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Bildung: Totale Beschulungvon Ralph Janik Warum die Politisierung der Bildung in die Irre führt „Am Montag wird es einer mit schwarzer Robe und aus Fleisch und Blut sein: Die Dudeks müssen sich vor dem Kasseler Landgericht verantworten. Ihr Vergehen: Sie schicken ihre Kinder nicht zur Schule, sondern unterrichten sie zuhause. Mit Hingabe, aus Überzeugung und mit Erfolg. Als der älteste Sohn Jonathan nach zehn Jahren Hausunterricht durch Mutter und Vater kurz in die staatliche Schule nach Herleshausen wechselte, um dort die mittlere Reife abzulegen, wunderten sich die Lehrer nicht schlecht: 1,1 war sein Durchschnitt, Jonathan war Klassenbester. Eine Lehrstelle zu bekommen, war für ihn kein Problem. Mittlerweile lernt er im zweiten Jahr Schreiner. … Auch in Nordhessen kann der Staat nicht zusehen, wie jemand den Schulunterricht in eigene Hände nimmt. Der Werra-Meißner-Kreis stellte Strafanzeige. Das erste Verfahren wurde gegen die Zahlung von 300 Euro eingestellt. Die Kinder gingen aber weiter nicht zur Schule. Ein neues Urteil setzte 900 Euro Geldstrafe fest.“ Diese Zeilen auf zusammenfassend auf den Punkt gebracht – Eltern werden inhaftiert, weil sie ihre Kinder selbst (gut) unterrichtet und gebildet haben. Es gibt viele Dinge, die die Mär vom liberalen Staat, der freien Gesellschaft, als bloße Schimäre entlarven; die Unmöglichkeit, Eltern die Erziehung ihrer eigenen Kinder zu überlassen, gehört dazu. Die Eltern müssen in Deutschland ihre Kinder in die Schule schicken. In Österreich gibt es den Schulzwang in etwas schwächerer Form – Schulung daheim ist möglich, jedoch anhand des staatlichen Lehrplans und mit der Auflage an die Eltern, ihre Kinder regelmäßig an den staatlichen Schulen diesem entsprechenden Prüfungen zu unterziehen. Wer seine Kinder zu Hause unterrichtet, wird demgemäß doppelt bestraft – denn er muss das sündhaft teure und ineffiziente Schulwesen mit seinen Steuern mittragen und ist dennoch im Handlungsspielraum hinsichtlich der Bildung stark begrenzt. Das Selbst-Erziehen und -Unterrichten wird somit so unattraktiv gemacht, dass man es gar nicht mehr verbieten muss, womit die scheinbare Freiheit und Eigenverantwortung der Eltern gewahrt bleibt. Was sich aus diesem Vorfall erkennen lässt, ist, dass der Staat bestimmt, was gewusst werden muss und in Deutschland bestimmt er darüber hinaus auch noch, wie dieses Wissen angeeignet wird. Ob dieses Wissen auf das Leben vorbereitet, ob es „nützlich“, „gut“ oder „wertvoll“ ist, bestimmt der Staat. Dass die Frage, was überhaupt nützlich, gut und wertvoll, auf das spätere Leben vorbereitend ist, sich nicht allgemein- verbindlich beantworten lässt, interessiert den Gesetzgeber nicht. Er normiert das Leben seiner Bürger fortwährend und beginnt mit der ersten drastischen Normierung im (Vor-) Schulalter, indem er Eltern zwingt, ihm seine Kinder anzuvertrauen. „Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare“, heißt ein altes Sprichwort; doch diese Formulare sind Ausdruck von mehr, sie sind Ausdruck von massivem Zwang, Auflagen und drastischen Freiheitsbeschränkungen. Es ist eben jene Privilegierung und Monopolisierung der Schule in ihrer heutigen Form, die zu ihrem Verfall geführt hat; bei jedem gesetzlich abgesicherten Monopol ist Ineffizienz, drastischer Qualitätsverlust und eine diametral entgegenlaufende Kostensteigerung die notwendige Folge. Das ist auch im Bereich Schule nicht anders. Hinzu kommt, dass die Werte und der Begriff von Bildung, den die Schule zu Zeiten Humboldts und der Aufklärung als Ganzes hatte, mittlerweile pervertiert wurden. Schule ist heute ein Sammelsurium an losen, nicht miteinander verbundenen Konzepten und Phrasen. Eine ganze Heerschar von Pädagogen, „Bildungsexperten“ und Psychologen ist am Werk, um „die Schule“ zu verbessern und den Anforderungen unserer Zeit anzupassen. Die Schule selbst wird dabei nicht in Frage gestellt. Dass der allgemeine, jeden treffende Schulzwang das einzige Mittel ist, junge Menschen zu bilden, ist eine „Wahrheit“, unhinterfragbar zum Allgemeinplatz avanciert. Einen klaren, dahinterstehenden Plan gibt es nicht. Was Schule ist und was sie in concreto bieten soll bleibt offen, man versteckt sich hinter nicht-spezifizierten Phrasen, dass sie für das Leben vorbereiten solle, dass sie mündige, möglichst allgemein gebildete Menschen hervorzubringen habe, die obendrein (widersprüchlicherweise) nicht „für die Wirtschaft“ ausgebildet werden sollen, sondern „für das Leben“ – was das widersprüchliche Denken zeigt, dass Arbeit, Berufsleben und die Mühen des Alltags nicht „das Leben“ darstellen, sondern Lernen um des Lernens willen mit Müßiggang als notwendiger Voraussetzung von humanistischer Bildung, wie man in Theodor Adornos „Theorie der Halbbildung“ lesen kann. Doch „Non vitae, sed scholae discimus“ – „nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“ lautet das ursprüngliche Zitat von Seneca, das als Kritik an den in seinen Augen überflüssigen Fragestellungen in den zahlreichen Philosophieschulen seiner Zeit gedacht war und das auf die heutige Situation übertragen wohl mehr Gehalt besitzt denn je. Jeder kann den Selbsttest durchführen und sich fragen, wie viel seiner Schulbildung er heute noch weiß, „braucht“ oder anwendet. Später wurde Senecas Zitat abgeändert und berühmt als „Non scholae, sed vitae discimus“ – nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir. In der Welt von heute drängt sich jedoch, angesichts dessen, wie weit sich das alltägliche Leben von dem entfernt hat, was wir in den unzähligen (staatlichen) Bildungsinstitutionen lernen (können bzw. sollen) der Gedanke auf, inwiefern Schüler heute „für das Leben lernen“? Aus dem „Pro-Kommentar“ des oben genannten Artikels lässt sich der hier als Einleitung skizzierte vorherrschende Zeitgeist, in dem wir der Schule, ihren Professionisten und damit in weiterer Folge dem Staat blindes Vertrauen schenken, gut ablesen: „Es besteht Schulzwang in Deutschland. Und das zu Recht. Der Staat will und muss gewährleisten, dass seine Bürger das nötige Rüstzeug an Fähigkeiten und Fertigkeiten fürs Leben mitbekommen. Selbst die engagiertesten Eltern können nicht ein solch zeitgemäßes, wissenschaftlich fundiertes Wissen vermitteln, wie es Lehrer auf staatlichen oder anerkannten privaten Schulen vermögen. Bildung ist daher keine Privatsache oder unterliegt weltanschaulicher oder religiöser Zwänge. Das ist sicher bitter für aufrechte Gläubige wie die Dudeks. Doch auch sie sollten nicht vergessen: Ihre Kinder sind soziale Wesen. Der Umgang mit Gleichaltrigen in der Schule ist mindestens ebenso wichtig wie der Lernstoff. Auch das ist keine Glaubenssache, sondern Fakt.” Aus diesem kleinen „Pro Schulpflicht“ zeugt eine Vielzahl von gefährlichen Mythen, die heute vorherrschend sind. So haben wir uns abhängig von Institutionen gemacht – und unter die unzähligen institutionalisierten Gütern, die es plötzlich nicht mehr abseits von legitimierten und zertifizierten Einrichtungen geben soll, befindet sich nicht zuletzt die Schule. Der deutsche Staat etwa gab 2006 8,5 Prozent seines Budgets (ca. 15 Milliarden Euro) für „Bildung“ aus, wobei der Großteil davon auf die Lehrergehälter entfällt – also die Professionisten, die, wie man anhand des Kommentars erkennt, als die einzigen gelten, die Bildung vermitteln können, während praktische Anwender und praktische Anwendung, die Urformen von Bildung, herabmarginalisiert werden, so man sie sich nicht zumindest (wiederum durch „Bildungs- Professionisten“) zertifizieren lässt. Dass die Inflationierung von Bildungszertifikaten, wie ein „freier Hochschulzugang“ und die Abschaffung von „Knock out- Prüfungen“ (sofern die Art von Bildung, wie sie an Universitäten stattfindet, auch von wirklicher Bildung sein mag) denselben Effekt mit sich bringt wie die Ausweitung des Abiturs/der Matura, wird übersehen. Dass die Reifeprüfung heute zumeist keinen anderen Wert mehr besitzt als die Erlaubnis, sich weiter „ bilden“ zu müssen, um bestehen zu können, wird ebenso unterschlagen wie das Faktum, dass Menschen ohne der primären staatlichen Zertifizierung (Matura/Abitur) dadurch noch stärker herab marginalisiert werden. Sie werden zur ungebildeten Unterschicht, zum