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![]() Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag). ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
ef 89: EditorialBesser aufgestellt als je zuvor Jede einzelne Nachricht, die ich Ihnen, verehrte Leser, heute mitteilen möchte, ist alleine ein großer Schritt zu einem noch stärkeren ef-Magazin. Zusammengenommen handelt es sich um eine kleine Sensation angesichts der Marktlage der Konkurrenz: Andere, auf in der Krise nun stark einbrechende Werbeeinnahmen angewiesene, Zeitschriften reduzieren ihre Kosten wo irgend möglich. Eine breite Marktbereinigung im Medienbereich wird von allen Fachleuten für die kommenden Monate vorausgesagt. Und eigentümlich frei – ist besser aufgestellt als je zuvor. Mit der wichtigsten Nachricht begrüße ich zugleich ganz herzlich eine Menge neuer Leser! Der bisher selbständige „DeutschlandBrief“, herausgegeben von Dr. Bruno Bandulet, ist von nun an Teil unseres Magazins. Dr. Bandulet, weithin geschätzter Gold- und Wirtschaftsexperte, verstärkt mit seiner großen journalistischen Erfahrung unter anderem als ehemaliger Chef vom Dienst der Tageszeitung „Die Welt“ kenntnisreich und wesentlich die ef-Redaktion. In einer Mitteilung an seine „DeutschlandBrief“-Leser schreibt Dr. Bandulet: „Während andere aus dem freiheitlichen und liberalen Lager immer nur davon reden, die Kräfte zu bündeln und gemeinsam stärker zu werden, haben wir gehandelt.“ Bandulets Beschreibung von eigentümlich frei – „das Magazin ist EU-skeptisch, politisch unkorrekt, furchtlos und rebellisch, anti-68er, ein Kritiker der Klimahysterie und ein kompromissloser Verfechter von Freiheit und Marktwirtschaft“ – ist uns Ansporn und Verpflichtung auch für die Zukunft! In der wir – und das ist gleich die zweite Nachricht – nun komplett auch im Innenteil farbig erscheinen, um unseren Anspruch als ernstzunehmender Herausforderer des publizistischen Mainstreams auch optisch zu untermauern. Flankiert werden die Fusion und die visuelle wie redaktionelle Aufrüstung von gleich mehreren hochkarätigen neuen Kolumnisten: Der frühere 68er-Frontmann Klaus Rainer Röhl, unter anderem Gründer des damaligen Zentralorgans „Konkret“ und Ex-Ehemann von Ulrike Meinhof, versteht sich heute als Nationalliberaler. Ein wortmächtiger Kommentator ist er geblieben – für ef eine große Bereicherung. Unsere Wirtschaftskompetenz wird von Professor Jörg Guido Hülsmann, einem jüngst auch sehr erfolgreichen Buchautoren, wesentlich verstärkt. Dazu konnten wir quasi als eigentümlich freie Variante von Don Camillo und Peppone den Ausnahmebundestagsabgeordneten Frank Schäffler (FDP) sowie den evangelischen Pfarrer Peter Ruch mit seinem neuen „Wort zum Monat“ als ständige Autoren gewinnen. Nicht genug damit, haben wir mit Theodore Dalrymple einen der – wie die Schweizer „Weltwoche“ jüngst bestätigte – besten Essayisten der englischsprachigen Welt (berüchtigt durch seine Kolumnen im britischen „Spectator“) sowie mit Taki Theodoracopulos („Esquire“ und „Vanity Fair“) einen der von den Stars und Sternchen ob seiner Spitzfeder gefürchtetsten High-Society-Kolumnisten der USA für ef und das deutschsprachige Publikum binden können – Kostproben finden Sie bereits in dieser Ausgabe. Da ist es beinahe schon nebensächlich, wenn unser Kolumnist, Erfolgsautor und Journalist Michael Klonovsky in diesem Heft erstmals auch mit einem längeren Artikel vertreten ist – zu einem Themenschwerpunkt, den mit Georg Alois Oblinger ein weiterer schreibender, diesmal katholischer Pfarrer sowie mit Oliver Uschmann ein weiterer Bestseller-Schriftsteller und – in diesem Falle sehr junger und bereits preisgekrönter – Vollblut-Journalist betreut. Freuen Sie sich mit mir auf ein rundum verstärktes Magazin ef, das jetzt in der großen Krise der Staatswirtschaft erst recht zum Angriff bläst: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr netto! InformationDieser Artikel erschien zuerst in eigentümlich frei Nr. 89. 