Edgar L. Gärtner

Jahrgang 1949, Hydrobiologe, Wissenschaftsautor.

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Rezension: Kommunistische Ursprünge der Öko-Bewegung

von Edgar L. Gärtner

Über das Buch von Torsten Mann „Rote Lügen im grünen Gewand“

Der aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen im Schwarzwald lebende junge Autor Torsten Mann wurde vor zwei Jahren mit dem im Kopp Verlag erschienen provokativen Buch „Weltoktober. Wer plant die sozialistische Weltregierung?“ bekannt. Er vertritt dort die These, das durch Michail Gorbatschows „Perstroika“ eingeleitete Ende des „realen Sozialismus“ sei planmäßiges Resultat einer nach dem Tod Stalins eingeleiteten Wende in der Strategie des Weltkommunismus mit dem Ziel, auf einem sanften Weg, durch eine Charmeoffensive zur Weltrevolution zu gelangen. Mann stützte sich dabei hauptsächlich auf die Schriften einer Reihe von Überläufern östlicher Geheimdienste wie Michail Goleniewski, Anatoliy Golitsyn, Jan Sejna, Ladislav Bittman, Ion Pacepa, Victor Suworow, Stanislav Lunev, Yuri Bezmenov und Kanatjan Alibekow, von denen einige allerdings im Verdacht stehen, Doppelagenten gewesen zu sein.

In seinem ebenfalls im Kopp Verlag erschienen neuen Buch behauptet Mann nun, auch die Öko-Bewegung sei Teil dieser kommunistischen Langzeit-Strategie. Er stützt sich dabei, außer auf die genannten Überläufer, hauptsächlich auf das vom angeblichen Dissidenten Andreij Sacharow 1968 im Westen unter dem Titel „Wie ich mir die Zukunft vorstelle“ veröffentlichte Manifest. Er zeigt auf, dass Gorbatschows „Perestroika“ Punkt für Punkt an dieser Zukunftsvision anknüpft. Neben anderen Umweltängsten führte Sacharow auch schon die Angst vor einer durch den industriellen CO2-Ausstoß verursachten „Klimakatastrophe“ als zentrales Argument für die Einsetzung einer sozialistischen Weltregierung an. Außerdem schlug Sacharow für die entwickelten Industrieländer eine Öko-Steuer in Höhe von 20 Prozent des Nationaleinkommens vor. „Selten wird so schön belegt, dass die Wurzeln der modernen Öko-Bewegung in Moskau gründen“, schließt Mann daraus. Er selbst weist aber an anderer Stelle darauf hin, dass schon vier Jahre zuvor der amerikanische Kommunist Murray Bookchin ähnliches publiziert hatte.

Überhaupt scheint Mann den auch im Westen (gerade auch in den USA) starken intrinsischen Trend zur Bürokratisierung und die damit verbundene Tendenz, kommunistische Problemdefinitionen zu übernehmen, zu unterschätzen. Meist bedurfte es wohl gar nicht der Wühlarbeit östlicher Geheimagenten, um im Westen bestimmte Entwicklungen in Gang zu setzen. Jedenfalls brauchte man dafür, wie es scheint, keine aus dem Osten ferngesteuerte grüne Bewegungen. Denn es lässt sich nachweisen, dass diese fast immer von Top-Bürokraten (in Deutschland von Staatssekretär Günter Hartkopf) initiiert wurden. In den USA war es ähnlich, denkt man nur einmal an einflussreiche Figuren wie William D. Ruckelshaus, William K. Reilly oder Richard E. Benedick. Ganz zu schweigen von den Machenschaften der Rockefellers und ihrer Stiftungen, auf die auch Mann hinweist. Das relativiert aber seine These, die grüne Bewegung stehe in direkter leninistischer Tradition. Außerdem scheint Mann leider nicht viel von Wirtschaft zu verstehen, denn er plädiert für die Abschaffung des Zinses. 

