer Feder jemals gelesen habe. Er ist nicht nur unter Ihrem intellektuellen Niveau gewesen - das ich ansonsten sehr schätze, insbesondere, wenn Sie als Buchautor tätig werden -, sondern auch in jeder Beziehung einem Blatt nicht angemessen gewesen, das sich ursprünglich als individualistisch, kapitalistisch und freiheitlich verstand. In diesem Sinne - und das betrifft nicht einmal speziell Sie, Herr Gärtner - haben sich wohl manche an der generellen Ausrichtung dieses Magazins abgearbeitet als an den Inhalten, die Sie vorgelegt haben. Auch dazu noch eine Bemerkung. Ich zähle als Leser dieses Magazins zu den "Alten". Ich habe damals, noch als Schüler, die Erstausgabe nach Hause getragen wie eine Kriegstrophäe: Gegen die neosozialistischen Ausbeuter! - endlich ein Magazin aus Deutschland, das solche Töne hören ließ! Was schrieben hier in den frühen Jahren für grandiose Liberale und Libertäre (Gerard Radnitzky, Gott selig, wir haben Dich nicht vergessen!), die Aussicht versprachen auf das Abenteuer der Freiheit in allen Aspekten, die sich nicht gemein machten mit den kanonisiert-korrekten und offiziösen "Wahrheiten", die man in der Aufstallung des öffentlich-rechtlichen Meinungskartells dekantiert bekam! Mittlerweile, und das ist wohl nicht nur mein Eindruck, beschränkt sich dieses Organ in der Mehrzahl der Fälle darauf, sich das christliche Abendland als ein freiheitliches Semiparadies zurecht zu phantasieren, die Ideengeschichte der Evangelien schönzuschwatzen und sich als eine originär verfolgte religiöse Minderheit im eigenen Land zu dünken. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Mir als Katholik muß niemand erklären, wie das mit der Transsubstantiation nun genau funktioniert oder was Paulus an die Korinther schrieb, und schon gar nicht will ich lesen, wenn mir ein oberschlauer eiderdänischer Mennonitenbruder ernsthaft auseinandersetzt, wie mein römisches Christentum im Detail auszusehen hat, damit es noch halbwegs nach apostolischer Konkordanz riecht. Aber gewinnt man mit monologischen Selbstkasteiungsfestspielen hinterm Cingulum noch eine echte Perspektive auf das, was im Land vor sich geht? Wenn Carlos Gebauer (oder Sven Adam) über die jüngsten Pointen unseres bundesrepublikanischen Gesundheitssozialismus referieren, dann lese ich mit. Wenn sich hier Freunde des Rechtsstaats darüber Gedanken machen, ob man die monströse Bürokratieveranstaltung namens Fiskus noch als rechts- und moralinzident ansehen kann, dann lese ich mit. Wenn Herr Bökenkamp auf die historischen Parallelen zwischen einer möglichen Linksregierung und dem Mitterand-Effekt in Frankreich hinweist, dann lese ich mit. Wenn aber zum gefühlten 35. Mal in der Woche die verfolgte Christenunschuld gastiert, dann schalte ich in der letzten Zeit wesentlich häufiger ab, als mir lieb sein kann. Dieses Magazin, das ich früher stets mit Gewinn las, rückt zunehmend weiter nach hinten auf der Liste der regelmäßig zu besuchenden Seiten. Wenn ef ein bescheidener Abwasch eines christlichen Nachrichtenportals werden will, dann ist aus meiner Sicht die Geschäftsgrundlage für fortdauernde Lektüre sowie Bezug des Heftes schlicht nicht mehr vorhanden. Wenn mich mein christliches Gewissen plagt, dann suche ich nach gründlicher Erforschung meinen Beichtvater auf. Wenn mich danach verlangt zu erfahren, was bei Jakobus steht, dann schlage ich die Bibel auf. Und wenn ich Nachrichten aus der christlichen Hemisphäre beziehen will, dann kaufe oder besuche ich gewiß nicht EF, sondern tue etwa 300 Schritte aus der vorderen Haustüre und begebe mich ins Bischöfliche Ordinariat, denn dort liegt das aktuelle Bistumsblatt kostenlos, aber nicht umsonst auf. Dahero ausnahmsweise namentlich und zu Urkund' unserer allerchristlichsten Absichten zeichnend, Josef Frh. von Allensteyn zu Puch James Blond, am 10. Februar 2010 um 8:09 ( Link ) Herr Gärtner demonstriert in erfrischender Offenheit, wie Aberglaube zu Verblödung und affirmativer Ideologie führt. Dass er dabei hinter das Geschichtswissen von Sechstklässlern zurückfallen muß (mit Aussagen wie "Nur stille und unblutige Revolutionen wie etwa in jüngerer Zeit die Verbreitung des Internet und mehr noch die Verbreitung des Christentums seit fast zwei Jahrtausenden bringen die Menschheit voran") dürfte einen bekennenden Irrationalisten nicht stören in seinem Missionseifer. Sein Kampf gegen den Materialismus erklärt sich natürlich ganz einfach daraus, dass er seine christliche "Moral" aus einem irrwitzigen Aberglauben ableitet, der keiner weiteren Kritik zugänglich sein darf. Eine tatsächlich kritisch-kompetente Auseinandersetzung mit dem übrigens im Pluiral existierenden "Materialismus" versucht der Herr von der Glaubensfront deshalb gar nicht erst. Er plärrt lieber über die Kritik und verwechselt diese nun mit dem physischen Angriff der Steinigung. Dass er freilich nicht mit Kritik umgehen kann, vereint ihn wiederum mit 2000 Jahren christlichem Aberglauben. Diese menschenfeindliche Aberglaubens-Ideologie ist mir ehrlich gesagt viel stärker zuwider als die gewöhnlichen libertären Markt-Irrationalismen, die wenigstens noch die Idee der Freiheit auf ihre ganz eigene Art zu bewahren suchen. Es grüßt sie alle sehr herzlich critical_theory James Blond, am 10. Februar 2010 um 8:30 ( Link ) Olaf Janowski schreibt:
Also ich sehe es eher so, dass die "Angst vor dem Tod" von christlichen Ideologen geschürt wird um Macht über Menschen zu gewinnen. Die Idee der Hölle und des Teufels ist hier ja eine alte Erfindung, um die Schäfchen in den eigenen Aberglauben zu treiben. In Abwandlung eines Satzes von Albert Einstein kann ich nur sagen dass jene, welche dem abstrusen christlichen Aberglauben verfallen sind ihr großes Gehirn wohl nur aus Irrtum erhalten haben. Es grüßt sie alle sehr herzlich critical_theory dickbrettbohrer, am 10. Februar 2010 um 8:47 ( Link ) Viscount, niemand erwartet von Ihnen, daß Sie überall mitlesen. Es schadet niemandem, wenn Sie das Lesen gewisser Beiträge denjenigen überlassen, die daraus für sich selbst Einsichten gewinnen. Noack, am 10. Februar 2010 um 9:22 ( Link ) Ehrlich gesagt, ist mir in letzter Zeit auch die Lust am Posten vergangen. Das liegt aber nicht an Artikeln wie diesem, die ich sogar sehr mag. So hat jeder seine Vorlieben. Vielleicht wäre es deswegen besser, EF-online in einzelne Themenbereiche zu unterteilen. Für James Blond und Co. könnte die entsprechende Rubrik dann z.B. "Für die wirklich Schlauen" heißen und der Arme wäre dann nicht mehr gezwungen, Texte von Abergläubischen zu lesen. CrisisMaven, am 10. Februar 2010 um 9:42 ( Link ) Es ist wissenschaftstheoretisch m.E. Unsinn, wenn einige Liberalismus mit Atheismus identifizieren. Die Freiheit des Liberalismus ist JEDE Freiheit, auch die in Glaubensdingen. Das ergibt sich ja gerade daraus, dass (gemaess "oesterreichischer" Schule) jeder waehlt wie es ihm passt, eben auch im Glauben an Jenseitiges (oder eben nicht). Und umgekehrt: jede Einschraenkung der Wahl eines anderen, soweit diese nicht wiederum die Freiheit eines anderen einschraenkt (gewaltsame Mission tut das natuerlich, aber darum ging es ja eben gerade nicht) ist illiberal. Und gerade die christliche Tradition scheint der oesterreichischen Schule doch ganz unvermutet auf die Spruenge geholfen zu haben. Peter Janowitz, am 10. Februar 2010 um 9:51 ( Link ) Wenn sich Herr Gärtner im Gegensatz zu vielen seiner Kritiker die Mühe macht, einen tauglichen Freiheitsbegriff überhaupt erst einmal geschichtlich und weltanschaulich herzuleiten, um daraus tagespolitische Schlussfolgerungen zu ziehen, Vielen Dank auch für den Buchtip im Text ! Daniel Hartmann, am 10. Februar 2010 um 10:15 ( Link ) Die reflexgetriebenen Ausfälle einiger sogenannter Liberaler gegenüber Äußerungen christlichen Glaubens lassen manchmal den Zweifel in mir aufkommen, ob eine wahrhaft freie Gesellschaft überhaupt zu verwirklichen ist. Dabei sollte es dem ungläubigen Freiheitsfreund eigentlich nicht so schwer sein, die Existenz des Religiösen mit einem gewissen Wohlwollen auch in ein agnostisches oder streng atheistisches Weltbild einzubauen. Hayek, unser wahrlich nicht der christlichen Schwärmerei verdächtiger Säulenheiliger, nahm mit einigem Recht an, daß sich immer wieder jene religiösen Bewegungen durchsetzen, die erfolgreich Fortpflanzung und Wirtschaftsleben fördern. Vor diesem Hintergrund betrachtete er das Religiöse als durchaus erwünscht. Für alle, deren Credo lautet "Im Anfang war der Markt", läßt sich das Phänomen des nicht totzukriegenden Glaubens deshalb intellektuell befriedigend ins eigene Weltbild integrieren. Wir Christen glauben freilich, daß eine solche Betrachtung Ursache und Wirkung verwechselt. Ganz zu Beginn unseres Glaubensdokuments heißt es nämlich aus dem Munde Gottes: "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan." Ich denke nicht, daß Gott hier Hayek bestätigt, sondern daß die Dinge eher umgekehrt liegen. Aber von welcher Seite man es auch besieht: Für Freunde der Freiheit besteht keine Notwendigkeit, aufgrund der eigenen skeptischen Haltung zum Glauben über den liberalen Genossen herzufallen, der hier zu einer anderen Einsicht gelangt ist. LePenseur, am 10. Februar 2010 um 10:44 ( Link ) Right Honourable and Dear Viscount, Ihr Posting finde ich ganz vortrefflich — vielen Dank dafür! In der Tat geht die Entwicklung von "ef" in den letzten zwei, drei Jahren in eine Richtung, die auch mich nur teilweise erfreut. Wobei ich dabei weniger die Printausgabe meine (die ist nach wie vor durchaus brauchbares Lesefutter!), sondern eher die Onlineausgabe, in der manch "eigentümlicher" Artikel offenbar auch eine gewisse Leserschicht anspricht (und wohl auch ansprechen will), mit der ich nicht so recht etwas anfangen kann ... Wie auch immer: ich bin freiheitlich genug, auch solche Artikel als Ausdruck der Meinungsfreiheit zu verteidigen, solange man mich nicht verpflichtet, an ihre Inhalte zu glauben, sondern ich vielmehr berechtigt bin, diese zu kritisieren. Und das war bislang stets der Fall. Wenn Herr Gärtner von explizit atheistischer Seite erbarmungslos niedergemacht wurde, dann richtet sich solcher Dogmatismus selbst: Meinungsfreiheit geht eben in beide Richtungen, und so, wie Frömmler die Atheisten (oder wen sie dafür halten) nicht primitiv verketzern sollten (obgleich sie es natürlich dürften!), genauso sollen auch die Atheisten die Frömmler (oder wen sie dafür halten) nicht als Feinde des Menschengeschlechts brandmarken (obwohl ihnen das als Meinungsäußerung natürlich auch freisteht) — die Diskussion gewinnt durch derlei Scheuklappen nämlich nicht wirklich an Qualität ... @Edgar Gärtner: "Rassistisch" im Sinne von "es gibt genetische Unterschiede zwischen den Menschenrassen, welche sich nicht bloß auf Hautfarbe, Haarkräuselung und dergl. beziehen, sondern auch auf die Begabungen und die durchschnittliche Intelligenz" muß jeder sein, der nicht gutmenschliche Verdrängung und Ableugnung des Offensichtlichen betreiben will. Dieser Rassismusbegriff ist zwar der, welcher uns von linker Seite implantiert werden soll — aus dem offenkundigen Bestreben, durch Postulierung einer ursprünglich bestehenden völligen Gleichheit aller Menschen jeden Einwand gegen die von dieser Seite betriebene, auch gewaltsame, Umerziehungs- und Gesellschaftsveränderungspolitik abzuwürgen. In diesem Sinne muß jeder ehrliche Freiheitsfreund "Rassist" sein. "Rassistisch" im Sinne von "dieser Mensch ist per se weniger