29. Januar 2009 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentarefreischwimmer, am 29. Januar 2009 um 12:36 ( Link ) jaja...die kritiker der elche waren früher selber welche. viel spaß mit herrn röhl und seiner konvertiten-prosa! Freewheelin @freischwimmer Man ist nie zu alt, um dazu zu lernen. Lern- und Beratungsresistent - und stolz drauf, was? Al_Bore, am 29. Januar 2009 um 16:29 ( Link ) Großartige Nachrichten, herzlichen Glückwunsch! freischwimmer, am 29. Januar 2009 um 16:49 ( Link ) @ Freewheelin nein, keineswegs! dazu lernen finde ich eine klasse sache. familienwehr.de , am 29. Januar 2009 um 19:05 ( Link ) Die Charakterbildung eines Menschen ist nach der Pubertät abgeschlossen. Bisher hat das ef-magazin gut davon gelebt, die unkonditionierten Gedanken nicht populärer Freigeister zu publizieren, die beruflich entfernt genug vom journalistischen oder politischen Broterwerb waren, dass sie die Ver-ef-fentlichung nicht die Lebensgrundlage kosten konnte. Ich wünsche ef, dass die Quantitätsoffensive nicht nach hinten losgeht. freischwimmer, am 29. Januar 2009 um 20:00 ( Link ) @ familienwehr interessant, dass sie im zusammenhang mit dem ef-magazin und seinem umfeld von "unkonditionierten gedanken nicht populärer freigeister" sprechen. ich finde die ständige betonung, dass man ja achsooo "politisch unkorrekt" sei nicht gerade sehr tiefsinnig und intelligent. zudem offenbart der ständige verweis auf die 68er, die ja vermeintlich an allem bösen schuld sein sollen, dass wir es mit einem menschenschlag zu tun haben, der höchst konditioniert daherkommt. seine welt ist eine bi-polare: gut - böse. Sphinx, am 29. Januar 2009 um 20:49 ( Link ) Zitat des Tages: Der Sozialstaat ist am beliebtesten bei den Asozialen. Was ist ef-online denn für ein asoziales Stalinistenblatt? Schon mal gehört, daß Artikel 20 "unveränderbar" ist und solcherart Aggressivität gegen die Verfassung strafbar? So, werft meinen Nick raus. Komme sowieso nicht wieder. ... das war ja ein kurzer Besuch. Muss an der eigentümlichen Beschränktheit der Macher liegen ... Bolkonskij, am 29. Januar 2009 um 21:45 ( Link ) Statt hier die rebel-without-a-cause Nummer abzuziehen wär' es vielleicht sinnvoller zu formulieren, warum selbiges Zitat Unsinn sein soll. Die Formulierung ist provokant, aber enthält mehr als ein Fünkchen Wahrheit. Apropos, von welcher "Verfassung" reden wir überhaupt? @EF weiter so! Mir gefällt eure Richtung in letzter Zeit sehr gut, bleibt auf Kurs! chrisv, am 29. Januar 2009 um 22:41 ( Link ) @Sphinx: So, werft meinen Nick raus. Welchen Grund sollte ich haben, Ihre unterhaltsame Selbstdemontage zu unterbinden? Zumal uns diese amüsant-realsatirische Showeinlage noch nicht mal Geld kostet - im Vergleich zum Sozialstaat sind Sie auf jeden Fall das weitaus billigere Vernügen. freischwimmer, am 29. Januar 2009 um 23:13 ( Link ) der stil von "Sphinx" ist natürlich kein feiner, aber dennoch hat er natürlich nicht ganz unrecht, wenn er sagt, dass das zitat großer unfug