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![]() Jg. 1973, Amerikanist, freier Journalist, lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Rezension: Endet Merkel wie Diepgen?von Ronald Gläser Hugo Müller-Vogg prognostiziert Volksfrontregierung für 2010 Ich habe in meinem Bekanntenkreis zwei Journalisten, die völlig konträre Prognosen abgegeben haben: Der ein, ein Verleger, sagt: Merkel wird die Wahl im Herbst verlieren und danach von der Bildfläche verschwinden. Der andere, der Chefredakteur eines Magazins, meint: Merkel gewinnt turmhoch. So ist das mit Prognosen. Mutig, wer sich traut eine abzugeben. Wenn sie dann auch noch zutrifft – Respekt. Dafür ist es aber umso peinlicher, wenn sich die Voraussage als falsch herausstellt. Ich traue mir zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose zu, was nach der Wahl im September geschieht. Noch ist alles möglich: Schwarz-Gelb, Schwarz-Rot, rote oder schwarze Ampel, Volksfront. Der Journalist Hugo Müller-Vogg hat sich die Mühe gemacht und eine kleine Prognose zu Papier gebracht. Die Wahl geht demnach so aus: CDU/CSU 35,8 Prozent (+0,6), SPD 30,1 (-4,1), Linke 11,5 (+2,8), FDP 11,4 (+1,6), Grüne 7,1 (-1), Sonstige 4,1 (+0,1). Damit wären die Mehrheitsverhältnisse im Großen und Ganzen unverändert. Müller-Vogg hat sich aber nicht mit dieser Voraussage dieses Wahlergebnisses zufrieden gegeben, sondern auf 144 Seiten ein „Drehbuch für die rot-rot-grüne Wende“ geschrieben. In seinem Buch über die Volksrepublik Deutschland beschreibt er, wie Müntefering, Steinmeier und Nahles nach der Wahl entscheiden: „So geht es nicht weiter.“ Ein Jahr nach der Wahl, also im Herbst 2010, lassen sie es zum Bruch mit Angela Merkel kommen, die erstmal weiterregieren durfte und dann durch Bundeskanzler Steinmeier aus dem Amt gedrängt wird. Vieles von dem Putsch erinnert an die Vorgehensweise Klaus Wowereits, der 2001 den CDU-Bürgermeister Eberhard Diepgen kalt entsorgt und seine große Koalition durch eine Volksfrontregierung ersetzt hat. Der Leser denkt sich immer nur: Genau so könnte es laufen. Müller-Vogg hat tatsächlich sehr lebendig und sehr realitätsnah beschrieben, wie es kommen könnte. Absolut naturecht, seine Prognose. Er zitiert sogar schon vorweg, was Kommentatoren wie Franz Walter im „Spiegel“ oder Hans-Ulrich Jörges im „Stern“ schreiben werden. Teilweise vermengt er deren fiktive Aussagen mit dem, was sie in Wirklichkeit schon in der Vergangenheit gesagt haben – vor allem hinsichtlich einer Koalition mit den SED-Nachfolgern. Es fehlt nur noch, dass Müller-Vogg schonmal vorab zitiert, was Müller-Vogg im November 2010 in seiner „Bild“-Kolumne schreiben wird. Immerhin lässt er künftige Anne-Will-Sendungen vor dem Auge des Leser ablaufen, mit kompletten Wortgefechten. Wer das alles liest, dem geht ein Licht auf, wie vorhersehbar das Gesabbel in diesen Talkshows eigentlich ist. Die hohle Phrasendrescherei der Pofallas, Roths, Lauterbachs und Gysis – sie wird auf die Spitze getrieben. Zu den schönsten Überraschungen auf dieser Welt gehört die: Ich nehme ein Buch von einem Autoren zur Hand, den ich kenne und langweilig finde – und stelle fest, dass er wider Erwarten ein gutes Buch geschrieben hat. Von dem früheren „FAZ“-Mann Hugo Müller-Vogg kommt Kritik am System nur in homöopathischen Dosen. Das ist zu wenig. Mit seinem fiktiven Roman aber hat er ein tolles Buch vorgelegt, das uns zeigt, wie verlogen der ganze Politikbetrieb in Berlin wirklich ist. Es ist uneingeschränkt zu empfehlen. Literatur Hugo Müller-Vogg: Volksrepublik Deutschland: Drehbuch für die rot-rot-grüne Wende, Olzog 2009. 