André F. Lichtschlag

Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag).

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eigentümlich frei: In eigener Sache

von André F. Lichtschlag

Unterhaltung und Information

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu… Und so ist vor mehr als zehn Jahren eine damals sehr kleine Zeitschrift namens „eigentümlich frei“ als „Szeneblatt der deutschsprachigen Libertären“ entstanden und hat sich mit den Jahren und zunehmender Leser- und Autorenschaft hin zu neuen Ansprüchen und zu neuer Qualität entwickelt. Getragen wird sie nach wie vor von libertären, aber auch von konservativen, liberalen oder anderen Grundüberzeugungen. Beleuchtet werden Themen der Zeit aus einer ungewöhnlichen, in anderen Medien nicht oder kaum zu findenden Sicht. Ausgewählt werden Artikel und Autoren vom Herausgeber, nicht nach vermeintlicher Zugehörigkeit zu irgendwelchen Gruppen. Insofern liegt auch das „Konzept Marktplatz“ lange hinter uns. Wie bei jeder anderen Zeitschrift stimmen nicht alle Leser bei jedem Artikel zu, oft reiben sich Bezieher an diesem oder jenen Artikel, den Neugierige und Undogmatische aber dennoch ob der „anderen Sicht“ goutieren. Der Ehrgeiz allumfassenden Kopfnickens bleibt Sektenorganen vorbehalten. 

Die wichtigste Frage jeder Szene aber, wer oder was eigentlich jetzt noch „libertär ist“, die ständige Selbstvergewisserung, „aus libertärer Sicht“ zu schreiben, die interessiert die Macher dieser Zeitschrift schon lange nicht mehr. Dafür sind die Blockwarte und Linienrichter der Szene zuständig und sollen es auch bleiben.

Der Anspruch dieses Magazins ist eigenständig, bestmöglich und auf hohem Niveau zu unterhalten und zu informieren. Wir freuen uns, dass in all den vergangenen Jahren stets netto mindestens eine zweistellige Prozentzahl neuer Leser jährlich hinzugekommen ist, Leser, die unsere Arbeit als Individuen, nicht als Milieu, schätzen und unterstützen. Wir werden unseren Weg konsequent fortsetzen, ab Januar 2009 durchgängig auch im Innenteil in Farbe, soviel sei bereits verraten. Wir leben in spannenden Zeiten, begleitet von einer hoffentlich immer spannenden Zeitschrift.

Zwei wunderschöne Aphorismen möchte ich Ihnen abschließend, bevor wir uns wieder echten Themen zuwenden, mit auf den Weg geben, der erste von Nicolás Gómez Dávila, der zweite von Michael Klonovsky.

Die Parteigänger einer Sache sind in der Regel die besten Argumente gegen sie.

Einzelmenschen sind zu ertragen, Milieus nie.

14. November 2008

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Kommentare

Bolkonskij, am 14. November 2008 um 17:23 ( Link )

Bravo, weiter so :)

Scrutograph, am 14. November 2008 um 18:46 ( Link )

Ist auch schon der Wechsel zu seriöseren Anzeigenanbietern möglich, die keine Verschwörungstheorie vertreten? Ich fand die Anzeigen in der eifrei teilweise ziemlich obskur und eher abschreckend, quasi kontraeffektive Werbung.

freischwimmer, am 14. November 2008 um 19:14 ( Link )

Ich möchte meinem Vorredner beipflichten und ergänzen, dass ich es wenig sinnvoll finde, dass ef auf einem Weblog (PI) wirbt, auf dem gleichfalls verurteilte Terroristen (JTF) für ihr anliegen kämpfen!
Ansonsten: Herzlichen Glückwunsch für ihr Magazin!

Michael Heppner, am 16. November 2008 um 0:11 ( Link )

Diese Entwicklung ist sehr bedauerlich. Mit dieser Zielsetzung ist das EF-Magazin nicht gestartet.

nl, am 16. November 2008 um 21:25 ( Link )


Einzelmenschen sind zu ertragen, Milieus nie.

Das ist der Grund, warum ich ef nicht ertrage. Parteigänger in eigener Sache.

Waldemar , am 17. November 2008 um 13:40 ( Link )

Lieber Herr Lichtschlag,

die Aufmachung ist für mich nicht so wichtig. Deshalb würde ich auch auf die Farbe im Innenteil verzichten, wenn Sie nur bei Ihrer unabhängigen Linie bleiben!

Das ef-Magazin ist eine Perle auf dem sonst so trostlosen und fast gleichgeschalteten Pressemarkt. Ich habe viele Beiträge mit grösstem Interesse gelesen und viele Äusserungen regelrecht herbeigesehnt, weil man sie in der Mainstream-Presse einfach nicht findet aber erwartet.

Ein Highlight der letzten Zeit war für mich die Berichterstattung über die dritte Konferenz der Property and Freedom Society. Super Beiträge!

Das ist auch die Stärke von ef: nicht Tagesmeldungen, sondern Grundsätzliches. Jedes Heft ein Stich ins Wespennest unserer Parei-Nomenklatura. Sie rühren gern mal in den Steuer- und Gebührentrögen, an denen sich unsere Vertreter der wahren Werte eingegraben haben. Gut so!

Was ich mir für die Zukunft wünschen würde: eine (vielleicht auch andauernde) Grundsatzdiskussion zum Thema Freiheit, die ja zentrales Thema dieses Magazins ist, zu Recht. Freiheit wird von unseren Organen inzwischen ja gerne als überholtes Denkrelikt elitärer Bürgerkinder abgetan. Mit Freiheit mag man sich nicht beschäftigen, die stört nur beim Abkassieren.