ist. familienwehr.de , am 30. Januar 2009 um 9:01 ( Link ) Intention des ef-magazins ist es, interessierten Laien verdrängte Aspekte des Politischen, Wirtschaftlichen und Sozialen zu vermitteln, die es ermöglichen, sich der Manipulation durch verdeckt plündernde Machtgruppen zu entziehen und sich am Ende zur Wehr zu setzen. chrisv, am 30. Januar 2009 um 9:08 ( Link ) Lieber Freischwimmer, die übergroße mehrzahl der deutschen schätzt und ist stolz auf den sozialstaat (er ist grundgesetzlich ja auch verankert). die vorstellung, dass nur diejenigen sozialstaat-befürworter sind, die auch sozialleistungen kassieren, ist ziemlich lachhaft. Sie dürfen "asozial" nicht mit "bezieht Sozialleistungen" gleichsetzen, und "Sozialstaat" nicht mit "sozial". Wenn man das verstanden hat, ergibt der Aphorismus nämlich auch einen Sinn. Über dieses Thema könnte man ganze Artikel schreiben, ich will dennoch versuchen, es kurz zu erklären: Der Sozialstaat ist nicht sozial. Er nennt sich zwar so, ist aber in Wahrheit genau das Gegenteil, weil er effektiv verhindert, dass die von ihm Abhängigen ein menschenwürdiges Auskommen aus eigener Kraft erzielen können. Denn er mindert nicht nur den Anreiz, auf eigenen Füßen zu stehen, sondern verteilt zudem Milliardenbeträge um, aber nicht etwa zugunsten der Bedürftigen, sondern in die Taschen der Sozialverwaltungsklasse, den Bürokraten und Systemprofiteuren. Diese Zusammenhänge sind in Stefan Blankertz' "libertärem Manifest" (welches Sie online auch hier lesen können) ausführlichst dargelegt und erläutert. Einem Menschen das Recht zu verweigern, auf eigenen Füßen zu stehen und sich um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern, ihn stattdessen einer willkürlichen Bürokratie zu unterwerfen, zu gängeln und zu bevormunden, ist nicht menschenwürdig und erst recht nicht sozial. Es ist, im wahrsten Sinne des Wortes, a-sozial. Wenn Sie das begriffen haben, wird leicht erkennbar, wer die Asozialen sind, bei denen der Sozialstaat so beliebt ist: Es sind Politiker und Bürokraten, die den Sozialstaat deswegen wollen, weil sie direkt davon profitieren, weil die Sozialbürokratie ihnen Macht und Einkommen verschafft. Das Gegenteil vom asozialen Sozialstaat ist der Unternehmer, der Arbeitsplätze schafft und damit Menschen die Möglichkeit gibt, sich ein Auskommen zu verdienen. Es kommt dabei nicht darauf an, ob der Unternehmer dies aus sozialem Engagement oder aus persönlichem Gewinnstreben tut, und auch nicht darauf, ob er hoch oder niedrig bezahlte, bequeme oder anstrengende Jobs schafft - sondern nur darauf, dass er ein zusätzliches Angebot schafft, das der einzelne Arbeitnehmer annehmen kann oder auch nicht. Selbst der mieseste, am schlechtesten bezahlte Job ist nichts weiter als eine Option, die die Freiheit für alle steigert, auch wenn man für sich selbst die Arbeitsbedingungen als absolut unzumutbar empfindet. Denn jeder Mensch hat unterschiedliche Präferenzen und Abneigungen, und was dem einen als unerträgliche Schufterei erscheint, ist für den anderen eine durchaus akzeptable Möglichkeit, sich Einkommen und damit echte Freiheit und Unabhängigkeit zu verschaffen. Marco Kanne, am 30. Januar 2009 um 12:16 ( Link ) Der Sozialstaat ist nicht sozial. Er nennt sich zwar so, ist aber in Wahrheit genau das Gegenteil, weil er effektiv verhindert, dass die von ihm Abhängigen ein menschenwürdiges Auskommen aus eigener Kraft erzielen können. Denn er mindert nicht nur den Anreiz, auf eigenen Füßen zu stehen, sondern