23. Juni 2009

Iran Zwei Cliquen ringen um die Macht

Vorankündigung aus ef 94 – erscheint in genau einer Woche

Die Augen aller Medien richten sich in diesen Tagen auf Teheran. Viel Information dringt aus und über Persien nun zu uns, könnte man meinen. Tatsächlich handelt es sich oft um noch mehr Desinformation.

ef-Autor Rahim Taghizadegan hat iranische Wurzeln und verwertet Berichte aus erster Hand – Freunde und Verwandte leben im Iran. Exklusiv in ef 94 schildert er, um was es bei der vermeintlichen „Grünen Revolution“ wirklich geht. Er klärt auf über falsche politische Schubladisierungen der Machtkontrahenten in den westlichen Medien. Es sei nämlich „vollkommen absurd“, Ahmadinedschad „als rechts zu qualifizieren und die Reformer als links“ In Wirklichkeit gehe es „wie so oft um Geld und Macht“.

Die Wirtschaftsordnung des Iran sei, so der Ökonom Taghizadegan, „am ehesten als faschistisch“ zu bezeichnen. „Wie in jedem interventionistischen Mischsystem gelangen einzelne zu großem Reichtum, die Masse jedoch lebt in Armut. Die Privatwirtschaft ist stark konzentriert: Zahlreichen Kleinunternehmern, die vorwiegend mit Handel und Dienstleistungen mehr schlecht als recht über die Runden kommen, stehen wenige große Konglomerate gegenüber. Der ehemalige Präsident Ali Akbar Haschemi Rafsandschani nutzte dieses System, um sagenhaften Reichtum aufzubauen. Er ist der reichste Mann des Irans, und seine Familie kontrolliert einen beachtlichen Teil der iranischen Wirtschaft.“

Die nun meist als „Reformkräfte“ bezeichneten Kräfte, zeichnet Taghizadegan nach, waren „ursprünglich radikal-islamistisch und sozialistisch eingestellt“ und „treten heute eher für Marktwirtschaft und Liberalisierung ein.“ Angesichts dieser plötzlichen Wandlung, so der Autor, „stehen dahinter aber wohl nicht nur edle Motive. Letztlich geht es um einen Kampf über die Kontrolle der Wirtschaft. Dies ist ein gewohntes Muster: Jene, die leichteren Zugang zur Staatswirtschaft haben, sind stets planwirtschaftlicher eingestellt als jene, die momentan weiter entfernt von diesen Betrieben sind.“

Taghizadegan erklärt auch, warum „der Iran keine Theokratie“ ist und warum zuletzt „in besonderem Maße Demokratismus nach westlichem Muster inszeniert“ wurde. Demokratie aber, so Taghizadegan, sei in einer besonders gespaltenen Gesellschaft wie dem heutigen Iran gefährlich. „Die einzige Hoffnung für den Iran bestünde“ nämlich „in einem dezentralen Nebeneinander, das in den letzten Jahren zum Teil möglich war, weil die Legitimität des Regimes hinreichend schwach war.“

Damit keine Zweifel aufkommen: „Die Islamische Republik selbst ist“, so Taghizadegan „Inbegriff der Korruption, Heuchelei, Unterdrückung und – zu aller Überraschung – Dekadenz.“

Lesen Sie diesen hoch spannenden und im Vergleich zu vielen anderen Medienberichten dieser Tage tiefschürfenden Beitrag über den Machtkampf zweier korrupter Cliquen in genau einer Woche exklusiv in eigentümlich frei, Ausgabe 94.


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