Was ich hier manchmal vermisse ist die Eingruppierung und der Stellenwert der Freiheit im Zusammenleben von Menschen in Gesellschaften. Einfaches Beispiel: auch das freieste Land, das aus mündigen und freiheitsliebenden Bürgern aufgebaut ist, wird Verkehrsregeln kennen, an die sich jeder hält. Diese Regeln sind für mich keine Einschränkung der Freiheit. Oder ebenso wird in einem freien Land Diebstahl verboten sein, oder manche anderen Dinge, die dem Zusammenleben von Menschen nicht bekommen. Ein freier Mann und eine freie Frau, die sich für ihr Leben zusammenschliessen, werden sicher das ungeschriebene Gesetz akzeptieren, dass ein Dritter in ihrer Beziehung nichts zu suchen hat. Aber sind sie deshalb etwa weniger frei? Doch sicher nicht.

Ich würde mir wünschen, dass die vielen qualifizierten Köpfe, die an diesem Magazin mitarbeiten, ab und zu einen gedanklichen Beitrag zu solchen Grundsatzfragen leisten: wie kann ich ehrlich und realistisch Freiheit in der Gesellschaft verwirklichen. Ich hatte hier manchmal den leichten Eindruck, dass manche Erbringer von Beiträgen mit Freiheit den Dschungel meinen, die Freiheit der Tiere. Vielleicht hatte ich diesen Eindruck ja zu Unrecht. Aber ich finde, dass zivilisierte, intelligente und aufgeklärte Menschen Freiheit doch anders interpretieren als primitive Tiere!

In diesem Sinne wünsche ich dem Magazin noch ein langes Leben! Eifrei wird gebraucht!

dickbrettbohrer, am 17. November 2008 um 15:26 ( Link )

"Was ich hier manchmal vermisse ist die Eingruppierung und der Stellenwert der Freiheit im Zusammenleben von Menschen in Gesellschaften. Einfaches Beispiel: auch das freieste Land, das aus mündigen und freiheitsliebenden Bürgern aufgebaut ist, wird Verkehrsregeln kennen, an die sich jeder hält. Diese Regeln sind für mich keine Einschränkung der Freiheit."

Verkehrsregeln sind eine Ordnung, die wie von unsichtbarer Hand natürlich gewachsen sind und nur noch schriftlich zusammengefaßt werden mußten. Keine Regierung hätte sich ein Regelsystem ausdenken können, das so reibungslos funktioniert. Wo immer sich aber Politiker einmischen und eine neue Wirklichkeit konstruieren wollen, wird die Ordnung gestört - welches Rädchen blockiert, weiß man im voraus nicht. Daß eines blockiert, ist sicher. So erfordert ein Eingriff den nächsten, und es blockieren immer mehr Rädchen.
Siehe Rechtschreibreform. Auch die Rechtschreibung war kein menschliches Konstrukt, sondern eine gewachsene Ordnung, von der überhebliche Menschen meinten, sie mittels ihres begrenzten Verstandes "verbessern" zu können. Begrenzt ist der individuelle Verstand, wie brillant auch immer, im Hinblick auf die Gesamtgesellschaft und die Ordnung der Schöpfung immer - sie kann nichts anderes sein als das. Immerhin beinhaltet die Struktur dieser Gesellschaft das Wissen all der Generationen vor uns und all der Individuen, die mit uns leben. Das Ei kann nun einmal nicht klüger sein als die Henne. Mehr Demut und Bescheidenheit würden in vielen Lebenslagen vor Unglück bewahren.

Lion Edler, am 18. November 2008 um 0:21 ( Link )

Ich schließe mich dem Beitrag voll und ganz an. Man kann es nicht Jedem rechtmachen, aber für ein ,,Szene-Magazin" bietet ef auch meines Erachtens ein recht breites Meinungssprektrum.

Behalten Sie insbesondere auf jeden Fall ihre erfrischend polemische Art bei. Am Besten noch mehr unhaltbare Nazi- und Hitler-Vergleiche bitte!

Lion Edler.

freiheitistunteilbar, am 20. November 2008 um 16:32 ( Link )

@dickbrettbohrer:

Einfaches Beispiel: auch das freieste Land, das aus mündigen und freiheitsliebenden Bürgern aufgebaut ist, wird Verkehrsregeln kennen, an die sich jeder hält. Diese Regeln sind für mich keine Einschränkung der Freiheit."

Es wird immer Leute geben, die dagegen verstoßen, was die Politik zum Anlass nimmt die Bevölkerung dahingehend stärker zu gängeln.

Alles, was man als sinnvoll erachtet als "gewachsene Ordnung" zu bezeichnen, nur um nicht zugeben zu müssen, das es Kopfgeburten waren, ist der falsche Weg.

Selbstverständlich wurde die Rechtschreibung immer zyklisch reformiert, sonst würden wir noch schreiben wie anno dazumal. Das eine natürlich gewachsene Ordnung dem vorzuziehen ist, dürfte klar sein.

Das Ei kann nicht klüger sein als die Henne, das Kücken hingegen kann es noch werden.

Wer Angst vor Veränderungen hat, der wird stets die Überlegenheit der natürlichen Ordnung propagieren.

Auf die Marktwirtschaft trifft die ihre Überlegenheit zu und ebenso gegenüber der Gesellschaftsklempnerei, aber nicht auf Innovationen.


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