30. Januar 2009

Antarktis und Klima Kälter oder wärmer?

Obama mag es jedenfalls wärmer - im Weißen Haus

Am 21. Januar erfuhr die Welt, dass auch in der Antarktis das Klima anscheinend wärmer wird. Die Meldung wurde von der Kirche der Klimahysteriker dankbar aufgenommen, denn bislang hatte es so ausgesehen, als kühle sich dieser Kontinent ab, und das erschwerte natürlich die Verbreitung der Angst vor einer globalen Erwärmung ein wenig.

Es ist jedoch nicht gerade vertrauenerweckend, dass einer der Co-Autoren des entsprechenden Artikels in der Zeitschrift „nature“ Michael Mann ist, jener Klimaforscher, der Anfang des Jahrzehnts mit dem berüchtigten Hockeyschläger-Graph die Klimahysterie erst richtig anheizte. Als dieses Diagramm später als plumpe Datenmanipulation entlarvt wurde, wurde es etwas still um Mann. Jetzt ist er wieder da, und Kritiker haben auch an dem neuen Bericht sofort Mängel festgestellt, etwa, dass viele Daten aufgrund fehlender Wetterstationen auf dem weißen Kontinent schlicht gemutmaßt wurden.

Der Ausgang dieser eher methodologischen Debatte wird die Auseinandersetzung über die korrekten politischen und ökonomischen Maßnahmen wohl kaum beeinflussen. Anders dagegen vielleicht aber die Tatsache, dass noch vor einem Jahr die Klimahysteriker meinten, eine sich abkühlende Antarktis sei konsistent mit ihren Klimamodellen. So nämlich äußerte sich im Februar 2008 Spencer Weart, Direktor des „Center for History of Physics of the American Institute of Physics“ und Autor des Buches „The Discovery of Global Warming“, auf der Website „RealClimateChange.org“. Es ist sehr praktisch, wenn sowohl eine Abkühlung als auch eine Erwärmung „konsistent“ mit ein und derselben projizierten globalen klimatischen Entwicklung ist. Debatten und weitere Untersuchungen sind dann natürlich überflüssig und man kann gleich zur Tat schreiten.

Schauen wir also auf den neuen obersten Klimaschützer der Welt, der, wie er uns vor wenigen Tagen versicherte, nicht zulassen möchte, dass Amerika „zur Geisel eines sich aufheizenden Planeten“ gemacht wird. Beobachtern fiel auf, dass Barack Obama in seinem neuen Büro einen lockeren Stil pflegt. Während sein Vorgänger bei allen Besprechungen auf Schlips und Jackett bestand, legt Obama das Oberteil öfter ab, und seine Mitarbeiter tun es ihm nach. Wird da keinem kalt, fragt sich da mancher. Es soll ja gerade, selbstverständlich aufgrund der Klimaerwärmung, recht kalt sein in Washington D.C. „Oh nein“, diktierte Obamas Berater David Axelrod der Hofberichterstatterin von der „New York Times“ in den Steno-Block, der Präsident mag es nicht kalt, er habe daher den Thermostat im Oval Office aufgedreht. „Er ist schließlich aus Hawaii, OK? Er mag es warm. Man könnte da drin Orchideen züchten.“

In einem solchen Klima der fröhlichen CO2-Erzeugung gedeihen sicherlich nicht nur Orchideen, sondern auch Orchideenfächer wie der Klimaschutz sehr gut. Wir dürfen also gespannt sein.

Internet

Prometheus, the Science Policy Blog: Consistent with Chronicles, Antactic Edition

„Spiegel Online“: Obama krempelt Bushs Klimapolitik um

„New York Times“: White House Unbuttons Formal Dress Code

„ef-online“: Barack Obama – Der neue „Oberheuchler vom Dienst“


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