Bildungsproletariat, ungeachtet dessen, ob sie höheres praktisches Wissen aufweisen können als eine Vielzahl von Abiturienten. Diese Inflationierung von Betätigungen betrifft auch die Dienstleister von Bildung; alles, was außerhalb von (staatlich) zertifizierten Institutionen getan wird oder angeboten wird, hat den Geruch von Sekten, wird automatisch verdächtigt und ins Abseits gedrängt. Das liegt auch daran, dass im allgemeinen Institutionenglauben und der Ausweitung der Zertifikate in der Tat zumeist nur noch Wunderheiler und abstruse Gestalten auf Zertifizierung jedweder Form verzichten – weil es nur noch die kuriosesten und unseriösesten Einrichtungen sind, die keinerlei Aussichten haben, irgendwelche (staatliche) Weihen zu erfahren. Das Gros der Einrichtungen und Anbieter im Bereich der Bildung, egal, wie wert- und nutzlos ihr Angebot praktisch auch sein mag, können (und müssen) dem Zeitgeist entsprechend auf irgendeine Referenz verweisen,– es geht nicht darum, wer zertifiziert und wie; Hauptsache, es ist zertifiziert und hat damit die Fassade von Seriosität. Bildung wird zu einer Ware gemacht, die sich nur durch Dienstleister vermitteln lässt. Demgemäß wird ein nicht-zertifizierter Erwerb von Sprache durch Auslandsaufenthalt, Freundin und dergleichen, handwerkliche Kenntnisse, vermittelt durch das Elternhaus und so weiter für nutzlos erklärt, weil nicht auf zertifizierten Wege erworben. Somit besteht ein Druck zur Zertifizierung für vermeintlich gute wie für vermeintlich schlechte Dienstleister. Wer gut ist, ohne es sich betätigen zu lassen, hat keinerlei Aussichten, ungeachtet der Qualität. Umgekehrt kann die Qualität auch noch so sehr zu wünschen übrig lassen – richtig legitimiert und zertifiziert wird sie Bestand haben; das gilt für das gesamte Schulwesen, das die ultimative Zertifizierung vorweist – die Privilegierung durch Monopolisierung. Die Pflichtschule, die bei genauerer Betrachtung nichts anderes darstellt als Zwang, ist das verabsolutierte Diktat verordneter „Bildung“. Alles, was nicht Schule und höheren Bildungseinrichtungen in irgendeiner Form ähnelt und in dieser Ähnlichkeit darüber hinaus bestätigt ist, wird in der Wahrnehmung abgewertet, ist keine Bildung. Ivan Illich stellt dazu in seiner Streitschrift „Entschulung der Gesellschaft“, auf die in den nachfolgenden Zeilen noch mehrmals verwiesen werden wird, treffend die Auswirkungen von Entwertung alternativen Wissenserwerbs fest: „Haben wir erst einmal gelernt, dass wir Schulen brauchen, so neigt all unser Tun dazu, sich in ein Verbraucherverhalten zu verwandeln, das uns zunehmend abhängig macht von spezialisierten Institutionen. Wenn der Autodidakt erst einmal in Verruf gebracht worden ist, wird jede nicht professionelle Tätigkeit verdächtig. In der Schule lehrt man uns, dass wertvolles Lernen das Ergebnis von Schulbesuch sei; dass der Wert des Lernens mit der Dosis an Input steige, und dass sich dieser Wert schließlich durch Zeugnis messen und nachweisen lasse (…)Menschen, die auf das richtige Maß heruntergeschult worden sind, gehen unkalkulierbaren Erlebnissen aus dem Weg. Für sie wird, was sich nicht messen lässt, zweitrangig und bedrohlich. Sie brauchen ihrer schöpferischen Kraft nicht mehr beraubt zu werden. Durch programmierte Unterweisung haben sie verlernt, das Ihrige zu tun oder sie selbst zu sein“.“ (Illich, 2003, S. 64ff.). Doch die Verschulung der gesamten Gesellschaft expandiert munter weiter; anstatt zu merken, dass eben so viele Wege zu hochwertiger, nützlicher Bildung führen wie nach Rom, sucht man das Heil immer mehr in Institutionen. So gibt es Vorschläge zu verpflichtenden Vorschul- und Kindergarten-Jahren, um die Heranwachsenden entsprechend auf die Schule (und nicht das Leben) vorzubereiten und im Namen der Chancengleichheit Unterschiede, die sich aus ihrer sozialen Herkunft ergeben, zu „kompensieren“; oder sanften Druck, indem man Kindertagesstätten einrichtet – die über dermaßen hohe Steuern finanziert werden, dass jeder Mensch, der seine Kinder möglichst lange (bis er sie ohnehin erzwungenermaßen an die Schule ausliefern muss) selbst betreuen möchte, sich schlichtweg dumm fühlen muss, weil er für etwas bezahlen muss, das er gar nicht in Anspruch nimmt. Diese totalitären Ansätze entspringen dem Wunsch nach Gleichheit mit allen Mitteln; Kinder, die am liebsten auch in der Freizeit Bücher lesen, haben es zumeist einfacher zu lesen, als solche, die daran kein Interesse zeigen. Wieder andere jonglieren bravourös mit Zahlen oder tun sich mit technischem Wissen oder besonderer handwerklicher Geschicklichkeit hervor. Obwohl alle den gleichen Unterricht genießen wird es keine Klasse dieser Erde geben, in der alle Schüler in allen Fächern gleich abschneiden. Schulapologeten werden den Grund dafür in unterschiedlichen Elternhäusern sehen und damit teilweise recht haben. Recht haben sie jedoch nicht, wenn sie naturgegebene oder sozial verankerte Unterschiede damit ausgleichen wollen, jedes Kind so früh wie möglich derselben Schule zu unterziehen. Damit werden diejenigen privilegiert, denen diese Art von Schule und von Lernen entgegenkommt, auf Kosten derjenigen, die besser anders lernen. Individuelle Unterschiede der Menschen, egal, woher diese auch stammen mögen (um die Anlage-Umwelt- Diskussion außen vor zu lassen) benötigen nun einmal auch unterschiedliche Formen von Lernen – etwas, das monopolisierter Schulzwang jedoch unmöglich bieten kann. Die Idee, Kinder möglichst früh der Obsorge ihrer Eltern zu entreißen und durch Vater Staat erziehen zu lassen, ist nicht neu; sie findet sich etwa im Gesellschaftssystem Spartas, in Platons Ausführungen zum „idealen Staat“ oder im Codex Hammurabi. Doch waren diese alten Gesellschaften dezidiert kollektivistisch, während die modern Gesellschaft von sich behauptet, individualistisch und freiheitlich verfasst zu sein. Illich merkt etwas an, das heute vielfach in Vergessenheit geraten ist – dass wir hauptsächlich beiläufig lernen. Selbst Lernen, das gezielt und beabsichtigt vor sich geht, ist nur selten das Ergebnis von Unterweisung durch einen Lehrer, sondern findet vielmehr in Eigenregie statt – so lernt jeder seine individuellen Lernbedürfnisse immer besser kennen, merkt, wie er am besten lernt und diese Erkenntnisse steigen in dem Maße an, in dem er „an sich selbst“ arbeitet. Hinzu kommt, dass, wie jeder aus eigener Erfahrung weiß, Lernen um so leichter fällt, je mehr einen etwas interessiert und je größer die Freude an etwas. Wenn man sich etwas freiwillig und mit Freude aneignet, ist der Effekt am größten – ein offensichtlicher Widerspruch zu einer Schule, die an sich den Anspruch stellt, mit Zwang möglichst viel beizubringen; mit dem Effekt, dass ein Minimum vermittelt wird, wo ein Maximum das Ziel war. Wer meint, Kinder würden niemals freiwillig lernen wollen, irrt und unterschätzt/vergisst/ignoriert den natürlichen Wissensdrang, der gerade in den ersten Lebensjahren noch am stärksten ausgeprägt ist, durch das Prinzip Schule jedoch oftmals nicht gefördert, sondern erstickt wird. Wer nur im vom „Lernen durch Anwendung“ abstrahierten Raum des Klassenzimmers lernt, wird allenfalls in Ausnahmefällen bessere Ergebnisse erzielen als der praktische Anwender. Darüber hinaus wird er angesichts der geringen Fortschritte, gepaart mit dem Zwang, auch Dinge zu lernen, die ihn nicht interessieren, frustriert und in seinem Wissensdurst gehemmt. Manchen Kindern fällt schnelles, flüssiges Lesen und Textverständnis von Haus aus leichter als anderen; Kinder lernen mehrere Sprachen einfach nur durch die eigenen Eltern, indem sie sich mit diesen unterhalten und ohne jemals irgendeinem Unterricht gefolgt zu sein. Auch später lernen Menschen Sprachen um ein unendlich Vielfaches einfacher, wenn sie einen Bezug haben, wie einen Aufenthalt in einem Land, in dem sie gesprochen wird oder aufgrund eines Beziehungspartners, als in abstrahierten Sprachlaboratorien. Jeder, der Sprachen in Kursen lernt, wird von Muttersprachlern schon sehr oft ein „es ist richtig, aber das sagt niemand“ als Reaktion auf die in diesen Kursen erlernten Phrasen und Redensarten gehört haben. Somit gibt es eine Unzahl an Menschen, die berichten können, aus ihren jahrelangen Schulbesuchen nur wenig