verteilt zudem Milliardenbeträge um, aber nicht etwa zugunsten der Bedürftigen, sondern in die Taschen der Sozialverwaltungsklasse, den Bürokraten und Systemprofiteuren. (...) Sehr gut. Genau so sollte immer gegen den Umverteilungsstaat argumentiert werden. Nicht auf die Armen draufhauen, sondern herausstellen, dass die Armen Opfer der Politik im Namen der "sozialen Gerechtigkeit" sind. Im Gegenteil, wenn man den vom Staat ausgebeuteten Menschen vermitteln könnte, wo der Schuh wirklich drückt, wäre das natürlich ein erhebliches Potenzial für die Sache der Freiheit. freischwimmer, am 30. Januar 2009 um 12:46 ( Link ) @ chrisv Einem Menschen das Recht zu verweigern, auf eigenen Füßen zu stehen und sich um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern [...] wo passiert das in einem maße, dass es die gesellschaft grundsätzlich prägt? außerdem kann ich ihrer annahme nicht folgen, dass der staat völlig abgehoben bzw. getrennt von der gesellschaft existiert. letztlich sind der staat wir alle. das problem: sie suchen sich für probleme, die auftauchen, den größtmöglichen sündenbock, nämlich den staat im allgemeinen. dabei wissen sie natürlich genau, dass ihre argumente nie bestätigt, aber auch nie widerlegt werden können, da der staat eine jede moderne gesellschaft begleitet. barthel_berand, am 30. Januar 2009 um 15:10 ( Link ) @ all Auf die Gefahr hin, kleinlich zu wirken; aber ich achte gerne darauf, die richtigen Begriffe zu verwenden. Hier ist immer von "Sozialstaat" die Rede. Und ich teile die weit verbreitete Auffassung, dass wir in einem solchen leben. Aber wenn Sphinx schon die Verfassung anführt, sollte man auch einen Blick dort hinwerfen: "Artikel 20 Dort steht nichts von "Sozialstaat". Die BRD ist ein sozialer Bundesstaat. Zumindest sollte sie das unserem GG zufolge sein. Die Realität sind in der Tat beklemmend anders aus. Der Unterschied zwischen "sozialer Staat" und "Sozialstaat" ist mehr als ein semantischer. Er ist von der pragmatischen Bedeutung her vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem "langen Finger" und einem "Langfinger", wie Carlos Gebauer das einmal so treffend formulierte. Vielleicht sollten all diejenigen daran denken, die den "Sozialstaat" wollen und dies so selbstverständlich wie unbedacht in den Mund nehmen, dass sie sich damit nicht auf dem Boden unseres GG bewegen. BB Minarchist, am 30. Januar 2009 um 16:42 ( Link ) @chrisv: Das ist nicht unrichtig, allerdings möchte ich das Unternehmerbild und den Daseinszweck des Unternehmers nicht als Arbeitsplatz-Erzeugungs-Apparat beschränkt sehen, denn mit genau dieser Verkürzung arbeitet ja die parasitäre Klasse, wenn Sie "die Unternehmer in die Verantwortung" (für Arbeitsplätze, "Sozialstaat" etc.) nehmen will. Die Hauptfunktion des Unternehmers ist und bleibt nicht die Schaffung von Arbeitsplätzen, sondern die Identifizierung und anschließende Befriedigung von Marktbedürfnissen. *DAS* und nicht etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen ist die Sozialfunktion des Unternehmertums. Minarchist, am 30. Januar 2009 um 16:54 ( Link ) @freischwimmer: Die ersten Jahre der frühen Bundesrepublik nach dem 2. WK und der Währungsreform waren vermutlich eine solche geglückte Phase mit zumindest näherungsweise einem Minimalstaat (zumindest verglichen mit dem von heute). Von den Resultaten dieser Zeit mit ihrem vergleichsweise freien Unternehmertum und dem vorhandenen Leistungswillen der Bevölkerung (durch richtige Anreizstrukturen