wert als jener und darf daher von jenem benutzt und/oder gegängelt werden" ist hingegen etwas ganz anderes, und gegen die Unterstellung eines solchen Rassissmus (so Sie dies überhaupt beabsichtigt hatten) verwahre ich mich eindeutig! Tanja Krienen, am 10. Februar 2010 um 11:15 ( Link ) Ich bin Atheistin, aber ich gebe Ihnen in der Sache völlig recht! Dziamdzia, am 10. Februar 2010 um 11:43 ( Link ) >Aber wie erklärt man den wirtschaftlichen Erfolg Japan und wirtschaftlicher Erfolg? Diese Story ist doch seit Jahrzehnten überholt. Die Japaner sind wirtschaftlich & kulturell mindestens genauso am Ende wie wir auch. Horrende Staatsverschuldung, stecken seit Jahrzehnten in einer tiefen Deflation trotz aller Konjunkturprogramme, dramatische Überalterung der Bevölkerung. Der Staatsbankrott ist bei denen genauso nur noch eine Frage der Zeit wie bei den USA, GB oder den PIGS. >Nach der Aufklärung fehlte es an einer ethischen Historisch gesehen ging wohl der Untergang der Religionen früher oder später auch mit dem Untergang der ganzen Kultur einher. Nur wurde bislang die "alte" Religion durch eine neuere abgelöst, so wie die römische Staatsreligion durch das Christentum. Damals gab es übrigens ganz analoge Zerfallserscheinungen - zuerst bezweifelten die Philosophen die religiösen Mythen, sahen aber noch die Notwendigkeit der Religion für den moralischen Zusammenhalt. Schließlich verschwand die Volksfrömmigkeit. In gleicher Weise haben auch bei uns Intellektuelle zuerst das Christentum unter Beschuss genommen, während es sich beispielsweise in ländlichen Gegenden in der Bevölkerung noch hielt. Heute sind die Erosionen überall zu sehen und ich kenne kein einziges Land mehr in dem diese Zerfallserscheinungen nicht offensichtlich wären. Insofern sind die Hinweise des Autors auf die soziale Notwendigkeit des christlichen Glaubens zwar der Sache nach richtig, aber letztlich vertane Liebesmüh. Das Christentum hat die Aufklärung nicht überlebt, es ist quasi tödlich verwundet und der endgültige Niedergang zumindest hier im Westen nur noch eine Frage der Zeit. Gerade jene Wiederbelebungsversuche, die meinen quasi eine moralische Essenz aus dem Glauben herauszudestillieren und diese in die Säkularität hinüberretten zu können, haben sich als wertlos, ja sogar gefährlich erwiesen. Noch schlimmer als der Atheismus sind vielleicht die aus dem Zusammenhang gerissenen und falsch verstandenen Versatzstücke aus dem christlichen Glauben, die säkular uminterpretiert werden. Der moderne Wohlfahrtsstaat ist letztlich die säkular pervertierte Idee der christlichen Nächstenliebe, die nicht mehr als Dienst des einzelnen an Gott verstanden sondern institutionalisiert und anonymisiert wird. An die Stelle des Erbarmens und der Nächstenliebe des Gebenden tritt so das Anspruchsdenken des Nehmenden, und der Weg in den ständig wachsenden, immer neue Aufgaben übernehmenden und damit letztlich totalitär werdenden Staates ist eingeschlagen. Ich sehe keinen Ausweg aus diesem Schlamassel. Die Religion hat ihre Kraft verloren, eine allgemein bindende Moral zu verbreiten, und das resultierende moralische Vakuum füllt sich seit der franz. Revolution in schöner Regelmäßigkeit mit neuen säkularen Ideologien. Wenn man Billanz zieht - allein zwei Weltkriege in einem Jahrundert, in denen sich die westlichen Staaten gegenseitig zerfleischt haben, millionenfacher Völkermord, allein zwei sozialistische Diktaturen auf deutschem Boden... dann drängt sich ein nostalgischer Blick etwa auf das christlich geprägte Hochmittelalter geradezu auf. Er bietet aber keinen Ausweg. Nur mit dem Verweis auf die Notwendigkeit christlicher Moral für den Fortbestand unserer Zivilisation wird man keinen einzigen Menschen zum Glauben bekehren können. >Es ist wissenschaftstheoretisch m.E. Unsinn, Die wirklich spannende Verbindung von Liberalismus und Religion ist doch dann wohl die der Erkenntnis, dass eine solch umfassende Freiheit enorme Verantwortung mit sich bringt. Gut erzogene Kinder können die Eltern relativ frei agieren lassen, aber verzogene freche Lümmel müssen rund um die Uhr beaufsichtigt werden damit sie nichts anstellen. Die Eltern müssen genau überwachen womit sie hantieren, und gefährliche Dinge wie Feuer oder Messer sind tabu - da sie hierfür nicht verantwortungsvoll genug sind. Das Verhältnis zwischen Staat und Bürger ist letztlich ganz ähnlich. Wenn das moralische Fundament fehlt, um den Bürger aus sich heraus zu verantwortungsvollem Handeln anzuleiten, dann wird der Staat zunehmend totalitär weil er mangelndes Verantwortungsbewusstsein und mangelnde Selbstdisziplin mit Gesetzen, Vorschriften und Überwachung kompensiert. Die zum Zusammenleben notwendigen Regeln werden verlagert aus dem freiwilligen moralischen Handeln des einzelnen in das politische System, das sie dann erzwingt. Praktisch jede gesetzliche Einschränkung unserer Freiheit wird begründet mit Idioten und Kriminellen, die diese Freiheit mißbrauchen. Solange der moralische Grundwasserpegel in unserer Gesellschaft weiter sinkt (und das wird er!), bleibt die Idee der freiheitlichen Gesellschaft daher ein liberaler Wunschtraum. Die aufklärerische Idee, dass die Abschaffung der Religion zur Befreiung der Menschheit führe, war von Anfang an eine intellektuelle Totgeburt. Schon die französische Revolution führte in die blutigste Tyrannei, und es folgen Diktaturen die der Idee verhaftet waren, man könne die innere Ordnung durch Glaube, Moral und Selbstdisziplin völlig ersetzen durch eine äußere, staatliche Ordnung. Maverick, am 10. Februar 2010 um 13:18 ( Link ) Wer abstreitet, dass unser abendländischer Humanismus und dessen Freiheitsbegriff nicht nur auf Sokrates, sondern auch auf Jesus von Nazareth und die