Dennoch ist lesenswert, was Mann an Originalzitaten zusammengetragen hat, die belegen, dass die Öko-Bewegung im Einklang mit kommunistischen Chef-Strategen in erster Linie darauf abzielt, das mittelständische Privatunternehmertum zu zerstören, den Westen im Namen sozialistischer Gleichheit zu verarmen und nicht nur volkspädagogisch gängelnd in das Konsumverhalten der Einzelnen einzugreifen, sondern das gesamte menschliche Leben total zu kollektivieren. Am deutlichsten werden diese Ziele in der von Michail Gorbatschow, Steven Rockefeller und Maurice Strong, dem Generalsekretär des Rio-Umweltgipfels von 1992, gemeinsam vorgelegten „Erd-Charta“ für eine „nachhaltige globale Gemeinschaft“, die bislang zum Glück nicht durchgekommen ist. Danach soll die UNO zur sozialistischen Weltregierung mit einem internationalen ökologischen Gerichtshof ausgebaut werden. Bei der „Erd-Charta“ handelt es sich um eine Art globaler Morgenthau-Plan. Mann vergisst nicht darauf hinzuweisen, dass dieser letztlich wegen des Kalten Krieges nicht umgesetzte Plan zur Schwächung Deutschlands das Werk des später enttarnten Sowjet-Agenten Harry Dexter White war. Deshalb kann man nur wünschen, dass Manns Buch auch in die Hand ahnungsloser grüner Mitläufer gerät. So manchem von ihnen könnte ein Licht aufgehen.                      

Literatur

Torsten Mann: Rote Lügen im grünen Gewand. Der kommunistische Hintergrund der Öko-Bewegung. Kopp Verlag, Rottenburg 2009. € 19,95

08. August 2009

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Kommentare

Goldelse , am 08. August 2009 um 18:26 ( Link )

Ich werde nicht müde darauf hinzuweisen, dass sich die Hochfinanz und die Kommunisten/Grünen indirekt die Hand reichen. Beide Strömungen wollen die Neue Weltordnung und sind eigentlich Feinde. Die Hochfinanz will alle Macht in den Händen weniger konzentrieren, die Ökos und Kommunisten wollen die Nationen abschaffen und die Völker vermischen. Sie arbeiten sich gegenseitig zu, und somit ist beides krank.

Es muss damit begonnen werden, alle Weltorganisationen abzuschaffen.

terzett , am 09. August 2009 um 11:34 ( Link )

Den Artikel über die paranoide Verschwörungstheorie eines alten, wahnsinnigen Mannes will ich gar nicht kommentieren, das war für den Rezesenten (?) schon ein Schuss ins eigene Bein. Aber der Kommentar von "Goldelse" ist bezeichnend. Anscheinend reichen sich die "libertären" Marktfans und die oh-nein-die-zionistische-weltregierung-will-mit-ihrer-raffenden-arbeit-die-völker-und-rassen-vermischen-spinner die Klinke in die Hand.

Edgar L. Gärtner , am 09. August 2009 um 14:05 ( Link )

@terzett:

Was soll das? Meine Haltung zu Verschwörungstheorien, insbesondere solche mit antisemitischem Hintergrund, ist Lesern von ef-online hinlänglich bekannt. Freilich gibt es Ungereimtheiten in Manns Buch. Einige davon habe ich benannt.

Hans Kolpak , am 09. August 2009 um 16:45 ( Link )

Der große sozialistische Traum, durch das Kyoto-Protokoll wirtschaftliche Erfolge zu kriminalisieren und Werte abzuschöpfen, wird durch den Referentenentwurf vom 6. Juli 2009 für ein Berliner Klimaschutzgesetz vorangetrieben. Unter dem Deckmantel von Umweltschutz und Rohstoffersparnis soll zunächst die Wirtschaftskraft des Landes Berlin geschwächt werden. Wenn sich die Methoden durchsetzen lassen, steht einem Bundesgesetz nichts mehr im Wege. Dieser Frevel an den wirtschaftlichen Interessen der Bundesbürger im Land Berlin geht so weit, daß nicht einmal die Europäische Kommission es wagt, einen vergleichbaren Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen.