mitgenommen zu haben; gewiss, sie können lesen, schreiben und beherrschen die Grundrechnungsarten; doch speziell in den Fächern, denen sie nur wenig Interesse beigemessen haben, sind jahrelanger, fünf- bis sechsmaliger Unterricht pro Woche spurlos an ihnen vorbei gegangen und sie haben unzählige Stunden ihres Lebens verloren. Jeder, der Prüfungen abgelegt hat, die ihn nicht interessiert haben und die bloß lästige Pflicht darstellten, wird von dem wundersamen Effekt berichten können, dass das gesamte Wissen, das man vor und während der Prüfung noch hatte, binnen kürzester Zeit wieder verflogen war. Die Wirkung der Schule geht für Illich so weit, dass das gesamte Denken verschult ist und nicht mehr den durch sie gesetzten Rahmen sprengen kann – Schule und sonst nichts: „Wir gestatten dem Staat, allgemeine Bildungsmängel seiner Bürger zu diagnostizieren und dann eine spezielle Institution zu schaffen, welche die Mängel beheben soll. So erliegen wir dem Trugschluss, dass wir unterscheiden könnten zwischen dem, was für andere notwendige Bildung sei und was nicht – genau wie frühere Generationen Gesetze schufen, die bestimmten, was heilig und profan war“ (Illich, 2003, S. 46). Man darf nicht verkennen, dass Schulen ihrerseits Instrumente der Machtausübung und -absicherung sind; so lernt man in der Schule von klein auf von der Wichtigkeit, dem Nutzen und der Bedeutung des Staates und seiner Institutionen (und der Schule selbst), was sich bis zum Abschluss, also der Bestätigung der erfolgreich absolvierten Schulbildung, stetig verdichtet und sich auf tertiärer Ebene in vielen geisteswissenschaftlichen Fächern (also jenen, die am meisten Auswirkung auf die untere Bildung haben – hier werden die Lehrer gebildet, die Forscher, jene, die Lehrbücher schreiben, die Einfluss auf das Bildungssystem haben) perfektioniert. So verkommen Politikwissenschaftler und Soziologen zu Legitimatoren des Staates, vor allem jene „Hof-Intellektuellen“, die als (Fernseh- und Medien-) Experten bloß dazu dienen, Machtausweitungen akademische Weihe zu verleihen – Michel Foucault hat diese Art von „Wissenschaftlern“, die ihre Stellung nützen, den Staat und seine Institutionen zu legitimieren, treffend als „moderne Pharisäer“ bezeichnet. Auf der Ebene der Psychologen, Pädagogen und der zukünftigen Lehrer reproduziert sich das Bildungssystem stetig selbst, indem durch die Schule und die (staatlichen/staatsnahen) Universitäten Menschen darin geschult werden, das Bildungssystem zu behandeln, nicht aber von außen kritisch zu betrachten. Ein ganzer Sektor von Menschen, die später im Bildungsbereich, wie er ist, tätig sein werden, entsteht auf diese Art und Weise und es wäre wundersam, würden diese die Hand beißen, die sie füttert. Durch diesen Reproduktionsmechanismus wird der illusionäre Charakter von der „freien Bildung“, wie sie beispielsweise im österreichischen Staatsgrundgesetz von 1867 verankert ist, genau im Namen des Staates ersichtlich. Darüber hinaus ist die Schule ein willkommener Ort der Disziplinierung – es ist neben Gefängnissen, dem Militärdienst oder dem zwangsweisen Psychiatrieren zum Schutz vor sich selbst einer jener Orte, in denen man sich ohne irgendeine Wahl zu haben aufhalten muss. Es ist in diesem Kontext wenig überraschend, dass auch die Architektur von Schulen jener von Gefängnissen erschreckend gleicht – eine Ähnlichkeit, die aus dem gleichen Zweck, nämlich dem zwangsweisen Aufenthalte gepaart mit Dressur des Einzelnen entspringt, die jedoch im Rahmen der Schule wesentlich drastischer vor sich geht; einerseits, weil der Schulzwang alle Staatsbürger betrifft und andererseits, weil die Schule das Monopol auf das Denken innehat, wie Ivan Illich so treffend beschreibt: „Die Schule ist keineswegs die einzige moderne Institution, deren wichtigster Zweck es ist, die Vorstellung des Menschen von der Wirklichkeit zu formen (…). Die Schule versklavt aber gründlicher und systematischer, weil man nur der Schule die grundlegende Funktion zubilligt, das kritische Urteilsvermögen zu bilden, und weil sie dies paradoxerweise zu tun versucht, indem sie das Kennenlernen des eigenen Ich, des anderen und des Lebens überhaupt abhängig macht von einem vorher festgelegten Verfahren“ (Illich, 2003, S. 75). „Freie Bildung“ Bildung, die dermaßen auf Reproduktion ausgelegt und von einem Akteur abhängig ist, wie in hiesigen Breiten vom Staat, kann also nicht „frei“ sein. Erst recht nicht, wenn sie durch die Allgemeinheit finanziert werden soll, die die Kosten der Bildung durch die Absolventen auch wieder gelohnt sehen will. Es ist nicht „die Wirtschaft“, der die Schuld zu geben wäre, wenn es wirklich so sein sollte, dass man in den Schulen nur noch ausgebildet und nicht mehr gebildet wird (wiewohl ich das stark bezweifle – eher ist es so, dass man weder „gebildet“, noch „ausgebildet“ wird, was die meisten Absolventen von Schulen und Universitäten dann merken, wenn sie im Berufsleben plötzlich mit dem scharfen Kontrast zwischen Theorie und Praxis konfrontiert werden). Es ist allenfalls die Symbiose aus „Wirtschaft“ (verstanden als die Interessen großer, auf den Staat Einfluss habender Unternehmen, nicht die kleineren Betriebe) und Staat, die zu der vielfach beklagten „Ökonomisierung der Bildung“, die eigentlich bloßer „Verfall der Bildung“ ist, führt. Der Staat gibt „Bildung“ (und eigentlich Zertifikate) und nimmt später die Früchte, die diese Zertifikate bringen. Deshalb sollen seine Zertifikate zu einem möglichst hohen Einkommen der Absolventen, also möglichst hohen Steuereinnahmen führen. Es ist wenig verwunderlich, dass die Qualität der Studien in Österreich dort am höchsten ist, wo den Absolventen die höchsten (Einstiegs-) Gehälter winken und umgekehrt dort am schlechtesten, wo man die geringsten Gehaltsaussichten hat. Der Ausweg kann hierbei nicht darin liegen, vom Staat als Geber und späterem Nehmer etwas zu verlangen, das er nicht bieten kann – nämlich den vagen Begriff „freie Bildung“ – sondern vielmehr darin, Bildung nicht mehr reflexartig mit staatlichen Bildungseinrichtungen zu verbinden und gleichzusetzen. Sie liegt vielmehr in der Eigenverantwortlichkeit für Bildung, entkoppelt von einem Staat, der Tribut verlangt, „Bildung“ finanziert zu haben und mit dem Maße, in dem der Tribut ansteigt, bereit ist, bessere Studienbedingungen anzubieten. Der Staat, also die Allgemeinheit der Steuerzahler, ist dieser Logik von Geben und späterem Nehmen gemäß, die ein durch die Gesamtheit der Steuerzahler finanziertes Studium mit sich bringt, nicht gewillt (und kann es auch nicht sein), allen ein „gleich gutes“ (oder schlechtes) Studium zu ermöglichen, unabhängig davon, wie viel sie später, im Berufsleben, zurückgeben werden. Man darf sich unterdessen fragen, wie „freie Bildung“, die nicht dem „Diktat der Wirtschaft“ gehorcht, aussehen würde – wenn Bildung also nicht praxisrelevant sein soll, wird sie, wie Adorno es fordert (siehe oben) zum Selbstzweck; zu einem Selbstzweck, der Muße für jene ist, die sich im Universitätssystem wohl fühlen. Bildung wird zu einem Vergnügen, das durch die Allgemeinheit finanziert werden soll. Die Paradoxie dieser Forderung besteht darin, dass Bildung plötzlich zugleich auf das Leben vorbereiten und nicht praxisrelevant (weil „ökonomisiert“) sein soll, wodurch sie sich von der Wirklichkeit entfernt und entfremdet: „Die Schule macht die Entfremdung zur Vorbereitung auf das Leben, und so spaltet sie Erziehung von Wirklichkeit ab und Arbeit von Kreativität. Indem die Schule die Notwendigkeit lehrt, belehrt zu werden, bereitet sie auf die entfremdete Institutionalisierung des Lebens vor. Haben die Menschen diese Lektion einmal gelernt, so verlieren sie jede Motivation, in Unabhängigkeit heranzuwachsen; so verlieren sie jede Motivation, in Unabhängigkeit heranzuwachsen; sie finden eigenverantwortliche Interaktion nicht länger reizvoll und verschließen sich den Überraschungen, die das Leben bietet, wenn es nicht durch institutionelle Definition vorausbestimmt wird.