spätantiken beziehungsweise mittelalterlichen Kirchenlehrer zurückgeht, sieht das freilich ganz anders. Wer den Nazoräer mangels historischer Belege neben die anderen erfundenen Figürchen stellt, von dessen Wundertaten nichts übrig ist ausser widersprüchlichen Geschichten, dem zudem eine Lehre zugeschrieben wird, wie sie vormals schon existierte und somit nicht durch ihn in die Welt gebracht werden konnte und auch noch sehen muss, wie diese Lehre im geschichtlichen Lauf gelebt wurde, der MUSS das anders sehen. Uneingestandenes Ziel des Sozialismus wiederum sei das Nichts, der Tod der Menschheit.Die Verwirklichung des Reichs Gottes auf der Erde hat dasselbe Ziel. bestätigt meine Einschätzung, dass auch der Liberalismus zu einer Form von Nihilismus werden kann, wenn er sich gegen das christliche Gottes- und Menschenbild stellt. Den Nihilismus im Christentum selbst zu suchen würde Ihnen wahrscheinlich nie in den Sinn kommen. Von daher, bleiben Sie bei Ihrer Vorstellung vom christophoben Kommentatoren, der nichts im Sinn hat ausser den Christen unrecht zu tun und ich bei meiner Feststellung, dass mein erstes Abo-jahr dieses "libertären" Magazins auch mein letztes war. df, am 10. Februar 2010 um 13:34 ( Link ) In "Haiti -- Fluch der Blasphemie" haben Sie sich allerdings tüchtig verrannt. Ein Beispiel: Und noch eines auch für einige Kommentatoren: Für den Glauben ist Max Weber, oder wie sich die Religion auf Wohlstand oder "die Gesellschaft" auswirke, egal. Der Glaube (oder Atheismus) hat für den jeweiligen Mensch seinen eigenen inhärenten Nutzen, ähnlich wie Adam Smiths Bäcker Brot für seinen eigenen Profit verkauft. Die Behauptung, Religionen oder sonstige Lehren seien unterschiedlich wertvoll, weil sie dem Gemeinwohl unterschiedlich dienten, hat im Liberalismus keinen Platz und wird auch von der kath. Kirche nicht gepflegt. Man liebt seine Frau ja auch nicht, um den Schwiegereltern eine Freude zu machen. Edgar L. Gärtner, am 10. Februar 2010 um 13:42 ( Link ) @Maverick: Hätten Sie mein Buch "Öko-Nihilismus" gelesen, wüssten Sie, dass ich durchaus der Meinung bin, dass ein pervertiertes Christentum in der Geschichte die Hauptquelle des Nihilismus war und auch heute noch ist. So sieht es übrigens auch der von mir zitierte Igor Schafarewitsch. Die Geschichte des Christentums wurde begleitet durch eine kaum unterbrochene Abfolge nihilistischer Ketzereien: Gnostiker, Katharer, Wiedertäufer, Bauernkrieger usw. Aktuell zeigt aber die FDP mit ihrer Verteidigung der unsozialen Solarsubventionen, dass es auch noch andere Quellen des Nihilismus gibt. Edgar L. Gärtner, am 10. Februar 2010 um 13:48 ( Link ) @df: Ich habe nicht geschrieben, was Sie gelesen haben wollen. Vielmehr habe ich mich (durchaus im Einklang mit erfahrenen Ökonomen) gegen eine über die akute Nothilfe hinausgehende Entwicklungshilfe ausgesprochen. Ich unterstütze selbstverständlich auch materiell laufende Hilfsprojekte. df, am 10. Februar 2010 um 14:00 ( Link ) @Edgar L. Gärtner: Leider ist die Verknüfung auf Ihren Originalartikel auch nicht zuverlässiger als meine Erninnerung, so daß mein Irrtum kaum zu vermeiden war. Nichtsdestotrotz sollte man sich für sein spirituelles (oder atheistisches) Fortkommen daran gewöhnen, seine eigene "fides quae" nicht von vermuteten Auswirkungen auf gesellschaftliche/politische Freiheit oder Wohlstand abhängig zu machen. Reiner Vogels Selbstverständlich bewirkt die christliche Religion eine Steigerung des Wohlstands und der Freiheit. Deshalb wäre mehr Christentum auch für Haiti sehr förderlich. Darin hat Herr Gärtner recht. Dies vor allem aus zwei Gründen. 1. Auf den ersten Grund hat Herr Gärtner in seinem Kommentar hingewiesen: Der christliche Glaube ist ein Glaube der Freiheit. Wer weiß, dass er Gott mehr gehorchen muss als den Menschen, ist befreit von der Einbindung in magisch-religiöse Macht- und Stammestabus und kann daher frei und aktiv die Welt erforschen und gestalten. Er kann und wird auch selbstverständlich Freiheit und Eigentum des anderen nicht bloß als eines Menschenbruders, sondern als eines von Gott geliebten Geschöpfes achten. Der christliche Glaube ist der natürliche Bundesgenosse der Libertären. 2. Christen bemühen sich, christliche Tugenden wie Sparsamkeit und Fleiß (siehe: "Ora et labora"), Verantwortungsbewustsein, Zusammenhalt in der Familie und über die Generationen hinweg, Abscheu gegen Prasserei, Verschwendungssucht, Trunksucht und natürlich Abscheu gegen Verbrechen, Gewalt, Betrug etc. zu leben und ihre Kinder in diesem Sinne zu erziehen. Dass dies über die Generationen hinweg immer zu einer Steigerung des Wohlstands nicht nur für die Christen, sondern für alle führt, beweist die Geschichte millionenfach. Christen haben im übrigen statistisch mehr Kinder als andere, ihre Ehen halten besser. Dies führt, da der Mensch nun einmal keine Maschine ist, ganz gewiss dazu, dass Christen statistisch weniger häufig auf Grund von seelischen Krisen, eingebildeten Wehwehchen, allgemeiner Motivationsschwäche und dergleichen ausfallen. Ihre Leistungsfähigkeit in Beruf und Gesellschaft bleibt wegen ihrer psychischen Stabilität eher erhalben als die von entwurzelten und absichtlich kinderlosen Personen. LePenseur, am 10. Februar 2010 um 14:56 ( Link ) @Reine Vogels: Christen haben im übrigen statistisch mehr Kinder als andere, ihre Ehen halten besser. Ein auf den ersten Blick (und nicht nur auf diesen!) zugkräftige Argument. Nur müßte man dann auch konzedieren, daß Moslems im Schnitt noch weitaus mehr Kinder haben und ihre Ehen ebenfalls seltener geschieden werden — die "Scheidungen" durch Scharia-Ehrenmorde lassen wir mal "außen vor" ;-) Was zur logischen Schlußfolgerung führen müßte, daß wir dann doch