bzw. weitestgehend fehlender Sozialleistungen) zehren wir noch heute. Und auf Ihre Frage, warum ein solcher Staat derzeit nirgends existiere, so ist darauf zu antworten, daß dies an der Anwesenheit von Politik(ern) und der sogenannten "Demokratie" liegt. Demokratie erzeugt Politik. Und Politik = Sozialismus. Früher oder später. Hinzu kommt, daß die öffentliche Meinung zunehmend durch Kostgänger des Staates gesteuert werden, die ebenso kein Interesse an einem Minimalstaat haben, weil Sie vom fetten Asozialstaat gut leben. Dazu gehören Politiker und sonstige politische Einrichtungen wie Gewerkschaften, Verbände, Sozialarbeiter, der staatliche alimentierte Kulturbetrieb, GEZ-Profiteure, der Beamtenapparat etc. All diese Kreise sorgen meinungsbildend für den Status Quo; ein Änderung ist nicht mehr möglich. eo, am 30. Januar 2009 um 18:48 ( Link ) Dieser unser aller Marco Kanne, am 30. Januar 2009 um 22:22 ( Link ) All diese Kreise sorgen meinungsbildend für den Status Quo; ein Änderung ist nicht mehr möglich. Das stimmt doch nicht. Der Staat und seine Institutionen sitzen doch lange nicht so fest im Sattel, wie es den Eindruck haben könnte. Dieser Staat lebt doch weniger von aktiver Repression, als vielmehr von der Trägheit jener, die verbal in Opposition zu ihm stehen. Minarchist, am 30. Januar 2009 um 22:40 ( Link ) @Marco Kanne: Hinzu kommt, daß - wie es 'freischwimmer' leider treffend bemerkt hat (s.o.) keinerlei Oppostionsgeist gegen den Sozialstaat vorhanden ist, weil die Mehrzahl der Deutschen diesen allen Ernstes noch als "Errungenschaft" feiern, die es zu verteidigen gilt im Notfall. Sie wissen es nicht besser. Man kann es Ihnen nicht verdenken. Sie (er-)kennen die Zusammenhänge nicht. Woher auch? Jahrzehntelange Hirnwäsche durch Schule, Kulturbetrieb, Parteipolitiker und GEZ-Staatsfernsehen haben hier ihre Spuren hinterlassen. Ich fürchte, Sie sind da zu optimistisch, Herr Kanne. Marco Kanne, am 30. Januar 2009 um 23:27 ( Link ) Hinzu kommt, daß - wie es 'freischwimmer' leider treffend bemerkt hat (s.o.) keinerlei Oppostionsgeist gegen den Sozialstaat vorhanden ist, weil die Mehrzahl der Deutschen diesen allen Ernstes noch als "Errungenschaft" feiern, die es zu verteidigen gilt im Notfall. Das spielt aber gar keine Rolle, weil die auch für den "Sozialstaat" nicht auf die Straße gehen und erst recht keine sonst wie gearteten politischen Aktivitäten unternehmen, außer (Nicht-)Wählen. Und ich muss schon sagen, bedenklicher als das Denken der "Mehrheit der Deutschen" finde ich Denken und Attitüde, die bei jenen vorherrscht, die sich dem liberalen oder gar libertären Spektrum zugehörig fühlen. Was soll beispielsweise der Verweis auf die Befindlichkeit der "Mehrheit der Deutschen" bitte? Da hat sich doch die demokratische Staatsdenke schon im eigenen Hirn festgefressen. Was es braucht, ist keine wie auch immer geartete Mehrheit, sondern eine gut vernetzte, aktive und couragierte Minderheit, um was zu bewegen. Ich kenne die meisten Leute hinter der "konservativ-subversiven aktion", hab da selbst mal mitgemacht und weiß, was mit wenig schon zu machen ist, wenn man will. Wenn aus dem liberalen Spektrum in jeder Großstadt sich bloß 20 Leute mit Arsch in der Hose zusammenfänden, die bereit wären, diesen in Bewegung zu setzten und der Rest freiheitlich Denkender, der aus welchen Gründen auch immer den Arsch nicht in Bewegung bekommt, diese Aktivisten wenigstens finanziell unterstützen würde, könnten wir die Republik mit einer