28. Mai 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareMartin Möller, am 28. Mai 2009 um 11:07 ( Link ) Müller-Vogg ist ein geistig zerrütteter Lakai. Al_Bore, am 28. Mai 2009 um 11:14 ( Link ) Martin Möller scheint auch nicht von schlechten Eltern zu sein. Martin Möller, am 28. Mai 2009 um 11:24 ( Link ) Kennen Sie Müller-Vogg überhaupt? Na ja, dumme Frage eigentlich ... Diepgen in Berlin war auch eine absolut schwache Figur, der nur dazu taugte im Fernsehen als Anchor-man für die Berliner Rentnerinnen hergezeigt zu werden. Die Vorstellung, daß die "Volksfront" schlechter wäre als die gegenwärtige Koalition ist albern und sinnlos. Alle Demokraten sind eine einheitlich handelnde komplett kriminelle Bande und müssen endlich entsprechend behandelt werden. Dazu gehören natürlich auch all ihre Lakaien in den Medien, die die mörderische demokratische Kriminalität um jeden Preis stützen. Und mit Medien sind auch alle "konervativen" Medien gemeint. Alles andere ist sinnlos. Horst E. Böttcher, am 28. Mai 2009 um 12:21 ( Link ) Prognosen werden oft sehr subjektiv gestellt, d.h. Müller-Vogg, der übrigens keineswegs in homöopathischen Dosen kritisiert, hatte Anfang 2002 Mit dem Buch will der Mann Stimmung gegen links machen, das ist sein gutes Recht. In diesem Fall ist es keine herkömmliche Prognose, aber sicher eine ganz unterhaltsame Story. Warten wir mal ab! Jürgen Hodler, am 28. Mai 2009 um 14:01 ( Link ) "Hugo Müller-Vogg prognostiziert Volksfrontregierung für 2010" Dies käme eh nur einer dialektischen Vervollkommnung der allseits geschätzten "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" gleich. Alles halb so wild. Martin Möller, am 28. Mai 2009 um 15:07 ( Link ) Wenn man auf diesem Wege Müller-Vogg und seine ganze konservative Verbecherbande wegkriegen würde, täts sich fast lohnen. Aber die Roten haben auch den Schneid verloren und werden sich wie die Demokraten aller Couleur lediglich an den Schwächsten austoben. Al_Bore, am 28. Mai 2009 um 17:24 ( Link ) @Martin Möller Mir ging es nur um Ihr unzivilisiertes Gekeife, das fortlaufend in Widerspruch zu Ihrem angeblichen Anliegen steht. Martin Möller, am 28. Mai 2009 um 18:55 ( Link ) @Al_Bore freiheitistunteilbar, am 28. Mai 2009 um 19:02 ( Link ) @Hors E. Böttcher: Prognosen werden oft sehr subjektiv gestellt, d.h. Politische Prognosen sind eben vergleichbar mit Wetterprognosen. Entscheidend ist in diesem Fall, wer den Pöbel besser an die Wahlurne treiben konnte. @Martin Möller: Die Vorstellung, daß die "Volksfront" schlechter wäre als die gegenwärtige Koalition ist albern und sinnlos.Alle Demokraten sind eine einheitlich handelnde komplett kriminelle Bande und müssen endlich entsprechend behandelt werden. Es stellt sich die Frage, schlechter inwiefern? Vergleicht man die jetzige mit der folgenden Situation und stellt dabei fest, dass die Volksfront mehr Gängelungen und massivere Eingreife in das Leben der Menschen zu verantworten hätte, so wäre es eindeutig eine Verschlechterung. Unterstellt man, dass die rot-schwarz gefärbten sozialistischen Demokraten ebenso gehandelt hätten - und darauf wollten Sie hinaus -, gäbe es keinen Unterschied zur Ausgangslage. Martin Möller, am 28. Mai 2009 um 22:37 ( Link ) Gottlob, es geht uns wohl! Alexander Schoppmann, am 30. Mai 2009 um 8:58 ( Link ) Endet Merkel wie Diepgen? 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EEkat, am 28. Mai 2009 um 11:03 ( Link )
Mit Prognosen ist es bekanntlich so eine Sache.
Sicher läßt sich wohl nur sagen, daß es so glimpflich, wie man es heute zu beschreiben versucht wohl nicht ablaufen kann.
EEkat