Die am 30. Mai 2009 gegründete 'Partei der Vernunft' ist in der Bundesrepublik Deutschland die einzige Partei, die auf die volkswirtschaftlichen Belastungen durch das EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz hinweist. Dieses Gesetz zementiert physikalischen und sprachlichen Unfug. Energie kann weder verbraucht noch erneuert werden. Die 'Partei der Vernunft' ist keine liberale Splittergruppe, steht daher auch nicht für sozialistische Verteilungsideen im Geiste von Hans-Dietrich Genscher und Walter Hirche ein, die den Vorläufer des EEG auf den Weg brachten, als die Grünen noch keine Ahnung von Turnschuhen und Strickzeug hatten. Der deutsche Wähler braucht in 2013 eine Alternative: FDP und SPD bleiben unglaubwürdig, auch wenn sie sich weiter aufspalten in Parteien, die sich alle sozialistischen Träumereien hingeben, selbst die linksliberale Deutsche Demokratische Partei.

Hans Kolpak
bloggt mit Links alles, was recht ist
und kommentiert zu recht Alles, was link ist.

Tanja Krienen , am 09. August 2009 um 18:54 ( Link )

Hierzulande kamen die Ur-"Ökos" von rechts: Gruhl, Haußleitner, Baldur von Springmann. Die grüne Bewegung ist traditionell durchaus "rechts" angesiedelt. Auch die NPD sagt in vielen Punkten nichts anderes als die Grünen.

vonclausewitz , am 10. August 2009 um 0:05 ( Link )

Ich kann mich noch an ein Seminar einer reputablen schweizer Grossbank erinnern, "Sustainable Growth" oder ähnlich, in dessen Verlauf den Teilnehmern neben der Invesitition in grüne Fonds das Zocken mit den Emissionsrechten nahegelegt wurde. Dazu:

"Der Kapitalist verkauft dir noch das Seil, an dem er hängen soll."

Die Ökos sind längst aus der Birkenstock-Phase raus. Es handelt sich leider auch nicht nur um eine Handvoll von Althippies, die zu unverdienter Prominenz aufgestiegen sind. Wo auch immer man den originären Punkt dieser Irrlehre vermuten mag, das Krebsgeschwür hat längst lebensbedrohende Ausmasse entwickelt.

Die auf strategischer Myopie fussende Allianz zahlreicher Wirtschaftsführer mit den Malthusianern wird eben jenen Opportunisten noch ganz übel aufstossen. Selbiges gilt für die Komplizen in der Politik.

ISBN3451322005 , am 10. August 2009 um 0:23 ( Link )

@Edgar L. Gärtner

Meine Haltung zu Verschwörungstheorien,

Verschwörungstheorien, welcher Art auch immer, beruhen nur darauf, dass der Mensch nicht mehr im Stande ist, sich einen vernünftigen Reim auf das Weltgeschehen zu machen.

FritzLiberal , am 10. August 2009 um 9:36 ( Link )

@Tanja Krienen:

Die grüne Bewegung ist traditionell durchaus "rechts" angesiedelt. Auch die NPD sagt in vielen Punkten nichts anderes als die Grünen.

Bitte nicht den Mainstream-Unsinn nachplappern, die National-SOZIALISTEN seien "rechts".

Jochen Trebmann , am 10. August 2009 um 10:28 ( Link )

Tanja Krienen schrieb: "Hierzulande kamen die Ur-"Ökos" von rechts"

Abgesehen davon, daß die Nazis nie "rechts" waren, sondern links wie es im Buche steht, ist dem noch folgendes hinzuzufügen.

Tatsächlich fußt die Ökobewegung in der Nazi-Ideologie. Das sogenannte Reichsnaturschutzgesetz von 1935 und die Naturschutzverordnung von 1936 könnte man heute in weiten Teilen einem Parteitag der Grünen zur Abstimmung vorlegen - da würde es glatt Mehrheiten geben.

Ex-Umweltminister Trittin ließ in Berlin am 04.07.2002 den Kongress "Naturschutz und Nationalsozialismus" abhalten. Bereits im Vorwort von Trittin wird deutlich, wie sehr er sich windet, wie er sich verbiegt und wie er taktiert, um die Umweltpolitik der Nazis nicht pauschal als das bezeichnen zu müssen, was sie war: Ausfluß menschenverachtender, ökologistischer Politik.

