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Der "Markt-Computer": Kapitalismuskritiker trägt Eulen nach Wienvon Gérard Bökenkamp Über Walter Ötschs "Mythos Markt. Marktradikale Propaganda und ökonomische Theorie" Walter Otto Ötsch hat es sich zum Ziel gesetzt „marktradikale Propaganda“ zu entlarven. So der Tenor seines Buches „Mythos Markt – Marktradikale Propaganda und ökonomische Theorie“. Differenzierung ist nicht die Sache des Autors: Die Gleichgewichtstheorie von Walras, die Spieltheorie, die Neoklassik, das Denken in Computer-Modellen und die Militärstrategien der USA im Kalten Krieg fasst er unter dem Begriff „marktradikal“ zusammen und Marktradikalismus ist für ihn wiederum gleichzusetzen mit Propaganda. Die Differenzierung zwischen Schulen, Strömungen und Traditionen gibt es für Ötsch nicht. Es gibt keine Freiburger Schule, keine Österreichische Schule und keine Chicagoer Schule. Es gibt bei ihm keine politischen Strömungen, keine Grautöne, keine Geschichte wissenschaftlicher Auseinandersetzungen, sondern nur den Marktradikalismus. Das ist insoweit ironisch, als dass er den Marktradikalen vorwirft, dass es für sie nur den Markt gebe. „Die“ Marktradikalen sind laut Ötsch nicht nur für die Armut in der Welt verantwortlich, sondern auch für den Kalten Krieg. Das Argument lautet: So wie „die Marktradikalen“ zwischen Markt und Nichtmarkt unterschieden hätten, so sei im Kalten Krieg zwischen freier Welt und Kommunismus unterschieden worden. Aus dieser fragwürdigen Analogiebildung leitet Ötsch die Hauptverantwortung der „Marktradikalen“ für die Ost-West-Konfrontation, die nukleare Rüstung und die militärischen Konflikte in der Dritten Welt ab. Der Anteil des Ostblocks in diesem Jahrzehnte währenden Konflikt kommt bei ihm nicht vor. Nachdem sich Ötsch den Popanz „Marktradikalismus“ zurechtdefiniert hat, beginnt er darauf fast 300 Seiten lang einzuprügeln. Dabei ist seine Kritik keine Kritik am „Marktradikalismus“, sondern an der „Neoklassik“, der er einfach pauschal unterstellt, durch die Bank weg marktradikal – also reine Propaganda – zu sein. Der Autor lässt dabei unter den Tisch fallen, dass es sich bei der Neoklassik um eine Methode handelt, die zu sehr unterschiedlichen politischen Schlussfolgerungen bis hin zum aktiven Interventionsstaat führen kann. Er unterstellt zudem, dass die große Mehrheit der neoklassischen Ökonomen nicht in der Lage ist, zwischen den mathematischen Modellen mit begrenzten Grundannahmen und der Realität mit einer Vielzahl zusätzlicher Faktoren zu unterscheiden. Wie wenig er sich eigentlich über sein politisches Anliegen hinaus für die Materie interessiert, zeigt sich daran, dass ihm nicht auffällt, dass er die Neoklassik mit Argumenten angreift, die fast identisch auch von Seiten der Österreichischen Schule gegen die Neoklassik vorgebracht worden sind. In den folgenden Abhandlungen trägt der Autor, offenbar ohne es zu wissen, Eulen nach Athen, oder besser gesagt in diesem Fall nach Wien. So schreibt Ötsch unter anderem: „Viele Waren kann man auf objektive Weise nicht definieren. Wir können beobachten, dass getauscht wird, aber was getauscht wird, bleibt unbestimmt. Diese Unschärfe hat viele Gründe. Der Nutzen von Tauschobjekten ist eine innere und subjektive Größe.