“ (Illich, 2003, S. 74f.). Doch, wie bei so vielen Diskussionen dieser Tage, lässt sich immerhin feststellen, dass sie nicht neu sind, sondern die Menschheit schon lange begleiten; daher schließe ich diesen Beitrag mit einem Zitat des römischen Senators und Satirikers Titus Petroinius, das an Aktualität nichts eingebüßt hat: „Ideo ego adulescentulos existimo in scholis stultissimos fieri, quia nihil ex iis, quae in usu habemus, autadiunt aut vident“ – Petron: „Deshalb bin ich der Meinung, dass unsere jungen Leute in den Schulen völlig verdummt werden, weil sie da nichts von den Dingen zu hören oder zu sehen bekommen, die in der Praxis vorkommen.” Internet Literatur Illich, I. (2003). Entschulung der Gesellschaft. Eine Streitschrift. München: C.H. Beck. 16. November 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareStefan Miller , am 16. November 2009 um 13:25 ( Link ) warum muß jede Antwort vom EEkat immer von so viel nicht verstehen wollen geprägt sein? Don't feed the trolls. Carry , am 16. November 2009 um 16:23 ( Link ) Als ich dieses I-magazin kennen lernte, dachte das es sich wohltuend abhebt. Schnell aber mußte ich erkennen - hier findet der gleiche Mist statt wie in allen anderen (deutschen) Foren und Magazinen. Carry stereotyp Sehr guter Artikel! Ich wünschte mehr Eltern würde diesen Artikel lesen. Auch wenn der Artikel liberal ist, heißt das nicht, dass die Schulen privatisiert werden müssen, oder gar alle Eltern ihr Kinder zu Hause unterrichten sollten. Der Artikel ist eine Kritik und hat - meiner Ansicht nach - keinen unumstößlichen Lösungsvorschlag gemacht. Wir (zumindest ich) sind an dieses (Schul-) System gewohnt. Es entwickelt sich schon zu lange in staatlicher Doktrin. Gegenteilige Möglichkeiten sind veranschaulichte Kritik. Das heißt nicht, dass wir dies jetzt so ohne weiteres umsetzen könnten oder müssten. Schön wäre es, wenn der Markt (die Nachfrage) sich entwickeln würde und somit freie Bildungseinrichtungen geschaffen würden. Diese müssten sich auch an die gegebene wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation anpassen müssen und diese mit der Zeit zum (hoffentlich) besseren verändern. Aber Vorurteile und schlechtes Vorstellungsvermögen, gepaart mit mangeldem Ausdrucksvermögen haben wohl noch nie einen positiven Effekt auf eine Diskussion gehabt. MfG Marc , am 16. November 2009 um 17:30 ( Link ) Ein zusätzliches Problem sehe ich darin, daß sich die BRD nicht (mehr) nur als Rechtsgemeinschaft versteht, die unterschiedlichen Gruppen mit gemeinsamen Werten Rechte gewährt; sondern daß sie selber als Wertegemeinschaft verstanden wird, in der es nicht genügt, sich zugunsten des inneren Friedens an die grundlegendsten Gesetze zu halten, ohne daß deren Begründung notwendigerweise gut geheißen wird. Diejenigen, die nun den Pluralismus am lautesten begrüßen, gebärden sich als die größten Gegner der Vielfalt, weil sie die (neue) Rolle des Staates nicht darin sehen, eine bescheidene Rechtsgemeinschaft für unterschiedliche Gruppen mit gemeinsamen Werten zu sein; sondern sie wollen eben eine "Wertegemeinschaft", in der Genderfeminismus und Eisbären, Schwulenrechte, die Evolutionstheorie und natürlich der Kampf gegen Rechts ein lebenslanger Pflichtstoff bleiben. Eine solche Wertegemeinschaft kann natürlich nicht hinnehmen, wenn "nur" bestimmte Fähigkeiten und ein grundlegendes Rechtsbewußtsein vermittelt werden, ohne daß er Einfluß darauf nehmen könnte, daß auch die korrekte Ideologie vermittelt wird. Besonders grotesk finde ich jetzt, daß der gleiche Staat, der auf die Vermittelung von "Werten" soviel äh: Wert legt, gleichzeitig so nachlässig ist, wenn es um die Verteidigung oder um den Schutz grundlegender Rechte geht, die zusätzlich friedlichen Rechten (haha) oft verwehrt, kriminellen Linken und Ausländern aber gewährt werden. Sven Adam , am 16. November 2009 um 17:42 ( Link ) @ Marc Die Unfreiheit der Andersdenkenden wurde doch in zynischer Weise in Form einer Rosa Luxemburg-Statue gegossen. Die heutigen Luxemburg-Apologeten regieren Berlin und deeskalieren gegenüber Steinewerfern, während der Falschparker noch auf den Polkappen verfolgt wird. em , am 16. November 2009 um 18:09 ( Link ) Betrachtet man (schulische) Bildung einmal nicht politisch sondern nüchtern wirtschaftlich, dann sieht es doch so aus: Schulbildung kostet je nach Schultyp zwischen 300 und 350 Euro pro Schüler und Monat. Man kann sich gut vorstellen, welche Qualität hier von konkurrierenden Anbietern auf einem freien Markt angeboten würde. Die unsinnige Diskussion über ein "Betreuungsgeld" gäbe es gar nicht, wenn statt dessen für die Dienstleistung "Betreuung" bezahlt werden müsste. Gestern bei Anne Will meinte eine Teilnehmerin bemerken zu müssen, die Erhöhung des Kindergeldes käme nicht den Kindern zugute, sondern würde von den Eltern "zur Schuldentilgung, Wohnungsrenovierung und für Urlaubsreisen ausgegeben". Offensicht gehören also Kinder nicht mehr zur Familie und profitieren von den aufgezählten Aktivitäten nicht. Charlotte Stumm , am 16. November 2009 um 18:30 ( Link ) Dass unsere Schulen nicht die Besten sind wissen wir. bernd_lessing , am 16. November 2009 um 18:47 ( Link ) @Charlotte Stumm: "Sie abschaffen zu wollen zu Gunsten des Privatunterrichts würde nichts besser machen." Sagt wer? Dann wäre das Schulsystem der wohl einzige Markt, auf dem ein staatliches Monopol bessere Ergebnisse produziert als der freie Wettbewerb. "Viele Eltern würden ihre Kinder aus der Schule holen mit fadenscheinigem Grund." Wir müssen die Kinder also vor ihren Eltern schützen? Dann wäre es wohl konsequent, wenn der Staat - der ja alles soviel besser weiß - die Kinder den unfähigen Eltern gleich wegnimmt. "Wer will kontrollieren wie gut jemand seine Kinder unterrichtet?" Die Eltern selbst - nur so zum Beispiel. Vielleicht auch (private) Organisationen, im Auftrag der Eltern. Wie kommen Sie darauf, dass dies (exklusive) Aufgabe des Staates ist? "Gehören zur Schule nicht auch die Auseinandersetzung mit Lehrer und Schülern? Man möchte die Kinder wie auf einer Insel groß ziehen damit sie keine negative Erfahrungen sollen? Gehört zur Reifung eines Menschen diese Erfahrungen nicht auch dazu?" Die Erfahrung in der Gemeinschaft - zweifellos. Die Auseinandersetzung in einem zwangsmonopolisierten Schulsystem - kaum. All dies zeigt in wundervoller Weise, wie man aus einem hinreichend negativen, pauschalen Menschenbild eine Schein-Legitimation für so ziemlich jeden staatlichen Eingriff konstruieren kann. Die andere Seite der Medaille "der Einzelne ist zu doof" besteht in einem schier grenzenlosen Glauben an den Staat, der zwar auch nur von Menschen gemacht wird, aber offenbar von einer Sorte Übermensch, die derartigen Fehlern nicht unterliegt. Ich will keineswegs in Abrede stellen, dass die Möglichkeit zur privaten Unterrichtung auch negative Auswüchse generieren wird. Aber das ist - und das sage ich ohne jeden Zynismus - nun mal der Preis der Freiheit. Lesezeichen , am 16. November 2009 um 18:48 ( Link ) Länder, in denen Heimbeschulung zur Kultur gehört, haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht. In Kanada werden ungefähr 80.000 Kinder durch homeschooling unterrichtet. Sie erreichen im gleichen Maße die Hochschulzugangsberechtigung und schneiden im Studium genauso gut ab, wie ihre Mitstudenten aus dem Schulsystem. Was sie aber auszeichnet, sind sowohl eine überdurchschnittlich hohe Sozialkompetenz als auch überdurchschnittlich gutes Arbeitsverhalten, Selbstdisziplin sowie geringe Schul- und Versagensangst. Es ist eine Frage der Organisation. Eltern, die ihre Kinder selbst beschulen möchten, müssen sich einem schoolboard anschließen und gewährleisten, dass die Kinder die staatlichen Prüfungen ablegen. Der Rest bleibt ihnen selbst überlassen. In Deutschland wird viel zu viel ideologisiert, was voll zu Lasten der Kinder geht. Wenn man genauer hinsieht, geht es auch gar nicht in erster Linie um die Kinder, sondern um reine Systempflege bzw. der Personen, die im und vom System leben. Da geht Selbstverwirklichung und Existenzberechtigungsnachweis vor Kindeswohl, was durchaus perverse Züge annehmen kann. Hinzu kommt der Klassenfeind Privatschule. Um diesen zu bekämpfen, nimmt man durchaus auch den Kampf gegen das Kind auf, was wir persönlich hautnah erfahren durften. onkel_moe , am 16. November 2009 um 19:03 ( Link ) Die grundsätzliche "Problematik" der staatlichen Schulen sehe ich - ehrlich gesagt - nicht ganz so dramatisch. Heimunterricht ist m.E. keine