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Marktkommentar: Ein recht ruhiges Finanzjahr 2009 geht zuendeDas kommende Jahr wird ungemütlicher Am Ende eines Jahres ist es Zeit, Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf das kommende Jahr zu geben. Viele Firmenbilanzen für das Jahr 2009 dürften katastrophal aussehen. Ebenso die „Staatsbilanzen“ wegen ihrer enormen Ausgaben für Bankenrettungen und Konjunkturpakete. Nach dem Horrorjahr 2008, wo nach der Lehman-Pleite das globale Finanzsystem mehrere Male fast zusammengebrochen wäre, war 2009 relativ „ruhig“. Nach dem Tiefpunkt auf den Aktienmärkten im März setzte eine wilde Spekulation mit billigem Zentralbank-Geld ein, das die Kurse wieder hochtrieb. Die Realwirtschaft bekam davon wenig ab, sie hatte eher an einem „Credit-Crunch“, einer Kreditklemme zu leiden. Die Wirtschaft sackte weiter ab, erst Mitte des Jahres gab es durch die enormen Staatsausgaben eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau, die gleich als „Aufschwung“ und „Ende der Rezession“ verkauft wird. Die Arbeitslosigkeit stieg weniger stark an als erwartet, auch durch Kurzarbeitspakete der Staaten von bis zu 24 Monaten. Dies besonders vor der deutschen Bundestagswahl, wo die Konzerne bekniet wurden, noch nicht zu entlassen. Dafür explodieren die Staatsausgaben überall ins Unendliche, besonders in den USA und in Großbritannien. Aber auch in Euroland haben wir solche Fälle wie Spanien, Irland und besonders Griechenland, das 2009 bereits fast bankrott gegangen wäre. Auch die „Nicht-PIGS“ wie Deutschland oder Frankreich machen gigantische Defizite. Solche Defizite führen irgendwann zum Abverkauf von Staatsanleihen und Währung, wie wir es in dieser Krise schon einige Male gesehen haben. Das Jahr 2009 war also relativ ruhig – erkauft durch staatliche Bankenrettungen und gigantische Budgetdefizite sowie Bilanz- und Marktmanipulationen aller Art. Das wird nicht ewig so weitergehen. Wie es aussieht, haben diese staatlichen Bailouts im Herbst 2008 etwa eineinhalb Jahre „Ruhe und Frieden“ gebracht. Wir sollten nicht vergessen: Die Welt ist seit 2000 im sogenannten „Kondratieff-Winter“, jenem Teil des langjährigen Kreditzyklus, in dem die Schulden und anderen Verwerfungen wieder abgebaut werden. Den großen Crash hat man einige Male verhindert, aber wenn er kommt, dann wird er auch die Staaten mitnehmen. Ausblick auf 2010 Die bisherige „Ruhe“ wird 2010 zu Ende gehen. Nicht nur dreht sich die Inflation, besonders bei Lebensmitteln und Energie wieder in den positiven Bereich, auch der Goldpreis hat 2009 neue Höhen bis 1226 Dollar pro Unze erreicht. Das waren die Vorboten für die breite Staatenkrise. Der Fast-Bankrott von Griechenland war auch solch ein Vorbote. 2010 wird es flächendeckend auch die großen Staaten treffen: Abverkauf von Währung und Staatsanleihen, Explosion der Konsumgüter-Preise, Crash der Finanzwerte. Das ist in jeder Währungskrise so. Dann heißt es entweder die Währung aufgeben und den Staatsbankrott anmelden, oder massiv im Staat sparen und die Steuern wie Zinsen stark erhöhen. Massiv sparen und Steuern erhöhen wird aber nicht gehen, da nach den Banken-Bailouts für die Banker-Boni dafür keine Legitimität mehr vorhanden ist. Außerdem geben die Steuersklaven kaum mehr etwas her. Gegen das Sparen werden sich alle Lobbys erheben. Auch der Trick mit den Klimasteuern (letzter Marktbericht) ist nach dem gescheiterten Klimagipfel nicht zu machen. Daher ist der Weg in die Hyperinflation vorgezeichnet; eine massive Flucht aus allem Papier in Realwerte. Besonders die Rettungsboote aus Gold und Silber brauchen wir 2010 wirklich. 27. Dezember 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareJulian H, am 27. Dezember 2009 um 17:46 ( Link ) Naja, vielleicht haben sie die neuen Pressen nur geordert, um die Dmark zu drucken? :-/ Man wird ja wohl noch hoffen dürfen! Sphairon, am 27. Dezember 2009 um 17:54 ( Link ) Und wieder wirft Herr Eichelburg mit Kondratieff-Zyklen durch die Gegend, als ob das eine natürliche Begebenheit wie Ebbe und Flut sei. Daher mein Hinweis an alle Eichelburger: Do you want to lose money? Invest in terms of the Kondratieff wave. Do you want to misunderstand completely the relationship between economic production and prices? Adopt the Kondratieff wave as your tool of explanation. Maerz_1848, am 27. Dezember 2009 um 21:11 ( Link ) Die EU-ZentralBank druckt schon seit Monaten Geldnoten bis die Maschinen glühen und durch weitere Bestellungen an Gelddruckmaschinen wollen sie den Markt mit Geld fluten (überfluten). Die Inflation und neue Währung sind vorprogrammiert. In spätestens 5 Jahren ist der Euro "Geschichte" GraueEminenz, am 27. Dezember 2009 um 21:43 ( Link ) Dass 2010 und 2011 zu Katastrophenjahren werden, ist, auch wenn man Eichelburgs Kommentare nicht mag, relativ eicht nachzuvollziehen: Kurzarbeit und teure Konjunkturprogramme laufen aus, weit mehr Hypotheken als 2007/2008/2009 werden zinsmaessig angepasst oder erstmals getilgt werden muessen (das waren die 2006/2007 vergebenen bsonders tueckischen "ARM" - Adjustable Rate Mortgages mit z.T. tilgungsfreien Anfangsjahren). Aehnliches ist auf dem kommerziellen Hypothekenmarkt zu befuerchten. Das "quantitative easing" muss zurueckgenommen werden (wenn man nicht den Glauben, es handele sich nur um voruebergehende Liquiditaet, gefaehrden will). Viele Unternehmen, die den Rattenfaengern Glauben schenkten und bis hierher ausgehalten haben, gehen gerade darum und jetzt (erst) pleite. Konservativer, am 27. Dezember 2009 um 21:54 ( Link ) Das Beschaffen von Gelddruckmaschinen als Zeichen für irgendwas zu deuten, ist doch albern. Bargeld braucht man heute zum Brötchenkaufen. Wer heute noch mit Koffern voller Bargeld rumrennt, das sind Drogendealer und Parteienspender. Rüdiger Märzen, am 28. Dezember 2009 um 6:27 ( Link ) @Walter K. Eichelburg: Jochen Trebmann, am 28. Dezember 2009 um 9:28 ( Link ) Bis zu einem gewissen Grad an Schärfe kann man die Entwicklung auf den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft über einen begrenzten Zeitraum wahrscheinlich vorhersagen. Der sich seit Jahren abzeichnende US Hypotheken-Crash war ja so offensichtlich, daß man als Prophet kaum etwas falsch machen konnte. Bis dahin (also bis Mitte/Ende 2007) war das einfach. Weltweit gab es Doomer, welche die Krise ziemlich exakt vorhersagten. Ganz ehrlich: das war kein besonders aufregendes Kunststück. Ab jetzt ist es nicht mehr so einfach. Die Sache ist unheimlich komplex geworden. Es gibt keine einfachen Fragen mehr und schon gar keine einfachen Antworten. Denn die Unbekannten sind zuviele. Durchaus möglich, daß Inflation eintritt. Aber Hyperinflation? Das Szenario Hyperinflation ist eher selten und sie tritt nur dann ein, wenn die Lage wirklich komplett hoffnungslos ist. So wie nach Ende des I. Weltkriegs, als Deutschland fiskalisch in eine völlig ausweglose Lage geraten war. Die Lage 1923 in Deutschland, oder die des failed-state Simbabwe 2009, ist nicht zu vergleichen mit der Lage der Industriestaaten, die zumeist eben überbordende, unbezahlbare Wohlfahrtsstaaten geworden sind. Damit sind wir auch schon beim Kern des Problems. Die Bankenkrise ist keine "Boni-Krise". Sie ist vielmehr eine Krise der gescheiterten Wohlfahrtspolitik. Fannie Mae (und in der Folge das ganze US Hypothekenbank-Gerümpel) ist eine Ausgeburt des Wohlfahrtsstaates, erfunden bereits 1938 von Roosevelt, einem Hardcore-Keynesianer und dem Zeitgeist entsprechend, einem Faschisten. Das Ziel: jeder Amerikaner sollte ein Dach über dem Kopf haben. Der Grund: Ruhigstellen der Massen wegen der gescheiterten, hochgradig keynesianisch-faschistischen New-Deal Politik. Und auch heute: Die deutschen Landesbanken dienten den Wohlfahrtsstaatspolitikern als Melkkühe, die immer größere Risiken einzugehen hatten, um die leeren Staatskassen zu füllen. Immerhin ging es um das Verteilen von Wohltätigkeiten. Lieferte der Landesbank-Chef dann die erwünschten Milliardenbeträge beim Finanzminister ab, waren Schulterklopfereien und dicke Boni sicher. So wurden gerade von den Staatsbanken immer größere Risiken eingegangen, und Wohlfahrtsstaatspolitiker in den Aufsichtsräten blieben ruhig. Es ging ja um die gute Sache. Der Gipfel dann durch die rot-grüne Regierung mit dem sog. Finanzmarktmodernisierungsgesetz. Hedge-Fonds und Private-Equity-Fonds wurden erstmals in Deutschland möglich und die Landesbanken waren die treibende Kraft dahinter. Warum wohl? Es ging darum, dem notleidenden Wohlfahrtsstaat neue Einnahmequellen zu erschließen. Denn bezahlbar sind die Politikerversprechen schon längst nicht mehr. So kommen wir auch zum Kern der Sache und zum Ansatz für die Lösung: weg mit dem überbordenden Wohlfahrtsstaat. Die Sozialquote beträgt heute in den USA 25.5% (Tendenz unter Obama weiter steigend), in Deutschland mittlerweile gar mehr als 31%. Ein Drittel des BIP wird "sozial gerecht" umverteilt, wobei unten dann noch Hartz IV und Praxisgebühr ankommen. Derweil fressen sich eine Unmenge an Bürokraten am System satt. So ist der größte Arbeitgeber Deutschlands mittlerweile die Caritas mit sage und schreibe 500.000 fest Angestellten. Die Sozialversicherungen "beschäftigen" 440.000 zumeist kaffeetrinkende Damen und Herren, wobei die Zahl ständig weiter ansteigt. Ein Millionenheer ist im sozial/medizinisch-industriellen Komplex alimentiert und weniger als (das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!) 7 Millionen Deutsche arbeiten noch in der gewerblichen Wirtschaft. In dem Bereich also, der alles irgendwie erwirtschaften muß. Der Facharbeiter im gewerblichen Bereich hat ein durchschnittliches Brutto von ca. 3000 Euro monatlich. Die Wertschöpfung ist jedoch höher, sonst verliert er seinen Arbeitsplatz. 20% müssen zusätzlich noch einmal für die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung wertgeschöpft werden. Hinzu kommen Abgaben für betriebsinterne Verwaltung, Körperschaften wie Berufsgenossenschaft und andere, und weitere zusätzliche Kosten. Am Ende muß der für 3000 Euro brutto arbeitende Facharbeiter in diesem Land ca. 4200 Euro wertschöpfen, damit sich sein Arbeitsplatz lohnt. Denn so hoch sind die Kosten des Arbeitgebers. Über Gewinn haben wir hier noch nicht geredet. Von diesen 4200 Euro an effektiver Wertschöpfung bleiben ihm dann nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen gerade mal noch 1840 Euro übrig, die er netto ausbezahlt bekommt. Dafür geht er dann einkaufen und bezahlt 19% Mehrwertsteuer, Spritsteuer, Ökosteuer, Energiesteuer und so weiter. Nachgerechnet, ist der tatsächliche Wert, den er verkonsumieren kann, bei nur noch weniger als 30% angelangt. Den großen Rest verschlingt der überbordende Wohlfahrtsstaat. Doch dem gefräßigen Wohlfahrtsstaat reicht das immer noch nicht. Denn um die Wohltätigkeitsversprechen der Politiker einlösen zu können, müssen jährlich neue Schulden gemacht werden. Womit wir bei den Ursachen der über alle Maßen wachsenden Geldmenge angelangt sind. Ab diesem Punkt können jetzt Geld-Theoretiker weiter übernehmen. Nur soviel: Die Weltfinanzkrise ist also eine Krise der unbezahlbaren Wohlfahrtsstaaten. Nicht Boni-Banker sind schuld an der Krise, sondern Politiker, die mit unbezahlbaren Versprechungen Wahlen gewinnen wollen und damit ganze Staaten ins Chaos stürzen. Deshalb kann die Krise nur überwunden werden, wenn wohlfahrtsstaatliche Politik verhindert und der Wohlfahrtsstaat auf das Wesentliche zurechtgestutzt wird. Wird das Problem nicht an der Wurzel gepackt, wird auch die Krise nicht überwunden. Und dann muß man eben kein Prophet sein um vorherzusagen, wie das alles dann endet. FritzLiberal, am 28. Dezember 2009 um 9:46 ( Link ) @Jochen Trebmann: in den meisten Punkten stimme ich Ihnen zu. Nur dazu: Bis dahin (also bis Mitte/Ende 2007) war das einfach. Weltweit gab es Doomer, welche die Krise ziemlich exakt vorhersagten. Ganz ehrlich: das war kein besonders aufregendes Kunststück. Diesen Nicht-Kunststück haben zwar einige "Doomer", aber kein einziger der zahlreichen von unseren Zwangsabgaben besoldeten Staatsökonomen geschafft. dickbrettbohrer, am 28. Dezember 2009 um 10:30 ( Link ) Jochen Trebmann: hoeppe, am 28. Dezember 2009 um 11:21 ( Link ) Es ist eine unbezahlbare Wohlfahrtsindustrie entstanden getragen von einem monetären Schneeballsystems, in dem sich auch der Unternehmer Pudel wohl gefühlt hat. Jetzt plötzlich plagt ihn aber, wie dem Transfergeldempfänger auch, die Marter der ungerechten Behandlung. Dagny Taggart, am 28. Dezember 2009 um 12:06 ( Link ) Ein weiterer Artikel in dem Schwarz die vorherrschende Farbe und Stimmung ist. Schwarzmalen, schlechtreden, schlechte Stimmung verbreiten und miesmachen: Die Finanzapokalypse ist in diesem Magazin was anderen die Klimakatastrophe ist. Haderach, am 28. Dezember 2009 um 12:16 ( Link ) @hoeppe hoeppe, am 28. Dezember 2009 um 13:23 ( Link ) Guten Tag Herr Haderach, Was für eine unfundierte, inkompetente Aussage. Mein Wurm scheint dem Fischlein zu schmecken und so kann ich mit Mr. Kompetent an der Angel sogleich in die Vollen gehen. Welcher Umstand erlaubt es dem Unternehmer beständig X Euro in den Wirtschaftskreislauf zu investieren, die X Euro wieder herein zu holen plus Y Euro Gewinn heraus zu nehmen? Da es ja um die Summe unseres BIP geht, gemessen in Euro, bitte ich Sie, sich bei der Beantwortung dieser Frage vom Blickwinkel Ihres bedauernswürdigen Einzelschicksals und dem Ihrer Unternehmerkollegen frei zu machen. Und, da Sie als gestandener Unternehmer sicherlich der doppelten Buchführung mächtig sind, werden Sie mich hoffentlich nicht in die Metaphysik des Mehrwerts entführen, sonder ganz ökonomisch Sachkundig darlegen, wie die Y Euro Gewinn bzw. die zusätzlichen Euros zur Darstellung des wachsenden BIP auf der Bildfläche erscheinen. Dann sehen wir mal weiter… Singaporean, am 28. Dezember 2009 um 17:00 ( Link ) Und, da Sie als gestandener Unternehmer sicherlich der doppelten Buchführung mächtig sind, werden Sie mich hoffentlich nicht in die Metaphysik des Mehrwerts entführen, sonder ganz ökonomisch Sachkundig darlegen, wie die Y Euro Gewinn bzw. die zusätzlichen Euros zur Darstellung des wachsenden BIP auf der Bildfläche erscheinen. Vielleicht liegts daran, dass sich alle nicht vom Staat alimentierten Unternehmer dumm und dämlich schuften müssen? Die einzigen Unternehmer denen es gut geht, sind solche, die von Subventionen leben oder selber Beamte in einem Staatsbetrieb (z.B. Siemens) sind. @Jochen Trebmann: Ich danke ihnen für ihre Ausführungen. GraueEminenz, am 28. Dezember 2009 um 17:20 ( Link ) Tja, lieber Hoeppe, wie entsteht "der Mehrwert" oder banaler ausgedrueckt, Gewinn? (Wir werden sehen, dass der Gewinn zumindest aus dem Mehrwert Marxscher Definition entspringt, sofern jedenfalls es sich um produktive Arbeit handelt.) GraueEminenz, am 28. Dezember 2009 um 17:21 ( Link ) TEIL II: GraueEminenz, am 28. Dezember 2009 um 17:21 ( Link ) TEIL III: Olaf Janowski, am 28. Dezember 2009 um 17:29 ( Link ) @Jochen Trebmann: Ganz hervorragende Kurzanalyse der jüngeren Vergangenheit! Über die wahren Hintergründe der Finanzweltkrise ist besonders lesenswert: http://sohalt.wordpress.com/2008/09/22/die-ursachen-der-kreditkrise/ Verursacher war Roosevelt nur als Veranlasser, schlimm waren die Veränderungen der "demokratischen" Präsidenten Jimmy Carter, vor allem aber Bill Clintons an den diversen "Home Acts", die es auch finanzschwachen US-Bürgern ermöglichen sollten durch Aufweichung der Kreditwürdigkeitskriterien sich eine eigene Hütte zu bauen. Was die bestellten 14 Gelddruckmaschinen betrifft: Da werden RFID-Folienträger mit hergestellt. Ich glaube aber, man will den RFID-Chip unter der Haut der Menschen nach einem endgültigen Zusammenbruch der Weltfinanzsysteme vorbereiten. Das Ding, von dem schon in der Johannesoffenbarung des Neuen Testaments die Rede ist, ohne den keiner kaufen oder verkaufen kann und der mit einer Zahl eines Menschen in Zusammenhang steht (666). Nachtigall, ich hör dir trappsen - ein Goldverbot wird z. Z. ja sowieso durch Verunmöglichung des Realgoldkaufs ohne staatliche oder halbstaatliche Kontrollinstanzen de facto umgesetzt. Schöne neue Endzeit wünscht: GraueEminenz, am 28. Dezember 2009 um 17:31 ( Link ) Nachsatz: Adam Smith in der heutigen Wirtschaftsliteratur. dickbrettbohrer, am 28. Dezember 2009 um 17:41 ( Link ) GraueEminenz GraueEminenz, am 28. Dezember 2009 um 17:57 ( Link ) @dickbrettbohrer Molot, am 28. Dezember 2009 um 19:53 ( Link ) Ich jedenfalls hab's gern gelesen. Ich auch. Danke. hoeppe, am 28. Dezember 2009 um 21:42 ( Link ) @ Haderach was’n los? Keen bock mehr? @GraueEminenz Teil I bis ... Fein… meine Frage richtet sich aber ganz konkret auf den Gewinn im monetären Sinne, der ausschließlich in Form von Euro oder Dollar und nicht in irgendeinem ominösen Mehrwert oder Brot zu Tage tritt. Vollkommen zu recht halten Sie selber fest, dass ihre pragmatische Darstellung nur noch in primitiven Dorfgemeinschatten vorkommt, in der wir nun mal (leider?) nicht mehr zu Hause sind. Was die Arbeitsteilung angeht, gebe ich Ihnen recht. Das Wesen der Arbeitsteilung wird in diesem Zusammenhang massiv unterschätzt. Ihren Ausführungen vom wohlstandsteigernden Effekt der Arbeitsteilung möchte ich nicht widersprechen, allerdings um eine "Kleinigkeit" ergänzen. Wie beim geschulten Ökonomen üblich, implementieren Sie offensichtlich einen unbegrenzten Hang zur Arbeitsteilung in das menschlichen Genmaterial. Bis zum entschlüsseln der entsprechenden DNA-Sequenz gehe ich davon aus, dass erst unser ungedecktes Kreditgeldsystem den Erfüllungsdruck (Schulden werden stets zurückgefordert) in die Welt setzt, der den wohlstandsfördernden Effekt der Arbeitsteilung, Rationalisierung und Produktionssteigerung über die „menschliche Streckgrenze“ hinaus möglich macht. Die wohlstandsfördernde Arbeitsteilung, die die Welt zum globalen Dorf schrumpfen lässt, war und ist in erster Linie ein staatliches Ding. Ihr Wohlstands-PC-Wunderwerk entspringt mit Sicherheit nicht aus einer frei vom staatlichen Einfluss agierenden Mittelstandsklitsche, sonder ist das Machwerk eines multinationalen Konzerns, der, wo es nur geht, immer fleißig im staatlichen Windschatten operiert. So ist in der von Ihnen angesprochenen staatsfernen Dorfgemeinschaft Wohlstand in Form von WLAN, Zweitwagen, Kernspintomograph und Wäschetrockner der Energieeffizienzklasse A nach meinem Wissen nicht an zu treffen. Das es auf dem Kulminationspunkt der allumfassenden wohlstandsfördernden Arbeitsteilung im globalen Dorf dann nicht mal mehr möglich ist, Mitmenschen fremder Kultur, aus welchen Gründen auch immer, freundlich aber bestimmt die Tür zu weisen, sei an dieser Stelle nur am Rande erwähnt. Wie Sie richtig darstellen, ist die wohlstandsfördernde Arbeitsteilung das A und O um das sich alles dreht. Nur leider ist diese Arbeitsteilung mit kultureller Abgrenzung nicht ganz kompatibel.
@Singaporean Die einzigen Unternehmer denen es gut geht, sind solche, die von Subventionen leben oder selber Beamte in einem Staatsbetrieb (z.B. Siemens) sind. Mir kommen gleich die Tränen…!! Jetzt ist mir auch klar, wieso in der „Bude“, in der Events wie „Delegationsreise mit dem Wirtschaftsminister XY nach China“ oder „deutsch Brasilianische Wirtschaftstage“ usw. usw. organisiert werden, immer staatsferne Unternehmer die Telefone heiß klingeln lassen, weil sie ganz geil auf eine Teilnahme sind. Was ich bei den Liberalen sowieso nie verstanden habe ist die Abgrenzung ihrer Ideen. Von der Idee her ist der selbstständige Unternehmer an sich gut. Aber nur, wenn er staatsfern agiert. Wie staatsfern muss der Unternehmer sein um im liberalen Sinne noch ein guter Unternehmer zu sein? Auf dem Mond weht ja nun auch schon die Amerikanische Flagge? Michael Schlenger, am 28. Dezember 2009 um 22:45 ( Link ) Werte Gemeinde, noch mal zurück zu Meister Eichelburg! Wie wäre es stattdessen mit einer Bewertung des Edelblechs anhand des empirisch erprobten Tauschwerts einer Unze Gold realer knapper Güter wie 500g Weizenmehl, 100g Schokolade mit 60 % Kakaogehalt, 1 Pfund Arabica-Kaffees, 50 Liter 98-Oktan-Superbenzin, 1ha besten Ackerlandes in der fruchtbaren Wetterau, 1 Liter Malt-Whiskeys von Islay, 100g Kaschmirwolle, 1 Pfund Nägel, einem Satz hochwertigen Schreiner-Schlosser oder Schuster-Werkzeugs, 10 Liter Olivenöls Extra Vergine, 1 Pfund Salz und Pfeffer usw.? Wie stellen sich die Damen und Herren Goldbesitzer diese Relationen vor? Glauben sie, in einer wirklichen Krise wie 1946/47 bessere Geschäfte mit ihrem Edelschrott zu machen, als die Städter, die seinerzeit ihr über Generationen angesammeltes 800er Silber an die Bauern im Umland verschenkt haben, um etwas Brot, Milch und Eier zu bekommen? Möglicherweise verstehe ich nicht, wie die Gold- und Silber-Warenwirtschaft funktionieren soll, wenn das Papiergeld - wie von den Krisenpropheten erwartet - keinen Abnehmer mehr findet. Wird das schöne Erz dann ausgemünzt wie der Edelmetallschatz des persischen Königs durch Alexander den Makedenonenkönig mit der Folge, dass die Preise alltäglicher Güter explodieren wie im Athen und Sparta um 325 v. Chr. ? Oder muss man mit den Barren selbst einkaufen gehen, was ich mir etwa beim Fahrkartenerwerb einigermaßen beschwerlich vorstelle. Für eine verständliche Erklärung, wie das Wirtschaften weitergeht, wenn die gefüchtete apokalyptische Reiterschar vorbeigesprenggt ist, wäre ich dankbar. ich würde mich gern darauf einrichten. Ein kleiner Krisengewinnler wie gewisse Herren hier möchte ich dabei allerdings nicht sein, das überlasse ich gern denen, die auch sonst zu kurz gekommen sind :-) Goldige Grüße P.S. Wenn mir bei der Gelegenheit noch jemand die Vorzüge der Monarchie Dei Gratiae erläutern möchte, nur zu, ich werde auch diese Offenbarung gern zur Kenntnis nehmen. GraueEminenz, am 28. Dezember 2009 um 22:57 ( Link ) Lieber Hoeppe: "Ihr Wohlstands-PC-Wunderwerk entspringt mit Sicherheit nicht aus einer frei vom staatlichen Einfluss agierenden Mittelstandsklitsche, sondern ist das Machwerk eines multinationalen Konzerns," GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 0:06 ( Link ) Hallo Herr Schlesinger, dickbrettbohrer, am 29. Dezember 2009 um 7:14 ( Link ) Sehr geehrte Graue Eminenz, es ist ein gutes Zeichen, daß sich in diesem Forum gelegentlich auch Personen tummeln, denen an Austausch von Gedanken gelegen ist, statt, wie über weite Strecken hinweg, eitle Schaumschlägereien zu betreiben und sich wie Kinder mit Schlammpatzen zu bewerfen. Ich danke Ihnen! Ihre grundlegenden Gedanken zum Staatswesen regen zum bewegten Weiterdenken an. Sie schreiben: „ALLE Probleme, die gerade die sozialreformerisch eingestellten Kritiker des Liberalismus stets vorbringen, waeren doch gar nicht vorhanden ohne diese Zwangsmassnahme!“ Genau. Doch diese Erkenntnis ist eine allzu hohe Hürde, an der regelmäßig alle Gesprächspartner scheitern, seien diese auch noch so gutwillig und gescheit. Um die Denkblockade zu erklären, zeichne ich ein Bild: Das unlösbare Dilemma besteht nun darin: Hier ist die Hürde, die Denkhürde. Eine ungeheuerlich hohe Hürde! GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 10:12 ( Link ) Lieber dickbrettbohrer, dickbrettbohrer, am 29. Dezember 2009 um 10:50 ( Link ) Liebe Graue Eminenz, Aber ich schweife ab. Seit Wochen lese ich – langsam und stückweise, denn man muß jeden Abschnitt durchdenken und gedanklich kommentieren – das hervorragende Werk von Ludwig von Mises: “Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel“. Es ist nicht das erste Buch, welches ich von Mises lese. Zur Zeit taste ich mich durch den Abschnitt „Geldwertpolitik“, das paßt zu diesem Blogthema. Mich juckt es in den Fingern, abschnittsweise zu zitieren, was Mises über die Politik der Inflationierung schreibt. Obschon das fast 100 Jahre her ist, klingt es so, als sei es angesichts der aktuellen Lage verfaßt! Die Zusammenhänge sind nicht schwer zu verstehen, man schnappt beim Lesen förmlich nach Luft, wenn sich die Widersprüche zwischen Propagandarhetorik und Wirklichkeit (die ja jeder fühlt) auflösen und dem nagenden Unbehagen plötzlich Worte verleiht. Durch sophistische Tricks der Machthabenden entstehen Wieselwörter, die das Denken des naiven Bürgers vollkommen verbiegen. Er traut seinem eigenen Verstand nicht mehr. Harald Henke, am 29. Dezember 2009 um 10:51 ( Link ) @Rüdiger Märzen: -- Könnten Sie bitte ergänzen wie der bevorstehende Sturz des Dollars in Verbindung mit einer eventuellen hyperinflationären Depression im Dollarraum negative Auswirkungen auf die Eurozone haben sollte? 1. Natürliche und juristische Personen in der Eurozone dürften Milliarden in US-Dollar denominierten Assets halten. Ein Absturz des Dollars würde zu entsprechenden Vermögensverlusten führen. Verluste bei Banken würden zu einem Rückgang der Kreditversorgung mit einhergehender Rezession führen. 2. Eine hyperinflationäre Depression mit Dollarabsturz würde die internationale Arbeitsteilung bis hin zum Stillstand verlangsamen. Die USA würden als Absatzmarkt für europäische Produkte ausfallen. Die damit verbundene massive Anpassung der Produktionsstrukturen in Europa würde auch hierzulande eine schwere Rezession auslösen. 3. Ein Absturz des US-Dollar würde mit einiger Wahrscheinlichkeit zu einer konzertierten Abwehrreaktion der globalen Zentralbanken führen. Die Gefahr besteht, daß durch politische Maßnahmen zusätzliche Inflation in den Rest der Welt exportiert wird. 4. Eine Hyperinflation in den USA würde zur Flucht in die Sachwerte (Immobilien, Rohstoffe etc.) führen. Wenn deren Dollar-Preise nicht nur durch den Dollarverfall sondern auch durch explodierende Nachfrage steigen, ist davon auszugehen, daß die Preise auch in anderen Währungen gerechnet stark ansteigen. 5. 6. 7. ... Wenn der US-Dollar abstürzt, werden wir hier mit Sicherheit nicht unverschont in der Oase der Seeligen sitzen. GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 11:24 ( Link ) @dickbrettbohrer EmilS, am 29. Dezember 2009 um 11:54 ( Link ) Bevor ich in Gold "investiere", lege ich mir doch lieber noch zwei ha Wald zu. GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 12:03 ( Link ) Und den Wald beleihen Sie dann, um Speck und Eier zu kaufen? hoeppe, am 29. Dezember 2009 um 12:06 ( Link ) @GraueEminenz Nur noch mal zu Klarstellung. Ich gebe nur das wieder, was ich meine zu beobachten und ich beobachte das Staatstreiben als Big Player im Wohlstandswettlauf und lasse mit keiner Silbe verlauten, dass ich diesen Umstand positiv Bewerte. Der Wirtschaftsliberale muss dagegen an ein staatsfreies Wirtschaftstreiben und ein daraus resultierendes mehr an Wohlstand (?!) glauben, weil wir ein staatsfreies wirtschaften bisher nur bei den Wilden, mit eher geringerem materiellen Wohlstandsniveau, beobachten durften, nicht in den sogenannten Hochkulturen. In der DDR Das zwischen Staatspräsenzen der vergangenen 20.000 Jahren gewisse Unterschiede bestehen ist mir schon klar. Das Experiment DDR ist vorerst gescheitert und so sollten wir in der Debatte vorerst beim existierenden BRD-Regime bleiben. Was die Staats-Intervention und deren Segnungen angeht: die ersten bahnbrechenden Erfindungen, die mir meinen heutigen PC beschert haben, begannen in einer Garage (Apple, Jobs und Wozniak) und in einem kleinen Startup namens Microsoft, das einen der reichsten Maenner der Welt hervorgebracht hat. Auch andere, etwa Dell oder Amazon entstanden quasi "aus dem Nichts". Ach nee? Bahnbrechende Erfindungen in einer Garage? Konrad Zuse ist an öffentlichen Bildungseinrichtungen in den USA groß geworden und Joseph Weizenbaum in einer Garage mit dem Namen General Electric und das Internet entspring bekanntlich aus Militärkreisen. Mit Ihren Beispielen berufen Sie sich hier nicht auf bahnbrechende Erfindungen sonder den kommerziellen Erfolg. Und wo wäre Herr Gates ohne IBM und wo wären die Herren ohne auf staatlichem Papiergeld beruhender Kreditierung und Vorfinanzierung? Amazon ist massiv überschuldet und nach liberaler Wirtschaftsschule längst pleite usw. usw. Entflechte ich Wirtschaft und Staat, bleibt von unserem Wohlstand und den Global Playern nicht mehr viel übrig. Da wird einfach irgendetwas aus dem Zusammenhang gerissen, in den luftleeren Raum gestellt und als „an sich“ erfolgreich präsentiert. Was ich vom Mechanismus der Dorfgemeinschaft geschrieben habe, gilt doch auch und gerade für jedes beliebig groessere Gemeinwesen, es ist doch ein naturgesetzlicher Vorgang. Welches Gemeinwesen? Ich trage Turnschuhe, die kostengünstig in China produziert wurden. Das nennen Sie Gemeinwesen? Die Physik ist da schon einen Schritt weiter und hat festgestellt, dass ihre Naturgesetze sowohl im Kleinen als auch im Großen nicht greifen. Nur der liberale Denker hat es noch nicht kapiert. Seine Idee von Eigentumsrechten am eigenen Selbst muss ich als Vater im Familienkreis in die Tonne treten um meiner Rolle auch nur halbwegs gerecht zu werden. In der Wirtschaftstheorie kommt der liberal Denker mit Robinson, der auf seiner einsamen Insel binnen Jahresfrist verrecken würde oder sich an einer Palme erhängt. Um der globalen Wirtschaftsverflechtung gerecht zu werden bohrt man das Modell auf und argumentiert mit Bäcker und Putzfrau. Sorry, aber das genügt mir nicht. Dass man (bestimmte) Auslaender nicht moegen muss, sei Ihnen unbenommen – dass sie aber an unsere Tueren klopfen, ist Folge staatlicher Politik, erst des echten, spaeter des Neo-Kolonialismus, die EU immer vorne dabei. Waeren unsere Einriffe in die internationalen Maerkte nicht, gaebe es keine Wirtschaftsfluechtlinge, nein, gerade je unterentwickelter ein Land, desto groesser der anfaengliche Gewinn durch Arbeitsteilung. Volle Zustimmung! Nur wo stand Ihre Denkschule als im 19. Jahrhundert unter der Flagge der Marktwirtschaft und liberalen Hochrufen den Ausländern die Tür eingerannt wurde um die Vorzüge des arbeitsteiligen Wirtschaftens mit den notwendigen Ressourcen zu befeuern? Dem liberalen Denker halte ich vor, dass er keine blassen Schimmer hat wo er herkommt und ich halten dem liberalen Denkern vor, dass er keine Ahnung hat wo er hin will. Er bastelt sich Modelle, die im Kern zurück auf die Bäume (in die Dorfgemeinschaft) führen und merken es nicht. Der liberale Denker kommt aber, beladen mit seinem streben nach Wohlstand und ökonomischen Wirtschaftsdenken, nicht auf den Baum rauf, schlimmer noch, er muss reglos in der Gegend rum sitzen und zusehen, wie ihm die Sozis die Butter vom Brot nehmen. Na, erstmal muss was her zum Verkaufen, bevor es ueberhaupt Gewinn gibt, geben kann, ES SEI DENN, der Staat hat wieder mal seine Finger im Spiel Grau ist Ihre Theorie. Zeigen Sie mir, in drei Teufels Name, den Kulturkreis, in dem der gewinnbringende Verkauf im Wirtschaftsleben eine nennenswerte Rolle spielt und der Staat NICHT SEINE FINGER drin hat. EmilS, am 29. Dezember 2009 um 12:08 ( Link ) @GraueEminenz "Und den Wald beleihen Sie dann, um Speck und Eier zu kaufen?" Weshalb sollte ich? Ich verfüge über das notwendige Gerät, den Wald bewirtschaften zu können; den Ertrag (Holz) tausche ich dann meinetwegen gegen Speck (Eeier legen meine eigenen Hühner). Haderach, am 29. Dezember 2009 um 12:10 ( Link ) @hoeppe hoeppe, am 29. Dezember 2009 um 12:29 ( Link ) @dickbrettbohrer „ALLE Probleme, die gerade die sozialreformerisch eingestellten Kritiker des Liberalismus stets vorbringen, waeren doch gar nicht vorhanden ohne diese Zwangsmassnahme!