13. Mai 2009

Lobby Atomindustrie macht Kotau vor den Linken

Eine Appeasementpolitik, die scheitern könnte

Der deutschen Kernkraftindustrie wurde inzwischen nachhaltig das Rückgrat gebrochen. Im vermessenen Glauben, durch völlige Unterwerfung zu retten, was man zu retten hofft, setzt diese Industrie über ihren Öffentlichkeitsarm „Deutsches Atomforum“ auf Appeasement. Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet, ist die „Atomindustrie bereit zu Zugeständnissen“. Die Branche will ein „politisches Angebot“ am Abend der Bundestagswahl vorlegen.

Es ist ein Dejavu-Erlebnis. Haben wir aus der Geschichte nichts gelernt? „Mit einer Warnung vor akuten Engpässen in der Stromversorgung schaltet sich die deutsche Atomindustrie in den Bundestagswahlkampf ein.“ Wenn es beim Atomausstieg bliebe, „würden schon in der nächsten Legislaturperiode sieben der 17 deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet“, warnt der Präsident des Deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder: „ Das sind fast zehn Prozent der Stromproduktion und fast 20 Prozent der Grundlast.“

„Ich habe den Eindruck, dass sich in Politik, Medien und Öffentlichkeit viele nicht hinreichend darüber im Klaren sind, was das bedeutet“, so Hohlefelder weiter: „Damit würde die Versorgungssicherheit massiv gefährdet, die Klimaschutzziele nicht erreicht und der Wirtschaftsstandort Deutschland ganz erheblich geschwächt.“ Deshalb will der Präsident des Deutschen Atomforums der Branche der erneuerbaren Energien  eine „Allianz“ vorschlagen. Laut Redemanuskript, das der „Welt“ vorliegt, erklärt sich der oberste Atomkraftlobbyist bereit, unmittelbar nach der Bundestagswahl über einen „politischen Preis“ für die Laufzeitverlängerung der deutschen Reaktoren zu verhandeln: „Ab dem 27. September, 18 Uhr, sind wir bereit, unsere Vorschläge auf den Tisch zu legen“, so Hohlefelder. Jedoch hatten Verbände der erneuerbaren Energien jüngst vor einer Laufzeitverlängerung gewarnt, weil dies den weiteren Ausbau alternativer Energien behindern würde.

Warum nun das deutsche Atomforum glaubt, mit einer Unterwerfung vor ihren Todfeinden, die sich kaum um das Wohlergehen dieses Landes scheren, diese von ihrem schändlichen Tun abbringen zu können, ist nicht nachzuvollziehen. Im Gegenteil, sie werden diese unnötige Unterwerfung als Beginn ihres vollständigen Sieges ansehen, der mit der Deindustrialiserung Deutschlands endet. Schließlich gab schon der Koordinator des Nachhaltigkeitsgipfels 1992 in Rio (und Vorläufer von Kyoto), der kanadische Multimillionär und enge Freund Maos die Parole aus: „Besteht nicht die einzige Hoffnung für diesen Planeten in dem Zusammenbruch der industriellen Zivilisation? Liegt es nicht in unserer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass dieser Zusammenbruch eintritt?“

Ein Blick in die Geschichte lehrt: Kaum dass Chamberlain zuhause freudig seine Appeasementpolitik  als großen Sieg verkaufte, begann der Vertragspartner Hitler den ZweitenWeltkrieg und überzog den Schützling Chamberlains – die Polen – mit Krieg.

Es liegt uns fern, den gutgläubigen Förderern der linksgrünen Idee die Gedanken und Ziele des Despoten im Dritten Reich zu unterstellen. Das wollen sie sicher nicht. Aber ihre Politik läuft am Ende auch auf eine schnelle Deindustrialisierung Deutschlands und damit auf die Vernichtung vieler Existenzen hinaus.


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