Trittin wörtlich: "...Naturschutz als politischer Auftrag wird nicht deshalb entwertet und für die Zukunft unwichtig, weil Naturschützer und Nazis sich auf die Natur beziehen. Eine Kollektivschuld der Naturschützer gibt es nicht..." [1]

Man muß da wohl nicht hinzufügen, daß Göring höchstpersönlich oberster Naturschützer des "Dritten Reiches" war.

Ideologiefeste Grüne schauen deshalb wehmütig auf die Zeit des Nationalsozialismus. Der Unrechtsstaat ermöglichte alle romatischen Naturträumereien der Grünen. Das bestätigt diejenigen, die in grüner Ideologie eine menschenverachtende Weltanschauung erkennen. Heute ist diese Ideologie zu einem Teil deutscher Staatsräson geworden. Wer da nicht nachdenklich wird, der ist gedankenlos.

[1] http://www.bmu.de/reden/archiv/14/trittin/doc/703.php

Tanja Krienen , am 10. August 2009 um 10:36 ( Link )

Lassen wir doch einmal diese doch letztlich sehr willkürlichen Einordnungen von "rechts und links" (ich setzte ja, wie nachzulesen ist, "rechts" in Gänsefüßchen) beiseite. Der "Ökosozialismus" aber hat auf der ganzen Linie gesiegt und die ideologischen Stichwortgeber kamen ursprünglich NICHT aus der Linken. Es beginnt bei den Steinerschen Gedanken und endet in der "Reinheit" aller "biodynamischen" Ernährungsmittel. Nicht alles ist daran falsch, so das "Weniger ist mehr" - aber "links" ist das zunächst nicht, es wird nur links instrumentalisiert und als Machtkonzeption gegen Konzerne verwendet (auch daran ist nicht alles verkehrt, aber zumindest hochgradig heuchlerisch).

Tanja Krienen , am 10. August 2009 um 10:37 ( Link )

Sehr richtig Herr Trebmann, habe erst jetzt gelesen, was sie schrieben, da ich gerade eine Antwort formulierte...

Tanja Krienen , am 10. August 2009 um 10:58 ( Link )

Nachtrag: Man kann einfach nicht über die Tatsache hinweg sehen, dass dieses Milieu auch im katholischen und konservativen Bereich (Stichwort ÖDP, aber auch bei der AUF wurde dies in seiner ganzer Einfalt sichtbar), reicht. Weil das so ist, konnten sich auch die Unionsbasis den "verbürgerlichten Grünen" (in Wirklichkeit nur langsamer gewordene linke Spießer) annähern und miteinander koalitionsfähig werden. Defensiver Umgang (mit Geldmitteln und Ressourcen) ist das eine, philisterhaftes Gebahren das andere.

Hans Kolpak , am 10. August 2009 um 11:45 ( Link )

Offensichtlich lehnen wir alle Diktatur durch Behörden ab.

Als sich in den Sechziger und Siebziger Jahren wachsender Widerstand gegen das Ausbeuten natürlicher Lebensräume und gegen die Vergiftung von Luft, Wasser und Boden regte, wurde offenbar, daß Unternehmen Gewinne auf Kosten anderer Menschen erwirtschaft haben. Die Kosten für das Beseitigen und Verhindern sogenannter Umweltschäden wurde zunehmend den Steuerzahlern aufgebürdet. Juristisch korrekt wäre gewesen, kriminelle Geschäftskonzepte strafrechtlich zu ahnden. Doch dies scheiterte ähnlich wie heute in der Volksrepublik China.

TrebMelsa Fördermitglied , am 10. August 2009 um 14:00 ( Link )