besser gleich Moslems werden — und dagegen hätte ich halt doch was einzuwenden ... df, am 10. Februar 2010 um 15:12 ( Link ) Selbstverständlich bewirkt die christliche Religion eine Steigerung des Wohlstands und der Freiheit. Deshalb wäre mehr Christentum auch für Haiti sehr förderlich. Christlicher Glaube ist die Antwort auf den Ruf Gottes, nicht die Antwort auf die Frage nach Wohlstandsgewinn. Um Tugenden bemühen sich sicher auch Angehörige anderer oder keiner Religion, aber alle scheitern immer wieder. Für einen Christen ist das der Grund, für sich immer die Vergebung Gottes zu suchen, nicht Unterschiede in der Häufigkeit dieses Scheiterns bei den Anhängern diverser Religionen zu finden. Sie haben recht, was Christentum und Liberalismus angeht. Liberale Prämissen sind auch christliche Prämissen. Diese Prämissen widersprechen aber dem Kalkül eines missionierenden Sozialingenieurs. ajk, am 10. Februar 2010 um 15:19 ( Link ) Ich verstehe das alles nicht, es gibt doch genug weiterführende Gedanken zum Christentum und co. Soweit ich das bis jetzt verstanden habe, ist Gott eigentlich die Logik selbst, kein Wesen, kein Bewusstsein in dem Sinne wie das eines Menschen. Unserere Vorfahren haben in der Geometrie den "Geist Gottes" gemeint zu finden, im Aufbau der Bienenwaben, der Geometrischen Gesetze und und und... Darum war der Bau der Kirchen und Kathedralen ein "Gottesdienst" selbst um die Grösse des "Heiligen Geistes" zu demonstrieren. Die Suche nach der "Urformel" bei den Physikern heutzutage ist in meinen Augen genau dasselbe. Kurz gesagt ist Gott die Logik selbst, das Wirken der Naturgesetze, das "Energiefeld" welches die Existenz des Seins ermöglicht, innerhalb dessen sich die Wirklichkeit manifestieren kann, tiefgreifend und vielschichtig, nicht nur auf physikalischer Ebene sondern eben auch wirkend auf die Psyche des Menschen. Eine moderner Auswuchs davon ist die Überzeugung vom notwendigen "Gleichgewicht der Natur" (gibt es moslemische Umweltschutzbewegungen?) oder eben die Menschen- und Tierrechte, dem ein Glauben und das Gefühl von Recht und Unrecht vorrausgeht welches im Christentum als „Heiliger Geist“ (Heilig = „Ganz“, „Rund“, „Perfekter Kreislauf“, „Gesund“) wahrgenommen worden ist. Dies basiert auch auf die Philosophie der alten Griechen die aber, nebenbei bemerkt, eine Sklavenhaltergesellschaft war und berechtigterweise untergegangen ist. Diese Sklavengesellschaft hat aber den Fortschritt unterbunden, denn wer Unmengen an Sklaven hat, braucht keine Dampfmaschinen. Von der massenhaften Unterdrückung von Gedanken mal ganz abgesehen… Wer die machtvolle Erkentniss der Unendlichkeit des Universums, der Demut vor all dieser Pracht und der eigenen Unwichtigkeit nicht kennt, wer nicht begreift das im Christentum TROTZ der „Unwichtigkeit“ dennoch jedes Wesen (vor allem die zur Selbsterkenntniss befähigten) als unendlich wichtig und wertvoll erachtet wurde und wird, der versteht nicht WARUM der Westen es überhaupt als positiv gesehen hat, zu forschen und zu wirtschaften. Ora et Labora heisst „Bete und Arbeite“, man kann das auch als „Meditiere und Arbeite“ übersetzen, die gleichzeitige aufforderung zu Arbeiten und nicht sinnfrei herumzulungern, also etwas zu tun, sich aber den höheren Erkenntnissen des Seins zu widmen und dadurch spirituell weiter zu kommen. „Profit“ soll ja früher mal der „seelische Profit“ bedeutet haben. Und nicht schlicht Geld. Viele der Historischen Probleme des Christentum basieren eher auf der Tatsache das die Kirche SOWOHL Weltlich als auch Geistig agierte. Die Päpste mussten sowohl den Staat erhalten, als auch die geistige Mission fortführen. Heutzutage werden darum ganz andere Wertungen bei den Handlungen der Kirche gemacht als Beispielsweise bei Königen und Rittern. Das diese Wertungen aber auf der Basis der christlichen Wertvorstellungen basieren (Das die Kirche Soldaten losgeschickt hat ist sehr böse denn die Kirche ist ja eigentlich der Gewaltlosigkeit verpflichtet!) sind diese Wertungen irgendwie sinnfrei… Das entschuldigt genau gar nichts, aber es sollte zu Denken geben. /ajk Edgar L. Gärtner, am 10. Februar 2010 um 15:46 ( Link ) @df: Ich habe nirgends geschrieben, dass die Haitianer das Christentum brauchen, um zu Wohlstand zu gelangen. Für Christen war und ist materieller Wohlstand (und Glück) immer ein Nebenprodukt des Strebens nach Gottgefallen. Diese Einsicht stand auch hinter der Lehre des Wiener Psychiaters Viktor E. Frankl: Wer auf direktem Wege nach Glück strebt, wird es nicht erlangen. Irdisches Glück ist Nebenprodukt des Strebens nach transzendenten Lebenszielen. Haiduk, am 10. Februar 2010 um 15:50 ( Link ) Daß der als Dogma begriffene reine Liberalismus gar nicht so rational ist, wie er sich gerne darstellt, weiß man schon lange: Schon Max Weber hatte auf die protestantischen Wurzeln des sog. Kapitalismus hingewiesen. Außerdem macht es doch einen großen Unterschied, ob man der libertären oder libertinen Ausprägung des Liberalismus zuneigt. Die etablierte Klasse der 68er versucht sich ja immer gerne als "libertär" darzustellen. Tatsächlich sind sie aber libertin - besonders mit ihrer messianisch angehauchten Homophilie, die nun schon bei den "Bürgerlichen" (CDU/CSU/FDP) zu finden ist. Entsprechende Gedanken hat man sich auch früher schon gemacht. Hier ein paar Auszüge aus einem Text von 1920, in der die Gründe für den Ersten Weltkrieg rezipiert wurden: Diese politische Leidensstation unseres Volkes ist das Ziel eines Weges, der mit der Absetzung Bismarcks beschritten wurde. Abkehr von Russland, Treibhausindustrie, Reichtumsanbetung, Gottlosigkeit sind die vier Marksteine, die auf der Straße zum Kriege (Weg-)Weiser waren. Reiner Vogels @LePenseur Zum Islam