22. Januar 2010

Ökonomie und Moral Gelobt sei das Privateigentum!

Ein Kommentar aus Berlin

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Nichts ist auch am Anfang des neuen Jahrzehnts so umkämpft, wie die Eigentumsfrage. Die nicht enden wollende Diskussion um Steuerhöhe (was ist „gerecht“?) und Steuerstruktur, der ständige Kampf zwischen Selbstverantwortung und Kollektivismus („soziale Sicherheit“) sind die wichtigsten Schauplätze dieses Konfliktes. Dabei mag im Pulverdampf manchmal das Bewusstsein dessen verlorengehen, worum es hier eigentlich geht; warum der Kampf für einen möglichst großen privaten und möglichst geringen staatlichen Eigentumsanteil sich lohnt. Die wichtigsten Argumente für das persönliche Eigentum seien hier einmal zusammengestellt.

1. Die Aussicht auf Eigentum („Recht auf den Ertrag der eigenen Arbeit“) ist ein wichtiger Ansporn des Lebens und Arbeitens.

2. Nur das Eigene wird erhalten und gepflegt (Bismarck: „Was mir nicht gehört, interessiert mich nicht“)

3. Der innere Frieden lässt sich nur bewahren, wenn die Eigentumsrechte definiert sind. „Gute Zäune machen gute Nachbarn“.

4. Eigentum ist die Basis der Marktwirtschaft: ohne Eigentum kommt es nicht zum Tausch, weil man nichts zum Tauschen hat.

5. Eigentum verleiht die wunderbare Fähigkeit zur Freigiebigkeit. Nicht nur gegenüber persönlichen Freunden, sondern auch als Mäzen und Sponsor, als Stifter und Spender zugunsten der Allgemeinheit.

6. Eigentum verleiht persönliche Unabhängigkeit. Man kann auch einmal „Nein“ gegenüber Zumutungen sagen, „Kündigen“, Widerstand leisten, weil man sich auf eigene Reserven zurückziehen kann. Eigentum ist auch die wichtigste Basis der Privatheit („My home is my castle“).

7. Echtes Eigentum (persönliches Vermögen) ist der beste Schutz gegen die Unwägbarkeiten der Zukunft. Für den Fall der Hilflosigkeit und des Unglücks hat man ein Basisdepot, aus dem man leben kann.

8. Konstante Eigentumsverhältnisse inkl. Erbrecht allein ermöglichen Unternehmertum, auch längerfristig und „nachhaltig“.

9. Eigentum hat einen fördernden Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung: ein Eigentümer wird selbstbewusster und stolzer sein als jemand, der existentiell von den willkürlichen Zuwendungen eines anderen abhängt, im schlimmsten Fall ein Sklave ist.

Gegenwärtig, und schon seit einigen Jahrzehnten geht die Tendenz dahin, das Eigentum immer mehr auszuhöhlen und zu regulieren. Sogar der deutsche Facharbeiter hat tendenziell heute nur noch ein Drittel Netto von seinem Bruttoeinkommen! Man hat ihn mit seinem eigenen Eigentum vom Staat abhängig gemacht! Darum ist das „Mehr Netto für alle“ der Familienunternehmer die Überlebensformel für eine freie Gesellschaft. Wo der Staat den größeren Teil des Bruttosozialproduktes beansprucht und mit der Formel „soziale Gerechtigkeit“ und „Gleichheit“ die Eigentumsverhältnisse ständig wieder zur Disposition stellt, ist die Zukunft einer freien Gesellschaft, nicht nur des materiellen Wohlstands, sondern der Kultur insgesamt bedroht; von der „sozialen Kälte“ abgesehen, die sich ausbreiten muss, wo der Staat das „Soziale“ bei sich monopolisiert hat und die „Nächstenliebe“ durch Behörden kollektiviert worden ist.

Information

Dieser Artikel erschien zuerst als „Kommentar aus Berlin“ von „DIE FAMILIENUNTERNEHMER – ASU e.V.“ Wir danken für die freundliche Genehmigung der Zweitveröffentlichung!

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