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![]() Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag). ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Wahlanalyse I. – die etablierten Parteien: FDP und Grüne hui, SPD pfuiIn der Krise wählen die Bürger instinktiv anders In der Vorwahlberichterstattung der aktuellen ef-Ausgabe hatten wir, veranschaulicht in einer Graphik, drei Trends ausgemacht: sinkende Wahlbeteiligung, schrumpfende Volksparteien (CDU/CSU/SPD) sowie schwindende Anteile etablierter Parteien (CDU/CSU/SPD/FDP/Grüne). Zwei der drei Trends haben sich nach dem nun vorliegenden Endergebnis bestätigt: Die sogenannten Volksparteien – mindestens die SPD ist längst zur Mittelpartei geschrumpft – verloren abermals dramatisch von zuletzt 66,0 Prozent auf nun zusammen 58,7 Prozent. Auch die alten etablierten Parteien verloren noch einmal stark und fielen von 84,0 Prozent auf 81,8 Prozent. Bei der ersten Europawahl 1979 vereinten sie noch nahezu 100 Prozent der abgegebenen Stimmen. Lediglich die Wahlbeteiligung konnte entgegen dem europaweiten Trend auf niedrigstem Niveau leicht zulegen – von 43,0 auf 43,3 Prozent. Die Sozialdemokratie Die deutschen Sozialdemokraten eilten bereits bei der letzten Europawahl den europäischen Genossen voraus und fielen dramatisch. Auf niedrigstem Niveau wurden nun abermals Stimmen verloren und die SPD landete wie viele ihrer europäischen sozialdemokratischen Genossen, die einstmals 40 oder gar mehr als 50 Prozentergebnisse erreichten, knapp über oder gar unter 20 Prozent. In Bayern spielen die früher stolzen bayuwarischen Sozialdemokraten nun in einer Liga mit Grünen und FDP, sie sanken von 15,3 auf nun landesweit 12,9 Prozent. In Sachsen fiel die SPD von 11,9 auf nur noch 11,7 Prozent. Einer Meldung des bayrischen Rundfunks zufolge erreicht die SPD in Bayern nur noch 9 Prozent der Arbeiterstimmen (die CSU 47 Prozent, die Linke 4 Prozent, die FDP rekordverdächtige 8 Prozent). Es scheint sich zu bestätigen, was Roger Köppel, der Herausgeber der Schweizer „Weltwoche“, voraussagte, dass nämlich die Linken in Zeiten der Wirtschaftskrise deutlich verlieren. Instinktiv scheinen auch die einfachen Arbeiter zu ahnen, dass Ausgaben- und Verteilungsorgien in Krisenzeiten nicht mehr finanzierbar sind. Linke Parteien waren immer Schönwetterprofiteure, sie verteilen traditionell den Wohlstand, den andere zuvor erwirtschaftet haben. In Deutschland kommt hinzu, dass die älteste deutsche Partei, die SPD, nicht nur programmatisch, sondern auch personell in einem erbärmlichen Endzustand angelangt ist. Das kommende Führungspersonal nach der Ära Müntefering-Steinmeier – beide selbst Sinnbilder des Niedergangs – bieten von Nahles bis Heil eine nur noch hilflose personelle Bankrotterklärung. Verglichen mit der deutschen SPD nach mehr als 90 Jahren am Staatstropf sind Opel und Karstadt geradezu blühende Unternehmen. Welcher halbwegs vernünftige Mensch diesseits der gescheiterten mittleren Bürokratenebene wäre auch freiwillig in den letzten 20 Jahren ausgerechnet in eine Partei eingetreten, deren Lösungsansatz für die Wirtschaftskrise mit den drei Buchstaben DDR umfassend beschrieben ist, und die Arbeitsplatzsimulationen und überteuerte Beschäftigungstherapien in maroden Unternehmen für originell hält? Die Union Auch die Union hat erneut deutlich verloren. Programmatisch, personell und prozentergebnisvermessen lange auf den Spuren der SPD, wenn auch etwa 30 Jahre hinterherhechelnd, liegt man nun bereits deutlich unter 40 Prozent. Viele Stammwähler sind