habe ich mich überhaupt nicht geäußert. Und dass ich keineswegs dafür werbe, zum Islam überzutreten, wissen Sie sehr gut. Im übrigen glaube ich nicht, dass der Islam in ähnlicher Weise wie das Christentum Wohlstand und Fortschritt fördert. Ihm fehlt das klassische Arbeitsethos, und er ist m. E. in zu hohem Maße schicksalsergeben, als dass er zu aktiver Gestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft, Wissenschaft und Fortschritt motivieren würde. ajk, am 10. Februar 2010 um 16:28 ( Link ) Dazu gibt es einen recht langen und ausführlichen Bericht der auf diese Gedanken eingeht: http://fjordman.wordpress.com/2007/09/20/der-islam-die-griechen-und-die-wissenschaftliche-revolution/ gruss, /ajk LePenseur, am 10. Februar 2010 um 17:18 ( Link ) @Reiner Vogels: Das mit dem "Arbeitsethos" stimmt natürlich, aber eigentlich auch nur für den protestantischen Teil des Christentums (und selbst da nicht mehr wirklich)! Das Arbeitsethos der Katholiken ist, na sagen wir: so-lala — und über das der Orthodoxen breiten wir besser den Mantel des Schweigens ... Maverick, am 10. Februar 2010 um 17:36 ( Link ) Herr Gärtner, Ich verurtheile das Christenthum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Corruptionen, sie hat den Willen zur letzten auch nur möglichen Corruption gehabt. Die christliche Kirche liess Nichts mit ihrer Verderbniss unberührt, sie hat aus jedem Werth einen Unwerth, aus jeder Wahrheit eine Lüge, aus jeder Rechtschaffenheit eine Seelen-Niedertracht gemacht. Man wage es noch, mir von ihren "humanitären" Segnungen zu reden! Irgend einen Nothstand abschaffen gierig wider ihre tiefste Nützlichkeit, - sie lebte von Nothständen, sie schuf Nothstände, um sich zu verewigen ... Und wenn ich Ludwig von Mises lese schaffe ich es auch nicht das Christentum und den Liberalismus in Einklang zu bringen, bzw. den natürlichen Bundesgenossen zu sehen: Der Liberalismus ist keine Religion, keine Weltanschauung und keine Partei der Sonderinteressen. Er ist keine Religion, weil er weder Glauben noch Hingabe fordert, weil nichts Mystisches um ihn webt und weil er keine Dogmen hat; er ist keine Weltanschauung, weil er nich den Kosmos erklären will und weil er uns nichts sagt und nichts sagen will über Sinn und Zweck des Menschendaseins; er ist keine Partei der Interessen, weil er keinem einzelnen und keiner Gruppe irgendeine Sondervorteil verspricht, verschaffen will oder verschafft. Er ist ganz etwas anderes. Er ist Ideologie, Lehre von dem Zusammenhang der gesellschaftlichen Dinge und zugleich Anwendung dieser Lehre auf das Verhalten der Menschen in gesellschaftlichen Dingen. Er verspricht nichts, was über das hinausgeht, was in der Gesellschaft und durch die Gesellschaft geleistet werden kann. Er will den Menschen nur eines geben: friedliche, ungestörte Entwicklung des materiellen Wohlstandes für alle, um so von ihnen die äußeren Ursachen von Schmerz und Leid fernzuhalten, soweit das überhaupt in der Macht gesellschaftlichen Einrichtungen steht. Leid zu mindern, Freude zu mehren, das ist sein Ziel. Nikolaus Lenau, am 10. Februar 2010 um 18:45 ( Link ) Lieber Edgar, Religion ist eine sehr persönliche Angelegenheit und man kann darüber letztlich nicht logisch-wissenschaftlich befinden. Wenn es Dich zur Kirche zieht ist das schön, die meisten haben andere Erfahrungen gemacht. Heute erzählte man mir von einem Kind, das überwiegend in katholischen, jesuitischen Schulen erzogen wurde und seitdem einen Abscheu gegenüber der Kirche empfindet und pflegt. Das ist eher die Regel als die Ausnahme. Was soll man von einer Einrichtung halten, die nicht einmal jene zu gewinnen versteht, die sich ihr zuwenden oder gar ihre kindliche Unschuld mitbringen ? Die meisten aufgeklärten Menschen haben schlechte oder üble Erfahrungen mit unseren Kirchen gemacht, das muss man respektieren. Politisch bewirkte die Kirche seit ihrer Institutionalisierung durch Konstantin ausschliesslich die Unterdrückung, Entmündigung, Verblödung und Militarisierung der Bevölkerung. Wir hatten in Rom, Athen, bei den Germanen und Kelten schöne religiöse Traditionen, die wesentlich toleranter und weniger militaristisch waren als jede monotheistische Religion, insbesondere das Christentum. Es stammt aus dem nahen Orient und ist für die europäische Kultur und Zivilastion nicht geeignet. Sie hat diese und ihre Identitätsträger ja auch weitgehend zerstört, u.a. durch jahrhundertelangen Massenmord. Wir sollten also nach neuen regigiösen Inhalten, nach einer neuen religiösen Identität suchen. Viscount, am 10. Februar 2010 um 18:58 ( Link ) Sehr geschätzter Herr Kollege Le Penseur, bei der Anschauung zu diesem Punkte herrscht zwischen uns keinerlei Dissens. Soweit ich mich recht erinnere, waren Sie es, der hier vor Zeiten überaus treffend formulierte, er sei ein "innerlich skeptischer Christ" — dieser Formel kann ich mich anschließen. Ich würde mich mit Zähnen und Klauen dagegen zur Wehr setzen, wenn man mir dermaleinst verböte, Katholik zu sein. Was auch immer wieder auffällt ist der Umstand, daß die fatale Neigung zum strangulierenden Frömmeln und zur Gesinnungstäterei eher von protestantisch-pietistischer Seite kommt und nicht so sehr von katholischer. Was halten Sie eigentlich davon, daß der Erzbischof meiner Heimatstadt München - ein Mann mit dem bezeichnenden Namen Marx - derzeit landauf landab mit der Idee hausieren geht, es bedürfe gemeinschaftlicher Verwaltung der Ökonomie? Viele Grüße nach felix Austria! Reiner Vogels @Nikolaus Lenau Wir hatten in Rom, Athen, bei den Germanen und Kelten schöne religiöse Traditionen, die wesentlich toleranter und weniger militaristisch waren als jede monotheistische Religion Ein falsches Urteil wird nicht dadurch richtig, dass