27. Januar 2009

Criticón-Gründer Caspar von Schrenck-Notzing ist am Sonntag verstorben

Wir trauern um ein publizistisches Vorbild

Wie die Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung (FKBF) heute meldet, ist der  Publizist Caspar Freiherr von Schrenck-Notzing am Sonntag im Alter von 81 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben.

„Wir sind tief getroffen – mit Caspar von Schrenck-Notzing verliert Deutschland einen der wichtigsten konservativen Publizisten der Nachkriegszeit. Wir werden sein Andenken in Ehren halten und in seinem Sinne weiterarbeiten“, erklärte Dieter Stein, Stiftungsratsvorsitzender der FKBF.

1970 gründete der Münchner Historiker und Soziologe die Kulturzeitschrift „Criticón“, die schnell zum maßgeblichen Forum konservativer und freiheitlicher Intellektueller in der Bundesrepublik wurde.

Schrenck-Notzing schuf durch sein publizistisches Wirken die Basis für ein konservatives Gegengewicht zur Kulturrevolution von 1968. Drei Bücher, „Charakterwäsche“ (1965), „Zukunftsmacher“ (1968) und „Demokratisierung“ (1972), bilden die Grundlage seines Werkes.

Im Jahr 2000 gründete Schrenck-Notzing die „Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung“, die sich vor allem für die Förderung konservativer Bildung, Erziehung und Wissenschaft einsetzt. Sie vergibt den internationalen Baltasar-Gracián-Kulturpreis und seit 2007 den Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalisten.

In einem Gespräch mit der Zeitschrift eigentümlich frei im Juni 2005 antwortete Freiherr von Schrenck-Notzing auf die Frage „Was fällt Ihnen eigentlich spontan ein, wenn Sie an Deutschland denken?“ folgendes: „Der Heerwurm der deutschen Denunzianten: nach 1918, nach 1933, nach 1945.“

Viele liberale und libertäre spätere ef-Redaktionsbeiräte wie Roland Baader, Jörg Guido Hülsmann, Gerd Habermann oder Hans-Hermann Hoppe fanden in Schrenck-Notzings „Criticón“ jahrelang die einzige Möglichkeit, ungewöhnliche radikal-freiheitliche Gedanken zu publizieren. Die Zeitschrift eigentümlich frei verliert mit Caspar Freiherr von Schrenck-Notzing ein großes publizistisches Vorbild, dessen Andenken auch wir in Ehren halten werden.


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