21. April 2009

ef-online Ein Zwischenruf und Sittengemälde

In einem guten Restaurant wird auf Benehmen geachtet

Seit dem Start der neuen ef-online-Seite im Mai letzten Jahres konnten wir unsere Besucherzahlen kontinuierlich steigern und inzwischen verdoppeln. Heute mehr als 150.000 Besucher (nicht Klicks!) im Monat zeugen von einer Erfolgsgeschichte, die – dafür werden wir Sorge tragen – noch lange nicht zuende geschrieben ist. Herzlichen Dank an alle Autoren und Leser!

In den letzten Monaten wurden vielen Artikeln oft auch sehr kluge und lesenswerte Kommentare im Diskussionsbereich hinzugefügt – auch dafür herzlichen Dank! Wir sind für einen im Internet-Vergleich insgesamt erstaunlich niveauvollen Kommentarbereich dankbar, der längst auch ein Aushängeschild dieses Projektes geworden ist.

Und doch gibt es in letzter Zeit in unseren Augen Querschüsse, die dem so positiven Gesamtbild Schaden zufügen können. In meinem Willkommensgruß zum Start von ef-online schrieb ich: „Kommentare zu allen Artikeln sind, sofern von gutem bürgerlichen Benimm zeugend, immer herzlich willkommen und helfen uns weiter! Nicht geduldet werden prekarische Unflätigkeiten und persönliche Beleidigungen. Nicht erwünscht sind beiläufig hingeworfene Einzweidreiworthaufen, die der Anstrengung der Autoren um gute Arbeit nicht gerecht werden. Einmal mehr gilt auch hier: mehr netto!“

Leider sind wir hier in den letzten Wochen und Monaten zuweilen hinter unsere eigenen hohen Ansprüche zurückgefallen. Dümmliche Unflätigkeiten, ja teilweise kollektiver Hass auf Moslems, Juden oder Katholiken sowie schwerste persönliche Beleidigungen unserer Autoren haben ein schiefes Licht auf die vielen konstruktiven Kommentatoren geworfen, die sich sehr viel Mühe in ihren Argumentationen gaben und geben.

Das heutige Internet bietet Mitsprachemöglichkeiten und damit auch neue und gute Mittel der Gegenöffentlichkeit gegen die Zementfraktion in den Sowjetmedien. Diese Wege möchten auch wir nutzen. Und wir werden uns diese bereichernden Diskussionen nicht von einigen wenigen Querulanten kaputtmachen lassen.

In einem ersten Schritt haben wir heute die (feige unter Pseudonym schreibenden) folgenden fünf Kommentatoren gesperrt und mit Hausverbot belegt: „Siechtum“, „freischwimmer“, „fgehry“, „Gil Graf“, „Skandalos“. Dazu haben wir alle Beiträge der fünf Genannten (sowie einige besonders ausfällige Einzelbeiträge) aus dem Monat April gelöscht.

Die Redaktion behält sich auch in Zukunft vor, unpassende, stilistisch oder inhaltlich mangelhafte, beleidigende oder strafbare Kommentare sowie solche, die lediglich andere Diskussionsteilnehmer provozieren sollen („Trolle“), nach eigenem Ermessen auszublenden, abzuändern oder ganz zu sperren – und in schweren Fällen die Zugänge der betreffenden Kommentatoren zu sperren (Hausverbot).

Auch in der grundsätzlichen Betrachtung gilt: Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Die neuen Kommunikationsformen wirken nicht ausschließlich positiv, die Bühne der Öffentlichkeit zieht auch destruktives Gesindel geradezu magisch an. In Internet-Foren lassen sich deshalb heute viele Diskutanten zu persönlichen Gehässigkeiten und Stillosigkeiten verleiten, die im persönlichen Gespräch oder privaten Briefwechsel niemals stattgefunden hätten. Besonders perfide ist es, wenn Kommentatoren mit Pseudonym jene angreifen, die offen mit ihrem Namen zu ihrer Meinung stehen – schamlos!

Wir werden diesbezüglich in Zukunft parteiisch sein. Wer mit seinem guten Namen zu seiner Meinung steht, kann sich auf ef-online mehr erlauben als die Heckenschützen aus der anonymen Dunkelheit. Ohnehin und vor allem aber möchten wir alle Diskussionsteilnehmer ermuntern, wenn (beruflich und privat) irgend möglich doch bitte unter dem eigenen guten Namen zu schreiben.

Ein Stück weit möchten wir mit ef-online referenzartig im Internet die allzu weit verbreitete Anonymität zurückdrängen, nicht aus Selbstzweck und nicht nur, um das Niveau zu heben, sondern auch, weil wir entschieden der Meinung sind, dass es gerade in Zeiten einer ins Totalitäre sich bewegenden Politik und eines deutlich drohenden Überwachungsstaats darauf ankommt, Mut zu haben und Gesicht zu zeigen.

In diesem Sinne freuen wir uns auf weiterhin viele besonnene und lesenswerte Kommentare.


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