“ Verehrter Mystiker, wir wollen uns doch bitte an den bekannten Zeitstrahl der Ideengeschichte halten. Erst kam Adam Smith, dann die Sozialreformen, oder irre ich mich etwa? So hat sich, der in Ihrem Bild gezeichnete gesunde Mensch, erst das Krebsgeschwür von Adam Smith eingefangen und wurde anschließend von der staatlich verordneten Chemotherapie soweit geschwächt, dass er nun an einer Lungenentzündung krepiert. In diesem System funktioniert nichts mehr auf natürliche Weise Und in der liberalen österreichischen Wirtschaftsschule funktioniert irgendwas auf natürlich Weise? Wenn ja, wieso hat sich diese natürlich Weise nicht auf natürliche Weise entfaltet? Liegt im Menschen etwas etwas unnatürliches verborgen, das immer und immer wieder aus ihm herausbricht? Wann wurde diese natürlich Weise zerstört? Mit dem Auftreten des Staates? Geben Sie mir mal bitte einen Hinweis. Das unlösbare Dilemma besteht nun darin: Die Zerschlagung der Hilfsstrukturen, deren Vorhandensein und Funktion das Leben der „Staatsbehinderten“ garantiert, ist ein Ereignis, das man sich weder vorstellen noch wünschen kann. Es würde mit ungeheuren Verlusten einhergehen: unbeschreibliches Leid, Ungerechtigkeit (schicksalhaft), Verschiebung von Vermögen, Existenzvernichtung und vorübergehender Zerfall allen geregelten sozialen und wirtschaftlichen Wirkens wären die Folge. An diesem – leider realistischem – Bild scheitern jene, die aufgrund des Grauens, das einen beschleichen kann, lieber einer Fortsetzung der Entmündigung das Wort reden als der Genesung. Mein reden! Unser gesamter Wohlstand ruht auf dem Staat. Wird diese Hilfsstruktur zerschlagen, zerfällt alles. In welchem Umfang sich Wohlstand im staatsfreien Raum entfaltet, kann mir hier leider keiner plausibel darlegen. Erkenntnis zwingt zum Handeln, Handeln ist unbequem. Richtig, nach den Erkenntnissen in Aufklärung und Ökonomie wurde 200 Jahre lang reichlich gehandelt. Wobei weniger das Handeln an sich, als vielmehr die Ergebnisse als unbequem zu bezeichnen sind. Meine Erkenntnis zeitigt bei mir genau das gegenteilige Phänomen…, einfach mal locker lassen… Was aber soll geschehen? Womit beginnen? Gute Frage! Der mit Vernunft und Ratio beseelte Mensch ist mal wieder am Ende und Ihr aufgezeigtes Szenario wird greifen. Leider sitzen auch Sie offensichtlich wie das Kaninchen vor der Schlange. Und womit beginnen? Ich beginne einfach mal mit meinem Konfirmationsspruch von vor 25 Jahren: „Fürchte dich nicht sondern sei fröhlich und getrost“ FritzLiberal, am 29. Dezember 2009 um 13:03 ( Link ) @EmilS: viel Spaß dabei, wenn der Staat seine Hand auf Ihr Waldgrundstück legt. Ist es doch sozial ungerecht, wenn einer wie Sie soviel besitzt und viele andere nicht, oder? Da muss der Staat doch ganz zwangsläufig für Ausgleich sorgen, von wegen sozialer Gerechtigkeit und so. Wenn Sie Glück haben, dürfen Sie den Wald dann noch bewirtschaften, der Gewinn wird sozialisiert. Wenn es hart auf hart kommt, stecke ich mein Gold in die Tasche und bin weg. Der Staat kann mich dann kreuzweise. hoeppe, am 29. Dezember 2009 um 13:07 ( Link ) @Haderach Danke für die Rückmeldung! Versuchen Sie doch einmal selbst ein Produkt herzustellen oder einfacher, eine Dienstleistung zu erbringen. Und zwar so dass Ihnen dieses Produkt/Leistung von freien Menschen aus freiem Willen abgekauft wird. Würden Sie dabei einen Gewinn erwirtschaften hätten Sie einen Beitrag zum BIP geleistet. Sie würden dabei für Ihr Produkt/Dienstleistung jahrelang haften müssen, und würden umfangreich mit einer gigantischen Bürokratie in Berührung kommen. Sie würden sehr schnell verstehen wo der Unterschied zwischen produktiver, Werte schaffender Arbeit, und blockierender, Werte vernichtender Bürokratie liegt. Ich bin sicher Ihr Unternehmerbild würde sich grundlegend ändern, und Ihre Kommentare würden ganz anders aussehen. Sie meinen also, ich sollte den ganzen Mist mit machen, um einen Beitrag zum BRD-BIP zu leisten? Ich dachte wir wollen den Laden in die Knie zwingen? Und jetzt schlagen Sie mir vor, den Leviatan vollkommen ohne Not über gebühr mit meiner Schaffenskraft zu füttern? Auf den Ruhm und die Eher, den Saustall bis zur letzten Minute am Laufen zu halte, verzichte ich gerne. Zumal die jungen Flaghelfer, die der Führer während seines letzten öffentlichen Auftritts auszeichnete, rückblickend auch eher im Zwielicht der unreflektierten Systemtreue an zu siedeln sind. Ich beneide Sie natürlich nicht und habe im Moment nicht vor mit Ihnen zu tauschen. Da Sie allerdings niemand zwingt Unternehmer zu sein, hält sich mein Mitleid anderseits auch in Grenzen. Sollten alle Unternehmer Ihre Rolle vorläufig aufgeben, so wäre dies ein riesen Schritt hin zur Forcierung der bevorstehenden Abwicklung der Republik, der hier ja alle entgegenfiebern. Soweit geht dann aber die Selbstlosigkeit doch nicht. Stattdessen organisieren sich mehr als 80.000 Unternehmer in der BRD freiwillig in Branchenverbänden um im politischen Reigen der widrigen Umstände noch das Beste für sich raus zu holen. Der Weg wir lang und steinig… und nur die Ereignisse werden uns belehren. dickbrettbohrer, am 29. Dezember 2009 um 13:12 ( Link ) Hab ich's nicht gesagt? Die Lamas sind da! hoeppe, am 29. Dezember 2009 um 13:24 ( Link ) @FritzLiberal Wenn es hart auf hart kommt, stecke ich mein Gold in die Tasche und bin weg. Der Staat kann mich dann kreuzweise. Gold ist in der zu erwartenden allumfassenden Umverteilungsmaschinerie das Mittel erster Wahl, um ein sogenanntes Schonvermögen in beliebiger Größenordnung beiseite zu legen. Harald Henke, am 29. Dezember 2009 um 13:32 ( Link ) -- Bevor ich in Gold "investiere", lege ich mir doch lieber noch zwei ha Wald zu. Grundsätzlich gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten, sich vor Inflation zu schützen, und Wald ist ja zunehmend populär. Das Problem bei 2 ha Wald ist, neben der oben erwähnten Tatsache, daß Enteignung/Besteuerung/Umverteilung bei Immobilia naturgemäß leichter ist als bei Mobilia, das Klumpenrisiko: Ein Waldbrand an falscher Stelle, der Holzwurm oder vergleichbares Ungemach - und die Rendite sieht anders aus, als der Waldinvestor sich das vorgestellt hat. hoeppe, am 29. Dezember 2009 um 13:35 ( Link ) @dbb Hab ich's nicht gesagt? Die Lamas sind da! Ok, sorry, ich steige dann mal wieder aus und vertreibe mir die Wartezeit auch mit Theorien um das was soll. Haderach, am 29. Dezember 2009 um 13:45 ( Link ) @hoeppe "Der Wirtschaftsliberale muss dagegen an ein staatsfreies Wirtschaftstreiben und ein daraus resultierendes mehr an Wohlstand (?!) glauben, weil wir ein staatsfreies wirtschaften bisher nur bei den Wilden, mit eher geringerem materiellen Wohlstandsniveau, beobachten durften, nicht in den sogenannten Hochkulturen." Wo genau haben Sie den das her? Der Neoliberalismus fordert keinesfalls staatsfreies wirtschaften oder einen schwachen Staat. Das Gegenteil ist der Fall. Die Sicherheit von Freiheit und Eigentum erfodert einen starken Staat, aber keine krebsartige Bürokratiewucherung wie wir sie heut beobachten. "Nur der liberale Denker hat es noch nicht kapiert. Seine Idee von Eigentumsrechten am eigenen Selbst muss ich als Vater im Familienkreis in die Tonne treten um meiner Rolle auch nur halbwegs gerecht zu werden." Unpassender kann ein Vergleich wohl nicht sein. Was hat die höchstprivate Entscheidung der Familingründung mit der Wahrung der Eigentumsrechte gegenüber Dritten zu tun? "Und in der liberalen österreichischen Wirtschaftsschule funktioniert irgendwas auf natürlich Weise? Wenn ja, wieso hat sich diese natürlich Weise nicht auf natürliche Weise entfaltet? Liegt im Menschen etwas etwas unnatürliches verborgen, das immer und immer wieder aus ihm herausbricht?" Wo wird den nach der österreichischen Schule gewirtschaftet? Mir ist kein Land bekannt in dem Liberalismus im Sinne eines Mises oder Hayek praktiziert wird. Warum sich das nicht durchsetzt ist einfach erklärt: Weil es den Interessen der regierenden Bürokraten und Politikern zu wider läuft. Die Stärkung des Individuums ist nur möglich durch eine Schwächung der Zentralgewalt der Bürokratie und der Politik. Das das nicht passiert ist der systemimanente Fehler der Demokratie, nachzulesen bei Hans Hermann Hoppe. "Mein reden! Unser gesamter Wohlstand ruht auf dem Staat. Wird diese Hilfsstruktur zerschlagen, zerfällt alles." Was ist den der Staat? Mit wessen Geldern finanziert er sich, wie eignet er sich diese Gelder an?
EmilS, am 29. Dezember 2009 um 13:55 ( Link ) @FritzLiberal Selbst wenn es so kommen sollte, wie von Ihnen prophezeit, kann der Staat nicht kontrollieren, wieviel Holz ich tatsächlich produziere. Zudem unterliegt der Waldbestand unterhalb 5 ha noch keiner Besteuerung. Über diesen Besitz verfüge ich (wenn auch nicht allein) während eines totalen Zusammenbruchs, sowie danach. Das investierte Kapital bleibt also halbwegs erhalten. @Harald Henke Harald Henke, am 29. Dezember 2009 um 14:13 ( Link ) -- aber ebenso sind Sie dem Risiko ausgesetzt überfallen zu werden, oder völlig legal enteignet zu werden, weil der Staat wieder einmal Goldbesitz zum Straftatbestand erhoben haben wird. Selbstverständlich gibt es keine 100%ige Sicherheit. Aber zum einen können Sie den Besitz von Edelmetall im Zweifel viel leichter verschleiern als Immoblilienbesitz bzw. sich mit ihrem Edelmetallbestand absetzen. Zum anderen empfiehlt es sich, Edelmetall, das nicht als Notreserve sondern für die langfristige Vermögenssicherung gedacht ist, geographisch diversifiziert in Ländern zu halten, die in der Vergangenheit auch in kritischen Phasen eine Reputation aufgebaut haben, Privateigentum hochzuhalten. dickbrettbohrer, am 29. Dezember 2009 um 14:20 ( Link ) Notiz am Rande: Wie beendet man die HTML blockquote, so dass man nach dem Zitat kommentieren kann? Beenden: den Befehl noch einmal eintippen, aber hinter der ersten Klammer einen Schrägstrich eintippen: / EmilS, am 29. Dezember 2009 um 14:25 ( Link ) @Harald Henke Sie haben natürlich recht, wobei ich anmekren muß, daß es beim Waldbestand nicht auf die Verschleierung dessen ankommt, was ohnehin kaum möglich ist, sondern vielmehr um das möglichst ungestörte Bewirtschaften. Zudem fallen mir nicht gerade viele Länder ein, die "in der Vergangenheit auch in kritischen Phasen eine Reputation aufgebaut haben, Privateigentum hochzuhalten" - wenn es um solche geht, die mit dem PKW erreichbar sind. Und auch in diesen scheint der Respekt vor dem Eigentum - nicht ohne Druck aus EU/USA - in jüngster Zeit zu schwinden. Fabio Bossi, am 29. Dezember 2009 um 14:33 ( Link ) @Graue Eminenz Hoeppe hatte nach dem monetären (!), also in Geld gemessenen Gewinn gefragt. Brote und Putzleistungen lassen sich aber nicht "sparen", sie verzinsen sich nicht etc..
Ich hoffe immernoch, daß es eine "österreichische" Antwort auf diese Frage gibt. Seit 2008 bin ich nämlich ziemlich agnostisch geworden und lese schon Keynesianer um zu verstehen, was gerade auf der Welt passiert... @Hoeppe: Danke für die fundierten Einwände. hoeppe, am 29. Dezember 2009 um 14:33 ( Link ) @Haderach Ok..., ich habe Ihre Replik gelesen, möchte nun aber nicht noch mit einer weiterführenden Debatte rund um den Minimalstaat in der offensichtlichen Einhelligkeit erneut zur Last fallen. FritzLiberal, am 29. Dezember 2009 um 14:43 ( Link ) @EmilS: Selbst wenn es so kommen sollte, wie von Ihnen prophezeit, kann der Staat nicht kontrollieren, wieviel Holz ich tatsächlich produziere. Wenn Sie meinen. oder völlig legal enteignet zu werden, weil der Staat wieder einmal Goldbesitz zum Straftatbestand erhoben haben wird. Und in welchem "Goldbuch" ist gespeichert, wer wieviel Gold besitzt? Also gilt in diesem Fall: legal, illegal, scheißegal. Haderach, am 29. Dezember 2009 um 14:50 ( Link ) @dickbrettbohrer Beenden: den Befehl noch einmal eintippen, aber hinter der ersten Klammer einen Schrägstrich eintippen: / Danke hoeppe, am 29. Dezember 2009 um 15:03 ( Link ) Ein Lichtlein in der Finsternis! @Fabio Bossi… unter uns... Seit 2008 bin ich nämlich ziemlich agnostisch geworden und lese schon Keynesianer um zu verstehen, was gerade auf der Welt passiert... Wohl auch zu viel im Blog von WEISSGARNIX und im Gelben-Forum rumgestöbert, oder? Will man mit seinen altväterlichen Überzeugungen abends noch ruhig schlafen, muss von der Lektüre dieser Quellen dringend abgeraten werden. "Es könnte so einfach sein, is es aber nicht" Fabio Bossi, am 29. Dezember 2009 um 15:20 ( Link ) @Hoeppe: Yep. Ich tröste mich aktuell noch mit Mish Shedlock, dem einzigen "deflationistischen" Austrian, der mir spontan einfällt. Bin übrigens auch "selbsständig" und würde mich als "Kapitalist" (im Sinne von "Freund der freien Marktwirtschaft") bezeichnen, allerdings aus denselben humanistisch-angehauchten Motiven, deretwegen ich früher meinte, "links" sein zu müssen. Ich würde mich also durchaus als sehr "sozial" bezeichnen. Mein "Aha"-Effekt, der mich zum "Libertären" konvertiert hat war die Erkenntnis, daß ich verdammt nochmal niemanden zwingen darf meine noch so "guten Absichten" zu teilen. Das nur, weil Du kein besonders gutes Bild von "liberalen Träumern" zu haben scheinst. GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 16:06 ( Link ) Ich komme ja gar nicht mehr hinterher ... Das hier ist auf den Kommentar von 12:06 Uhr. GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 16:06 ( Link ) Teil II: GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 16:19 ( Link ) FritzLiberal und EmilS: GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 16:28 ( Link ) Bossi/Hoeppe: barthel_berand, am 29. Dezember 2009 um 16:46 ( Link ) @ GraueEminenz, Sie tragen Ihren Namen wirklich zurecht. Danke für die Mühe. Das Beispiel mit dem Blut kannte ich noch nicht. Köstlich! Und treffend. Ich werde es - Ihr Einverständnis vorausgesetzt - in meinen Beispielschatz übernehmen. Das liebe Geld ist wirklich ein unerschöpfliches Thema und birgt einen nahzu unbegrenzten Quell für Missverständnisse und Verständnisprobleme. Woher kann es sonst kommen, dass manche Leute der Meinung sind, Gewinn - und vor allem Gewinnwachstum - könne nur erzielt werden, wenn