“ Das entspricht fast eins zu eins der subjektiven Wertlehre der Österreichischen Schule, die genau auf dieser These ihren „Marktradikalismus“ aufgebaut hat. Die Ablehnung des „Homo Ökonomicus“, der Gleichgewichtstheorie, der Annahme vollständig vorhandener Informationen, der Mathematisierung der Wirtschaftswissenschaften, auf der der Autor seine Kritik aufbaut, entspricht genau den Standpunkten, die auch von Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek (welche Ötsch nur am Rande abbürstet) und ihren Nachfolgern vorgetragen wurden . Ötsch ist in der Alpenrepublik beheimatet. Dennoch ist ihm nicht bewusst, dass er die Argumente der marktradikalen Österreichischen Schule der Nationalökonomie gegen die Neoklassik in Stellung bringt, um diese als „marktradikal“ zu kritisieren. Kann ein Autor eindrucksvoller demonstrieren, dass er die von ihm angeführte Literatur nur oberflächlich kennt oder nicht verstanden hat? Ötsch widerlegt dann auch nicht „den Markt“, sondern das, was er sich als Markt vorstellt, nämlich ein von einem „Markt-Computer“ gesteuertes System. Seine Beschreibung des Marktes ist die Übertragung planwirtschaftlicher Vorstellungen auf die Marktwirtschaft: „Ein allgemeines Gleichgewicht erfordert eine zentrale Koordination aller Pläne in der Wirtschaft. Der Markt-Computer vom Markt 734 (z.B. der Markt für Bananen) muss wissen, ob der Markt 238 (z.B. der Markt für Alufelgen) im Gleichgewicht ist oder nicht, bevor er es wagen kann, seinen „Kunden“ die Erlaubnis zum Tausch erteilen. Gibt er zu früh den Startschuss, stört er das System. Die Rationalität eines Marktes überkreuzt sich mit der Rationalität aller Märkte. Ein unkoordinierter Markt-Computer würde einem anderen in die Quere kommen und ein heilloses Chaos produzieren.“ Nachdem er seinen Popanz endlich zur Strecke gebracht hat, ist Ötsch so erschöpft, dass er die Frage schuldig bleibt, was er als methodische Alternative zur Neoklassik vorschlagen würde und welche Schlussfolgerung er aus seinen vorgetragenen Kritikpunkten zieht. Denn wenn der „Markt-Computer“ seiner Ansicht nach schon nicht richtig planen kann, dann kann es der „Staats-Computer“ auch nicht. Wenn schon die Marktakteure nach seiner Meinung die Übersicht verlieren, wie sollen dann Gewerkschaften und staatliche Bürokratien den Überblick behalten? Ohne es zu merken, hat sich der Autor ein intellektuelles Dilemma geschaffen. Literatur Walter Otto Ötsch: Mythos Markt. Marktradikale Propaganda und ökonomische Theorie, Marburg 2009. 05. Februar 2010 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareGerd Friederich, am 05. Februar 2010 um 11:36 ( Link ) Guter Beitrag, der auch wieder bewusst macht, wie wichtig es ist, die Österreichische Schule bekannter zu machen. Minarchist, am 05. Februar 2010 um 11:45 ( Link ) Dieser Walter Ötsch ist Soziologe, also ausgebildeter Gesellschaftsklempner und Sozialingenieur in Staatsdiensten. Daß nun eine solche Existenz - die selbst am besten weiß, daß Unternehmer und Markt-Prozesse dem Allgemeinwohl dienen, während er mit seinen Ideen und seinem Gehaltsbezug jenem nur schadet und auf der Tasche liegt, sollte niemanden verwundern. Es ist eher erstaunlich, daß Walter Ötsch und sein sozialistisches Geschreibsel wider besseren Wissens hier überhaupt zur Kenntnis genommen und rezensiert wird. Wer sich heutzutage noch gegen den Markt und für den Sozialismus einsetzt, ist nicht mehr ernst zu nehmen und sollte so behandelt werden (=ignoriert werden). CrisisMaven, am 05. Februar 2010 um 15:53 ( Link ) Das Problem ist und bleibt, dass man niemanden eines besseren belehren kann, der jede Argumentation von vornherein in seinen eigenen ideologischen Rahmen einpasst und dazu