Dauerkampagne überziehen. Und da würde sich ganz schnell so einiges ändern. Fatal, am 31. Januar 2009 um 0:45 ( Link ) @ Marco: Was hat denn diese "Konservativ-Subversive Aktion" schon bewerkstelligt? Marco Kanne, am 31. Januar 2009 um 0:53 ( Link ) z.B. in mehreren bundesweiten Medien aufzutauchen, was wiederum dafür gesorgt hat, neue Leute rekrutieren zu können. Das heutzutage, wo sich außerhalb des linken Spektrums gar nichts mehr bewegt, ja schon eine signifikante Leistung. freischwimmer, am 31. Januar 2009 um 10:17 ( Link ) @ minarchist sie schreiben über die mehrzahl der deutschen: Sie wissen es nicht besser. Man kann es Ihnen nicht verdenken. Sie (er-)kennen die Zusammenhänge nicht. Woher auch? Jahrzehntelange Hirnwäsche durch Schule, Kulturbetrieb, Parteipolitiker und GEZ-Staatsfernsehen haben hier ihre Spuren hinterlassen. super! ;-) erinnert mich irgendwie an den witz, in dem der geisterfahrer sich darüber beschwert, dass ihm soviele falschfahrer entgegen kommen. gut, minarchist, dass sie die wahrheit kennen und alle anderen sich irren! so wird es sein!!! Molot, am 31. Januar 2009 um 11:36 ( Link ) Minarchist, Marco Kanne, am 31. Januar 2009 um 12:42 ( Link ) freischwimmer, ich gebe Dir in so weit Recht, als dass natürlich nicht jedes Scheitern oder Nichtvorankommen eines Menschen ausschließlich auf den Staat zurückzuführen ist. Es gibt da verschiedene Faktoren, von denen hierzulande der Staat aber ein sehr gewichtiger, wenn nicht der gewichtigste ist, je nach Lebensumständen. Wenn du bspw. ein Millionär bist, der auf seinem Luxusanwesen auf Rügen das Leben genießt und Namen wie Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Angela Merkel in seinem Mobiltelefon unter "Freunde" gespeichert hat, dann dürfte Dir der Staat sicherlich weniger Probleme machen. Gleiches gilt für Staatsbürokraten mit den richtigen Parteibüchern. Wenn Du aber sagen wir mal eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern bist, die beim Aldi schuftet, es widerlich findet, dass der Staat sie dermaßen via Steuern und Abgaben ausbeutet, dass sie kaum noch vom Rest leben kann, die eigenen Kinder unter Androhung von Haftstrafe in seine Staatsschulen zwingt usw., dann hast Du natürlich die Arschkarte gezogen. In solch einem Falle wird der Staat als Faktor der Einschränkung der individuellen Freiheit und persönlichen Möglichkeiten natürlich ziemlich gewichtig. freischwimmer, am 31. Januar 2009 um 13:17 ( Link ) @ Molot Der Orkan ließe sich wohl ertragen, das Problem liegt darin, überhaupt gehört zu werden. "gehört zu werden" ??? wie wäre es, sie machen sich aktiv daran und verschaffen sich einfach gehör! gehen sie auf die strasse, demonstrieren sie, werben sie für ihr anliegen, gründen sie eine zeitung, überzeugen sie die menschen...niemand hindert sie daran. außer ihre eigene faulheit vielleicht. aber antriebslos waren sie doch noch nie, die libertären, oder? @marco kanne ich glaube eher, dass es die verkäuferin bei aldi sehr zu schätzen weiß, dass ihre kinder ohne zusätzliche kosten eine vernünftige ausbildung erhalten können und dass sie sich für den fall einer erkrankung absichern kann - in einem solidarischen versicherungssystem. Marco Kanne, am 31. Januar 2009 um 14:03 ( Link ) freischwimmer, "gehört zu werden" ??? wie wäre es, sie machen sich aktiv daran und verschaffen sich einfach gehör! gehen sie auf die strasse, demonstrieren sie, werben sie für ihr anliegen, gründen sie eine zeitung, überzeugen sie die menschen. Bis