es der Politischen Korrektheit entspricht. Damit die Begriffe klar sind: Es gibt formale Toleranz und inhatliche Toleranz. Formale Toleranz ist das Toleranzverständnis der europäischen Verfassungen. Es besagt: Jeder darf seinen Glauben individuell und kollektiv leben und dafür werben. Er darf auch den Glauben anderer inhaltlich kritisieren und für falsch erklären. Er darf allerdings keine Gewalt anwenden, um seinen Glauben durchzusetzen. Inhaltliche Toleranz dagen ist das, was Ihnen vorzuschweben scheint. Es läuft darauf hinaus, dass man alle Meinungen und Überzeugungen als inhaltlich gleichwertig gelten lassen muss und dass man sich der Kritik an fremden Religionen und Überzeugungen zu enthalten habe. Das allerdins ist in meinen Augen keine Toleranz, sondern einfach nur Feigheit. In diesem Sinn kann keine Religion "tolerant" sein. LePenseur, am 11. Februar 2010 um 10:26 ( Link ) Dear Viscount, "Nomen est omen", würde ich bei besagter Exzellenz mal meinen. Ein katholischer Bischof, der in Wirtschaftsdingen dilettiert, ist dazu halt etwa so befähigt wie Ludwig von Mises als Beichtvater — oder vielleicht nicht eimal das ... df, am 11. Februar 2010 um 12:36 ( Link ) Für Christen war und ist materieller Wohlstand (und Glück) immer ein Nebenprodukt des Strebens nach Gottgefallen.Glück vielleicht, materieller Wohlstand (im Diesseits) sicher nicht. Edgar L. Gärtner, am 11. Februar 2010 um 12:49 ( Link ) @df: Gott straft uns ja auch manchmal - gerade, weil er uns liebt. Es gibt keine Garantie für Belohnung im Diesseits. Stellt sich Wohlstand ein, ist er immer das Nebenprodukt einer disziplinierten Lebensweise. Sicher kommen manche Menschen auch unverdient zu Wohlstand. Ob sie aber damit glücklich werden, wage ich zu beweifeln. Elisabeth Noelle-Neumann hat schon vor Jahren herausgefunden, dass sich in der Tendenz nur die Menschen ihres Wohlstandes erfreuen, die ihn sich im Schweiße ihres Angesichts selbst erarbeitet haben. Das erklärt wohl auch, warum Hartz IV-Empfänger selten glücklich sind. Das wäre auch einmal ein Thema für diesen Blog... CrisisMaven, am 11. Februar 2010 um 14:16 ( Link ) Aber muss er uns ausgerechnet mit Westerwelle, Obama, Merkel oder Schaeuble strafen??? tewe, am 11. Februar 2010 um 14:38 ( Link ) au weia. wenn ich das richtig verstanden haben: am christen wesen soll die welt genesen. haiti geht es dreckig, weil die bevölkerung an voodoo "glaubt". nun, darauf ein kräftigen AMEN. freiheitistunteilbar, am 11. Februar 2010 um 14:39 ( Link ) @Haiduk Daß der als Dogma begriffene reine Liberalismus gar nicht so rational ist, wie er sich gerne darstellt, weiß man schon lange: Schon Max Weber hatte auf die protestantischen Wurzeln des sog. Kapitalismus hingewiesen. Außerdem macht es doch einen großen Unterschied, ob man der libertären oder libertinen Ausprägung des Liberalismus zuneigt. Die etablierte Klasse der 68er versucht sich ja immer gerne als "libertär" darzustellen. Tatsächlich sind sie aber libertin - besonders mit ihrer messianisch angehauchten Homophilie, die nun schon bei den "Bürgerlichen" (CDU/CSU/FDP) zu finden ist. Der Liberalismus ist weder Dogma noch Ideologie. Dass er nicht weniger rational ist, nur weil Teile von ihm sich auf das Christentum berufen, dürfte nachvollziehbar sein. Das der Kapitalismus eine gewachsene und keine erdachte Ordnung darstellt, hat u. a. Mises schon dargelegt. Was es wiederum unmöglich macht, dass der Kapitalismus protestantische Wurzeln haben kann. Natürlich ist alles möglich, wenn man Begriffe mit falschen Inhalten füllt. CrisisMaven, am 11. Februar 2010 um 15:36 ( Link ) Nun, ich denke Max Webers Analyse ueber den "geschaefstuechtigen" Protestantismus ist so unanwendbar nicht im Rahmen der Mises'schen axiomatischen Analyse. Religion tut vor allem eines: sie aendert die Zeitpraeferenzen der Menschen, je nach Eschatologie etc. Und wenn Wohlstand der Beweis der Gottgefaelligkeit ist, wird man sich halt um den bemuehen, was nunmal auch heisst, mehr zu sparen. Wenn dagegen gute Werke den Eingang ins Himmelreich sichern, wird man eher spenden. Und wenn nur die Gnade der Kirche den Eintritt in die Himmelspforte sichert, wird man sich zeitpraeferentiell eher neutral, aber im Rahmen der zehn Gebote halten, was auch schon mal marktwirtschaftlich nicht ganz falsch ist, aber eher zur Finanzierung sakraler Bauten beitragen anstatt Fabriken. Ein umgekehrtes Beispiel waren die Zeugen Jehovas mit ihrem Weltuntergang 1975, vor dem viele keinen Beruf mehr ergriffen und keine Anschaffungen mehr getaetigt haben. Mittlerweile sind sie wieder eher sparsam, wenn ich meine Bekanntschaften recht zu deuten weiss. LePenseur, am 11. Februar 2010 um 15:55 ( Link ) @tewe: die japanische nation pfeift komplett auf den christen gott und seine 10 verbote und lebt wirtschaftlich (und moralisch) auf höchstem niveau. Nun, Sie wollen doch nicht ehrpusselige Shintoisten und philosophisch abgeklärte Buddhisten mit Voodoo-Gläubigen vergleichen, die sich mit billigem Fusel betrinken, damit sie mit Geistern kommunizieren können, die sie beschwören, um dem bösen Nachbarn bei Durchbohrung einer Puppe das Lebenslicht auszublasen! Insofern muß man den Niveauunterschied schon berücksichtigen — was auch den zwischen USA (protestantisches Arbeitsethos) und Mexiko (nominell zwar "katholische" Religion, aber mit Unmengen von altem Indianer-Aberglauben vermischt — lesen Sie nur B. Traven, oder "Unter dem Vulkan"!) einigermaßen erklärt. Aber selbst ein mexikanischer "Volks-Katholizismus" ist reinste philosophia perennis im Vergleich zu Voodoo! foreign_correspondent, am 13. Februar 2010 um 16:27 ( Link ) @Edgar L. Gärtner Warum Materialismus und Christophobie in die Knechtschaft führen