auch nicht versteht, dass Begriffe leider oft mit unterschiedlicher Bedeutung verwendet werden (Beispiel Inflation). Das m.E. schlimmste aber, was der breiten Bevoelkerung das Einsehen erschwert, ist, dass sie die EU-Buerokratie mit ihren Versuchen, ueberall in Maerkte einzugreifen, etwa Stromleitungen, Schienenetze, Bauvorschriften, Mobilfunkgebuehren, Banktransfers, Landwirtschaft ... fuer "marktradikal" halten. Ich versuche gerade, eine Art Datenbank zu den verschiedenen Quellen aufzubauen, in der, hoffentlich bald, auch Quellen zu den einzelnen Schulen enthalten sein werden. em , am 05. Februar 2010 um 17:22 ( Link ) > aber im Auftrag von demokratisch Die haben wir doch schon, nennen sich "Finanzamt". Und arbeiten ungeheur effektiv ... James Blond, am 05. Februar 2010 um 17:43 ( Link ) Also in seiner Kritik der marktradikalen Propaganda kann man Ötsch nur zustimmen, denn diese Propaganda ist auch bei den "freien Eiern" Standard. Auch hier wird monokausal alles Übel auf den Staat abgeladen und die neoliberale Dreifaltigkeit (Privatisierung, Deregulierung, Freisetzung der Marktkräfte) bis zum Erbrechen gepredigt. Dass diese Propaganda gezielt von Arbeitgeberverinigungen finanziert wird ist längst dokumentiert: Ders.: Machtwahn – Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet. Droemer Knaur Verlag, München März 2006, ISBN 3426273861. Die Idee der "spontanen Ordnung" ist logisch unhaltbar, weil sie selber in Anspruch nehmen wuß, was sie bestreitet. Die "Österreicher" müssen sich nämlich das Wissen anmaßen, dass die soziale Evolution keinen Staat hervorbringen darf bzw. keine Form bewußter Gesellschaftlichkeit. "Spontaneität" wird hier also eingeschränkt in ihren Möglichkeiten - eine spontane Steuerung oder Abschaffung von Märkten darf es nicht geben. Die soziale Evolution darf also nur "Hayek-spontan" sein und nichts sonst. Das Wissen um diese Einränkung der sozialen Evolution wäre aber nach Hayek selbst anmaßend. Weil Hayek aber voraussetzt, dass die soziale Evolution nur Märkte und immer wieder Märkte hervorbringen darf begeht er eine "Anmaßung" des Wissens, denn wenn diese Evolution wirklich naturwüchsig verliefe, könne alles herauskommen, die ganze Bandbreite möglicher Organisationsformen. Es folgt: Die einen berechnen sinnlose Gleichgewichte, die anderen propagieren den offenen Selbstwiderspruch in ihrer Idee der "spontanen Ordnung" bzw. der "sozialen Evolution". critical_theory em , am 05. Februar 2010 um 17:49 ( Link ) > Als Kapitalsammelstellen versteht jeder nun mal Und wo ist das "demokratisch legitimiert" abgeblieben? em , am 05. Februar 2010 um 18:08 ( Link ) @em, seit wann soll irgendein Investmentfonds "demokratisch legitimiert" sein, stupid! Stand so in Deinem Text - war aber wohl Blödsinn. nehring, am 05. Februar 2010 um 18:18 ( Link ) em nichts anderes heisst das doch: vergesellschaftung! ARD und ZDF da bekommt man seine mittel auch als ertrag zurück - in form von guido knopp und "history" em , am 05. Februar 2010 um 18:46 ( Link ) @nehring: Hier handelt es sich wohl eher um einen Sozialisten der, nun ja, "anderen Art". Ist aber auch egal, solange er seine Fragen selbst beantwortet. Wie in seinem letzten Beitrag ... nehring, am 05. Februar 2010 um 19:38 ( Link ) wenn ich kubaner wäre, hätte ich gern lettische probleme... neben ignoranten, die kapitalismus mit marktwirtschaft verwechseln, gibt es auch leute mit einsicht in "tiefere wahrheiten" - legitimiert durch "höhere einsicht"! Molot, am 05. Februar 2010 um 19:48 ( Link ) Man sollte keine Trolls füttern. James Blond, am 05. Februar 2010 um 20:51 ( Link ) nahum schreibt:
Der Neoliberalismus muß zwangsläufig in Widerspruch zur "reinen Lehre" geraten, denn als Ideologie transnationaler Konzerne und raffgieriger Bonzen kann er in der Praxis nur auf die Herrschaft des großen Geldes hinauslaufen. Sh. hierzu u.a.: http://prokla.com/Volltexte/115plehwe.rtf Es grüßt sie sehr herzlich critical_theory James Blond, am 05. Februar 2010 um 20:58 ( Link ) nehring schreibt:
1.) Also dass sie von Marx und Marxismus und den sehr vielschichtigen marxistischen Diskursen weniger Ahnung haben als eine Küchenschabe - geschenkt. 2.) Der Kapitalismus funktioniert doch auch nicht!!! Es steht also bestenfalls 1:1 zwischen Marx und Mises Es grüßt sie sehr herzlich critical_theory Gerd Friederich, am 05. Februar 2010 um 21:17 ( Link ) wikipedia: 1. Eine spontane Ordnung („kosmos“), in der die Individuen ihre Ziele mit eigenen Mitteln verfolgen. Sie benötigt nach Hayek allein abstrakte Regeln, die in Form von Verboten formuliert sind und allgemeingültig sein müssen, also keinerlei Privilegien zulassen. Kompletter Unsinn also, daß das Konzept der "Spontanen Ordnung" irgendwelche normativen Aussagen beinhalten würde, also daß irgendetwas sein sollte oder nicht sein darf. Beim nächsten Versuch der "Kritik" bitte mehr anstrengen. Manche nennen's auch Sachlichkeit. James Blond, am 06. Februar 2010 um 22:14 ( Link ) Gerd Friederich schreibt:
Also erstens sind allgemeine Regeln immer abstrakt (denn sonst müßte ja eine Liste aller denkbaren Einzelfälle aufgestellt werden) und zweitens muß Hayek schon sagen, auf welchem Entscheidungsweg diese Regeln, "die in Form von Verboten formuliert sind und allgemeingültig sein müssen, also keinerlei Privilegien zulassen", bestimmt werden sollen. Dieser Akt kann nur als ein bewußt-gesellschaftlicher Akt verstanden werden, denn sonst wären diese Regeln gar nicht allgemeingültig. Das läuft auf einen offenen Selbstwiderspruch hinaus. Drittens gibt es keine klare Abgrenzung zwischen "Gebot" und "Verbot", denn je nach Situation sind Ver-bote faktisch Ge-bote. Das hängt nämlich von den praktisch verfügbaren Alternativen im Verbotsfall ab. Das Verbot "Du sollst nicht töten" wird ferner in dem Moment zum Ge-bot, in dem ich bewaffnet angegriffen werde und weiterzuleben gedenke. Hayeks Unterscheidung ist also außer in trivialen Fällen willkürlich und müßte erst durch eine übergeordnete Instanz verbindlich definiert werden.
Dieses Konzept ist bis ins Mark normativ und anmaßend im Wissensanspruch: Wer definiert, welche Regeln "konkret" sind (sollen Hayeks oben geforderte Regeln etwa "unkonkret" sein, also gar nicht vermittelbar mit konkreten Situationen? Welchen Sinn hätten diese Regeln dann???), und welche Mittel "eigene Mittel" sind? Letzteres Problem läuft auf das Problem externer Effekte hinaus, also dass eigenes Handeln ganz konkret andere Handlungskreise beeinflusst. Bei knappen Mitteln und Interdependenz treffen sich gerade "Resultate bewusster Entwürfe", nur dass diese Entwürfe mikroökonomisch borniert zu bleiben haben (statt sich in einem staatlichen Gesetz zu verdichten). Die Rede von der "Regelgerechtigkeit" kehrt dann wieder zurück zum zentralen Selbstwiderspruch: Wer legt wie die Regeln fest und welche Institution setzt die Regeln durch? Dazu erfahren wir nichts. Das darf auch nicht wundern, denn jede Antwort würde im Widerspruch zum Ausgangsaxiom stehen.