schlechte Sache, sofern [sic!] die Eltern dies auch leisten können. Allein, um festzustellen, ob dieses auch der Fall bräuchte es wiederum jemanden, der eine solche Eignung und Befähigung auch feststellen kann. Da sind wir dann aber wieder bei dem im obigen Artikel kommunizierten Ausgangsproblem, da zu dieser Eignung nicht nur ein untadeliger Lebenslauf, Fähigkeit zum muttersprachlichen Unterricht der Mehrheits- und Gesellschaftssprache (hier: Deutsch), sondern eben auch verbindliche Lehrinhalte (und das zugehörige Verständnis dieser) gehören muss. Soll heißen: Es muss einfach - das ist aber nur meine bescheidene Meinung - die Möglichkeit geben, Vergleiche anzustellen zwischen den verschiedenen Leistungen, um sicherzustellen, dass es eben nicht in Zukunft heißen muss "Die Kevins, die hauen uns raus". Sicher haben wir auch heute nur bedingte Vergleichbarkeiten, wenn Lehrer A aus NRW für die gleiche Leistung eine schlechtere Note gibt als Lehrer B aus BW. Der Heimunterricht kann eine Lösung sein. Das aber nur dann, wenn er auf geeignete und befähigte Eltern beschränkt bleibt. Da beißt sich dann aber - wie gesagt - die Schlange wieder in den Schwanz und frisst sich letztlich selber auf. Lediglich meine Meinung. em , am 16. November 2009 um 19:11 ( Link ) Und wieder zeigt sich das Grundübel der Gleichmachergesellschaft: Schneiden alle Schüler gleichmäßig schlecht ab, wird das Ergebnis akzeptiert. Weshalb es ja bald auch keine Hauptschule mehr geben wird. Ein System dagegen, daß zu differenzierten Ergebnissen führt, wird umgehend "kritisch hinterfragt". onkel_moe , am 16. November 2009 um 19:36 ( Link ) Zu differenzierte Ergebnisse führen allerdings unter Umständen zu einer Unverwertbarkeit dieser Ergebnisse. Was soll mir der Notendurchschnitt "1,1" sagen, wenn ich nicht weiß, wie er zustande kam und es keine objektiven Maßstäbe gibt, die eben die Differenzierung von "Leistungen" zulassen? Diesem Problem kann man wohl nur entgehen, wenn nicht der Unterricht (der Eltern), sondern "nur" der Lernerfolg staatlich oder quasi-staatlich kontrolliert wird. Das würde dann (aufgrund der vorzugebenden Lerninhalte) wohl nur eine geographische Verschiebung des Unterrichts aus dem Schulgebäude in die Elternhäuser ergeben. EmilS , am 16. November 2009 um 19:45 ( Link ) @EEkat Ich verstehe Ihren Einwand nicht. Schon der Titel verdeutlicht doch worum es geht: Es geht nicht um Bildung, sondern (auch) um die Wirksamkeit staatlich verordneter Beschulung, bestenfalls um Ausbildung einer Fertigkeit. Bildung erfordert eine individuelle Anstrengung, die eben nicht nach Lehrplan vermnittelt werden kann; sie wird aktiv erlangt, nicht passiv empfangen, womit wir wieder bei der Beschulung wären. Lesezeichen , am 16. November 2009 um 19:59 ( Link ) onkel_moe Diesem Problem kann man wohl nur entgehen, wenn nicht der Unterricht (der Eltern), sondern "nur" der Lernerfolg staatlich oder quasi-staatlich kontrolliert wird. Das würde dann (aufgrund der vorzugebenden Lerninhalte) wohl nur eine geographische Verschiebung des Unterrichts aus dem Schulgebäude in die Elternhäuser ergeben. Dazu müsste man aber erst mal das staatliche System von seinen Ideologisten entrümpeln, was durch das Beamtensystem nur sehr schwer machbar sein wird. Man wird sie wohl erst wegsterben lassen müssen bzw. mindestens wegpensionieren. Wie sehr dieser Ideologismus sich breit macht, durfte unser Sohn in der MR-Prüfung in NRW erfahren. Als Schüler einer privaten Ergänzungsschule - einer sehr guten übrigens - musste er die sogenannte Externenprüfung ablegen, die 4 schriftliche Prüfungen sowie weitere 7 mündliche Prüfungen in allen Fächern umfasst. (Anmerkung meinerseits: Wenn das alle öffentlichen Schulen durchführen müssten, sähe es absolut übel aus mit der Abiturientenzahl) So traf er dann u.a. auf eine klassenkämpferische Englischprüferin, eine Lehrerin des öffentlichen Dienstes, die das Examen mit "So your parents are rich" begann und den Klassenkampf als roten Faden durchzog und mit "children like you are the main reason for the split of our society" endete. Abgesehen von fehlenden Fachfragen ließ sie ihn keine Frage ordentlich beantworten, unterbrach ihn ständig, tat alles, um ihn aus der Fassung zu bringen. Abschließend bewertete sie seine mündliche Leistung mit einer 4, die die schriftliche 2 natürlich herunterdrückte. So geschehen in NRW 2007. Der größte Krampf des deutschen Schulsystems sind die Ideologisten, die selber niemals eine ordentliche Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit da draußen erfahren haben. Von der Schule in die Hochschule zurück in die Schule. Da gibts noch viel aufzuholen. onkel_moe , am 16. November 2009 um 20:12 ( Link ) Der größte Krampf des deutschen Schulsystems sind die Ideologisten, die selber niemals eine ordentliche Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit da draußen erfahren haben. Von der Schule in die Hochschule zurück in die Schule. Da gehe ich absolut d'accore. Übrigens habe ich selber ein Lehramtsstudium abgebrochen (meine zweite Wahl hätte hier aber auch niemanden begeistert, fürchte ich), weil ich nämlich eben gerade diese "Real-Untauglichkeit" meiner Dozenten als sicheres Zeichen meiner Fehlwahl gewertet habe. Das Geschehen um Ihren Sohn ist allerdings starker Tobak. Was mich dabei allerdings nachdenklich stimmt: War diese Lehrerin eine Einzelprüferin? Falls nicht, (wie) haben die Mitprüfer reagiert? Und - um die Kurve zum Heimunterricht zu kriegen - was bewahrt ein Kind vor "Klassenk(r)ampf" (gleich welcher Richtung), wenn mangels Alternativen vom Vater / von der Mutter nur eine Seite der Medaille gelehrt wird? Ein einzelner Mensch kann wohl nie objektiv denken, sprechen oder handeln. Die Objektivität kommt m.E. immer erst mit der steigenden "Verwässerung" der Meinung in der Gruppe. em , am 16. November 2009 um 20:28 ( Link ) Qualität der Bildung? Zunächst ist Qualität nicht absolut definiert, sondern als Grad der Übereinstimmung zwischen den Eigenschaften eines Produkts und den Anforderungen der Kunden. Dann weiß man in der Wirtschaft seit langem, daß man Qualität nicht nachträglich in ein Produkt "hineinprüfen" kann. In unserem politisierten Bildungssystem spielt das alles natürlich keine Rolle. Es gibt keine exakte Analyse von Kundenanforderungen und deshalb auch keine darauf abgestimmte Definition von Produkteigenschaften. Daß so auch keine effizienten Lernprozesse realisiert werden können ist so tragisch wie unausweichlich. Lesezeichen , am 16. November 2009 um 20:35 ( Link ) Ich denke, dass in Deutschland mit vielen Schreckgespenstern gearbeitet wird. Angefangen von Privatschulen bis zum Heimunterricht. Alles, was nicht im Gleichschritt marschiert, ist des Teufels und muss zwangsläufig von schlechter Qualität sein. Klassische homeschooling-Länder (übrigens gleichzeitig auch klassische Einwanderungsländer) zeigen, dass dem nicht so ist. Ich bin der Überzeugung, dass homeschooling-Eltern hohe Ideale haben und sich sehr dafür einsetzen, Ihren Kindern eine sehr gute Bildung zu vermitteln. Religiösen Fanatismus können sie übrigens auch durch eine Zwangsbeschulung im öffentlichen System nicht ausmerzen. Ich bin in einer Gegend großgeworden, die zu meiner Schulzeit schon über 150 verschiedene Sekten und Konfessionen hatte, zum Teil mehr als radikal. Daran hat auch das öffentliche Schulsystem nichts ändern können. Außerdem gewährleistet der Besuch einer öffentlichen Schule keine Erziehung zur Objektivität. Genau das Gegenteil ist der Fall, ganz besonders in der Grundschule, wo man als Eltern ständig gegen neue Glaubensrichtungen, z.B. was Lernmethoden anbetrifft, ankämpfen muss. Ich bereue bis heute, dass ich unserem Sohn nicht gleichzeitig die Lateinische Ausgangsschrift beigebracht habe. Diese vereinfachte Schrift ist fast nicht lesbar, erst recht nicht, wenn schnell geschrieben werden muss. Hinzu kommt noch das hohe Maß an Eigeninitiative und Stützungswillen, das den Eltern abverlangt wird, die hohen Zusatzkosten, um schlechte Bücher auszugleichen und gutes Material zu stellen, teure Klassenfahrten zu finanzieren, Kopiergelder etc... In der Prüfung unseres Sohnes gab es einen Beisitzer, der aber nur protokolliert hat. Die Lehrerin unseres Sohnes - also der Privatschule - hatte nur Beobachtungsrecht und durfte weder kommentieren noch einschreiten. Ähnlich ist es ihm übrigens in Physik gegangen, sein absolut starkes Fach neben Biologie. Er konnte sogar alle Noten mitlesen, die der Beisitzer nach jeder beantwortet hatte. Lauter Einsen und eine Drei. Im Ergebnis ergab das eine Vier. Man hat keinerlei Einspruchsrecht, kein Recht auf Einblick der Unterlagen, kein Recht auf Fragen. So wird das öffentliche System geschützt und die Erfolgsquote der Privatschulen gedeckelt, damit man nach außen schön behaupten kann, sie wären nicht besser als die öffentlichen, was definitiv nicht stimmt. Da wird gelogen und gemauschelt, dass sich die Balken biegen. dickbrettbohrer , am 16. November 2009 um 20:40 ( Link ) @Lesezeichen Man muß abschließend sagen, daß die negative Entwicklung den Lehrern selbst nicht zur Last gelegt werden kann. Sie sind - ebenso wie die Kinder und deren Eltern - Opfer des staatlichen Schulplanmonopols. villakunterbunt , am 16. November 2009 um 20:42 ( Link ) Daran, dass immer mehr Privatschulen gegründet werden, können wir sehen, dass es eine große Nachfrage nach Alternativen zur staatlichen Bildungsbeglückung gibt. Und diese Schulen haben meist lange Wartelisten. Wenn es Bildungsfreiheit in diesem Land gäbe, könnte daraus eine heute kaum vorstellbare Bildungsvielfalt entstehen. Jedes Kind könnte selbstbestimmt seinen eigenen Bildungsweg wählen. Dies wäre z.B. für Hochbegabte, die häufig in staatlichen Schulen scheitern, ein Segen! Wieviel Leid könnte damit vermieden werden. Bildungsfreiheit heißt übrigens nicht, dass alle Kinder dann zu Hause von ihren Eltern unterrichtet werden. Wer es möchte, darf es dann endlich ohne Angst vor staatlichen Zwangsmaßnahmen tun. Wer nicht, schickt seine Kinder dann wie bisher zur Schule. Und diese Schulen müssten sich wirklich nach den Wünschen und Bedürnissen der Kinder und ihren Eltern richten und nicht so wie heute, wo jedes Kind, ohne Rücksicht auf Verluste, in einen normierten Lehrplan gepresst wird (was notfalls mit Sorgerechtsentzug durchgesetzt wird). Wenn die Schulen es nicht täten, würden die Kunden ausbleiben. Die Qualität der Bildungseinrichtungen würde also durch Bildungsfreiheit gesteigert. Es könnten bei diesem System auch Kinder auf der Strecke bleiben, weil sich Eltern nicht kümmern? Ja, das wäre möglich. Es wäre, wie oben bereits ein Kommentator schrieb, der Preis der Freiheit. Aber lieber diesen Preis zahlen, als ein staatliches Zwangskontrollsystem. Deshalb: Ein klares Nein zu "Befähigungsnachweisen" für Eltern, die Homeschooling machen möchten. Lesezeichen , am 16. November 2009 um 21:18 ( Link ) Ich weiß nicht, ob man die Lehrer auch immer Opfer des Systems sind. Zumindest für die Privatschule unseres Sohnes traf das zu. Man konnte die Knüppel gar nicht mehr zählen, die der Staat ihnen ständig zwischen die Beine warf, um sie am Erfolg ihrer Arbeit zu hindern. Ansonsten kann man auch im öffentlichen System Glück haben, wenn man eine Nischenschule erwischt, z.B. ein besonderes Oberstufenkolleg o.ä. Auch diese Erfahrung haben wir gemacht. Eine Nischenschule genießt oft mehr Freiheiten und mehr finanziellen Spielraum, als eine alltägliche Schule. Bei den Lehrern bin ich mir oft nicht sicher, inwieweit sie selber das System nicht nur mittragen, sondern auch aktiv fördern. Sehr oft ist mir in Gesprächen aufgefallen, dass sie bis zu ihrem ersten aktiven Lehrtag zuvor noch nie mit Kindern gearbeitet haben, was für mich unbegreiflich ist. Wenn ich mich für ein Architekturstudium entscheide, muss ich mindestens ein Fachpraktikum abgelegt haben. Wenn ich mich für die Erziehung und Bildung von Kindern entscheide, brauche ich das nicht. Für meine Begriffe ein falscher Weg. Dann ist mir aufgefallen, dass die guten Lehrer, die etwas bewegen und bewirken wollen, sehr oft viele Feinde in den eigenen Reihen haben, gern in die Reihe zurückgebissen oder sogar mundtot gemacht werden. Jede große Veränderung, die z.B. eine Schule intern locker bewerkstelligen könnte, wird so gern verhindert, wenn es gegen den allgemeinen Strom, den alten Stiefel verläuft. Wenn ich sehe, wie viele ausgefallenen Stunden, fehlenden Stoff oder fehlende Erklärungen ich nachmittags bei unseren Kindern ausgleichen musste, hätte ich genauso gut über weite Strecken das auch selber in die Hand nehmen können oder mich mit anderen Eltern organisiseren können, was übrigens sehr oft bei homeschooling der fall ist. Meistens sind es zwei oder drei Familien, die sich zusammentun, um die Bildung ihrer Kinder zu bewerkstelligen. Ich denke nicht, dass man solche Eltern in bildungsfernen Schichten findet, weil es denen viel zu mühsam wäre, sich z.B. mit dem schoolboard und den regelmäßigen Prüfungen auseinanderzusetzen. Sie haben ja schon Probleme, ihren Kindern ein ordentliches Frühstück zu machen und mitzugeben, weil sie an ihren Kindern oft - nicht immer - überhaupt nicht wirklich interessiert sind. Sie sind halt einfach da und man freut sich, wenn der Staat sich kümmert. EEkat , am 16. November 2009 um 21:35 ( Link ) @EmilS, Sie schreiben:
Titel, und Untertitel lauteten aber doch: Bildung: Totale Beschulung. Wenn es nicht um Bildung geht, um was sollte es dann sonst gehen? Sie schreiben denn auch (irritierenderweise) weiter: Bildung erfordert eine individuelle Anstrengung, die eben nicht nach Lehrplan vermittelt werden kann; sie wird aktiv erlangt, nicht passiv empfangen, womit wir wieder bei der Beschulung wären Und um die Irritation komplett zu machen: da bin ich vollständig Ihrer Meinung! Bildung hat wenig mit dem Lehrplan zu tun. Entlang eines Lehrplans wird vielleicht Wissen vermittelt. Vielleicht auch zu Bildungsinhalten. Die Ergreifung jedoch muß aktiv erfolgen. Sie kann nicht empfangen Ob sich Bildung vermittelt, das hängt ganz stark an den Eltern. Wie es mit deren Positionierung gegenüber Bildung aussieht, was sie also vorleben, und die schon dadurch zusätzlich Einfluß nehmen, auf welche Schule, auf welchen Schulzweig, in welche Richtung ihre Kinder gefördert werden. Nach vorhandenen Fähigkeiten, versteht sich. Versteht sich leider nicht. Bildung legt das Fundament für die geistige Tätigkeit, für den Rahmen, in denen sich ein heranwachsender Mensch in seinem Leben später bewegen wird. Ich hätte allergrößte Zweifel, ob irgendjemand von uns in der Lage wäre, ein derart breites Spektrum an Assozisationsmöglichkeiten anbieten zu können, um damit einem umfassenden Bildungsanspruch gerecht werden zu können. Den eigenen Kindern lesen und schreiben beibringen, das mag ja noch angehen. Auch ihnen die Richtung vorzugeben, zu diesem Zugeständnis lasse ich mich noch überreden. Es kann aber doch bei Bildung nicht um "irgendeine" Bildung gehen, sondern es muß sich doch immer um "die" Bildung handeln, also ein möglichst umfassendes Bildungsangebot anzubieten, in der ein junger Mensch sich dann anhand seiner Fähigkeiten weiterentwickeln, entfalten kann. Da versagt unser Bildungssystem weitgehend. Keine Frage. Aber es ist auch keine Frage, daß die Antwort niemals sein könnte, deswegen das Bildungssystem in die Hände von Eltern zurückgeben zu wollen. In wenigen Einzelfällen mag dies funktionieren. In ganz wenigen Einzelfällen mag da sogar mehr herauskommen als durch unser Bildungssystem. In der überwältigenden Anzahl der Fälle würde dies zu einer noch größeren Katastrophe führen, als wir sie heute bereits erleben. Denn machen wir uns nichts vor: unsere Jugend, die sind das Produkt ihrer Eltern. Oft nur noch Elter, singular, und häufig ist dies auch noch die bessere Ausprägung dessen, was heutzutage Eltern tatsächlich darstellen. Denen sollte man die nachfolgende Generation überlassen können? Die sind ja nicht mal in der Lage, sich eine funktionsfähige Regierung zu wählen. Eindeutig ein Bildungs-Mangel dieser Gesellschaft. Riesen Bildungsdefizite hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und Grenzen gesellschaftlicher Systeme. Wer seinen Kindern in diesem Staat Bildung angedeihen lassen möchte, und dabei den Kampf gegen denn allgemeinen Zeitgeist (Gleichaltriger) aufzunehmen bereit ist und auch noch das Glück hat, dies an der Seite eines Partners vollbringen zu können, der über soviel Bildung verfügt, daß er seiner Falle der persönlichen