hoeppe, am 16. Februar 2010 um 9:31 ( Link ) @James Blond So Meister…, auf die beiden Dinger die Sie hier abgeladen haben ist der dritte Platz in der Rangliste meiner intellektuellen Onlinebekanntschaften wieder zu vergeben. Also ich sehe es eher so, dass die "Angst vor dem Tod" von christlichen Ideologen geschürt wird um Macht über Menschen zu gewinnen. Die Idee der Hölle und des Teufels ist hier ja eine alte Erfindung, um die Schäfchen in den eigenen Aberglauben zu treiben. Die Angst, wie sie Sören Kierkegaard aufgetan hat, ist uns nur leider vollumfänglich erhalten geblieben. Letztendlich nicht mehr zielgerichtet auf Gott und das Fegefeuer gerichtet, sondern diffus und mit dem Verlust jeglicher Gewissheit und theologischer Garantien verklammert. Die daraus zwangsläufig resultierende bürgerliche Krise offenbarte sich in den beiden Weltkriegen und setzt sich nun in unserer umfassenden Selbstdemontage fröhlich fort. feiert Gärtner diese Vernichtung vermeintlich "Ungläubiger" wie ein spanischer Inquisitor die brennende Hexe. Mit diesem dämlichen Spruch fallen Sie selber auf Sechstklässlerniveau zurück… Versetzung gefährdet. Die spanische Inquisition war im Besonderen ein Mittel der weltlichen Macht zum eigenen Zwecke. Aus Sicht der Kirche zielte die Inquisition stets auf die Rückholung derjenigen, die vom rechten Glauben abgefallen sind und nicht auf Bestrafung, die stets von der weltlichen Macht vollstreckt wurde. Die kirchliche Inquisition wird heute, bei unterstellter intellektueller Redlichkeit, als Rechtsfortschritt verstanden, da eine Anhörung des Beklagten und die Möglichkeit seiner Besserung bis zu diesem Zeitpunkt ehr nicht vorgesehen war. Die von Ihnen bevorzugten „Liberalen“, fallen mit der hier immer wieder geforderten Selbstjustiz, im rechtshistorischen Kontext betrachtet, ehr wieder hinter die Inquisition zurück. Statt das eigene Geschichtsbild mal ins rechte Licht zu rücken, halten Sie sich offensichtlich lieber an die gängige Propaganda, damit der Dreck am eigenen Stecken der marxistisch-leninistischen Ideengeschichtet nicht mehr so schwer wiegt. Diese menschenfeindliche Aberglaubens-Ideologie ist mir ehrlich gesagt viel stärker zuwider als die gewöhnlichen libertären Markt-Irrationalismen, die wenigstens noch die Idee der Freiheit auf ihre ganz eigene Art zu bewahren suchen. Meine Rede.., wenn es ans Eingemachte geht, watscheln Linke und Liberale in trauter rationaler Zweisamkeit hand in hand dem abendländischen Sonnenuntergang entgegen. hoeppe, am 16. Februar 2010 um 15:07 ( Link ) @freiheitistunteilbar Das der Kapitalismus eine gewachsene und keine erdachte Ordnung darstellt, hat u. a. Mises schon dargelegt. Was und wie ordnet denn der Kapitalismus? Was es wiederum unmöglich macht, dass der Kapitalismus protestantische Wurzeln haben kann. Gegen dergleichen profane Destillate würde sich auch ein Max Weber, so er denn noch unter den Lebend weilen würde, heftigste zur Wehr setzen, wie er es in seiner Stellungnahme gegenüber der „Kritik“ von Felix Rachfahl (?) dokumentiert. Ich habe allerdings genau das gleiche Problem…., mit nur mal eben Lesen und meinen zu verstehen ist es halt nicht getan… @CrisisMaven Und wenn nur die Gnade der Kirche den Eintritt in die Himmelspforte sichert, wird man sich zeitpraeferentiell eher neutral, aber im Rahmen der zehn Gebote halten, was auch schon mal marktwirtschaftlich nicht ganz falsch ist, Wirklich erheiternd ist mir Daniel Defoe in diesem Zusammenhang aufgestoßen, der ja bekanntlich auch die Verantwortung für diesen wirtschaftstheoretisch vollkommen idiotischen Robinson Crusoe trägt. In „The Complet English Trademann“, versucht Defoe bereits 1726 verzweifelt, mittels puritanischer Wirtschaftsethik, die Steilkurve von der geistlichen Welt zum weltlichen Geschäftsleben zu nehmen: Wenn niemand zu weit gehen und seinen Nachbar betrügen kann, wenn unsere Unterhaltung ohne Verstellung sein soll, ja dann ist es unmöglich für Kaufleute Christen zu sein, dann muss man sein Geschäft an den Nagel hängen, ganz neue Geschäftsmethoden einführen und neue Regeln aufstellen. Kurz wir müssten den Laden schließen und das Geschäft sein lassen. Alle gewöhnlichen Lebensverhältnisse sind heutzutage voll von Lügen und, wenn man Tischlügen, Grußlügen und Geschäftslügen mitrechnen will, dann gibt es so etwas wie „die Wahrheit reden“ überhaupt nicht. Robert K., am 14. März 2010 um 15:20 ( Link ) @ E. Gärtner Anstatt sich zum Opfer hochzustilisieren, hätte es Ihnen gut zu Gesicht gestanden, auf die inhaltliche Kritik einzugehen. Mir scheint, dass Sie sich an atheistischen Feindbildern abarbeiten; konstruktiver wäre es allerdings gewesen ihre geschichtlichen Kenntnisse aufzufrischen (siehe auch "friedliche Christianisierung" in Ihrem letzten Beitrag). Ein Beispiel: Wer abstreitet, dass unser abendländischer Humanismus und dessen Freiheitsbegriff nicht nur auf Sokrates, sondern auch auf Jesus von Nazareth und die spätantiken beziehungsweise mittelalterlichen Kirchenlehrer zurückgeht, sieht das freilich ganz anders. Lesen Sie bitte einmal: Papst Pius VI, päpstlicher Erlass [„Breve“] „quod aliquantum“ von 1791 Gregor XVI, Enzyklika „Mirari vos arbitramur“ von 1832 Enzyklika „Quanta cura“ von Pius IX Enzyklika „Libertas praestantissimum“ von 1888, ein Auszug:
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Jörg Haerter, am 09. Februar 2010 um 22:57 ( Link )
Daß sich die Meinung von Gläubigen und Nichtgläubigen in entscheidenden Punkten diametral unterscheiden, sollte nicht verwundern.
Ein meiner Meinung nach entscheidender Unterschied ist die Verantwortlichkeit Gott, also einer höheren Instanz, gegenüber oder alleine der sogenannten Eigenverantwortung. Die Maßstäbe liegen inner- oder ausserhalb.