die Geldmenge stiege? Diesem Grundirrtum ist es wohl zu verdanken, dass wir alle langsam und schleichend verarmen, weil Produktivitätsfortschritte durch die Geldmengenausdehnung schlicht weginflationiert werden. Und mehr als das. Dass die Kaufkraft des Geldes bei konstanter Geldmenge steigen kann, scheint für die meisten ein bedrohliches Deflationsgespenst am Horizont erscheinen zu lassen. Die böse Deflation. Kaufkraftgewinn ist böse. Dies müsste mal einer der Debitisten-Jünger erklären! BB Fabio Bossi, am 29. Dezember 2009 um 16:49 ( Link ) @Graue Eminenz: Zunächst einmal möchte ich betonen, daß ich Ihnen erstens herzlich dankbar für ihre Mühe bin und zweitens wirklich hoffe, daß Sie recht haben, es also eine "österreichische" Antwort gibt. Fabio Bossi, am 29. Dezember 2009 um 16:54 ( Link ) @Barthel: Wie verbuche ich "Kaufkraftgewinn" in meiner GuV?! Ich hab da garnix dagegen, ich weiß nur nicht wie. barthel_berand, am 29. Dezember 2009 um 17:20 ( Link ) @ Fabio Bossi, Sie verbuchen den Kaufkraftgewinn genauso, wie Sie den heutigen Kaufkraftverlust buchen: Gar nicht. Gewinn ist immer eine Residualgröße aus Umsatz ./. Kosten - platt ausgedrückt. Kaufkraft kommt da nicht vor. Sinken Ihre Kosten (weil die Kaufkraft steigt), könnten Sie auch entsprechend weniger Umsatz machen, um den Gewinn (in Kaufkraft ausgedrückt) konstant zu halten. Die werte GraueEminenz wollte Ihnen mit dem Blutbeispiel nur verdeutlichen, dass man auch mit einer konstanten Geldmenge (= Blutmenge) Wachstum (= Ziegelmauern -> Haus) erzeugen kann. BB Singaporean, am 29. Dezember 2009 um 17:33 ( Link ) Dank an Graue Eminenz für die Ausführungen. Ich verstehe kein bisschen, was mit der Gewinnproblematik gemeint ist. Angenommen wir bezahlen nur mit Gold und Gold ist endlich. Dann hätten halt ein paar Leute viel Gold weil sie sehr gut wirtschaften, andere hätten immer sehr wenig Gold und der Rest hat durchschnittlich viel Gold, er verdient sich Gold und gibt Gold in ähnlichem Maße aus. Wo ist jetzt die Gewinnproblematik? Sphairon, am 29. Dezember 2009 um 17:39 ( Link ) @Fabio Bossi: Ich bin mir unsicher, ob ich damit den Kern Ihrer Frage treffe, aber möglicherweise suchen Sie einfach die Tatsache, dass Geld zirkuliert. Beispielhaft ausgedrückt: Personen A, B und C sind vorhanden. A besitzt 100 Gold. B möchte sich die 100 Gold leihen, um eine von C hergestellte Maschine zu kaufen und damit profitabel zu produzieren. A verleiht zu einem Zinssatz von 10% pro Jahr an B, der das Geld an C im Austausch für die Maschine gibt. Nun produziert B Güter, die er in unserem vereinfachten Beispiel zunächst nur an C absetzen kann. Nehmen wir an, B kann im ersten Monat für 10 Gold an C verkaufen und zahlt 10 Gold an A zurück. Jetzt kann er an beide verkaufen und seine Rate abzahlen. Im einfachsten Fall verkauft er einfach für 10 weitere Monate Güter an A für je 10 Gold und zahlt diese Rate am Ende des Monats wieder zurück. Nach 11 Monaten ist er dann trotz Zinsen schuldenfrei, obwohl kein neues Geld in den Wirtschaftskreislauf eingefügt wurde, und A hat einen Profit gemacht. Dieses Beispiel mag hanebüchen klingen, da es nur 3 Personen gibt. Bedenken Sie jedoch, dass in einer echten Volkswirtschaft wesentlich mehr Tauschmöglichkeiten bestehen und deshalb der "geldvermehrende Effekt" nicht von der Nachfrage einer einzigen Person abhängt. Fatal, am 29. Dezember 2009 um 17:49 ( Link ) Welcher Umstand erlaubt es dem Unternehmer beständig X Euro in den Wirtschaftskreislauf zu investieren, die X Euro wieder herein zu holen plus Y Euro Gewinn heraus zu nehmen? Der Denkfehler der hier dahintersteckt, ist derselbe, der so viele Zinskritiker umtreibt: Es ist eben nicht so, dass man beliebig viel Geld investieren kann, um dann einfach im nächsten Jahr einen um X größeren Betrag zu entnehmen! Wenn Sie beispielsweise für €10 Mio. eine Heizungsfabrik in Abu Dhabi bauen, werden Sie höchstwahrscheinlich damit keine positive Rendite erzielen, da (soweit mir bekannt) der Bedarf an Heizungen in Abu Dhabi nicht allzu groß sein wird. Doch auch wenn Sie besagte Heizungsfabrik in Deutschland bauen möchten, ist es durchaus möglich, dass Sie damit eine negative Rendite erzielen. Wenn wir aber vom einfachsten Fall ausgehen, dass Ihre Fabrik rentabel ist und Sie jeglichen Mehrertrag beständig wieder in die Fabrik investieren, werden Sie ziemlich schnell mit dem Gesetz der abnehmenden Grenzerträge konfrontiert werden: Je mehr Geld Sie in Ihre Fabrik investieren, umso geringer wird, ab einem bestimmten Punkt, Ihre Rendite auf dieses Geld ausfallen, bis Sie irgendwann keine Lust mehr haben, Ihr Unternehmen zu vergrößern. dickbrettbohrer, am 29. Dezember 2009 um 18:08 ( Link ) Wow! Liebe Graue Eminenz, ich habe Ihre Beiträge zur Bewahrung gespeichert. Bin sehr beeindruckt! Hier ist ein Beispiel für die durch die Presse herbeigeführte Verwirrung und Volksverblödung in Sachen Geld. Folgenden Text konnte man vor kurzem auf spiegel online lesen: Die Bundesbürger haben im kommenden Jahr weniger Geld für den Konsum zur Verfügung. Laut einem Zeitungsbericht schrumpft die Kaufkraft in Deutschland 2010 um 7,5 Milliarden Euro. Vor allem die alten Bundesländer sind betroffen. Berlin - Den Deutschen wird im kommenden Jahr eine Kaufkraft von rund 1550,2 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Damit haben die Bundesbürger 7,5 Milliarden Euro weniger zur Verfügung als im Jahr 2009. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf die neue GfK-Kaufkraft-Studie für Deutschland. Dem nominalen Kaufkraftabfall stehe jedoch eine voraussichtliche niedrige Inflation entgegen, heißt es in der Studie. Quelle: Spiegel online, 13.12.09 Nun? Was sagt man dazu? Kaufkraftverfall geben sie zu. Aber Inflation ist das angeblich nicht. Was für eine verbale Trickserei! Inflation ist Kaufkraftverfall, nichts anderes! Singaporean, am 29. Dezember 2009 um 19:07 ( Link ) Personen A, B und C sind vorhanden. A besitzt 100 Gold. B möchte sich die 100 Gold leihen, um eine von C hergestellte Maschine zu kaufen und damit profitabel zu produzieren. A verleiht zu einem Zinssatz von 10% pro Jahr an B, der das Geld an C im Austausch für die Maschine gibt. Sorry aber das geht doch nicht auf oder? A bekommt 110, also macht er 10 Profit weil er monatlich 10 an B gibt. Sphairon, am 29. Dezember 2009 um 19:46 ( Link ) @Singaporean: C bekommt seine 100 Gold. Im ersten Monat kauft er für 10 Gold bei B. Danach hat C noch 90. B zahlt 10 an A zurück, A hat nun 10. Mein Kommentar Im einfachsten Fall verkauft er einfach für 10 weitere Monate Güter an A für je 10 Gold und zahlt diese Rate am Ende des Monats wieder zurück. war auf A bezogen. Dieser kann jetzt tatsächlich für 10 Monate dieses Spiel fortführen: am 1. des Monats für 10 Gold kaufen, am 30. des Monats 10 Gold zurückbekommen. Nach 10+1 Monaten hat er so sein Geld plus Zinsen zurück. Haderach, am 29. Dezember 2009 um 19:59 ( Link ) @GraueEminenz Fatal, am 29. Dezember 2009 um 20:16 ( Link ) Werter Haderach, ich glaube kaum, dass irgendjemand hier bezweifelt, dass bei steigender Wirtschaftsleistung und gleichbleibender Umlaufmittelmenge Deflation der eintretende Effekt wäre. Aber viele hier würden bezweifeln, dass Deflation per se etwas negatives ist. Und die Geschichte gibt ihnen zumeist recht: Nahezu das komplette 19. Jahrhundert, eine Zeit in der der Wohlstand nie dagewesene Zuwächse erlebt hat, war weltweit geprägt von anhaltender Deflation. Genauso die "Goldenen Zwanziger", in denen die Preise im Schnitt um jährlich 2% sanken, während viele Haushalte sich das erste Mal einen Kühlschrank oder ein Automobil leisten konnten (in den USA). Oder die digitale Deflation seit ca. 20 Jahren: Während PCs und andere technische Geräte stetig besser werden, sind sie gleichzeitig billig wie nie. Sie sehen also, Deflation ist auch oft genug ein Zeichen wachsenden Wohlstandes - Güter werden billiger, können also vermehrt gekauft werden, auch von ärmeren Bevölkerungsschichten. Ich wüsste nicht, was hier dagegen spricht. Diejenigen, die den Menschen eine derartige Angst bezüglich Deflation einjagen, sind höchstwahrscheinlich bloß jene, die am meisten vom derzeitigen Inflationierungssystem profitieren. Außerdem warte ich bis heute umsonst auf ein Beispiel einer richtigen Deflationsspirale in der Geschichte. Es scheint sich dabei um ein Phantasieprodukt zu handeln... Haderach, am 29. Dezember 2009 um 20:36 ( Link ) @Fatal Olaf Janowski, am 29. Dezember 2009 um 21:00 ( Link ) Mal ganz praktisch für die kommenden Notzeiten angedacht: Mein Opa sagte mir, das nach den beiden Weltriegen zur Versorgung neben den kümmerlichen Bezugsscheinen der staatlichen Behörden vor allem diese Sachen auf den Schwarzmärkten "angesagt" waren: "Kaffee, Kippen, Kakao" (Schokolade). Die ganz Älteren unter uns werden sich vielleicht an 1945-1948 erinnern können ... Goldige Markstücke und 800er Tafelsilber wurden in der Regel erst nach der Währungsreform, wo jeder mit 40 Mark bar auf der Kralle da stand, wieder ausgegraben und ev. in die neue Valuta umgetauscht. Und dann wurden erst in den 50ern die zerbombten Häusle (wieder) aufgebaut. Geschichte wiederholt sich, Geschichte wird sich wiederholen. Dafür ist das Gros der Menschheit einfach zu dumm, aus gemachten Fehlern zu lernen. Just my 2 Eurocent ... FritzLiberal, am 29. Dezember 2009 um 21:18 ( Link ) @Haderach: 1-2% Produktivitätsfortschritt pro Jahr schafft so gut wie jede Branche. Nur wird dieser im Moment von der Inflation mehr als kompensiert. Anstatt dass die Bürger von sinkenden Preisen profitieren, dürfen sie über steigende Preise die hinterhältigste Steuer von allen, die Inflationierung, finanzieren. Das ist die Realität der Papiergeldwirtschaft. GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 21:20 ( Link ) "bin ich aber nicht der Meinung dass Wirtschaftswachstum bei konstanter Geldmenge ohne Deflationierung der Realwerte möglich ist." GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 21:28 ( Link ) "dass sinkende Preise (Ausnahme extreme Produktivitätsfortschritte s.o.) auch zu sinkenden Gewinnen, zu sinkenden Löhnen und zu erhöhter Arbeitslosigkeit führen können." Fatal, am 29. Dezember 2009 um 21:38 ( Link ) Wie gesagt kann man natürlich davon ausgehen, dass Deflation in Wahrheit eine gute Sache ist, dann spricht natürlich nichts gegen eine Goldbindung. Ich würde bei Inflation und Deflation grundsätzlich nicht von "gut" oder "schlecht" sprechen. Beide Phänomene können grundsätzlich positive oder negative Ursachen haben. Eine allgemeine Preisniveau-Änderung hat m.E. (im Gegensatz zu einer relativen Änderung) keinerlei Auswirkungen auf die reale Wirtschaft (sofern es sich nicht um eine Hyperinflation oder Hyperdeflation handelt) und ist daher als neutral zu betrachten. Ihre Beispiele überzeugen mich allerdings nicht gänzlich.Nicht gänzlich ist schonmal besser als überhaupt nicht. Lassen Sie uns beim Problem ansetzen. Die Preisrückgänge in diesen Bereichen sind nur durch gigantische Wachstumsraten und Produktivitätszuwächse möglich, die sich mit Sicherheit nicht auf die Gesamtwirtschaft umlegen lassen.Warum nicht? Meine Beispiele vom 19. Jahrhundert oder den "Goldenen Zwanzigern" sind übrigens gesamtwirtschaftlich. Sie können auch vereinfachend annehmen, die High-Tech Branche wäre die einzige Branche.
Sinkende Preise wären lediglich die Folge von Produktivitätsfortschritten, wie sie selbst geschrieben haben oder von geplatzten Vermögenspreisblasen, wie wir es gerade auf dem US-Häusermarkt oder beim Ölpreis beobachten konnten. In einer stationären Volkswirtschaft würde sich das Preisniveau nicht ändern und in einer Volkswirtschaft mit schrumpfender Produktivität käme es wieder zu Ihrer heiß begehrten Inflation, falls Sie das beruhigen sollte. GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 22:14 ( Link ) Danke fuer die Herausforderungen. GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 22:15 ( Link ) Teil II: GraueEminenz, am 29. Dezember 2009 um 22:15 ( Link ) Teil III: bernardo, am 29. Dezember 2009 um 23:17 ( Link ) Nein, der real existierende Kapitalismus wird auch nächstes Jahr nicht untergehen, Gold wird bald wieder für 200 Euro die Unze zu haben sein, und wir machen alle weiter. Noch viel Spaß bei der gegenseitigen Klugheitsbestätigung und guten Rutsch! Fatal, am 29. Dezember 2009 um 23:34 ( Link ) @ bernardo: Danke, gleichfalls! FritzLiberal, am 29. Dezember 2009 um 23:37 ( Link ) @bernardo: jaja, pfeifen im Wald hilft gegen die Angst. Vielleicht. Dr. Spiele, am 30. Dezember 2009 um 3:01 ( Link ) @Graue Eminenz, Vielen Dank für die interessanten Ausführungen. 1. woher kommen bei (ziemlich) gleichbleibender Gold-Geldmenge die zusätzlichen Goldeinheiten, die für die Zahlung der Zinsen und Zinseszinsen erwartet werden? 2. Wenn der Wert des Geldes steigt, steigen dann nicht auch die Zinsen, da ja der Verleiher sozusagen noch mehr Verzicht leistet, wie jemand, der einen Ferrari verleiht ja auch mehr Verzicht leistet als jemand der einen Trabbi verleiht. 