08. Mai 2009

Vor dem zweiten Kongress von „Pro Köln“ Die Islamisierung und ihre Gegner

Über wirkliche Probleme und falsche Anreize

Im September 2008 haben wir auf ef-online den ersten Versuch eines Antiislamisierungskongresses, der in einer Menschenjagd endete, ausführlich kommentiert. Der ganz große kölsche „Antifa“-Klüngel vom Bürgermeister über hetzende Medien bis zu den zuletzt auch wieder am ersten Mai brandschatzenden und prügelnden SA-Fußtruppen wurde am 20. September in der Domstadt als „Fa“ kenntlich, wie es Henryk M. Broder ausdrückte. Am 9. Mai 2009 nun wagen die Veranstalter von „Pro Köln“ einen neuen Anlauf – und wieder macht eine ganze Stadt mobil gegen ein paar Leute mit anderer Meinung. Während sich die traurige geschichtliche Kontinuität „Kein Kölsch für Nazis“ morgen wiederholen wird, wollen wir den Blick tiefer senken.

Anlass dazu ist ein kluger Kommentar des Herausgebers in der heutigen Ausgabe der „Jungen Freiheit“. Dieter Stein schreibt, es bleibe „ein ungutes Gefühl, wenn man die eigenartige Koalition und die Motive derer ausleuchtet, die unter dem Stichwort Antiislamisierung zusammenstehen.“ Es sammle sich dort nämlich, so Stein, „in Anti-Islam-Blogs im Internet und bei Demos wie in Köln ein seltsames Bündnis von libertären Atheisten, Homo-Aktivisten, Israel-Fans, West-Extremisten und herkömmlichen Nationalpopulisten im Angriff auf eine Religion, statt ehrlich zu sagen, worum es geht.“

Nach Stein sei dies recht eigentlich der „Stopp von Massenzuzug aus der Türkei und arabischen Staaten und die Rückführung nichtintegrierbarer Ausländer.“ Denn, so Stein, „islamische Gemeinden und Moscheen wären in Deutschland und Europa kein Problem, bliebe es bei einer stabilen und kleinen Gruppe von Anhängern.“ Das eigentliche Problem sei eben „keine fromm gelebte Religiosität“ und mithin nicht der Islam. In Wahrheit sei „die Überfremdung das Problem, die dynamische Ausbreitung der dahinterstehenden, dem europäischen Kulturkreis fremden Ethnien bei gleichzeitigem dramatischen Rückgang der autochthonen Bevölkerung.“

Steins Hinweis auf die in der Tat merkwürdige Koalition gegen die Islamisierung ist richtig. Allerdings geht es eben dieser Koalition nicht vorgeblich, sondern ehrlicherweise tatsächlich um die Religion. Was das eigentliche Problem betrifft, so nennt Stein den halben Teil der Wahrheit, der ohne die andere Hälfte aber in die Irre führt.

Dass derzeit große Teile bestimmter Ethnien immer größere Furcht in der deutschen Bevölkerung verbreiten – die zunehmende aggressive Gewalt gegen Deutsche kann inzwischen auch von den Mainstreammedien nicht mehr gänzlich verschwiegen werden – ist tatsächlich nicht mit Religion zu begründen. (Nebenbei: „Der“ Islam ist ebenso eine breit gefächerte „Einheit“ wie „das“ Christentum von schwullesbischen Kirchentagsökosozialen bis zu den Pius-Brüdern, von charismatischen amerikanischen Sekten über Drittweltladen-Strickurseln bis zur römisch-katholischen Kirche Papst Benedikts.) Aber Ethnologie hilft auch nicht weiter.

Schauen wir lieber auf die perversen Anreize des deutschen Sozialstaates, der leistungswillige Einwanderer ebenso wie Deutsche abschreckt und vertreibt. Und der Gesindel anzieht, immer wieder systematisch belohnt oder durch diese Anreize erst züchtet.

Der Araber aus Neukölln, der von morgens bis abends in seinem Obst- und Gemüseladen Kundschaft bedient, um seine Familie zu versorgen, hat andere Sorgen und Anreize als primitive Gewaltorgien. Er mag eine etwas dunklere Hautfarbe haben und im Koran statt in der Bibel oder dem Kyoto-Protokoll lesen. Aber er ist keine Bedrohung. Für niemanden.

Brandgefährlich aber sind jene 90 Prozent der alleine vom Sozialstaat feistgefütterten Araber in Berlin oder Paris. Deren zielgerichtet zu Nichtsnutzen gemachten – oder als Nichtsnutze systematisch vom hiesigen Sozialstaat angezogene – Eltern verachten ihre Versorger zutiefst. Und sie haben sehr viel Zeit, diese Verachtung in ihren Großfamilien zu kultivieren. Ihre Söhne sind meist von Geburt an Kreaturen unseres politisch korrekten und sozial gerechten Fürsorgestaates, der sie immer reichlich gefüttert und gehätschelt hat, der ihnen rituell den Opferstatus bescheinigte und sie gegenüber den unter „Nazi“-Generalverdacht stehenden Einheimischen im Zweifel stets bevorzugte. Diese Zucht terrorisiert nun Nacht für Nacht ganze Straßenzüge in Europa. Tagsüber schläft sie lange.

Internet

Karikatur: „Menschenjagd in Köln“

Nazis hetzen gegen Minderheiten


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