Schon 1981 wies Gabriele Knödgen in ihrer Dissertation (Umweltschutz und industrielle Standortentscheidungen) nach, dass die Umweltpathologen – selbst, wenn sie glauben durch Gesetzgebung etwas für die Umwelt zu tun – der technischen Entwicklung und den Marktinformationen hinterher hecheln.
Frau Knödgen belegte empirisch die Zusammenhänge zwischen Umweltschutz und Standortentscheidung: in der Befragung nannten nur 10% der Unternehmen den Umweltschutz als wichtig oder sehr wichtig bei Standortentscheidungen. Außerdem wurde belegt, dass die Unternehmen viele Umweltmaßnahmen freiwillig durchführen. Und dies um so eher, wenn es sich dabei um Maßnahmen handelt, die bei der Modernisierung des Kapitalstocks, also der Erneuerung alter Maschinen durch Neuinvestitionen sowieso als Folge verbesserter Technik anfallen.
Dieser empirische Befund ist eigentlich nicht verwunderlich. Einzig die Gutmenschen aus den kollektivistischen Umweltgruppierungen wollen uns weismachen, dass Ökologie und Ökonomie Gegensätze sind. Denn m. E. bilden Ökonomie und Ökologie keinen Gegensatz, denn das gemeinsame Ziel ist letztendlich der rationelle und damit sparsame Umgang mit sämtlichen vorhandenen Ressourcen, also auch mit Energie und Umwelt – das alt-griechische Wort für Haushalt (oikos = das Haus) ist nicht zufällig die gemeinsame Wurzel von Ökonomie (+ nomia = Gesetz) und Ökologie (+ logos = Lehre).

ratloser , am 10. August 2009 um 16:23 ( Link )

Aua

Die Kolportage, nach der Gorbatschow - je nach Plot - entweder bewußt oder unwissend Ausführender eines kommunistischen Masterplans zur Transformation der kommunistischen Weltverschwörung war, hat Unterhaltungswert.
Die Evidenz hierfür beruht im wesentlichen auf der Bahauptung einiger weniger russischer Dissidenten, Belege hierfür in zwischenzeitlich wieder geschlossenen "Geheimarchiven" gefunden zu haben.

Vieles ist anders als wir denken, aber deswegen ist noch lange nicht alles so, wie wir es schon immer glaubten.

Und ein wirres Buch wird nicht dadurch sinnvoll, dass einzelne Passagen Sinn ergeben mögen. Jede noch so hirnrissige Verschwörungstheorie enthält verifizierbare Elemente.

Der Kopp-Verlag ist für mich ein Verlag, der im wesentlichen Science Fiction und Phantasy im Programm hat...ein Blick ins Verlagsprogramm ist weiterführend.

Dass es Vernetzungen zwischen Ökobewegung und (auch orthodoxer) Linker gegeben hat, ist klar. Ebenso wie zwischen Ökobewegung und Neuer Rechter, die z.B. in der Agitation gegen Kernkraft sehr aktiv war.

Daraus aber klandestine Monokausalitäten abzuleiten, ist naiv.

Eher dürfte es so sein, dass die Ököbewegung von verschiedenen Interessengruppen (natürlich auch Teilen der Industrie) funktionalisiert wurde und wird.

Hans Kolpak , am 10. August 2009 um 16:44 ( Link )

@ ratloser

Hallo nebelkerzenwerfender Anonymus!

Die Rolle von Hans-Dietrich Genscher und Walter Hirche habe ich anläßlich meines Pressetextes recherchiert. Es genügt, die Mosaiksteinchen zusammenzusetzen, die sich auf offiziellen FDP-Seiten befinden und nicht einmal von den Wikipedia-Blockwarten geleugnet werden.

Aber der rotgrüne Buchtitel ist so schön bunt, oder etwa nicht?

Jörg Janssen , am 11. August 2009 um 16:36 ( Link )

"Es ist, als ob die Sozialisten entdeckt haben, daß ihr Plan Armut erzeugt hat, und daher ihren Namen in Umweltschützer umgewandelt haben und Armut zu ihrem Ziel erklärt haben." (Lew Rockwell)

Hallo Terzett, Sie schrieben:

(...) paranoide Verschwörungstheorie eines alten, wahnsinnigen Mannes (...) Schuss ins eigene Bein (...) Anscheinend reichen sich die "libertären" Marktfans und die oh-nein-die-zionistische-weltregierung-will-mit-ihrer-raffenden-arbeit-die-völker-und-rassen-vermischen-spinner die Klinke in die Hand.

Es ist bereits Geschichte wie die deutschen Kommunisten in den 80er Jahren merkten, wie erfolgreich Naturschützer Wähler gewannen. Als der KBW sich 1985 offiziell auflöste, ging dessen Vermögen an einen Verein mit dem Namen "Assoziation" über, der die "grün-alternative Bewegung" unterstützen sollte.