Selbstfindung auszuweichen versteht, der findet dazu alle Möglichkeiten, bis hin zur Inanspruchnahme nichtstaatlichen Schulangebote. Wir befinden uns in einem Land mit einem ausgeprägt überbetont starkem Bedürfnis nach Gerechtigkeit durch Chancengleichheit. Wenn hier jeder seine Kids selber unterrichten dürfte, dann hätte dieses Modell nur dann eine Chance, wenn keiner dabei besser abschneiden würde als der eigene Nachwuchs. Dies wäre dann ja wohl gleichbedeutend damit, daß diese Chancengleichheit auf dem niedrigstmöglichen Niveau liegen müßte. Da ist mir jede staatliche oder privat getragene Schule lieber. Man muß auch irgendwo Realist bleiben. EEkat Stefan Miller , am 16. November 2009 um 21:36 ( Link ) @Carry Stefan Miller , am 16. November 2009 um 21:57 ( Link ) so, jetzt aber zum eigentlichen Beitrag: dickbrettbohrer , am 16. November 2009 um 22:04 ( Link ) @Lesezeichen "Dann ist mir aufgefallen, dass die guten Lehrer, die etwas bewegen und bewirken wollen, sehr oft viele Feinde in den eigenen Reihen haben, gern in die Reihe zurückgebissen oder sogar mundtot gemacht werden. Jede große Veränderung, die z.B. eine Schule intern locker bewerkstelligen könnte, wird so gern verhindert, wenn es gegen den allgemeinen Strom, den alten Stiefel verläuft." Genau das. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Das halten nur Personen mit großem Selbstbewußtsein und einem starken Willen aus. Verbündete finden solche Lehrkräfte bei Kindern und Eltern. Das sollte es wert sein ... Radiergummi , am 16. November 2009 um 22:16 ( Link ) Seine Existenzberechtigung bezieht das staatl. Schulwesen aus dem Vorteil, dass auch talentierte Kinder und Jugendliche aus geradezu bildungsfeindlichen Verhältnissen zumindest mit Bildung in Kontakt kommen und überhaupt Einsicht in die Möglichkeit bekommen, sich selbst weiterzubilden. Die Frage, ob ein staatl. Bildungssystem nur mithilfe von Schulzwang umzusetzen ist, spielt keine Rolle. Die Schulpflicht dient offensichtlich primär weniger der (höheren) Bildung, sondern dem Sozialversicherungssystem. Zu keiner Zeit unseres SV-Systems konnten es sich seine Betreiber leisten, vollkommen Ungebildete/auf dem Arbeitsmarkt chancenlose auffangen zu müssen. Das kann man gut oder schlecht finden, das ist einfach gegenwärtig so. Und mittelfristig sieht es nicht nach einer grundlgenden Änderung aus. Selbst nach einem mögl. Kollaps des (SV-)Systems, fände der neuerliche Aufbau eines Duplikats, wieder große demokratische Mehrheiten. Webbaer , am 16. November 2009 um 22:50 ( Link ) Bildungssysteme haben nichts mit Bildung zu tun, der Bildunsgteilnehmer, aktiv oder passiv, erfährt ausschliesslich Kenntnisse bzgl. bestimmter Methoden, durfte in früheren Zeiten bspw. die DDR mit der BRD vergleichen und Pros/Cons-Tabellen erstellen oder heutzutage den Islam lernen gut zu finden. Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man gelernt hat. In diesem Sinne: GraueEminenz , am 16. November 2009 um 22:54 ( Link ) Hier werden trefflichst wieder alle alten Klamotten ausgetauscht, die schon seit Jahrtausenden pro und contra Schulwesen verfochten werden - allein das hat mich schon in frueher Jugend am angeblichen Fortschritt der Menschheit (ver)zweifeln lassen. a) Wenn Schule (im Sinne von Bildung der eigenen Kinder) nicht stattfaende, solange der Staat sie nicht quasi-monopolistisch bereitstellte und womoeglich noch herbeizwaenge, dann wuerden die Kinder nur dann auch hingehen, wenn sie denn davor ueberhaupt lange genug lebten. Das koennen sie aber nach solcher Logik doch gar nicht, denn der Staat hat vergessen und uebersehen, auch das Essen in oeffentlichen Hallen zur Verpflichtung zu machen und zusaetzlich auch noch den FRESSZWANG einzufuehren. Wer seine Kinder aber liebt und will, dass "spaeter" mal was aus Ihnen wird (ach, uebrigens: ich will, dass aus meinen SCHON JETZT was geworden IST ...), der kleidet, erzieht und ernaehrt sie auch demgemaess. Dass er/sie dann aber ihre Bildung vernachlaessigen wuerde, will unlogisch erscheinen - haette er doch dann zuallererst bereits am Essen sparen sollen, als sich mit kleinen Dumpfbacken zu umgeben, die ihm spaeter mangels Beruf und Einkommen auf der Tasche liegen. b) WENN eine Schule gut waere, braeuchte es niemals eines Zwanges. WENN ein Baecker gutes Brot herstellt, kaufen es die Leute auch ohne Zwang. WENN der Baecker es gar noch KOSTENLOS anboete, er koennte sich vor Nachfrage gar nicht retten. Stefan Sedlaczek , am 17. November 2009 um 1:18 ( Link ) YEP, sollen die Leuteschinder auswandern. Raus mit dem Pack, daß die Kinder in Deutschland wieder ruhig schlafen können. Und frische Luft bekommen, im Leben lernen anstatt kaserniert zu werden, Lehrer und Vorbilder finden anstatt abgefuckte Gleichaltrige. Die zu sich finden anstatt sozialisiert zu werden. Die einen Beruf finden, anstatt abgerichtet zu werden. Die sich selbst und andere wertschätzen anstatt für Monopolzertifikate sich selbst zu verraten. dickbrettbohrer , am 17. November 2009 um 6:28 ( Link ) Herr Sedlaczek, das ist ja alles richtig. Aber mit solch unfrisierter Rhetorik erreicht man nicht einmal die noch einigermaßen Vernünftigen. Verstehen Sie doch: was seit Generationen gepflegt wird, erscheint den Leuten nicht nur als normal, sondern auch als richtig. Außerdem, wie Sie mittendrin im Schreibschwall sagen: "Der Gleichheitswahn kann sehr manifest werden". Es braucht kaum eine Beaufsichtigung des Kollektivs, es beaufsichtigst sich selbst. Die Blockwarte und Denunzianten sind mitten unter uns, und diese neiderfüllten Hasser gegenüber allem, was wagt anders bzw. besser zu sein, bilden das Bett des Wahns, in dem nun alles Wasser dahinfließt. Aufklären: ja. Beschimpfen: nein! EEkat , am 17. November 2009 um 9:03 ( Link ) die hartnäckigsten Feinde sind nicht etwa diejenigen, die sich verbergen. Es sind diejenigen, die man sich einbildet. EEkat Stefan Sedlaczek , am 17. November 2009 um 9:23 ( Link ) @dickbrettbohrer: Auch ein Tauber sieht und spürt den Zorn. Und der Zorn muß raus - und das richtige Ziel sind diese Leuteschinder. Das ist auch keine Beschimpfung (Schimpf und Schande dem, dem Schimpf und Schande gebührt), sondern nun einmal immer wieder erlebte Realität, die Kinder leiden (was haben wir gestern wieder mitgemacht), da ist die deutliche Benennung der Untaten das allermindeste. Und aufgeklärt wird schon seit über 150 Jahren in dieser Sache. Es waren sogar Liberale die bereits ganz am Anfang gegen die Verstaatlichung der Schule plädierten. Genutzt hat es nichts. Stefan Sedlaczek , am 17. November 2009 um 9:38 ( Link ) @EEkat: Ihr Sprüchlein mag ja hie und da seine Berechtigung haben, ist hier aber doch wohl wirklich nicht annähernd einschlägig. Zum einen Verstecken sich die "Feinde" ja gar nicht. Sie treten offen auf, sowohl verbal, verschriftlichend, verurteilend und vergewaltigend. Zum anderen sind die behördlichen Verfolgungen keinesfalls eingebildet, sondern spürbar harte Realität: Zwangspfändungen, Zwangshypotheken, Sorgerechtsentzüge, Gewaltsames Verbringen in staatliche Schulgebäude und "psychiatrische" Anstalten, bewaffnete Überfälle auf friedliche Familien als Einbildung abtun zu wollen ist nicht nur eine Beleidigung der Opfer, sondern vor allem Realitätsverweigerung. Und da habe ich auch ein paar Sprüchlein: "Meistens ist es einfacher sich blöd, als sich dem Leben zu stellen.", Signatur einer E-Mail "Wer sich nicht rührt, spürt seine Ketten nicht.", Alfredo Rossi dickbrettbohrer , am 17. November 2009 um 10:21 ( Link ) @Selaczek Man kann mit einfühlsamer Kritik zumindest trösten. Trost zu spenden ist unendlich wertvoll und bitter nötig. Eltern und Kinder leiden, wer wüßte das besser als ich! Mit aggressiven Schlägen, mögen sie auch noch so wahr sein, verschreckt man die Opfer. Wozu soll das gut sein? Stefan Sedlaczek , am 17. November 2009 um 11:14 ( Link ) "Wo der Willkür keine gesellschaftlich verankerten Grenzen gesetzt werden, finden sich immer Menschen, die Gefallen daran finden, andere zu unterdrücken und zu schinden." In Ermangelung derart gesellschaftlich verankerter Schranken, ist man doch auf das persönliche Erwehren verwiesen. Das gehört natürlich zusammen: Den weiteren Ausführungen stimme ich ja auch zu, wenn ich auch keine Monokausalität sehe, dafür