Wenn Sie "sachlich" wären, würden Sie sagen, wer wie die o.g. Regeln aufstellt und wer sie so interpretiert, dass sie durchgesetzt werden. Insofern wird meine Ausgangsthese nun vollauf bestätigt. Es grüßt Sie alle segr herzlich critical_theory James Blond, am 07. Februar 2010 um 11:22 ( Link ) nahum schreibt:
Das Rollback des Neoliberalismus läuft ja schon längst, "ef" ist ein Teil davon. Die Krise wird nun dem Staat unter geschoben, das beschissene Kreditmanagement der Banken, das Versagen der (privaten!) Ratingagenturen und der Wahnsinn der (von den Bankern eingestandenermaßen selber nicht verstandenen!) Kreditderivate sind kein Thema. Alles wird auf die Niedrigzinspolitik der Fed geschoben. Wenn man mal so ein freies Ei auf die Probleme hoher (deflationär wirkender) Zinsen anspricht flüchten die gleich wieder und wollen das gesamte Geldsystem privatisieren (zugunster just jener Banker, die schon mit Krediten nicht umgehen können...buaaaaaaahhh...). Wir lerner: Wer im Auftrag von Arbeitgebern und ultrarechten Bonzen Legitimationsideologie vertreibt kann nicht besonders scharf nachdenken, schon gar nicht kritisch. So jemand muß mit viel Geld seine geistige Scheiße über rechte think tanks streuen. Das Geld dafür ist ja in rechtsextremen Kreisen massenhaft vorhanden. Es grüßt sie alle sehr herzlich critical_theory barthel_berand, am 07. Februar 2010 um 13:57 ( Link ) @ James Blond Schade, dass Sie zurück sind. Ihr ewiges Begründungsdenken langweilt. Ich hatte Ihnen im letzten Jahr schon einmal dargelegt, dass Sie damit einem naturalistischen Fehlschluss aufsitzen. Sie haben natürlich - wie es offenbar Ihre Art ist - nicht geantwortet. Ich hatte das als Zeichen gedeutet, Sie hätten Ihren Fehler eingesehen. Dies ist offensichtlich nicht so. Vielleicht versuchen Sie es noch einmal. Hier ein link: http://www.gavagai.de/themen/HHPT06.htm Das Netz ist voll davon. BB em , am 07. Februar 2010 um 16:20 ( Link ) Wir lerner: Guter Witz. James Blond, am 09. Februar 2010 um 8:00 ( Link ) nahum schreibt:
Die Frage ist immer, woher Hayek sein Wissen hat. Er suggeriert ja, dass er einen relevanten Einblick in die soziale Evolution hat, denn sonst wäre seine Theorie undenkbar. Er steht ja praktisch über den Staaten und den Märkten und trifft Aussagen zu Entwicklungslinien einer sozialen Evolution. Wäre sein Standpunkt wirklich neutral, dann müsste er die Möglichkeit gleichberechtigt eröffnen, dass die soziale Evolution kapitalistische Märkte abschaffen und sozialistische Organisationsformen hervorbringen könnte.
