28. Mai 2009

ef 93 Editorial

Märkte sind effizienter als Bürokratien

Die fortwährende Propaganda wirkt. Immer wieder werde ich gefragt, wie ich denn „jetzt immer noch“ in Zeiten der großen Wirtschaftskrise für freie Märkte streiten könne, wo diese doch so „offenbar versagt“ hätten. Den wenigsten Menschen sind die in ef häufig analysierten politischen Gründe für die von uns lange vorausgesagte Krise bekannt.

Dabei wird heute vielleicht deutlicher als je zuvor, warum Märkte effizienter sind als Bürokratien. Und warum sie als „ökonomisches Mittel“ der Einkommenssicherung und Summe freiwilliger zwischenmenschlicher Beziehungen auch moralischer sind als das „politische Mittel“ der Bereicherung, der permanenten Gängelung und des (Steuern- und Abgaben-) Diebstahls.

Oft vergessen wird, dass man Marktgesetze zwar bestreiten kann, dass sie dadurch aber nicht verschwinden. Preise, so erklärt uns etwa Gérard Bökenkamp in einem Schwerpunktbeitrag dieser Ausgabe, sind wie Thermometer. Wenn wir den Temperaturmesser hochschütteln, wird es dadurch nicht wärmer. Wenn wir Mindest- oder Höchstpreise festsetzen, werden dadurch nicht die Marktgesetze außer Kraft gesetzt, sondern die Arbeitslosigkeit steigt oder der Wohlstand nimmt ab. Wenn der Staat mehr Geld druckt, werden wir ebenso wenig reicher, wie die Temperatur steigt, wenn der Hersteller höhere Werte auf das Thermometer schreibt. Die Gesetzmäßigkeiten im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bleiben auch dann bestehen, wenn alle sie bestreiten.

Nach einem feuilletonistischen Schwerpunkt in der letzten Ausgabe gehen wir in diesem Monat in erster Linie ökonomischen Fragestellungen nach. Daneben finden Sie auch in diesem Heft Lyrik, Politik, Fabelhaftes, Klatsch, Juristisches, Aphoristisches, Musikalisches, Philosophisches oder ganz einfach Unterhaltung und Information. Und erstmals bieten wir Ihnen in der Tradition amerikanischer Medien eine eigentümlich freie Wahlempfehlung zur Europawahl. Bei alledem wünsche ich Ihnen viel Lesefreude und Erkenntnisgewinn!

Und denken Sie daran, nicht nur am 7. Juni gilt: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern! Mehr netto!

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst in eigentümlich frei Nr. 93


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