Daraufhin übernahmen sie diese Organisationen, verdrängten die Naturschützer und machten fortan unter grünem Etikett politische Karriere. Hier eine unvollständige Liste prominenter Grüner und die entsprechende Kommunistische Gruppe, der sie enstammten:

Thomas Ebermann (Kommunistischer Bund)
Ralf Fücks (KBW)
Bettina Hoeltje (Kommunistischer Bund)
Willfried Maier (KBW)
Winfried Nachtwei (KBW)
Jürgen Reents (Kommunistischer Bund)
Krista Sager (KBW)
Rainer Trampert (Kommunistischer Bund)
Jürgen Trittin (Kommunistischer Bund)
Joscha Schmierer (KBW)
Antje Vollmer (KPD/AO)

Sind die kommunistischen Wurzeln der Öko-Berwegung wirklich bloß die "paranoide Verschwörungstheorie eines alten, wahnsinnigen Mannes"? Selbst wenn man diese Wurzeln bewußt ignoriert: Der Kommunismus ist eine Variante jener Ideologien, die etwas "Heiliges" vor die Freiheit setzten. Ökologismus folgt derselben Logik: Erst kommt die Umwelt (das Klima, der Wald, der Kormoran usw.) dann die Freiheit.

Ebenso wie der Kommunismus ist der Ökologismus eine nihilistische Bewegung, die Macht des Staates zur Zerschlagung des freien Marktes benutzt. Ebenso wie der Kommunismus beantwortet er Fragen mit Dogmen. Und ebenso wie der Kommunismus benutzt er die Drohung des Staates mit physischer Gewalt, um friedliche Menschen umzuerziehen und uns zur Änderung unserer Gewohnheiten, Vorlieben und Entscheidungen zu zwingen.

Dabei ist es gleich, dass die Ablösung von Kernkraft durch Wind- und Wasserkraft die vorgeblichen Ziele ebensowenig erfüllt wie einst die sozialistische Planwirtschaft die ihren: Vorgebliche Ideale bleiben rasch auf der Strecke, wenn man den Weg zur Macht beschreitet.

Der Kommunismus ist eine dogmatische Ideologie, deren Mittel die totale Kontrolle des Einzelnen ist. Er verlor durch seine Wirklichkeit jedwedes Ansehen. Also mussten sich Leute, die eine solche totale Kontrolle anstreben, einen neuen Namen ausdenken. Dieser Name heißt Ökologismus.

Hans Kolpak , am 11. August 2009 um 16:49 ( Link )

@ Jörg Janssen

Die Vertreter solcher Weltanschauungen sind sehr beweglich im Verteidigen ihren Dogmen, aber sehr unbeweglich im Aufgeben derselben.

Die Frage bleibt: Mit welchem Trick gelingt es, diese Menschen ohne Krieg ins Leere laufen zu lassen? Dann können sie ohne Gesichtsverlust eine neue Politsekte gründen.

Ich zitiere eine Passage aus meinem gestrigen Pressetext: "Das 'Potsdam Institut für Klimafolgenforschung' formulierte nach massiven Protesten wegen des Wortes 'Kulturrevolution' die 7. seiner Kernaussagen neu: "Die Anpassung an den Klimawandel und die Begrenzung der Erwärmung auf zwei Grad Celsius erfordern eine 'Große Transformation' der globalen Wirtschaft, die auch das Stadt- und Landleben neu definiert." ( C )

Die 'Große Transformation', vorher 'Kulturrevolution', bedeutet unter anderem: 'Während die wohlhabenden Länder ihren Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduzieren müssen, muss das Recht auf Entwicklung der ärmeren Länder, in denen der größte Teil der Weltbevölkerung lebt, Berücksichtigung finden. Dazu müssen alle Menschen gleichermaßen mit Energie versorgt werden – bezahlbar, nachhaltig und zuverlässig.' ( D ) Selbst die Volksrepublik China hat sich von der Kulturrevolution verabschiedet. Inzwischen wurde dies auch in Potsdam bekannt."