längst nachhaltig verprellt und blieben am Sonntag lieber zuhause. Dennoch lassen sich Merkel und Co. freudig als Wahlsieger feiern, da man selbst offenbar mit schlimmerem gerechnet hatte. CDU und CSU haben die sozialdemokratischen Rettungsprogramme irgendwie mitgespielt, weil man dachte, alles andere würde vom Wähler bestraft. Nun ist man im Konrad-Adenauer-Haus überrascht von der deutlich gewendeten Stimmung. Ausgerechnet der neue „marktradikale“ Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg führt die Beliebtheitsskalen an und seine Partei CSU profitiert besonders vom neuen Trend. Auch hier scheinen die Menschen, wenn nicht zu wissen, so doch zu ahnen, dass die Umverteilung von Milliarden von produktiven Unternehmen hinein in gescheiterte, unproduktive Beschäftigungen nicht sehr schlau ist. Hätte die Union die Stimmung im Wahlvolk vorher bereits richtig eingeschätzt, sie hätte sich vielleicht den Wahnsinn der Abwrackprämie gespart, der laut Umfragen längst auch mehrheitlich kritisch gesehen wird. Das Wahlergebnis könnte innerparteilich in der Union für eine deutliche Bewegung von Rüttgers-Geißler in Richtung Guttenberg-Merz sorgen. Angela Merkel war stets wendig genug, sich auch dabei einmal mehr neu zu positionieren. Die Grünen, die Linken und die FDP In Frankreich sind sie die großen Wahlsieger, auch in Deutschland konnten sie noch einmal zulegen, die Grünen. Sie profitieren von der medial und in allen Bildungseinrichtungen systematisch dauergeschürten Klimahysterie wie keine andere Partei. Dazu kommt, dass der intelligentere Teil der früheren sozialdemokratischen Wähler, etwa Lehrer, mittlere und höhere Beamte sowie die Klientel vom Frauen- und Transgender über den Fahrradbeauftragten bis zur Antifa-Gruppe, sich längst eher von grün denn von rot vertreten und bestens versorgt fühlen. Im Osten spielen die Linken diesen Versorgungspart, dazu alimentieren die Lafontainisten die Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger, auch hier auf Kosten der SPD. Dennoch: Weder in Deutschland noch sonst in Europa konnten die Kommunisten vom historischen Niedergang der Sozialdemokratie profitieren. Die deutschen Linken landeten bei 7,5 Prozent – erhofft hatten sie weit mehr als 10 Prozent. Es war ihr Vorsitzender Lothar Bisky selbst, der gestern Abend die Köppel-These bestätigte und sagte: „In solchen Krisenzeiten gewinnen Linke nicht.“ Der eigentliche Sieger der Wahl ist die FDP, die sich von 6,1 auf 11,0 Prozent deutlich verbessern konnte. Die Liberalen profitierten noch deutlicher als die CSU mit Guttenberg vom Krisen-Wahltrend. Das Herumwerfen mit den Milliarden eigener schmerzlich vermisster Steuergelder gilt nur noch als wenig schick, die politische Mode geht deutlich Richtung Westerwelle. Da spielte es für die deutschen Wähler, anders als in vielen anderen Ländern Europas, auch keine Rolle, dass – neben der Union und der SPD – die Grünen und die Liberalen als Wahlsieger des Abends die eher noch unkritischeren Eurokraten-Freunde sind. Eine erfolgversprechende EU-kritische Alternative wurde von den deutschen Wählern, anders als fast überall sonst in Europa, nicht ausfindig gemacht. Dazu mehr in einer folgenden zweiten Analyse. 