3. Wenn die Zinsen steigen, aber gleichzeitig der Preis der Güter sinkt, wovon soll der Produzent dann die Zinsen zahlen, denn er bekommt ja noch weniger Gold von den Konsumenten 4. Ergibt sich aus 1-3 nicht, daß der Zins eine Art Preisfixing ist, und somit dem freien Markt entgegenwirkt, bzw. 5. Warum überhaupt ein (zusätzlicher) Zins als Entschädigung, wenn der Wert des (nur Gold!)Geldes durch die Produktivitätssteigerung steigt, 6. Würde folglich der Zins in einer reinen 7. ist 1-6 evtl. genau der Grund, warum sie das nicht tut, sondern einer Zinswirtschaft (die, wenn ich Sie richtig verstanden habe, ja von den Geldverleihern/Banken initiiert wird) gar nichts anderes übrig bleibt, als schliesslich und 8. sich die gesamte Realwirtschaft (also die Produzenten, Dienstleister, Arbeiter) in die totale Verschuldung bei den Geldverleihern begibt, trotz immer höherer Güter- Produktion Historisch sind ja auch Zentralbanken Privatbanken, die zunächst mal den Potentaten Geld für ihre Untaten liehen, und dafür dann Verstehn Sie mich nicht falsch, ich halte sehr viel vom Goldstandard und sehr wenig von Keynes oder gar Gesell, bin auch durchaus begeistert von Fortschritt und Arbeitsteilung, frage mich nur ob die Idee des Zinses, im Unterschied zur Geschäftsbeteiligung, die "richtige" ist und nicht eher die Wurzel allen Übels..., und eben, ob es nicht die Bankiers waren, durchaus auch im Sinne ihrer Sparer, die den Staat überhaupt erst mächtig machten, weil dieser erst durch seine militärische und fiskalische Skrupelosigkeit die Zinsprofite erbringt, die der freie Markt gar nicht erbringen kann. Würde also, Fazit, nicht jede Zinswirtschaft sowieso wieder bei Staat und Empire anlanden, von mir aus auch unter anderem Namen? hoeppe, am 30. Dezember 2009 um 3:11 ( Link ) @GraueEminenz Auch ich möchte darauf hinweisen, dass Ihre Mühe nicht ungelesen an mir abperlt. Den eigentlichen Kern der Kontroverse liefern Sie am 29. Dezember 2009 um 16:06 in Ihrem einleitenden Halbsatz: Ich komme ja gar nicht mehr hinterher ...Willkommen in der fortschrittlichen Moderne!! In diesem Sinne ein frohes neues Jahr…, ich bin zur späten Stunden schon voll am rutschen. Kennt sich jemand mit Irischem Whiskey aus? Bushmills 21 Years Madeira Finish? Hoch die Tassen und den Herrn einen guten Mann sein lassen…. wirkt Wunder. Der Gottesfürchtige weiß im rechten Moment auf die überlegene intellektuelle Klasse zu scheiße. Sorry..., Berliner Schnauze. Haderach, am 30. Dezember 2009 um 9:21 ( Link ) Zum Gold: Wer sagt dass die Bindung des Geldes an das Gold - die ja in einem politischen Prozess festgelegt wird - nicht jederzeit verändert werden kann? Ganauso wie eine Notenbank Geld drucken kann, kann die Preisbasis der Goldbindung politisch geändert werden, mit dem selben Effekt. Das primäre Problem unserer zeit sehe ich nicht in Verschuldung allegmein - denn kredit ist die wichtigste Nahrung einer jeden Wirtschaft - sondern in den explodierenden Staatsverschuldungen. Staaten verschulden sich ständig am Limit ihrer Möglichkeiten weil Politiker zwecks kurzfristigem Wählerkauf zukünftige Generationen belehnen. Die 3% Neuverchuldung lt. Maastricht die offenbar ein Minimalverschuldungsnaturgesetz darstellen,einzusparen sollte für keinen Staat ein Probelm sein. Man müßte nur einmal ein paar unpopuläre Entscheidungen treffen. Politker tun das nicht, und ich glaube nicht dass ein Goldstandard das ändern würde. Wirksamer wäre m.M. nach ein verfassmäßiges Festschreiben einer Nullverschuldung, inkl. dem Festlegen von budgetären Richtlinien wie z.B.: Harald Henke, am 30. Dezember 2009 um 10:48 ( Link ) @Fatal: -- Ich würde bei Inflation und Deflation grundsätzlich nicht von "gut" oder "schlecht" sprechen. Beide Phänomene können grundsätzlich positive oder negative Ursachen haben. Eine allgemeine Preisniveau-Änderung hat m.E. (im Gegensatz zu einer relativen Änderung) keinerlei Auswirkungen auf die reale Wirtschaft (sofern es sich nicht um eine Hyperinflation oder Hyperdeflation handelt) und ist daher als neutral zu betrachten. Nur dummerweise führt in der Realität monetäre Inflation/Deflation praktisch immer zu einer Veränderung der relativen Preise. Im Falle der Inflation z.B. wird das neugeschaffene Geld an bestimmten Stellen in den Wirtschaftskreislauf gepumpt, verändert dort die Preise und dringt von dort aus z.B. über Faktorlöhne in andere Bereiche vor. Einige Sektoren reagieren stärker, andere schwächer. Ein Änderung der relativen Preise ist die Folge. Somit führen De- und Inflation immer zu Umverteilungseffekten, haben daher Auswirkungen auf die Realwirtschaft und sind nicht als neutral zu betrachten. Fatal, am 30. Dezember 2009 um 10:50 ( Link ) @ Dr. Spiele: Ich weiß, dass die Fragen an Graue Eminenz gingen, versuche sie aber trotzdem zu beantworten: 1. woher kommen bei (ziemlich) gleichbleibender Gold-Geldmenge die zusätzlichen Goldeinheiten, die für die Zahlung der Zinsen und Zinseszinsen erwartet werden?Von nirgends, es braucht dazu nämlich keine zusätzlichen Geldeinheiten. Kreditgeber agieren aus den selben Beweggründen wie andere Unternehmer und Arbeiter auch: Sie möchten Geld verdienen, um es später für Konsumzwecke auszugeben. An dieser Stelle kommt häufig der Einwand, der Kreditgeber könnte doch einfach sämtliches eingenommene Geld wieder verleihen, bis er eine unendlich große Geldmenge akkumuliert hat. Doch das funktioniert nicht. Geld verhält sich nämlich hier wie ein gewöhnliches Gut: Je größer die angebotene (Geld-) Menge, umso geringer der Preis (Zins). Würden Kreditgeber also die angebotene Kreditmenge dauernd ausweiten, könnten sie ihr Geld irgendwann nur noch unterhalb des risikofreien Zinssatzes verleihen, würden sich damit also ergo selbst ins Knie schießen. 2. Wenn der Wert des Geldes steigt, steigen dann nicht auch die Zinsen, da ja der Verleiher sozusagen noch mehr Verzicht leistet, wie jemand, der einen Ferrari verleiht ja auch mehr Verzicht leistet als jemand der einen Trabbi verleiht.Nein, denn wenn die Kaufkraft des Geldes steigt, steigen schließlich auch die Zinseinnahmen in gleicher Höhe in ihrer Kaufkraft, da sie ja auch in Geld gezahlt werden. 3. Wenn die Zinsen steigen, aber gleichzeitig der Preis der Güter sinkt, wovon soll der Produzent dann die Zinsen zahlen, denn er bekommt ja noch weniger Gold von den KonsumentenDass der Preis für Güter sinkt ist kein Automatismus, sondern das Ergebnis einer erhöhten Produktivität. Nehmen Sie an, bei gleichbleibender Geldmenge könnten die Automobilhersteller ihre Autos deutlich preisgünstiger produzieren, während eine Rinderseuche der Milchwirtschaft zu schaffen macht. Dies würde dazu führen, dass Autos im Preis sinken, während Milch im Preis steigt. Der Preis für Autos sinkt, weil es sich die Hersteller leisten können, die Preissenkungen sind nicht exogen vorgegeben. Branchen, die ihren Output nicht steigern können, oder ihn gar senken müssen, müssen bei gleichbleibender Nachfrage nicht mit Preissenkungen rechnen. 4. Ergibt sich aus 1-3 nicht, daß der Zins eine Art Preisfixing ist, und somit dem freien Markt entgegenwirkt, bzw.Nein, da dieses "Preisfixing" ja freiwillig von den Marktteilnehmern vereinbart wurde. Wenn Sie ein Abonnement abschließen, in dem Sie versprechen, über ein Jahr einen bestimmten Betrag für jedes Magazin zu zahlen, wirkt das doch auch nicht dem freien Markt entgegen, oder? Übrigens kann man auch variable Zinsen vereinbaren, damit sind aber zuletzt in den USA viele Hausbesitzer und mit ihnen die Banken baden gegangen. 5. Warum überhaupt ein (zusätzlicher) Zins als Entschädigung, wenn der Wert des (nur Gold!)Geldes durch die Produktivitätssteigerung steigt,Weil der Kreditgeber theoretisch auch das Geld bei sich im Tresor aufbewahren könnte und warten, bis es an Kaufkraft gewinnt. Der Vorteil hierbei wäre, dass er es einerseits jederzeit zur Verfügung hat, falls er sich etwas kaufen möchte, er ist also jederzeit liquide. Gleichzeitig muss er nicht befürchten, dass sein Kreditnehmer zahlungsunfähig wird oder mit seinem Geld abhaut, er ist also einem geringeren Risiko ausgesetzt. (Übrigens sagen Sie hier genau das Gegenteil von Frage 2!) 6. Würde folglich der Zins in einer reinenNein, der Zins spiegelt immer die Zeit- bzw. Liquiditätspräferenz der Bevölkerung wieder. Ein Nullzins würde zeigen, dass die Marktteilnehmer absolut keinen Liquiditätsbedarf, bzw. eine Zeitpräferenz von 0 haben, was absolut unvorstellbar ist. Der Marktzins für langfristige Kredite entspricht übrigens ziemlich genau dem Unternehmerlohn für dessen eingesetztes Kapital. Ein Zinssatz von Null würde bedeuten, dass die allermeisten Unternehmer absolut nichts oder nur sehr wenig für ihr eingesetztes Kapital erwirtschaften. Ein solcher Zustand würde, würde er denn eintreten, nicht besonders lange anhalten. Die Fragen 7 und 8 verstehe ich nicht ganz, vielleicht können Sie die ja umformulieren. Fatal, am 30. Dezember 2009 um 10:59 ( Link ) Hallo Herr Henke, Sie spielen wahrscheinlich auf den Cantillon-Effekt an, der mir, als ich den Text geschrieben habe, ebenfalls durch den Kopf ging. Und damit haben Sie natürlich vollkommen recht. dickbrettbohrer, am 30. Dezember 2009 um 11:55 ( Link ) Für ein reibungsloses Funktionieren der arbeitsteilige Wirtschaft ist die Geldmenge völlig unerheblich. Deflation ist deshalb der Wirtschaftsleistung nicht abträglich. Beispiel: 1 Brot = 1 Goldstück Die Geldmenge bleibt gleich, während das Warenangebot steigt. Deflation kann auch durch schrumpfende Geldmengen bei gleichbleibendem Warenangebot erfolgen. Ich bin historisch zu wenig bewandert, um sagen zu können, ob dies schon irgendwann der Fall war. Ich stelle mir vor, daß die Menschen in einem solchen Falle jedoch rasch auf andere, meinetwegen kreative „Währungen“ ausweichen würden: Wenn Menschen miteinander Handel treiben wollen, dann finden sie auch die indirekten Tauschmittel dazu, ganz unabhängig von bevormunden wollenden Autoritäten. GraueEminenz hat das ja wunderbar historisch belegt. Umgekehrt sehe ich die Inflationierung des Geldes ausschließlich als betrügerisches Monopolwirken des Staates an. Das hübsche Märchen, die Geldmenge müsse gleichzeitig mit der Warenmenge steigen, hat man erfunden, um von den eigentlichen, niedrigen Motiven des fiskalischen Raubes abzulenken. Es gibt leider genügend naive Geister, die das glauben, weil es ihnen auf den ersten Blick als logisch einleuchtet. Zahlenspielereien beeindrucken halt, wenn man nicht denken will. Schauen wir mal, wie es mit den Broten aussieht, wenn wir eine Inflation haben: 1 Geldeinheit = 1 Brot Das geht lange Zeit gut, erstaunlich lange! Die Gefahr ist, daß wie bei allen Unternehmungen die Verflechtungen und Verpflichtungen wachsen. Es entsteht eine schier unheimliche Eigendynamik. Dieser Zeitpunkt scheint bald gekommen zu sein. Manchem Inflationsgewinnler dürfte es inzwischen schwül geworden sein, aber der Karren läßt sich nicht mehr bremsen. Zum Gold kann immer nur wiederholt werden: es ist nicht in beliebiger Menge und in kürzester Zeit willkürlich vermehrbar, seine Förderung verursacht Kosten. Darin liegt sein Wert – dieser Wert unterliegt natürlich ebenfalls Schwankungen, denn Gold kann man ebensowenig essen wie das staatlich emittierte Fiat Money. Der innere Tauschwert von Gold oder Geld kann nicht exakt festgelegt werden, weil er Ergebnis millionenfacher Reaktion, Aktion und Stimmung der Marktteilnehmer widerspiegelt. Geld ist eben nur ein fiktives Bilanzierungsmittel eigener Arbeit und Forderung auf dem arbeitsteiligen Markt, niemals eine objektiv quantifizierbare Entität. Das Wesen des Geldes darf niemals mit seiner Erscheinungsform als Rechnung verwechselt werden. Das Wesen des Geldes ist Psychologie. U , am 30. Dezember 2009 um 12:25 ( Link ) @die fleissige Graue Eminenz Haderach, am 30. Dezember 2009 um 13:54 ( Link ) @dickbrettbohrer In Österreich werden jährlich ca. 45000 Wohneinheiten gebaut, etwa zur Hälfte von sog. Wohnbaugenossenschaften unter dem Titel "sozialer Wohnbau". Die momentane jährliche Goldförderung in Höhe von ca. 2600 Tonnen erhöht den gesamten vorhandenen Goldbestand gerade einmal um ca. 1,7% jährlich. Geht man von weltweiten Kreditkosten für Wohnungsbau in Höhe von 2% des BIP aus, deckt die weltweite Goldschürfung nicht einmal diesen Kreditbedarf. dickbrettbohrer, am 30. Dezember 2009 um 14:44 ( Link ) Meine unmaßgebliche Meinung dazu: Hier dreht sich bereits ein Blasenkarussell. Blöff kann eben nur durch Blöff aufrechterhalten werden. Den Bodenkontakt hat diese Staatsplanwirtschaft mit den Luftbanknoten schon längst verloren. Ich glaube nicht, daß mein Brotbeispiel so ganz daneben ist. Es geht mir ja um die grundsätzlichen Einsichten, nicht um komplizierte Rechnereien in bereits aufgeblähten Kunstgebilden. Die dann irgendwann wie Kartenhäuser zusammenstürzen MÜSSEN. FritzLiberal, am 30. Dezember 2009 um 15:13 ( Link ) @Haderach: bei einer 100% Golddeckung müsste sich der Staat massiv zurücknehmen, das ist ja der Witz bei der Sache. Dirk Friedrich, am 30. Dezember 2009 um 15:15 ( Link ) 1. woher kommen bei (ziemlich) gleichbleibender Gold-Geldmenge die zusätzlichen Goldeinheiten, die für die Zahlung der Zinsen und Zinseszinsen erwartet werden? Münder werden zu voll genommen. Und manchmal werden Erwartungen eben enttäuscht. M.a.W.: Nicht jedes Zahlungsversprechen ist erfüllbar oder wird efüllt. Ich wünsche allen Teilnehmern einen guten Rutsch. Haderach, am 30. Dezember 2009 um 15:22 ( Link ) Genauso wie jede Nahrung, jedes Medikament, jedes Getränk zum Gift wird, wenn man es über ein bestimmtes Maß hinaus konsumiert, so ist das rechte Maß auch für jede Form von Wirtschaft und Finanz der springende Punkt.. Es gibt kein Allheilmittel wie den Goldstandard, kein schwarz oder weiß, die Welt ist grau, genauso grau wie jede Theorie. GraueEminenz, am 30. Dezember 2009 um 15:27 ( Link ) Dr. Spele et al.: Da bereits andere auf einige Ihrer Fragen geantwortet haben, hier erstmal nur ein Kommentar zu Ihrer obigen historischen Feststellung: barthel_berand, am 30. Dezember 2009 um 15:27 ( Link ) @Haderach + DBB Man benötigt also konservativ geschätzt jährlich Kredite in Höhe von ca. 5 Mrd Euro um den Wohnbau in Österreich aufrecht zu erhalten. Das würde bei einer Golddeckung - soweit ich das verstehe - bedeuten, dass der österreichische Staat (europ. Zentralbank) diese Geldschöpfung aliquot mit Gold bedecken müßte. Der letzte Satz impliziert, dass Sie davon ausgehen, Kredite könnten immer nur aus neuer Geldschöpfung entstehen. Das ist prinzipiell falsch; aber leider heute in facto eher die Regel als die Ausnahme und damit in einem Teilreservebankensystem mit einem Mindestreservesatz von 2% empirisch gesehen eher richtig. Genau das ist aber leider das Problem. In einer ´gesunden´ Wirtschaftswelt, die den meisten hier vorschwebt und in der das Geld an irgendetwas angebunden ist (Gold, Rohstoffkorb, etc.), würden Kredite ausschließlich aus Ersparnissen anderer gewährt. Der Mindestreservesatz läge bei 100%. Banken hätten nur noch die Aufgabe, die Kreditvergabe zu Koordinieren, so wie es früher einmal war. (Losgrößen, Risiko- und Fristentransformation). Dazu bedarf es dann eben nicht einer zusätzlichen Geldschöpfung aus dem Nichts, wodurch wir eh alle früher oder später in den Ruin getrieben werden. Mathematisch zwangsläufig. @ DBB Ich bin schon mehrfach bei dem Versuch gescheitert, Beiträge abzuspeichern. Haben sie einen Tip für mich? BB Dr. Spiele, am 30. Dezember 2009 um 15:44 ( Link ) Die Fragen 7 und 8 verstehe ich nicht ganz, vielleicht können Sie die ja umformulieren. @fatal, fatalerweise haben Sie nicht mal die erste Frage verstanden, bzw. sind ihr reflexhaft ausgewichen, wofür ich wärmstes Verständnis habe, woraus sich dann aber zwangsläufig Ihre für mich ebenso unbefriedigende restliche Verfahrensweise ergibt, aber trotzdem Danke für Ihre Bemühungen. Für den von Ihnen angesprochenen Widerspruch zwischen Frage 2 und Frage 5 kann ich übrigens nichts, sondern der ergibt sich logisch aus den Vorträgen seiner "Grauen Eminenz" weiter oben, denen ich ja auch gerne zustimmen würde, also gut, zweiter Versuch, Ich zitiere zunächst seine Graue Eminenz: Nun kann ich zufaellig selbst jemanden kennen, der sich Geld leihen will, und das Geschaeft mit ihm machen, aber erstens habe ich dann das Kreditrisiko und zweitens will ein Einzelner garantiert mehr ODER weniger leihen als ich bereit zu verleihen bin bzw. kann. und frage nochmal ganz harmlos Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Sphairon, am 30. Dezember 2009 um 16:04 ( Link ) @Dr. Spiele: Hinsichtlich Ihrer ersten Frage bezüglich des Zinses dürften meine anderen Beiträge mit dem ABC-Beispiel relevant sein. Haderach, am 30. Dezember 2009 um 16:21 ( Link ) In einer ´gesunden´ Wirtschaftswelt, die den meisten hier vorschwebt und in der das Geld an irgendetwas angebunden ist (Gold, Rohstoffkorb, etc.), würden Kredite ausschließlich aus Ersparnissen anderer gewährt. Der Mindestreservesatz läge bei 100%. @barthel_berand GraueEminenz, am 30. Dezember 2009 um 16:26 ( Link ) Dr. Spele: Die Antwort hatte ich am Ende von wie folgt gegeben: [Der Verleiher] "kann NUR drei Dinge tun: Im Einzelnen: GraueEminenz, am 30. Dezember 2009 um 16:32 ( Link ) Haderach: DOCH doch, glaube ich ohne weiteres. Das Pikante daran ist doch: genau der zuviel geschaffene "Kredit", der also auf ungedecktem, ungezuegeltem, Zentralbank-Geldmengenwachstum beruht, fuehrt ja nicht zu etwas Gutem. DAS IST DOCH DER GRUND DER DERZEITIGEN KRISE!!! Also kann man doch nur zwei Dinge anmerken: Haderach, am 30. Dezember 2009 um 18:39 ( Link ) @GraueEminenz GraueEminenz, am 30. Dezember 2009 um 19:22 ( Link ) Lieber Haderach, Gestatten Sie mir, Ihren Beitrag vom 30. Dezember 2009 um 9:21 als Grundlage fuer ein paar Klarstellungen zu nutzen. 