hier hin Zustimmung. ..niemand hindert sie daran. Das ist nun ganz objektiv nicht wahr. Wenn ich bspw. einen normalen Fernsehsender gründen wollen würde, wären neben den reinen Investitionskosten für Technik usw (das ist okay) auch ein Haufen staatlicher Steuern, Abgaben, Gebühren zu zahlen und Vorschriften und Bürokratie einzuhalten (das ist nicht okay). außer ihre eigene faulheit vielleicht. Das kann sein. Ich habe ebenfalls häufig das Gefühl, dass viele, die rumjammern, in Wirklichkeit ja gar nichts machen wollen. Freiheit ist aber nicht zum Nulltarif zu haben. Ob dies auf die Diskutanten in diesem Strang zutrifft, maße ich mir nicht an zu beurteilen. aber antriebslos waren sie doch noch nie, die libertären, oder? Das ist abartiger Kollektivismus und mal auf's Endschiedenste zurückzuweisen. Lasse bitte Diese kollektivistischen Pauschalurteile sein, da sie nichts zu einer konstruktiven Diskussion beitragen. Ganz viele sehr unterschiedliche Menschen finden sich unter dem Begriff "libertär" zusammen. Die haben mit mir, der ich mich ebenso bezeichne, aber nicht notwendigerweise was zu tun. ich glaube eher, dass es die verkäuferin bei aldi sehr zu schätzen weiß, dass ihre kinder ohne zusätzliche kosten eine vernünftige ausbildung erhalten können und dass sie sich für den fall einer erkrankung absichern kann - in einem solidarischen versicherungssystem. Mal ganz davon abgesehen, dass das staatliche Sozialversichungssystem weder mit einer Versicherung im privatrechtlichen Sinne, noch mit Solidarität was zu tun hat: Die als Beispiel angeführte Verkäuferin ist meine Mutter. Und glaube mir, auf den Staat gibt die, wie ich, einen feuchten Schiss, nach allem, was der unserer Familie angetan hat. Aber mehr will ich darüber nicht verlieren. Dass der ausgebeutete Staatssklave nicht noch mehr bspw. für die staatliche Zwangsschule zahlen muss, hat seine Ursache einzig darin, dass er schon mehr als genug vom Staat ausgebeutet wurde, bevor er die Almosen überhaupt in die Hände bekommt, die ihm die Verbrecher übrig lassen, die sich Staat nennen. Ohne Steuern und Zwangsabgaben hätten nicht nur alle Menschen mindestens doppelt so viel in der Tasche wie jetzt, auch wären alle Produkte und Dienstleistungen günstiger, da sie um den Teil der auf den Endpreis umgelegten Steuern und Abgaben preisbereinigt werden würden. Alle Menschen würden im Wohlstand leben und hätten genug Kohle zur Verfügung, selbst zu entscheiden, wie sie ihre Kinder (aus-)bilden lassen wollen. aber wenn sie der meinung sind, dass gerade der einfache arbeiter oder die dienstleistende verkäuferin die hauptzielgruppe einer liberalen bzw. libertären partei ist, haben sie sicherlich leichtes spiel, bald ihren minimalstaat auf demokratischem wege durchzusetzen... Ich bin nicht der Meinung, dass diese Leute "Zielgruppe" einer Partei sein sollten, sondern dass diese durch den Staat am meisten ausgebeutet und unterdrückt werden. Das weiss ich, weil ich selbst aus einem solchen Milieu komme. Parteien sind mir schnurz, genau so, wie ein Minimalstaat. Ich bin Marktanarchist. Kein Staat, denn Staat bedeutet immer (die Drohung mit der) Initiierung von Zwang und Gewalt und ist darum mit meinem ethisch-moralischem Prinzip der Gewaltlosigkeit nicht zu vereinbaren. "Ein bisschen" Initiierung von Zwang und Gewalt gibt es nicht. Ein Minimalstaat ist auch ein Staat, wenn er im Vergleich zum heutigen Zustand sicherlich das "kleine Übel" wäre. Ein Übel bliebe er aber trotzdem. Minarchist, am 