aber Rückwirkungen. Wenn der Staat die Heranwachsenden beschult, kann er ihnen auch leichter seinen Staatsglauben einimpfen. Jedenfalls hält er die jungen Menschen tatsächlich und mithin unbestreitbar eine enorme Zeit lang von anderem Aufenthalt und Erkenntnisgewinn ab. dickbrettbohrer , am 17. November 2009 um 11:48 ( Link ) Genau das - d´accore, Herr Sedlaczek. Es ist ein Jammer ... Als Sanitäter hat man mitten im Schlachtfeld kaum mehr zur Verfügung als einige wenige Heftpflaster. nl , am 17. November 2009 um 12:16 ( Link ) @dickbrettbohrer > Es ist schon klar, das System kann nicht mit "wohlfeilen" Argumenten verbessert werden. Dann ist es doch auch egal, oder müssen Sie andere belehren, die sich mal Luft machen. > Aber noch weniger mit brüllenden Fäusten. noch weniger als als nichts geht nicht. Scheint eben doch so zu sein, dass Sie aufklären müssen. Süchtig sind. EEkat , am 17. November 2009 um 21:48 ( Link ) @Stefan Sedlaczek Ihr Sprüchlein mag ja hie und da seine Berechtigung haben, Danke für Sprüchlein. ist hier aber doch wohl wirklich nicht annähernd einschlägig. Zum einen Verstecken sich die "Feinde" ja gar nicht..... ....murmelmurmelpalaverpalaver.. Einschlägig. Ein gutes Stichwart. Fangen Sie damit gleich bei sich an. Wo also haben Sie her, daß sich Feinde "verstecken" würden? Und wer ist Alfredo Rossi? Sollte das derjenige sein, der den alten Sponti-Spruch: "Die Ketten spürt, wer sich bewegt" nicht mehr in seiner einprägsamen Kürze zusammenbekam, und wir daher heute stattdessen im Internet - hier durch Sie - auf die wesentlich fadere Variante stoßen: "Wer sich nicht rührt, spürt seine Ketten nicht." Immerhin, Danke für eine gelungene Anschauung, wie ein Spruch zu einem Sprüchlein wird. E.Ekat freigeistig , am 17. November 2009 um 22:01 ( Link ) Die Wut gegen die Täter ist verständlich ... aber wer sind denn die Täter? Oder sind es nicht vielmehr >90% des Kollektivs, die die Schulpflicht befürworten? dickbrettbohrer , am 18. November 2009 um 5:47 ( Link ) nl, gehen Sie doch dorthin zurück, wo Sie herkommen. GraueEminenz , am 18. November 2009 um 11:17 ( Link ) Erlauben die Herren eine Frage: Sie wurden aber nicht zufaellig ... in einer SCHULE "sozialisiert"? illness , am 19. November 2009 um 19:03 ( Link ) Das sind ja alles sehr interessante Kommentare. Leider gehen die meisten Kommentare von der falschen Vorstellung aus, dass Schule für die Bildung da wäre. Leider musste ich in meiner Zeit als Schüler (bis 2002 auf einem Gymnasium) feststellen, dass Bildung für viele Erwachsene eben nicht die wichtigste Aufgabe der Schule ist (wie ich hier sehen kann gibt es auch Ausnahmen, dass lässt mich hoffen, dass sich die Situation evtl. auch wieder ändert). Für die meisten Erwachsenen ist Schule nichts weiter als eine Verwahrungsanstalt für Kinder. Sozusagen ein verlängerter Kindergarten. Dies wird immer dann deutlich, wenn wieder einmal Unterricht ausfällt. Dann, und nur dann, richtet sich die Aufmerksamkeit der Eltern auf die Mißstände in der Schule. Dann ist es wieder an der Zeit, dass die Kultusminister der Länder in einen Ordnungs- und Regelungswahn verfallen und populistisch mit Unterrichtsgarantien auf Stimmenfang gehen. Dies führt dann zu sinnlosen Unterrichtsstunden mit Vertretungslehrern, die keine Möglichkeit haben die Schüler sinnvoll zu unterrichten, da sie in der Regel weder den bereits behandelten Stoff, noch das Leistungsniveau der Schüler kennen. Ein weiteres Indiz, dass mich zum Aufstellen dieser These bewegt, ist der öffentlichwirksame Einsatz der Polizei zum aufspüren von Schulschwänzern. Als wenn die Polizei nichts besseres zu tun hätte. Abgesehen davon werden Schüler, die Schwänzen, sich wohl kaum nach der "Zwangseinweisung" zu lernbegierigen Schülern entwickeln. Diese Aufgabenverteilung führt dazu, dass selbst motivierte Lehrer (mit einigen rühmlichen Ausnahmen) schnell dazu übergehen, ihren Unterricht streng nach Vorschrift und den eigenen Vorlieben ohne Berücksichtigung der Interessen der Schüler zu gestalten. Ein weiteres Problem, wie in vielen staatlich organisierten akademischen Berufen, ist die mehr oder weniger zentrale Verteilung der Lehrer auf die Schulen. Dies führt nämlich dazu, dass sich Lehrer von vorneherein darauf einstellen einen bestimmten Job nur für kurze Zeit in betracht zu ziehen, da z. B. ihre Familie oder Freunde in weiter Entfernung wohnen. So geschehen z. B. in meinem Physik Leistungskurs. In der 11. Klasse wurde der Kurs von einem guten aber alten Lehrer geleitet. Dieser erkrankte leider im Verlauf der 11. Klasse und konnte seine Lehrtätigkeit deshalb nicht fortsetzen. Dies führte dazu, dass wir im Laufe der Oberstufe von 3 weiteren Lehrern unterrichtet wurden, von denen zwei aus weiter entfehrnten Bundesländer kamen. Diese Lehrer haben natürlich sofort die Gelegenheit ergriffen, als ihnen ein Job in der Nähe ihrer Heimat angeboten wurde. Ein weiteres Problem ist die totale Abwesenheit externer Kontrolle. Dies führte z. B. dazu, dass meine Englischlehrerin uns ein ganzes Jahr mit laienhaft geplanten Theateraufführungen gequält hat. Dass die Leistungsbereitschaft der eher introvertierten Schüler stark darunter gelitten hat brauche ich wohl nicht weiter auszuführen. Außerdem ist der Lehrplan durch die beschleunigte technische Entwicklung in der Regel veraltet. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Lehrer nach ihrem Studium keinerlei verpflichtende Fortbildungen absolvieren müssen und auch keinelei Anreize haben ihr Wissen auf den neusten Stand zu bringen. Dies führt dazu, dass Lehrer von Wikipedia abgeschriebene Artikel mit Bestnoten bewerten und die Eigenleistung der ehrlichen Schüler unter den Tisch fallen. Oder dass Schüler, die es wagen einen Algorithmus im Matheunterricht tatsächlich zu programmieren, die Ergebnisse mit Quellcode abgeben eine 6 bekommen, weil das Ergebnis angeblich abgeschreiben sei. Ein weiteres Beispiel sind Einschränkungen bei der Wahl von Praktika, da der Lehrer sich nicht vorstellen kann, dass ein Schüler z. B. bei einem Softwarearchitekten etwas vernünftiges tun kann. Im Rndeffekt führt das Schulsystem nur dazu, dass Schüler Strategien entwickeln, wie sie mit möglichst geringem Aufwand möglichst gute Noten erziehlen. So war meine beste Deutschnote z. B. bei einem Lehrer, der immer drei Schüler die schriftlichen Hausaufgaben vorlesen lies. Nachdem ich feststellte, dass er _nie_ jemanden aufrief, der sich ab und an freiwillig meldete, bin ich dazu übergegangen meine Hausaufgaben gar nicht zu machen und während dem Unterricht die besten Ideen der ersten zwei Schüler, und die Kritik des Lehrers dazu, in einem kurz zusammengeschriebenen Text verarbeitete. Tja so läuft die Schule. Eigene Arbeit und Kreativität wird bestraft, Anpassung und Abschreiben belohnt. Und da wundert sich das Land, dass es kaum Ingenieure und Wissenschaftler aber tausend Marketing und BWL Experten gibt. Hurray for school. dickbrettbohrer , am 20. November 2009 um 14:05 ( Link ) Illness: sehr hellsichtige Schilderung! EEkat , am 21. November 2009 um 0:18 ( Link ) @Illness Das sind ja alles sehr interessante Kommentare. Leider gehen die meisten Kommentare von der falschen Vorstellung aus, dass Schule für die Bildung da wäre. Die meisten Kommentatoren hier, aber auch in der gesamten Kultur-Bürokratie, wenn nicht sogar in der gesamten BRD haben keine Ahnung, was Bildung eigentlich meint. Und wofür Bildung notwendig ist. Der Bildungsauftrag der Schulen wird verwechselt mit einem Vorbereitungs-Seminar für eine möglichst erfolgreiche Berufs-Karriere. Was dann ebenfalls häfig nicht hinhaut. Keinen scheints wirklich zu stören. Es fehlt allgemein an Bildung, sowas hinterfragen zu können. EEkat Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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EEkat , am 16. November 2009 um 13:17 ( Link )
Beispiele müssen als solche geeignet sein, wenn sie zu einer Verallgemeinerung herangezogen werden sollen.
Wenn unser Bildungssystem besser wird dadurch, daß alle Eltern ihre Kinder zuhause unterrichten und dabei ein Notenschnitt von 1,1 herauskäme, dann sollte man dies kürzer zum Ausdruck bringen können.
Mal ganz abgesehen davon, daß ein Notenschnitt absolut nichts über Bildung aussagt.
EEkat