2.) "Man kann davon ausgehen, dass kein Staat der Welt es zulassen wird, dass Privatanlager, div. Fonds, institutionelle Investoren, Bergbauunternehmen etc. von einer, sagen wir einmal Verfünfzigfachung des Goldpreises profitieren." 3.) "Der Goldbesitz würde monopolisiert werden, niemand sollte daher einen Goldstandard mehr fürchten als die Besitzer von Gold." 4.) "Zusätzlich handelt man sich international mit einem Goldtandard die selben Probleme ein, die man mit dem Öl schon hat: Es gibt Staaten mit großen natürlichen Goldvorräten. Diese würden über Nacht unglaublich reich, und zum Ziel politischer und militärischer Interessen." 5.) "Wer sagt, dass die Bindung des Geldes an das Gold - die ja in einem politischen Prozess festgelegt wird - nicht jederzeit verändert werden kann? Ganauso wie eine Notenbank Geld drucken kann, kann die Preisbasis der Goldbindung politisch geändert werden, mit dem selben Effekt." 6.) "Kredit ist die wichtigste Nahrung einer jeden Wirtschaft" 7.) "Die 3% Neuverchuldung lt. Maastricht, die offenbar ein Minimalverschuldungsnaturgesetz darstellen, einzusparen sollte für keinen Staat ein Probelm sein." 8.) "Man müßte nur einmal ein paar unpopuläre Entscheidungen treffen. Politker tun das nicht, und ich glaube nicht dass ein Goldstandard das ändern würde. Wirksamer wäre m.M. nach ein verfassmäßiges Festschreiben einer Nullverschuldung, inkl. dem Festlegen von budgetären Richtlinien wie z.B.: …" 9.) "Am Ende sind alle Regeln, alle Standards, alle Preisbindungen etc. keine Naturgesetze, sondern politische Entscheidungen, die auch auf politischen Weg geändert werden können." 10.) "Notwendig wäre ein Instrumentarium, das die Möglichkeiten der Politik einengt, um inflationäre Geldschöpfung zu verhindern. 11.) "Nur nach einem Totalkollaps unserer Währungssysteme sehe ich für einen Goldstandard eine Chance, und ich bin nach wie vor nicht überzeugt dass es ein besseres System wäre." GraueEminenz, am 30. Dezember 2009 um 19:45 ( Link ) Zum Haeuser-Kommentar noch: Das kannte ich noch nicht: da besteht ein Bedarf und die Lieferanten weigern sich garstig, ihn zu decken. Ts, ts, 20% Wohnungen fehlen und die Bauwirtschaft ist zu bloed, sie zu bauen ... IM ERNST, das kann ja gar nicht wahr sein: 1) Gehen wir mal davon aus, dass Oesterreich nicht Gibraltar oder Monaco ist und es also nicht schlicht an Platz mangelt. 2.) Wenn jemand gerne eine Wohnung kaufen oder mieten moechte, dann muss er dem Bauunternehmen oder Vermieter soviel bezahlen, dass der Bau auch langfristig lohnt. Es gibt also 20% Wohnungssuchende, die aber nicht bereit sind, dafuer genug zu bezahlen? 3.) Oder die Bauunternehmer stehen Gewehr bei Fuss, auch die Kunden moechten kaufen, aber letzteren fehlen noch ein paar Euro. Also auf zur Bank - die gibt aber keinen Kredit. Boese Bank (Bad Bank - daher der Name?)! Bitte, beim besten Willen: der Bedarf, in Oesterreich und anderswo, an Immobilien ist UNENDLICH. Das hat man in den USA gesehen, wo wegen der steten Preissteigerungen in der Endphase der Blase "clevere" Investoren Haeuser gebaut haben zum Weiterverkaufen, und der naechste hat sie nur gekauft, weil er sie ebenfalls gehofft hat, mit neuem Gewinn weiterverkaufen zu koennen. Der Bedarf war da und doch nicht da ... AN JEDEM MARKT sind ZU JEDER ZEIT Angebot und Nachfrage im GLEICHGEWICHT. Wer gerne mehr verkaufen moechte, ist nur nicht bereit, mit dem Preis weiter herunterzugehen oder wer mehr kaufen moechte, nicht bereit, mit dem Preis weiter rauf. Auch das Wasser im Fluss reicht erstaunlicherweise immer GENAU BIS ANS UFER ... dickbrettbohrer, am 30. Dezember 2009 um 20:20 ( Link ) Liebe Graue Eminenz, woher haben Sie dieses Wissen? Autodidakt? GraueEminenz, am 30. Dezember 2009 um 20:29 ( Link ) Hallo dickbrettbohrer, Der Rest ist denken ohne auf scheinbar logische Zusmmenhaenge hereinzufallen. Dazu braucht's Wissenschaftstheorie mehr als alles andere, dann erschliesst sich jede Wissenschaft, die Oekonomie sowieso, die man ja zum Glueck aehnlich der Mathematik allein mit seinem Hirn bewaeltigen kann - waehrend z.B. der Ethnologe ja direkten Kontakt mit Menschenfressern suchen muss ... Fatal, am 31. Dezember 2009 um 2:26 ( Link ) Werter Dr. Spiele: Tja, ich könnte jetzt ganz einfach meine obige Antwort wiederholen, aber versuche aus didaktischen Gründen ganz einfach Ihre Frage umzuformulieren: Woher kommt das Geld, mit dem ein Arbeiter, ein Bauer, ein Metzger oder ein/e Putzfrau/-mann bezahlt wird? Die Tatsache, dass ich Ihre Frage scheinbar nicht zur Genüge beantworten konnte, hat vor allem damit zu tun, dass ich nicht erkennen kann, wo Ihr Problem liegt. Für die Kreditwirtschaft wird zusätzliches Geld genausowenig benötigt, wie für jeden anderen Wirtschaftszweig auch. Dr. Spiele, am 31. Dezember 2009 um 4:42 ( Link ) Zunächst mal, @lieber Fatal und die anderen hier, habe ich gar keine irgendwie gearteten Grundannahmen zum Zinseszinseffekt. Die Berechtigung des Zinses ist mir intuitiv völlig klar. Ebenso wie die Berechtigung einer Golddeckung. Nun waren mir im Laufe meines Lebens schon einige Dinge intuitiv völlig klar, die sich nachher leider, oder vielleicht auch zum Glück, als ziemlich falsch rausstellten. Der Einfacheit halber wollen wir bitte von einem Goldstandard ausgehen, die Rolle des Zinses im Papierelektrogeldsystem ist sowieso anders zu bewerten, Inflationsausgleich usw. Lassen wir das Papierelektrogeldsystem ruhig weg, im Auge behaltend, daß es aber da ist, und das möglicherweise einen (u.a.) mathematischen Grund hat... Wenn ich also im Goldsystem fürs Putzen bezahlt werde, dann kommt kein neues Geld ins Spiel. Wenn ich aber, wie im obigen Beispiel der Grauen Eminenz, einer Bank 100 Gold leihe, die ich gerade überschüssig habe, die Bank diese 100 Gold gegen 10% Zinsen an jemand anders wieder ausleiht, mir dann 5 Gold als Zins gibt und 5 Gold behält, dann sind ZUNÄCHST MAL entweder 10 neue Gold ins Spiel gekommen, oder diese 10 Gold irgendwo anders über Jahresfrist verlustig gegangen. Oder was sonst? ZUNÄCHST MAL grossgeschrieben, weil auch ich weiss, daß sowohl Ich (der Esel nennt sich immer selbst zuerst) als auch die Bank diese Für meine inzwischen 105 Gold kaufe ich mir also jetzt doch einen Ferrari, weil der besser ist als das Modell letztes Jahr, als ich das Geld lieber zur Bank trug, um noch ein wenig konsumzuverzichten. Und die Bank wird ihre zusätzlichen 5 Gold wieder ausleihen, zusammen mit, angenommen, weiteren 100 Gold, die sie inzwischen von meiner Oma als Einlage bekommen hat, die auch begeistert ist über meine neue Karre. Von mir aus auch erst übernächstes Jahr. Vielleicht macht die Bank auch gleich zu und freut sich an den 5 Euro Gewinn, und der Bankdirektor kauft sich dafür einen Trabbi. Ist zwar unwahrscheinlich, aber bitte (keine unendliche Kapitalakkumulation, ihr Beispiel) Wie auch immer: Oder hat hier die unsichtbare Hand des Marktes Der (Markt)Zinssatz ist also identisch mit dem realwirtschaftlichen Wachstum? Plus evtl. ein kleines anteiliges Surplus auf die noch zukünftig (also überüberübernächstes Jahr) zu erwarteten Wachstumsraten? Nun, das wäre mir halbwegs einleuchtend, allerdins nur in einer Welt voller Heiliger. Im Jammertal in dem wir hingegen leben, wird die Bank sinnigerweise folgendes tun: Sie wird das Geld verleihen an Leute, die ihr einen möglichst hohen Zinssatz versprechen. Die bekannte Geschichte scheint mir das irgendwie nahezulegen. Natürlich hat die Wirtschaft bis kurz nach gestern immer trotzdem funktioniert. Und nun will ich mal ein Argument von Hans Herrmann Hoppe verfremden, dessen Werk ich sehr schätze: Hoppe sagt, die Wirtschaft Nun, könnte es sein, daß die Wirtschaft auch TROTZ ZINS funktioniert, und nicht etwa WEGEN? Und daß der Zins, wie ich weiter oben schon hilflos auszuführen versuchte, genau zum STAAT führt, und damit zu den Zetern und Mordien? Könnte jemand also, ähnlich wie Hoppe, ein Buch schreiben mit dem Titel: Wie Graue Eminenz so treffend sagte, der Fluss reicht immer bis ans Ufer. Richtig! Wird die zinseszinzbasierte Finanzwirtschaft auch irgendwann eingedämmt, oder warten wir, bis wir alle in ihrer mathematischen Unmöglichkeit ersaufen, bis auf die, die fett genug sind, oben zu schwimmen, Wenn das wenigstens im Sinne der Evolution wäre, wärs mir ja recht. Sollen halt die wirklich AUSERWÄHLTEN überleben, von mir aus auch durch Beschiss. Nun bin ich leider nicht wirklich religiös, aber die Evolution erklärt mir auch nicht mein dummes Fragen. Ach, hätten wir doch noch den Sonnengott. Statt dessen haben wir eigentümlich frei. Singaporean, am 31. Dezember 2009 um 9:26 ( Link ) Wenn ich aber, wie im obigen Beispiel der Grauen Eminenz, einer Bank 100 Gold leihe, die ich gerade überschüssig habe, die Bank diese 100 Gold gegen 10% Zinsen an jemand anders wieder ausleiht, mir dann 5 Gold als Zins gibt und 5 Gold behält, dann sind ZUNÄCHST MAL entweder 10 neue Gold ins Spiel gekommen, oder diese 10 Gold irgendwo anders über Jahresfrist verlustig gegangen. Oder was sonst? Wieso sollen hier 10 Gold neu entstanden sein? Irgendjemand bezahlt den Kredit schließlich bei der Bank z.B. der Bäcker, indem er für 110 Gold (dieses Gold ist bereits im Umlauf, die Goldmenge kann gleich bleiben) Brote verkauft. Fatal, am 31. Dezember 2009 um 10:21 ( Link ) @ Dr. Spiele: Wenn ich aber, wie im obigen Beispiel der Grauen Eminenz, einer Bank 100 Gold leihe, die ich gerade überschüssig habe, die Bank diese 100 Gold gegen 10% Zinsen an jemand anders wieder ausleiht, mir dann 5 Gold als Zins gibt und 5 Gold behält, dann sind ZUNÄCHST MAL entweder 10 neue Gold ins Spiel gekommen, oder diese 10 Gold irgendwo anders über Jahresfrist verlustig gegangen. Oder was sonst?Der Schuldner hat die 10 Gold für diese Dienstleistung gezahlt, so wie der Kunde einer Bäckerei 10 Gold für soundsoviele Brote bezhahlt oder der Mandant eines Anwalts 10 Gold für juristischen Beistand zahlt oder was auch immer. Wie auch immer:Es sind eben nicht 10 Gold mehr. Irgendein Kreditnehmer hat aus seinem laufenden Einkommen 10 Gold dafür gezahlt, im hier und jetzt 100 Gold zur Verfügung zu haben, statt erst in einem Jahr. Wie bereits gesagt, ich verstehe nicht genau, wo die "mathematische Unmöglichkeit" des Zinssystems liegen soll. Dass die Wirtschaft ohne Zins besser dran wäre ist Quatsch, da Zinsen per se nichts anderes sind als Renditen auf eingesetztes Kapital. Stellen Sie sich vor, es gäbe keine Rendite mehr, dann gäbe es auch keine Unternehmer, die ihr Kapital zum Wohl der Gesellschaft einsetzen würden und wir wären wieder in der Steinzeit. Da gab es, soweit mir bekannt, keine Zinsen. Aber vielleicht helfen Ihnen folgende beiden Beispiele, Ihr Problem mit dem Zins zu überwinden: Haderach, am 31. Dezember 2009 um 10:42 ( Link ) @Graue Eminenz Der Goldpreis (pro Gewichtseinheit, z.B. Unze) ist eine Funktion einerseits der Gestehungskosten (langfristige Untergrenze) und der Nachfrage. Das trifft nur zu, wenn Gold nicht wie bei einem Goldstandard zu einem staatlichen Zahlungsmittel wird. Dann ist der Preis keine Marktfunktion mehr, sondern wird politish festgelegt. Das kann nur in Bezug zur vorhandenen Wirtschaftsleistung/Gütermenge passieren. Wenn ab morgen jeder Euro mit Gold hinterlegt sein muß, dann kann das nicht im Verhältnis 1 Unze = 766 Euro passieren. Sovel Gold existiert nicht. Irgendjemand muß festlegen wieviel Euro für 1 Unze Gold bezahlt werden. Das ist eine politische Entscheidung DOCH, nolens volens: der Goldpreis wertet derzeit auf und wird es (Lenin: "Drei Schritte vor, zwei Schritte zurueck") unaufhoerlich weiter tun. Gehen wir davon aus dass Gold weiter aufwertet - was auch nur eine Meinung unter vielen darstellt - das hätte aber nichts mit der Preisbildung des Goldes in einem Goldstandard zu tun. Heute bestimmt (weitgehend) der Markt den Goldpeis, in einem Goldstandard gäbe es keinen Markt für Gold. Der Gedanke hinkt aber auf einem andern Bein zugleich: OEL ist ein VERBRAUCHSGUT, dessen Knappheit einschneidende Auswirkungen haben kann, so wie Wassermangel. GOLD als UMLAUFSMITTEL ist damit nicht vergleichbar! Gold es exakt wie Öl eine natürlich vorkommende endliche Ressource. Es wird Tag für Tag gefördert, es wird irgendwann alles gefördert sein. Gold wird zwar nicht verbraucht wie Öl, sein Vorkommen ist aber genauso ungleich verteilt mit den gleichen politischen Folgen. Wasser ist ein Labensmittel und schon von daher weder mit Gold noch mit Öl vergleichbar. Wir werden in absehbarer Zeit genausowenig von Öl abhängig sein wie heute unserer Mobilität nicht mehr an Pferden hängt. GERADE DARUM ist ja eine Gold-Waehrung nicht manipulierbar – der Schein repraesentiert eine bestimmte Menge Gold, UND DEREN WERT wird getauscht. Und wer legt den Wert der bestimmten Menge Gold fest die mit dem Schein getauscht wird? Der Wert des Goldes ist kein Naturgesetz, sondern eine willkürliche Größe. Er lässt sich in einer goldgedeckten Währung genauso leicht ändern, wie man die Menge von Papiergeld ändert. Denn nicht der Markt würde über den Wert des Goldes entscheiden sondern eine Notenbank. "Kredit ist die wichtigste Nahrung einer jeden Wirtschaft" Und was wird zur Herstellung so ziemlich aller Güter benötigt? Ohne der Möglichkeit der Belehnung zukünftiger Gewinne gäbe es einen Großteil aller heute vorhandener Produkte, Dientsleistungen, Erfindungen etc. gar nicht. Die Kreditvergabe auf vorhanden Garentien oder Sicherheiten zu beschränken, würde der Wirtschaft jegliche Dynamik nehmen, und zu einem breiten Wohlstandsverlust führen. Es gäbe dann aber sicher keine Vermögensblasen mehr, da haben Sie recht. Also wie jetzt? Die goldgedeckte Waehrung befuerchten Sie, wird der Staat auch manipulieren, aber an den Verfassungstext wagt er sich nie ran??? Politik manipuliert immer alles, darin liegt ja das Problem. Ich glaube nur dass der Goldstandard aus o.g. Gründen die Wirtschaft ruinieren würde, und die politischen Anstrengungen für eine nachhaltige Finanzpolitik nicht allzu groß wären. Man bräuchte nur ein Instrument die Politiker in ihren Wahlbestechungsmöglichkeiten einzuengen, hier fällt mir am ehesten die Verfassung ein. Nicht das FIAT Money ist unser Problem, sondern die politische Handhabung eben dieses. NEIN, Angebot und Nachfrage, d.h. z.B., dass mehr Geld bei gleicher Guetermenge (Inflation) zu Preissteigerungen = Geldentwertung und Verarmung fuehrt ist ein NATURGESETZ Die Güetermenge bleibt aber nicht gleich. Das heißt man passt entweder die Geldmenge an, oder akzeptiert Deflation. Ersteres ist aus Mangel an Gold in einem Goldstandard mittelfristig nicht möglich, zweiteres halte ich für wirtschaftlich absolut tödlich (ich weiß das ergäbe wieder eine eigene Diskussion) Grundsätzlich kann ich Ihrer Argumentation folgen, und finde sie auch richtig. Ich bin aber