Also als "pseudointellektuelle Tiefflüge" würde ich Hayeks Gedankenspiele nicht bezeichnen. Sie sind im Gegenteil sogar sehr anregend und klug. Hayek ist exzellent, um das auch mal aus marxistischer Sicht klar zu sagen. Ich sehe eben nur ein logisches Problem in seiner Argumentation, das auf offene Selbstwidersprüche hinausläuft, denn Hayek muß einerseits kollektive, positive Regeln voraussetzen obwohl er positive Regeln ablehnt und andererseits evolutionäre, offene Prozesse voraussetzen, denen er dann im Bruch mit dem Evolutions-Gedanken seine Marktideologie unterschiebt. Der eigentlich offene Prozess wird von Hayek so geschlossen. Der Ökonom Karl-Heinz Brodbeck hat dies so formuliert: "Wenn Regeln, wie Hayek sagt, tatsächlich blind und evolutionär entstehen, so ist es eine »Anmaßung von Wissen«, konstruktivistisch und von außen solche Regeln abschaffen zu wollen. Deregulierung ist eben nur eine andere Regulierung (auch im Interesse anderer), folglich das exakte Gegenteil einer »spontanen Ordnung«. Dieser zentrale Widerspruch in der Theorie Hayeks hat fatale praktische Konsequenzen." Man könnte vermuten, dass der kleine Hayek als Kind heftig unter eine Art Super-Stalin als Vater gelitten hat, der ALLES zu wissen behauptete und der das "Leben" des kleinen Hayek bis ins Kleinste plante, wie es die Manie des psychopathischen Diktators aus Georgien war. Bei Adolph Hitlers Biografie war es ähnlich, nur behauptete Hitlers Vater ja nicht wie der Hayeks alles zu wissen, sondern schlug den kleinen Adolph brutal. Der kleine Hayek löste nun sein Vater-Problem, indem er den Vater (später nannte er ihn STAAT) phobisch ablehnte. Damit geriet er allerdings in den Bann dessen, was die Psychoanalyse "furchtbare Mutter" nennt, dass es auf Orwell 1984 hinauslief, dazu reichte Hayeks Radarschirm nicht. Genau das machte ihn zum Guru der Psychopathen, die den Mont Pelerin, über den die europäische Hauptwasserscheide verläuft, so grässlich entweihten. Diese Spekulation halte ich für blödsinnig und vulgärpsychologisch. Das ist absoluter Nonsens, den Sie nie beweisen können. Folglich könnte ich nun über ihr gestörtes Verhältnis zu Ihrem Vater spekulieren, das Sie zwangsneurotisch in solche Gedankenkonstruktionen treibt etc. Nein, ich bewerte Hayek als Theoretiker, und hier ist er ein absolutes Schwergewicht, an dem ich aber Kritik übe. critical_theory James Blond, am 09. Februar 2010 um 8:06 ( Link ) barthel_berand schreibt:
1.) Schade, dass Sie noch immer nicht argumentieren, sondern nur herumheulen, weil es Menschen mit anderer Meinung gibt, die sich hier an Diskussionen beteiligen. 2.) Wo soll ich denn einen "naturalistischen Fehlschluss" begangen haben? Es grüßt Sie sehr herzlich critical_theory barthel_berand, am 09. Februar 2010 um 15:56 ( Link ) @ James Blond Die Idee der "spontanen Ordnung" ist logisch unhaltbar, weil sie selber in Anspruch nehmen wuß, was sie bestreitet. Die "Österreicher" müssen sich nämlich das Wissen anmaßen, dass die soziale Evolution keinen Staat hervorbringen darf bzw. keine Form bewußter Gesellschaftlichkeit. "Spontaneität" wird hier also eingeschränkt in ihren Möglichkeiten - eine spontane Steuerung oder Abschaffung von Märkten darf es nicht geben. Die soziale Evolution darf also nur "Hayek-spontan" sein und nichts sonst. Das Wissen um diese Einränkung der sozialen Evolution wäre aber nach Hayek selbst anmaßend. Weil Hayek aber voraussetzt, dass die soziale Evolution nur Märkte und immer wieder Märkte hervorbringen darf begeht er eine "Anmaßung" des Wissens, denn wenn diese Evolution wirklich naturwüchsig verliefe, könne alles herauskommen, die ganze Bandbreite möglicher Organisationsformen. Wenden Sie diese Ihre Aussagen einmal auf diese spontane Ordnung hier an. Vielleicht werden Sie dann verstehen... http://www.youtube.com/watch?v=pm8OEEd7u00&NR=1 Eine spontane Ordnung hat mit Logik nichts zu tun. Sie kann nur beschrieben werden. Nichts weiter. Deshalb kann sie auch nicht logisch unhaltbar sein, wie Sie in Ihrem oben zitierten ersten Satz behaupten. BB James Blond, am 10. Februar 2010 um 6:41 ( Link ) barthel_berand schreibt:
Also zunächst müssen Sie eine "spontane Ordnung" identifizieren um über sie schreiben zu können, und um sie identifizieren zu können müssen Sie sie abgrenzen von anderen Ordnungssystemen. Ihre "Beschreibung" ist also, wie Sie sehen, sehr voraussetzungsvoll und bereits normativ angelegt bevor Sie dies offen äußern. Es grüßt Sie sehr herzlich critical_theory barthel_berand, am 10. Februar 2010 um 9:45 ( Link ) @ James Blond Also zunächst müssen Sie eine "spontane Ordnung" identifizieren um über sie schreiben zu können, und um sie identifizieren zu können müssen Sie sie abgrenzen von anderen Ordnungssystemen. Das ist leicht. Eventuell wollen Sie auch noch irgendwelche weiteren Aussagen treffen, denn eine "spontane Ordnung" kann ja äußerst instabil sein oder extrem unangenehme "Nebenwirkungen" haben, die Sie so nicht unbedingt sehen. Nein, ich will keine weiteren Aussagen treffen. http://de.wikipedia.org/wiki/Selbstorganisation Des Weiteren ist klar, dass Sie in Ihren Begriffen ein Vorverständnis Ihres Gegenstandes bereits mit sich tragen, da Sie notwendigerweise ein bestimmtes Erkenntnisinteresse haben, das in Ihre Gegenstandsbestimmung eingeht. Ogott, das wäre doch unwissenschaftlich. Nicht immer von sich auf andere schließen. Ihre "Beschreibung" ist also, wie Sie sehen, sehr voraussetzungsvoll und bereits normativ angelegt bevor Sie dies offen äußern. Quatsch. Ich bin gespannt, ob ich diesmal eine Antwort bekomme. Falls nicht, wäre es erst Nr. 12, die fehlt. BB James Blond, am 11. Februar 2010 um 8:24 ( Link ) barthel_berand schreibt:
Das ist grundlegend falsch und beruht auf einem Denkfehler, den eigentlich jeder verstehen kann wenn er kein Brett vorm Kopf hat. Nein, ich will keine weiteren Aussagen treffen. Sie drücken sich systematisch davor, die von Ihnen offenbar als normativ relevante soziale Tatsache beobachtete Form einer bestimmten "Selbstorganisation" vernünftig darzustellen und zu verstehen. Wenn Sie immer wieder sprachlos sind und nur irgwend einen Link bieten können statt selbst formulierte Argumente sehe ich darin nicht gerade eine Stärke. Keine Zeit mehr Es grüßt Sie alle sehr herzlich critical_theory barthel_berand, am 13. Februar 2010 um 14:26 ( Link ) @ James Blond Dass Organisationen ohne "Entwürfe" entünden ist Nonsens, denn jede Organisation, ob ein Unternehmen, ein Kaninchenzüchterverein oder ein Marktplatz in Oregon sind Ergebnisse bewußter menschlicher Handlungen Genau das hatte ich geschrieben und genau das ist keine spontane Ordnung. Vielleicht lesen Sie demnächst etwas sorgfältiger. Wenn Sie immer wieder sprachlos sind und nur irgwend einen Link bieten können statt selbst formulierte Argumente sehe ich darin nicht gerade eine Stärke. Müssen Sie auch nicht. Es ist nicht mein Ziel, hier Stärke zu demonstrieren. Effektivität und Effizienz sind mir wichtiger. Wenn Sie da etwas sinnvoll zu sdagen haben, müssen Sie schon schauen, dass sie eklatante Selbstwidersprüche vermeiden und diese nicht einfach nur dem Gegenstand unterschieben. Jetzt müssen Sie mir schon wieder helfen. Welche Selbstwidersprüche meinen Sie? BB Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Sven Adam, am 05. Februar 2010 um 11:12 ( Link )
Bleibt festzuhalten, daß das Buch von Herrn Ötsch das ist, was er den Marktradikalen vorwirft: Propaganda.
Es wird genug Menschen geben, die ihm Beifall stiften. Den Staatsgläubigen reicht es vollkommen aus, wenn in einem Buch die wichtigen Reizvokabeln wie Markt, Neoliberalismus, Kapitalismus, etc. auftauchen und der Autor einfach "dagegen" ist. Das kennzeichnet durch die Brille des Staatsgläubigen betrachtet ein gutes Buch.