Tanja Krienen , am 11. August 2009 um 17:46 ( Link )

Jörg Janssen - aber ihre Liste der Grünen-Politiker beinhaltet vor allem Namen von Kommunisten, nicht aber von "Ökologen". Es waren, resp. sind schlicht Linke, die sich taktisch verhalten. Was hat z.B. ein Ströbele - der auf der Liste fehlt - ernsthaft mit Ökologie zu tun? Sowenig wie heute die Unzählbaren der SED, die sich zu allen möglichen "modernen Themen" äußern, aber nur, weil es "angesagt" ist. An dem Tag, da man die Machtfrage entscheidet und auf der Straße ausgeträgt, wird von diesen aufgesetzten und der Linken eigentlich sogar fremden Ideologie, nicht mehr die Rede sein.

Stefan Sedlaczek , am 13. August 2009 um 22:46 ( Link )

Tanja Krienen schrieb:

Hierzulande kamen die Ur-"Ökos" von rechts:...

Das kann ich nur bestätigen. Die Hochburg der "Ökos" in meiner Heimatgemeinde der Jugendzeit war gleich der NPD-Hochburg. Dies ist allerdings nur ein Indiz. Dieses ließ sich jedoch auch personifizieren. Ich erinnere mich an meine Zeit als Zivildienstleistender (habe den Waffendienst gegen meine Verwandten und Freunde im Ostblock verweigert, nicht den Wehrdienst): Dort wurde ich vom ökologistisch durchsetzten Vorstand des regionalen Naturschutzbundes aufgefordert, im Rahmen meines Zivildienstes dort (bei dem ich übrigens unter anderem Zäune gesetzt und Wiesen gemäht habe und als "Höhepunkt" als Leiharbeiter zugunsten eines großen Chemiekonzerns auf dessen Grundstück Unkraut gejätet habe - das ist alles aktenkundig beim Bundesamt für Zivildienst in Köln) Flugblätter zu drucken, in denen die Firma Peugeot verunglimpft, stigmatisiert und zu deren Boykott aufgerufen wurde. Hintergrund war, daß die konzernfreie in Familienbesitz befindliche Privatfirma Peugeot sich gegen die Einführung des Katalysators wehrte. Sie war allerdings bereit, sich vergleichbaren Grenzwerten bezüglich des Schadstoffausstoßes zu unterwerfen und hatte bereits einen sogenannten Magermotor nicht nur erforscht und entwickelt, sondern zur Serienreife gebracht, der den Schadstoffausstoß der Katalysatortechnik untertraf. Die deutschen Konzerne, allen voran VW, konnten da nicht mithalten, hatten aber Katalysatortechnik bereit.
Der Zufall wollte es, daß wir damals den legendären Peugeot 205 besaßen, der sich selbst als Benziner mit um die 5 Liter auf 100 km begnügte. Und da kam der Vorstand mit seinem alten, stinkenden und benzinfressenden, riesigen Ford Granada herangefahren und erteilte mir diesen Auftrag. Das Zusammenreimen überlasse ich dem werten Leser.

(Nach der Unkraut-Aktion beim Chemiekonzern habe ich auf dem Dienstweg pflichtgemäß remonstriert, was aber seitens der Vorstandes unterdrückt wurde. Nach Aufforderung des durch mich diesbezüglich angefragten Bundesamtes, den Dienstweg zu umgehen, konnte ich die Zivildienststelle wechseln. Der alte Dienstherr hat dann immerhin eine lange Zeit keine Zivildienstleistenden mehr bekommen.)

Hans Kolpak , am 14. August 2009 um 7:24 ( Link )

@Stefan

Solche Beobachtungen blieben mir auch nicht erspart. Die Frage bleibt: Wie lange werde ich unkäuflich bleiben als Bundesvorstand für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit? Oder wird irgendwann irgendjemand versuchen, mich zum Schweigen zu bringen?

Doch das Leben ist nicht nur voller Fragen, es ist auch voller Änderungen. Dabei hat jede Macht das Bestreben, sich selbst zu erhalten. Kreative Köpfe, wo seid ihr?

Hans Kolpak
bloggt mit Links alles, was recht ist
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