der Meinung dass eine goldgedeckte Währung zu einer Erstarrung und Rückentwicklung der Wirtschaft führen würde, die schlimmer wäre als von Zeit zu Zeit eine Vermögensblase. Fabio Bossi, am 31. Dezember 2009 um 11:16 ( Link ) @Haderach: Ist nur so eine Idee, aber könnten/würden die Bausparkassen nicht vielleicht ein Revival erleben? dickbrettbohrer, am 31. Dezember 2009 um 11:34 ( Link ) @Haderach Es ist eben KEINE politische Entscheidung, sondern eine, die durch das Zusammenwirken der Marktkräfte entschieden wird. Fatal sind die politischen Eingriffsversuche, und auf lange Sicht scheitern sie immer. Haderach, am 31. Dezember 2009 um 11:54 ( Link ) @dickbrettbohrer Haderach, am 31. Dezember 2009 um 12:16 ( Link ) zu Hayek: "... Zunächst muß man sich vor Augen halten, dass ein einzelnes Land ihn unabhängig von anderen nicht wiedereinführen könnte. Seine Wirkungsweise beruhte auf seiner Eigenschaft als internationaler Standard, und wenn z.B. die USA heute zum Gold zurückkehrten, würde es hauptsächlich bedeuten, dass die Politik der USA den Goldwert, und nicht unbedingt, dass das Gold den Wert des Dollar bestimmen würde.". Sie sehen ich befinde mich in vollkommener Übereinstimmung mit Hayek. GraueEminenz, am 31. Dezember 2009 um 12:18 ( Link ) Dr. Spele/Fatal/Singaporean: In der Frage der wundersamen Goldvermehrung durch Zinsen haben wir ein aehnliches Verwirrspiel, das auch etwas Zenons Paradoxon aehnelt: Achilles kann die Schildkroete dabei nie einholen, weil er zwar zehnmal schneller ist, aber in jedem Betrachtungszeitraum nur noch ein Zehntel Wegstrecke zuruecklegt. Wuerde man die Frage stellen, was passierte, wenn man statt abnehmender Strecken gleiche ZEITRAEUME betrachtete, gaebe es ueberhaupt kein Paradoxon. So gibt es auch fuer die jahrtausendelangen Betreiber/Mitwirkenden von gedeckten Waehrungs- bzw. Tauschsystemen kein Paradoxon, denn diese haben nichts getan, als die Ueberschuesse statt urspruenglich mit Guetern aus eigener Produktion nunmehr mit Guetern bezahlt, die sie erst eingetauscht hatten gegen ihre Erzeugnisse/Leistungen: das Geld. Da das funktionierte, wenn die Putzfrau am naechsten Tag erneut putzte (sie erhielt ihr Goldaequivalent vom Baecker, kurz: ihren Kunden, ohne sich zu wundern, dass, ZUFAELLIG, es sich haette um DIESELBEN Muenzen handeln koennen, obwohl sie doch ANDEREN Dreck weggeputzt hat als gestern ...), und es funktionierte, als der Baecker auch am naechsten Tag Brot verkaufte (obwohl doch jetzt eigentlich ZUSAETZLICHES Gold haette zu ihm gebracht werden muessen, denn das GESTRIGE GOLD war ja fuer das GESTRIGE BROT ...). Wenn nun jemand ZINSEN aus seinen erwirtschafteten Ueberschuessen bezahlt, hat er es aus derselben Quelle, DEM UMLAUFS-Mittel Geld, das eine andere Funktion hat als das GUT Gold. Wer dieses HORTEN moechte, der braucht fuer jeden Tauschakt, mit dem er seine Ueberschuesse am Markt verkauft, NEUES Gold, denn er wacht ja mit Argusaugen ueber das, was bereits in seinem Geldspeicher liegt. Die Verzinsung ist ein ZahlungsVERSPRECHEN, das den versprechenden Schuldner dazu bringt, am Markte UMLAUFSMITTEL zu besorgen in der ZUSAETZLICHEN Hoehe, die aber dennoch aus dem GLEICHBLEIBENDEN (ceteris paribus) umlaufenden Goldschatz stammen, wie das Blut, das den "Tauschwert" Sauerstoff jeden Tag auf's neue transportiert ohne deshalb mehr zu werden. Aber eigentlich wollte ich nur hierauf eingehen: Eine Bank (eine ordentlich finanzierte, zum Unterschied s.u.) leiht ja Geld aus, das NUR aus zwei Quellen stammen kann: GraueEminenz, am 31. Dezember 2009 um 12:50 ( Link ) Lieber Haderach: "Ich glaube nicht, dass nur weil wir gerade eine krdeitfinanzierte Immobilienblase in den USA erlebt haben, jede Form der nicht durch Sparguthaben gedeckten Kreditfinanzierung zwangsläufig zu einer Blase führt. Haderach, am 31. Dezember 2009 um 14:21 ( Link ) @GraueEminenz Das wahre Problem liegt m.M. ganz wo anders: Hier liegt der wahre Kern unserer Probleme. Ein alles erfassendes, alles bestimmendes, unendlich Mittel vernichtendes, jeden demotivierendes, ständig wachsendes Monstrum genannt Bürokratie. barthel_berand, am 31. Dezember 2009 um 14:44 ( Link ) @ Dr. Spiele Nun, könnte es sein, daß die Wirtschaft auch TROTZ ZINS funktioniert, und nicht etwa WEGEN? Nein. Zins wird heute stets in Geld entrichtet. Deshalb stimmen fast alle intuitiv und unmittelbar zu, wenn man behauptet, Zins sei ein monetäres Phänomen. Das ist aber grundfalsch. Zins ist vielmehr ein reales Phänomen; oder anders ausgedrückt: der Zins ist keine Funktion des Geldes, sondern eine Funktion der Zeit. Sie haben den Spruch: ´Zeit ist Geld´ sicher schon einmal gehört. Er ist wahr. Daran liegt es, dass man, wenn man Geld leiht, in Wahrheit Zeit leiht. Man muss das später wieder ausgleichen und die Schulden abbezahlen. Die Zeit läßt sich nicht bestehlen. Und wenn man das tut und die Schulden bezahlt, nimmt man Geld aus dem aktuellen Konsum, denn man hatte es vorher schon konsumiert. Tut man es nicht, bleibt nur die Insolvenz. Deshalb muss die Geldmenge auch nicht steigen, wenn Zinsen ins Spiel kommen. Das Konsumverhalten muss sich ändern. Zins ist das Spiegelbild der Zeitpräferenzrate, die das Verhältnis von Konsum- zu Ersparnisbildung regelt. Je höher die Zeitpräferenz (= Konsumwunsch), desto höher der Zinssatz (= Kompensation für den Verzicht auf den Konsumwunsch). Der Zins würde auch existieren, wenn es kein Geld geben würde. Geld gibt es nur deshalb, weil die Welt nicht klar ist, weil wir alle unvollkommene Informationen haben. Deshalb benötigen wir Geld als Wertspeicher, um uns auf Unwägbarkeiten vorzubereiten. Je unsicherer die Zeiten, desto höher die Sparneigung. Nie war das schöner zu beobachten als in diesen Zeiten. In einer vollkommenen Welt gäbe es kein Geld, weil jeder genau wüßte, wann er was benötigt. Der Bedarf an einem indirekten Tauschmittel wäre nicht vorhanden. Deshalb funktionieren auch die ganzen neoklassischen Gleichgewichtstheorien nicht, weil sie alle von einer vollkommenen Welt ausgehen, in der es keine Unsicherheit und daher auch kein Geld gibt. Dies lernt man gerade - unter Schmerzen. Wir halten fest: Man benötigt auch aus anderen Gründen keine steigende Geldmenge. Dies kann man anhand eines kleinen Rechenbeispiels schön illustrieren: Dabei sei das Einkommen einer Volkswirtschaft Y = 100, die Sparneigung S = 10, die Konsumneigung C = 90. S/C = 1/9, S/Y = 10%. Man kann sein Geld auf drei denkbare Arten verwenden: Sparen (auf der Bank = Investieren), konsumieren und horten. Wenn man sein Geld nun hortet und es dem Kreislauf entzieht, sinkt die zur Verfügung stehende Geldmenge um 10 auf 90. Das Verhältnis von Konsum zu Sparen wird hierdurch nicht berührt, weil sich durch diese Vorgänge die Zeitpräferenz nicht ändern muss. Die "neue Welt" sieht nun wie folgt aus: Y = 90, C = 81, S = 9 Es kommt zu keiner Deflationsspirale (real), da sich das Verhältnis von C/S nicht verändert hat. BB GraueEminenz, am 31. Dezember 2009 um 14:51 ( Link ) Lieber Haderach, Hayek meint mit dem Zitat "wenn z.B. die USA heute zum Gold zurückkehrten, würde es hauptsächlich bedeuten, dass die Politik der USA den Goldwert, und nicht unbedingt, dass das Gold den Wert des Dollar bestimmen würde." GraueEminenz, am 31. Dezember 2009 um 14:54 ( Link ) barthel_berand - Danke fuer den Beitrag, schoen, wenn man nicht allein tragen muss ... ... und einen guten Rutsch an alle. Singaporean, am 31. Dezember 2009 um 15:22 ( Link ) Guten Rutsch an alle, ich schließe mich an. Haderach, am 31. Dezember 2009 um 15:32 ( Link ) @GraueEminenz Ich glaube nicht - deshalb betrachte ich die Deckung der Währung auch als sekundäres Problem. Trotzdem Ihnen auch einen guten Rutsch. Mögen Ihre Prognosen noch lange nicht einreffen. PS: Ich hoffe E.M. Schulak verzeiht dass ich etliche Formulierungen einem seiner Essays aus der philosophischen Praxis entnommen habe. GraueEminenz, am 31. Dezember 2009 um 15:47 ( Link ) Lieber Haderach, GraueEminenz, am 31. Dezember 2009 um 16:06 ( Link ) Zum Usprungsthema: http://www.moneyandmarkets.com/a-low-volume-stock-market-rally-and-a-burst-real-estate-bubble-6-37144 barthel_berand, am 31. Dezember 2009 um 16:16 ( Link ) Ja, sehr schön. Wir werden sehen, wie man gedenkt, die option-ARM der beiden kommenden Jahre zu bedienen. Das vor uns liegende Gebirge ist in jedem Fall höher als das, was schon eingestürzt ist. Wenn man auf die Harke tritt, schlägt sie einem ins Gesicht. Kinder, wie die Zeit vergeht. Bis nächstes Jahr. BB Dr. Spiele, am 31. Dezember 2009 um 19:00 ( Link ) Dankeschön an alle, ein ganz toller Thread. Und einen guten Rutsch! dickbrettbohrer, am 31. Dezember 2009 um 20:41 ( Link ) @barthel_berand: Da bin ich ganz mit Ihnen einig! Geld ist eine Krücke, um in der arbeitsteiligen Anonymgesellschaft bestehen zu können – es ist nichts als eine fingierte Buchhaltung für Arbeitsleistung, Ersparnis und Schuld. Die Güter und Dienstleistungen sind es, die den Ton angeben. Und der Fleiß sowie das Wollen der Menschen. Darüber aber hat auch der klügste Ökonom und der ausgefuchsteste Politiker keine Macht! Und noch etwas: dieses Beleihen der Zukunft durch ungedecktes Fiat Money ist die Hauptursache für die Hektik, die in unser Leben gekommen ist. Zeit IST Geld! Und weil wir indirekt bestohlen werden, rennen und hasten wir, um das Leck wieder abzudichten. Doch: es wird trotzdem größer. dickbrettbohrer, am 31. Dezember 2009 um 20:47 ( Link ) Tja, dieser Diskussionsfaden war der echte Höhepunkt dieses Jahres. Allen, die hier mitdiskutiert haben, danke und alles Gute! Haderach, am 31. Dezember 2009 um 21:28 ( Link ) Ich wünsche auch allen Teilnehmern der tollen Diskussionen auf EF Online Daniel Z., am 03. Januar 2010 um 16:18 ( Link ) @GraueEminenz Schade, dass keine Tabellen und Diagramme zur Verdeutlichung im Kommentar miteinbezogen werden können. “Thousands of important and intelligent men have never been able to grasp GraueEminenz, am 03. Januar 2010 um 17:31 ( Link ) Lieber Daniel Z. Heidi Wild, am 03. Januar 2010 um 19:13 ( Link ) Dafür daß Herr Eichelburg den finalen Systemzusammenbruch keineswegs nur für 2009 - sondern auch schon für ein paar vorangehende Jahre orakelt hat, läßt die Überschrift schon sehr an die Stichworte "Verdrängung" und "Rückschaufehler" denken. GraueEminenz, am 03. Januar 2010 um 20:22 ( Link ) Heidi Wild: dickbrettbohrer, am 04. Januar 2010 um 5:58 ( Link ) Das Problem ist ja, folgt man den Ausführungen von Mises, die Fehlallokation von Geld - also das Investieren leichten Geldes in unnötige bzw. schlechte (Groß)Projekte, eine Überkapazität in aufgeblähten Wirtschaftsbereichen und die Wohlstandsillusion durch immer größere Umsätze und Zahlen, hinter denen jedoch wenig bzw. nichts steht. Deshalb sollen die Leute ja kaufen, kaufen, kaufen. Doch wer mag schon all den überproduzierten Kram haben? Und wer kann ihn sich noch leisten? Das System läuft allmählich heiß und trocken. Wenn man erst einmal begriffen hat, daß Geld eine Ware wie jede andere und die Geldwirtschaft ein höchst lukratives Geschäft ist, begreift man, wieso die Papieralchimisten ihre eigene monopolisierte Staatsmarke herstellen, sie in Konkurrenz mit anderen Staaten kräftig vermehren und damit Handel treiben. Laienhaft ist damit das Boom and Bust-Treiben beschrieben. Alles, auch die Geldmenge, ist auf Wachstum angelegt, und es scheint ebenfalls ein Naturgesetz zu sein, daß das durch die Industrialisierung entstandene arbeitsteilige DENKEN der Menschen zu einem Realitätsverlust führt. Das Ursache-Folgen-Denken wird auf den Kopf gestellt. Der Arzt sagt zum Patienten: Die Ursache für den von Ihnen beklagten Haarausfall, mein Herr, ist allein Ihre Glatze! Ein Kredit ist übrigens immer auf zukünftiges Tun gerichtet: Der Kreditnehmer verspricht, in naher Zukunft Werte zu schaffen. Während der Kreditgeber in der Vergangenheit bereits Werte geschaffen hat (siehe oben). Oder zumindest sollte dies in einer realitätsbezogenen und ehrlichen Wirtschaft so sein. FritzLiberal, am 04. Januar 2010 um 9:32 ( Link ) @Heidi Wild: außer, dass ich die Ausführungen von GraueEminenz komplett unterschreibe - wer von den famosen, von unser aller Zwangsabgaben finanzierten Staatsökonomen hat denn die Krise besser vorhergesehen als der Autodidakt Eichelburg, der seine Informationen noch dazu kostenlos anbietet? Diese Komiker haben ja noch in der ersten Jahreshälfte 2008 von einem soliden Wachstum halluziniert. GraueEminenz, am 04. Januar 2010 um 17:30 ( Link ) Daniel Z.: Doch, kann man mit dem "img"-Befehl: NOTATION siehe z.B. Die Grafik ist entnommen: Was ich damit gleichzeitig noch zeigen wollte (und worauf von mir und anderen hier mehrmals Bezug genommen wurde): a) Bis in die dreissiger Jahre war die M0-Geldmenge relativ unveraendert, WEIL gold-gedeckt, aber b) OBWOHL sie gleichblieb, hat die Wirtschaft damals stark EXPANDIERT (bis 1929), dann wieder KONTRAHIERT (nach 1929), was ein empirischer Beleg fuer die theoretische Vorhersage ist, dass GELD ALS UMLAUFSMITTEL nicht in der Menge zunehmen muss, bloss um Zinsen zahlen zu koennen (hier mehrfach befuerchtet) oder dass einer wachsenden Wirtschaft bei goldgedeckter Waehrung das Geld ausgeht! c) Als die allgemeine Einloesungsflicht gegen Golddeckung in den dreissiger Jahren abgeschafft wurde, aber immer noch eine EINLOESUNGSPFLICHT UNTER ZENTRALBANKEN bestand, begann sie LANGSAM anzusteigen. d) Im Zuge der inflationsfinanzierten Finanzierung des Vietnamkrieges begann sie stetig schneller anzusteigen, d.h. das Einloesungsversprechen der US Fed. waere nicht mehr voll garantierbar gewesen, und das fuehrte zum "Run" auf die Fed. (Einloeseverlangen Frankreichs). e) Daraufhin "schloss Nixon das 'gold window'", m.a.W. die USA weigern sich seidem, Dollars gegen Gold einzuloesen (damals 35 USD/Feinunze). Damit gibt es keinen Gegenwert, an dem der Dollar gemessen werden koennte und den man erst vorher anschaffen muesste (Goldkaeufe der Zentralbanken, frueher eine Selbstverstaendlichkeit), bevor man neue HINTERLEGUNGS-Scheine, die Geld ja eigentlich darstellt, ausgibt. f) SOFORT danach, nun jeglicher Fesseln ledig, begann die Fed. die US-M0-Geldmenge stetig und in exponentieller Weise auszuweiten, und waere die US-Hypothekenkrise nicht dazwischengekommen (die ja ohne "liar loans" und Verbriefungen wertloser Papiere und ohne credit swaps und Versicherungen aller Art fuer AAA-Bonitaet vorgaukelnde Papiere SO nicht aufgetreten waere), so waere der Prozess halt noch ein paar Jahre langsamer weitergegangen, aber NICHT VIEL LANGSAMER, DENN g) Es ist die Natur dieser Kurven, dass sie asymptotisch gegen "Unendlich" gehen, und zwar in endlicher Zeit (das Beispiel stammt aus "Grenzen des Wachstums", wenn auch deren Argumentation nicht ganz so stichhaltig ist, denn echter REICHTUM laesst sich tatsaechlich vermehren): Nur, wer glaubt, Geld habe nichts mit Wirtschaft zu tun, wird vor der drohenden Katastrophe die Augen verschliessen koennen. Aber, wie bei hellem Sonnenlicht, langsam sollte es auch durch geschlossene Lider scheinen, oder bedarf es dazu wirklich des Atomblitzes? dickbrettbohrer, am 04. Januar 2010 um 20:15 ( Link ) Nachsatz: GraueEminenz, am 05. Januar 2010 um 10:13 ( Link ) Liebe