31. Januar 2009 um 14:03 ( Link ) @freischwimmer: Weiter schreiben Sie: Molot, am 31. Januar 2009 um 21:33 ( Link ) freischwimmer gründen sie eine zeitung,Warum sollte ich eine Zeitung gründen, wo ich doch schon Miteigentümer (GEZ) einer Rundfunk und Fernsehgesellschaft bin. niemand hindert sie daran. Das war im Frühherbst 2008 in Köln ganz gut zu verfolgen. außer ihre eigene faulheit vielleicht. Das wird Ihnen vielleicht fremd sein, aber ich muß (will) meine Familie noch mit meiner Hände Arbeit ernähren. Da bleibt nicht allzu viel Zeit um Zeitungen zu gründen oder Demonstrationen zu organisieren. Jetzt aber mal eine Frage an Sie: Begründen Sie doch mal, warum Sie so vehement für den Sozialstaat eintreten. Was sind Ihre Motive? Was ist das erstrebenswerte (positive, gute) am Sozialismus? Bisher habe ich von Ihnen nur Kritik an der Freiheit gehört. Erklären Sie doch mal wofür Sie stehen. Was ist Ihre Vorstellung vom "kathegorischen Imperativ", vom "kleinsten gemeinsamen Nenner" der "Gesellschaft"? Juergen , am 01. Februar 2009 um 16:02 ( Link ) @Minarchist Die ersten Jahre der frühen Bundesrepublik nach dem 2. WK und der Währungsreform waren vermutlich eine solche geglückte Phase mit zumindest näherungsweise einem Minimalstaat (zumindest verglichen mit dem von heute). Von den Resultaten dieser Zeit mit ihrem vergleichsweise freien Unternehmertum und dem vorhandenen Leistungswillen der Bevölkerung (durch richtige Anreizstrukturen bzw. weitestgehend fehlender Sozialleistungen) zehren wir noch heute. Sie vergessen, dass zu Beginn der Bundesrepublik viele Unternehmen in Staatshand waren, die heute privatisiert sind. Z.B. Energiesektor, Post usw. Ausserdem wage ich zu bezweifeln, dass der Leistungswille der Bevölkerung seine Ursache alleine in fehlenden Sozialleistungen hatte. Denken Sie etwa, die Deutschen hätten ihr zerstörtes Land nicht wieder aufgebaut, wenn es umfassende Sozialleistungen gegeben hätte? Juergen , am 01. Februar 2009 um 16:20 ( Link ) Falls jemand Lust verspüren sollte auszuwandern: Ich komme gerade aus einem Land, in dem die Bevölkerung so gut wie keine Steuern zahlt, weil der Regierung die Möglichkeiten fehlen, diese einzuziehen. Außerdem gibt es keine Zwangs-Sozialversicherungen: Das Land heisst Sierra Leone. Es ist geradezu ein Paradies für Freigeister. Man sieht, dass das Fehlen der Arbeitslosenversicherung zu Vollbeschäftigung führt. Jeder, der ansonsten keine Arbeit hat, findet als Kleinhändler durch die Straßen und findet so ein Auskommen. Und auch die Polio-versehrten zeigen Eigeninitiative und Betteln auf Krücken oder bilden eine Joint Venture mit jemandem der ihren Rollstuhl durch die Strassen schiebt. Denn zu ihrem Glück gibt es hier keine staatliche Invalidenrente. Und man hört jeden Tag, wie gut das Verkehrswesen ohne staatliche Gängelung funktioniert. Das freudige Hupkonzert erschallt den ganzen Tag. Das schönste ist jedoch, dass auch der Ausbau der Infrastruktur privat erfolgt: Jugendliche Kleinunternehmer blockieren dort die Strassen wo sie gerade so tun als würden sie diese reparieren. Wer keine Lust hat zu zahlen, der brettert einfach durch die Absperrung. So wird es sicher nur noch 50 Jahre dauern bis die gröbsten Schlaglöcher verschwunden sind. Dem freien Markt ohne staatliche Misswirtschaft sei dank! Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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A. Lehmann, am 29. Januar 2009 um 10:43 ( Link )
Hervorragend!
Ich bin sehr gespannt...