08. Juni 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareStefan Miller, am 08. Juni 2009 um 11:51 ( Link ) Opel und Karstadt sollte man nicht in den selben Topf werfen. Karstadt ist pleite, weil das Verkaufsmodel im Internetzeitalter obsolet geworden ist. Opel ist pleite, weil GM Pleite ist. Ohne den leichtsinnigen Ausverkauf an damals bereits stark wackelnden GM wäre Opel heute nicht mehr Bankrott als alle anderen Autofirmen. Stefan Miller, am 08. Juni 2009 um 11:56 ( Link ) eins fällt mir noch ein zu der Wahl. Die neuesten Berlosconi-Fotos sind doch nicht zufällig gerade jetzt aufgetaucht. Geholfen (geschadet) hat es aber nicht. albino, am 08. Juni 2009 um 13:33 ( Link ) Insgesamt sind die Verschiebungen minimal: Die "bürgerlichen" Parteien Union und FDP haben unterm Strich einen Prozentpunkt verloren, der Linksblock aus SPD, SED und Grünen in etwa dasselbe dazugewonnen. Die insgesamt leicht gestiegene Wahlbeteiligung legt den Schluss nahe, dass der Linksblock (vermutlich aufgrund der Stimmengewinne der SED) sein Wählerpotenzial etwas besser ausschöpfen konnte als vor fünf Jahren. Die Stimmenverluste von CDU/FDP sind dagegen wohl eher den "Sonstigen" zugute gekommen, die ein mittlerweile beachtliches Stimmenpotenzial repräsentieren, das sich jedoch leider auf viel zu viele Kleinparteien aufsplittert. Schade, dass hier jeder sein eigenes Süppchen kocht. Ernst-Gottlieb von Emhofen, am 10. Juni 2009 um 18:57 ( Link ) Sehr geehrte Frau Krienen, Ihre Reaktion gegenüber Transsexuellen verwundert mich doch, vor allem, da ich an anderer Stelle lesen durfte, daß es sich bei Ihnen gleichwohl um ein(e) solche(n) handelt: Mit freundlichen Grüssen Ernst-Gottlieb von Emhofen survivor, am 12. Juni 2009 um 17:05 ( Link ) Die politische Repräsentanz als selbstbeweihräuchernde Kaste hat sich, gleich dem Finanzsystem, von der realen Wertschöpfung nahezu komplett entkoppelt- beiden fehlt die jeweilige Substanz: ersteren Volkes Stimme, letzteren Eigenkapital. Nur rund 75% aller Bundesbürger (82 Mio) sind wahlberechtigt (62 Mio) und werden von der Kaste prinzipiell repräsentiert. Die Wahlbeteiligung lag bei 43%, d. h. 57% aller Wahlbrechtigten haben dem politischen Treiben keine relevante Bedeutung zugemessen- unabhängig davon, welche Bedeutung die Politikerkaste sich selbst zumisst. Die Kaste repräsentiert also nur rund 26 Mio. Bundesbürger. 56 Mio. von 82 Mio. Bundesbüger, d. h. die überwältigende Mehrheit (68%) der Bundesbürger wird eben von der Kaste überhaupt nicht repräsentiert. Von allen abgegebenen Stimmen haben sich die CDU und SPD rund 31% und 21% geholt. Die CDU und SPD repräsentieren also 13% bzw. 10% aller Wahlberechtigten. Die CDU und die SPD repräsentieren mithin nur rund 9% bzw. 7% aller Bundesbürger. Daß die CDU und SPD sich angesichts realem Sektierertums noch den Status einer Volskpartei zusprechen, zeugt von grundsätzlichen Defiziten im Demokratieverständnis und ist schlichter Größenwahn. Die Gewinner/ Verlierer-Diskussion geht vollkommen an der Realität vorbei, denn der Verlierer ist nicht eine der beiden Parteien, sondern das Volk, über dessen Kopf ohne angemessene Repräsentanz hinweg regiert wird. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Tanja Krienen, am 08. Juni 2009 um 11:11 ( Link )
Ich bitte darum "Transgender" immer in Anführungszeichen zu setzen, da es sich meist dabei um psychisch kranke Personen mit Wahnvorstellungen handelt oder um Leute, die sich einem bewusst kalkulierten und grotesk inszenierten Spektakel hingeben (um die Gesellschaft zu zerstören, weil sie selber verstörrt sind). Mit einem "geschlechtlich-hinübergehenden" Vorgang hat das nichts zu tun. Aber schon der Begriff ist falsch, da er von aufgepfropfter Soziologie schwadroniert, weil er von Biologie, Genetik und Pschologie nichts wissen will, siehe auch - "Ich bin ein Kamel"- http://www.campodecriptana.de/blog/2006/02/22/463.html