Diskutant(inn)en: Ich habe daher Dr. Spele in Kommentar hoeppe, am 05. Januar 2010 um 11:13 ( Link ) Ich will in 2010 immer brav und artig sein und ich habe alles gewissenhaft gelesen. Ich ergebe mich der Wissenschaftstheorie, die alles, die Ökonomie sowieso, ähnlich der Mathematik in meinem Hirn bewältigt. Die Freudentränen, vergossen über die wissenschaftliche Erkenntnis, trösten mich darüber hinweg, dass es, nach allem bisher erlebten, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vollkommen ausgeschlossen werden kann, dass es jemals zu der idealisierten freien Preis- und Lohnfindung, die nach Mises und Hayek für einen einwandfrei funktionierenden Wirtschaft notwendig ist, kommen wird. Ich wüsste nicht wie, ohne ein übergeordnetes freiheitsbeschränkendes Regulativ zu bemühen, dass sämtliche Störungen für die freie Preis- und Lohnfindung auf dem Markt ausschließt und ich wüsste auch nicht wozu, ohne ein weltlich kollektivistisches Wohlgefallen zu definieren. In einer vollkommenen Welt gäbe es kein Geld, weil jeder genau wüßte, wann er was benötigt. Ist die Welt der Pygmäen und Buschmänner also vollkommen? GraueEminenz, am 05. Januar 2010 um 12:36 ( Link ) Ei lieber Hoeppe: hoeppe, am 05. Januar 2010 um 14:17 ( Link ) @GraueEminenz Hä…? Sag ich doch…, Mises und Hayek verweisen darauf, dass alles, was eine freie Preis- und Lohnfindung verzerrt, eine einwandfrei funktionierende Wirtschaft untergräbt. Nur verraten mir Mises und Co leider mit keiner einzigen Silbe - und das ist von mir aus auch das einzige klütze klütze kleine Problemchen in der schönen Theorie - wie sie diese Verzerrungen vom Markt zu verdrängen gedenken. Nehmen wir die Löhne…., die „Rigidität“ der Löhne hinken in ihrer Flexibilität den marktrelevanten Preisanpassungen der Waren immer hinterher, was in eine deflationäre Depression führen kann. Die „Rigidität“ der Löhne ist hervorgerufen durch Gewerkschaftskartelle und all die Menschen die gerne wissen wollen, was sie am Ende des Monats in der Lohntüte haben. Schlaue Bücher schreiben ist die eine Sache, aber wer macht die Drecksarbeit und stößt die Massen, die Faulen und die Schnorrer mit samt ihrer Lobby in das vermeintlich kalte Wasser, das nach Ösi-Theorie in Wirklichkeit das ökonomische Fruchtwasser in Muttern's Bauchhöhle darstellt. hoeppe, am 05. Januar 2010 um 14:30 ( Link ) Hähm...?! Ich wollte in etwa das folgende sagen…. „Aufgrund ihrer Rigidität hinken die Löhne bei Preisanpassungen den Waren tendenziell immer hinterher, was in eine deflationäre Depression führen kann.“ GraueEminenz, am 05. Januar 2010 um 17:30 ( Link ) Lieber Hoeppe: Das ist schon arg aus dem Zusammenhang gerissen: die praxeologische Volkswirtschaftslehre bedient sich manchmal der Methode des Ausschlusses des Gegenteils. Und dieses zitieren sie hier so, als ob damit ein Ziel einer vollkommenen Welt formuliert waere. Ist es nicht. Genauso wie die Robinsoniade dient dieses Gedankenexperiment der Welt ohne Geld dazu, etwas herauszuarbeiten, naemlich: A) Kann es eine arbeitsteilige Welt OHNE Geld geben? Aber ich sehe ein, dass der Begriff der "vollkommenen" Welt hier in die Irre fuehrt und von "den Osterreichern" besser nicht verwendet worden waere, denn er fuehrt zu der Verwechslung, als wuerden sie ebenso wie bestimmte Utopisten eine solche geldlose Welt einer mit Geld vorziehen. Das ist natuerlich nie der Fall. Solche Gwedankenfiguren sind aber in der wissenschaft verbreitet, z.B. "in einer idealen welt gaebe es keine Luftreibung und dann wuerden Feder und Bleikugel gleich schnell fallen" etc. Newton wuerde bei einer solchen Formulierung ja nicht fuer die Abschaffung der Schwerkraft plaedieren wollen, noch wuerde ihn jemand derart missverstehen. Die Buschmaenner haben deshalb also kein Geld (ich unterstelle das mal, weil Sie es sagen, aber eigentlich gab es Taschmittel auch schon in "primitiven" Gesellschaften), weil sie keine sehr arbeitsteilige Wirtschaft haben. Damit wir jetzt nicht wieder abschweifen: WELCHES Geld gemeint ist, ist erstmal egal, ob ungedecktes oder gedecktes, wenn man den EINEN MOMENT des Tausches betrachtet! b) Desweiteren befuerchten Sie, dass ohne Gewerkschaften kein auskoemmlicher Lohn zustandekaeme. Die Geschichte lehrt auch hier anderes. Vor allem aber wuerde Vollbeschaeftigung herrschen, wenn die keynesianischen Etatisten und Geldfaelscher nicht immer dazwischenpfuchen wuerden (Kurzarbeit, Abwrackpraemie, Kohlepfennig, Einspeiseverguetung etc., da reicht mittlerweile keine Klorolle mehr, das aufzulisten). Bei Vollbeschaeftigung steigt das (reale) Lohnniveau mit der Nachfrage nach Arbeitskraeften in Einklang mit der Produktivitaet. Das werden Sie natuerlich wieder anzweifeln, und wahrscheinlich kann ich hier in ef nicht ganze Buecher schreiben. Nur soviel: wer bei Einfuehrung der Arbeitsverwaltung triumphierend rumposaunte "alle Unternehmen muessen ihre offenen Stellen jetzt melden" muss einen Riesenknall gehabt haben. Davor, vor Erfindung des segenreichsten Arbeitsvermittlungsmnopols waren die Unternehmer naemlich so bloed und haben verschwiegen, wenn sie eine Arbeitskraft gesucht haben. Kein Wunder, dass sie nicht vorankamen. Dank den Sozialpolitikern seit ca. 1870 funktioniert das alles zunehmend besser ... Und dass die Arbeiter von ihrem (angeblich) gewerkschaftlich erfochtenen Lohn ueber die Haelfte deshalb wieder auf Umverteilung (Arbeitslosen"versicherung" und die Beitraege derer, die wegen Arbeitslosigkeit mitfinanziert werden muessen bei Rente, Kranken, Pflege usw.) ausgeben muessen, ist sicherlich auch ein Gewinn. GraueEminenz, am 05. Januar 2010 um 17:38 ( Link ) „Aufgrund ihrer Rigidität hinken die Löhne bei Preisanpassungen den Waren tendenziell immer hinterher, was in eine deflationäre Depression führen kann.“ Das sind aber hoffentlich nicht die Tarifparteien, die durch auf Zeitraeume festgelegte und in Kategorien eingeteilte Tarife diese Rigitaet verursachen? Das Argument ist ansonten falsch: Wer weiss denn, welches Lohnniveau den Warenpreisen angemessen waere? Irgendein Markt-Daemon? Ich sage jetzt mal: "da die Loehne in ihrer Rigditaet den Warenpreisen immer um ein, zwei Jahre VORAUSEILEN, kann das in eine Preisinflation fuehren". Genau ueberzeugend, oder etwa nicht? hoeppe, am 05. Januar 2010 um 22:05 ( Link ) @GraueEminenz JA, wenn JEDER zu JEDEM ZEITPUNKT wuesste, was er JETZT und ZU JEDEM SPAETEREN Zeitpunkt jemals haben moechte, DANN koennte er theoretisch all seine Tauschpartner VORHER davon informieren, damit die sich drauf einstellen und sie darueber informieren, WAS ER in WELCHEM Verhaeltnis zu WELCHEM ZEITPUNKT dagegen zu tauschen gedaechte. Das waere die genannte "vollkommene" Welt. Der Buschmann wird Ihnen in seiner vollkommenen Welt vermutlich erklären, dass er zum jetzigen Zeitpunkt und zu einem späteren Zeitpunkt alles hat was er möchte, so wie seine Vorväter alles hatten was sie wollten und seine Kindeskinder alles haben werden was sie wollen. Solche Gwedankenfiguren sind aber in der wissenschaft verbreitet, z.B. "in einer idealen welt gaebe es keine Luftreibung und dann wuerden Feder und Bleikugel gleich schnell fallen" etc. Newton wuerde bei einer solchen Formulierung ja nicht fuer die Abschaffung der Schwerkraft plaedieren wollen, noch wuerde ihn jemand derart missverstehen. Schon klar…, in der Wissenschaft verbreitet…, z.B. „in einer idealen Welt gäbe es keine Markteingriffe und Preise für Waren, Arbeit und Boden würden sich frei bilden“ etc. So wie Feder und Bleikugel unter Laborbedingungen im luftleeren Raum gleich schnell fallen. Praxisrrelevanz geht gegen Null, da wir von einer Atmosphäre umgeben sind und der Markt von Eingriffen durchdrungen ist. Die Buschmaenner haben deshalb also kein Geld (ich unterstelle das mal, weil Sie es sagen, aber eigentlich gab es Taschmittel auch schon in "primitiven" Gesellschaften), weil sie keine sehr arbeitsteilige Wirtschaft haben. Da ist wohl was dran. Damit wir jetzt nicht wieder abschweifen: WELCHES Geld gemeint ist, ist erstmal egal, ob ungedecktes oder gedecktes, wenn man den EINEN MOMENT des Tausches betrachtet! Im Tausch kann nach „meiner“ Literatur nicht prinzipiell auf Geld geschlossen werden. b) Desweiteren befuerchten Sie, dass ohne Gewerkschaften kein auskoemmlicher Lohn zustandekaeme Ich befürchte absolut gar nichts, ich beschreibe nur was ich sehe. Unter anderem sehe ich Gewerkschaften. Wer weiss denn, welches Lohnniveau den Warenpreisen angemessen waere? Irgendein Markt-Daemon? Dann wäre wohl der Unternehmer dieser Markt-Daemon, denn er kalkuliert den Lohn durch irgendwelche Kaffeesatzleserei. Fakt ist dabei, dass er zwar morgen die Preise seiner Produkte beliebig senken kann, aber nicht den wie auch immer vertraglich festgelegten Lohn ohne dass seine Angestellten murren, auf’s Dach steigen oder abhauen. hoeppe, am 05. Januar 2010 um 22:07 ( Link ) @GraueEminenz Aber lassen wir doch das ziellose Geplänkel und gehen davon aus, dass Ihre Theorien über jeden Zweifel erhaben sind und kommen auf die entscheidende Frage zurück. Wie gedenken Sie, die uns allen bestens bekannten Verzerrungen und Interventionen vom Markt zu verdrängen? GraueEminenz, am 06. Januar 2010 um 0:07 ( Link ) "dass er zwar morgen die Preise seiner Produkte beliebig senken kann, aber nicht den wie auch immer vertraglich festgelegten Lohn" - das ist aber der Vertragstreue und -einklagbarkeit geschuldet, ob mit oder ohne Gewerkschaften. Die Frage waere ja, ob mit Gewerkschaft auf DAUER das Lohnniveau hoeher waere als es sich ohne sie auch bilden wuerde. Mir ist das allerdings ehrlich gesagt egal, solange Eigentumspositionen nicht so verzerrt und verdraengt werden, dass man von enteignungsgleichen Eingriffen sprechen muss. "Wie gedenken Sie, die uns allen bestens bekannten Verzerrungen und Interventionen vom Markt zu verdrängen?" Mag unwahrscheinlich erscheinen, aber hat schon ein paar mal funktioniert. Seit wir die Haager Landkriegsordnung haben, hat zwar der Umfang der Kriege eher zugenommen, die Zahl der Opfer jedenfalls, aber wenigstens haben die Generaele jetzt -nach aussen hin zumindest, was weiss ich- ein schlechtes Gewissen. Viel Hoffnung habe ich also nicht, aber wenn man nicht JETZT sagt, was man glaubt zu wissen, heisst es nach dem grossen Crash wieder, das habe keiner wissen koennen und macht noch schlimmer weiter wie zuvor. hoeppe, am 06. Januar 2010 um 11:15 ( Link ) @GraueEminenz Vielen Dank, dass Sie immer noch dabei sind!! Wenn es an die Wäsche geht, lösen sich die anderen großen Denker hier immer auf wundersame Weise in Luft auf. Jetzt habe ich fast ein schlechtes Gewissen weiter zu machen. GAR NICHT - sofern man unter VERDRAENGEN eine irgendwie gewaltsame Aktion versteht (auch eine Mehrheitsentscheidung gegenueber einer Minderheit ist eine solche). Genau hier unterstelle ich dem „liberalen Denken“ eine nicht unerhebliche Mitschuld an unserer Misere. Essentielle Kategorien wie Macht und Herrschaft werden notwendiger Weise komplett ausgeblendet, weil sie die eigene Theorie ad absurdum führen. Man überläst den anderen kampflos das Feld und sieht hilflos zu, wie im Wettbewerb der Ideen munter mit Macht und Herrschaft, Intervention und Umverteilung rumgespielt wird, weil man sich, dank der eigene Theorie, sämtlicher Werkzeuge zum gegenhalten entledigt hat. Was bleibt ist der Nachtwächter-Staat, der auch nicht so recht ins Bild passt. Ein Nachtwächterstaat, repräsentiert von einer Gruppe bedürfnisloser Neutrums, die als einzige im gesamten Wirtschaftsraum nicht danach streben ihr Los zu verbessern und über irgendeinen mysteriösen Rahmen wachen. Ich setze lediglich, und darum schrebe ich hier, darauf, dass sich ein wissenschaftlich begruendeter Konsens herausbildet, der dann "irgendwann" zu einem allgemeinen Sinneswandel fuehrt. Sie degradieren den Menschen auf ein Subjekt, dass im Wettbewerb als Anbieter und Nachfrager mit andern Subjekten im Tausch auf dem freien Markt seine Bedürfnisse befriedigt und erwarten darüber einen allgemeinen wissenschaftlich begründeten Nonsens…, äh ich meine Konsens? Man setzt mir den Floh unendlicher Bedürfnisse ins Ohr, mit dem angeblich genetisch codierten Streben mein irdisches Los ständig zu verbessern, hat aber im Falle meines Scheiterns im freien Marktwettbewerb nicht mehr zu bieten als eine privat organisierte Suppenküche an der ich mich anstellen darf. Der daraus resultierende Sinnenswandel ist doch bereits voll im Gange und im Hartz IV Lager längst angekommen. ein schlechtes Gewissen. Das schlechte Gewissen brauchen Sie aber natürlich nur um den freien Markt, wie auch immer, zu konstituieren. Danach wird der regulative Wettbewerbsnachteil des schlechten Gewissens durch die unsichtbare Hand des Marktes ersetzt. Viel Hoffnung habe ich also nicht, Wo soll auch Hoffnung herkommen die ausschließlich auf unser ärmliches weltliches Dasein zielt? Am letzten Montag war ich das erste Mal in meinem Leben in einer katholischen Messe, da einer meine Kollegen mit 42 Verstorben ist. Da war Hoffnung, in Massen und ohne Ende! Lieferung freihaus bis Bordsteinkante. Den Weg bis in die eigene Bude muss man natürlich alleine bewältigen. Mit dem rational wissenschaftlichen Klotz am Bein kommt man dabei natürlich nicht weit. aber wenn man nicht JETZT sagt, was man glaubt zu wissen Ihr vermeintliches Wissen nützt nur nichts, weil es sich, wie aufgezeigt, jeglicher Mittel beraubt um sich in der Wirklichkeit zu entfalten. heisst es nach dem grossen Crash wieder, das habe keiner wissen koennen und macht noch schlimmer weiter wie zuvor. Sehe ich genau umgekehrt. Wie nach 45 werden mein Kinder fragen „Papa warum hast du nichts unternommen? Es war doch alles so offensichtlich“. Ob Sie dann mit Ihrem Wissen um Mieses und Hayek bei unseren Enkelkindern einen Blumentopf gewinnen wage ich aus den oben genannten Gründen zu bezweifeln. Aber vielleicht versucht man sich ja an Ihrer Theorie und Ihre Vorahnung vom „schlimmer als zuvor“ bewahrheitet sich gleich mit. GraueEminenz, am 06. Januar 2010 um 13:56 ( Link ) Lieber Hoeppe, Kampflos? Ein Kampf kann mit Worten als Ausdruck von Gedanken m.E. ebenso gefuehrt werden wie mit Waffen. GraueEminenz, am 06. Januar 2010 um 14:01 ( Link ) "Wie nach 45 werden mein Kinder fragen "Papa warum hast du nichts unternommen? Es war doch alles so offensichtlich'". GraueEminenz, am 08. Januar 2010 um 17:35 ( Link ) Siehe auch http://ef-magazin.de/2009/11/15/1645-gutes-geld-schlechtes-geld-der-papiergeldschwindel#c23874 ff. GraueEminenz, am 21. Januar 2010 um 21:02 ( Link ) Fuer alle, die weiterhin Interesse an meinen "Kommentaren zur (Un)Zeit" haben, bin ich nun hier zu finden: Fabio Bossi, am 21. Januar 2010 um 21:40 ( Link ) Wow...Bin schon sehr gespannt! Schade, daß es nicht auf deutsch ist, die deutsche Bloggosphäre ist ärmer an solchen Seiten. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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razorsurfer, am 27. Dezember 2009 um 17:35 ( Link )
An sich bin ich kein Unterstützer von Untergangsszenarien wie die von Herrn Eichelburg, aber die Bestellung der 14 neuen Gelddruckmaschinen sprechen doch wohl für seine These der Hyperinflation. Allerdings vermute ich die frühestens für das Jahr 2011.