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Luxussozialisten: Sollen Kinder in Entwicklungsländern hungern statt arbeiten?

von Marco Kanne

Wie die blindwütige Selbstgerechtigkeit westlicher Wohlstandslinker Armut und Leid in der Welt vergrößert

Unter Luxussozialisten weiss man: Globalisierung ist bäh. Konzerne sind bäh. "Kinderarbeit" in deren Fabriken ist natürlich auch bäh. Beim Tässchen Latte Macchiato — das mehr kostet, als ein Ackerbauer in Bangladesch für seine Familie in der Woche erwirtschaften kann — im Lieblingscafe in der City, da schnattert man mit GesinnungsgenossInnen über die Welt und wie bunt und schön sie wäre, wenn alle nach der Gutmenschenpfeife tanzen würden.

So erwärmt die luxuslinke Seele nicht nur der mittägliche Sonnenschein, sondern vor allem der wohlig warme Strom der Selbstgerechtigkeit, der den edlen sozialistischen Weltenretter bei der Äußerung gedankenloser Forderungen durchdringt, deren Umsetzung ein Vielfaches an Leid und Not in der Welt zur Folge hätte.

Ein Beispiel menschenverachtender Gedankenlosigkeit, das vor zwei Monaten die Aufmerksamkeit der Mainstreammedien auf sich gezogen hat, war die satte Protestsimulation einer gewissen Kirsten Brodde gegen das Unternehmen Tchibo. Dieses lässt — wie so viele andere auch, nachdem eine unverschämt ausbeuterische Steuer- und Abgabenpolitik die Textilfirmen aus Deutschland verjagdt oder in die Pleite getrieben hat — sein Kleidungssortiment in Schwellen- und Entwicklungsländern fertigen.

Häufig sind die Arbeitskräfte dort Kinder. Satten westlichen Wohlstandmenschen wie besagter Frau Brodde geht es nun gegen den Strich, dass Tchibo und andere Konzerne den Menschen in den ärmsten Gebieten der Welt Alternativen bieten, die Chance, sich ein bescheidenes Einkommen zu erwirtschaften, das die Ernährung der meist kinderreichen Familien sichert und möglicherweise sogar noch ausreicht, wenigstens ein Kind aus der Familie in die Schule zu schicken.

Somit macht das wirtschaftliche Engagement Tchibos und jedes anderen Konzerns in den ärmsten Gebieten der Welt es möglich, dass die Menschen dort — wenn auch langsam — materiell vorankommen. Sie wollen Leben und Lebenschancen. Der Arbeitsplatz in der Fabrik des westlichen Konzerns ermöglich ihnen genau das.

Was wäre die Alternative? Was wären die Folgen für die Menschen dort und hier, wenn beispielsweise die böse westliche Textilindustrie ab sofort wird nicht mehr in diesen Ländern produzierte, sondern nur noch in westlichen Staaten nach deren Standards und zu deren durch den Staat in die Höhe getriebenen Löhnen, von denen die Arbeitnehmer doch auch nur einen Bruchteil sehen?

Die Folgen für die Menschen in den armen Lanstrichen des Globus' wären verheerend. Sie könnten mangels Arbeitsgelegenheit ihre Kinder nicht mehr ausreichend ernähren, müssten diese zur Feldarbeit verdonnern, die anstrengender, gesundheitsschädlicher und darüber hinaus noch weitaus unprofitabler ist, als es die Arbeit in einer Fabrik des ach so bösen westlichen Konzerns wäre.

Geld für Bildung bliebe damit natürlich auch nicht mehr über. Die Familie, die es schafft, alle Angehörigen zu ernähren, darf sich schon glücklich schätzen. Welches Drama sich dort abspielen muss, wo aus Mangel an Nahrung die Eltern zur Selektion gezwungen sind, welches Kind leben darf und welches verhungern muss, will ich mir gar nicht vorstellen. Verschwendet eine satte Kirsten Brodde oder ein anderer dieser verantwortungslosen Luxussozialisten auch nur einen Gedanken an an dies, wenn er voller moralischer Selbstgerechtigkeit gegen "Kinderarbeit" oder "Hungerlöhne" in den Fabriken westlicher Unternehmen hetzt?

Die Folgen hierzulande hätten ebenfalls die Ärmsten der Gesellschaft auszubaden, insbesondere arme Familien. Denn Kleidung würde sich um ein Vielfaches verteuern, ja preislich gerade zu explodieren. Zeiten, die man nur noch aus alten Büchern zu kennen glaubt, wo der Jüngste mit den kaputten Schuhen und Hosen in die Schule geschickt wurde, weil das Geld der Familie nicht für neue reichte, sie würden uns wieder einholen. Kein Thema für Luxuslinke, die nicht Gefahr laufen, der Armut zum Opfer zu fallen?

Wie man es dreht und wendet, die Globalisierung ist ein menschlicher und wirtschaftlicher Fortschritt für alle. Sie macht Produkte günstiger und so für viele hierzulande erschwinglich. Sie sorgt für Arbeitsplätze in den ärmsten Regionen der Erde, die es den Menschen dort möglich macht, sich selbst aus dem materiellen Elend zu befreien. Globalisierung, das wirtschaftliche Engagement westlicher Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern, ist nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in moralischer und sozialer Hinsicht ein Erfolg auf der ganzen Linie.

Würde der deutsche Staat nicht durch eine perverse Steuer- und Abgabenhöhe scheinbar alles dafür tun, dass die Menschen hierzulande so wenig wie möglich von der Globalisierung profitieren, Arbeitslosigkeit wäre kein Thema mehr. Denn jene Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern, die gestern noch in den Fabriken gearbeitet haben, wollen morgen die in aller Welt gerühmte deutsche Qualität kaufen, wenn die materiellen Grundbedürfnisse befriedigt sind. Geben wir ihnen und uns die Chance dazu, die Chance auf Wohlstand, Fortschritt, Freiheit!

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19. August 2008

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Kommentare

Carl, am 20. August 2008 um 10:10 ( Link )

Natürlich, Einkommen aus Kinderarbeit ist besser als kein Einkommen oder gar Entwicklungshilfe, aber ich finde auch deine Sicht nicht wirklich umfassend, denn unproblematisch verhält es sich mit der globalen Arbeitsteilung auch nicht.

Das Prinzip der komparativen Kostenvorteile, auf welchem die ganze Globalisierungsdynamik beruht, hat mehrere Eigenschaften, die ich als problematisch empfinde und die man nicht unter "Erfolgsgeschichte auf der ganzen Linie" zusammenfassen sollte.

Anstatt die manuell begabten Arbeitnehmer in Europa etwa ihren Fähigkeiten nach zu beschäftigen, und somit die allg. Wohlfahrt zu steigern, zahlen wir in Europa für, ich würde schätzen 40-50 Millionen Menschen Wohlfahrtsleistungen, ohne dafür Wohlfahrtsgewinne in Form von Arbeitsleistung zu erhalten. Die Theorie würde nun besagen, dass diese Menschen einfach einer anderen Arbeit nachgehen, aber die Anforderungsprofile lassen sich scheinbar nicht mit den vorhandenen Arbeitnehmern in Harmonie bringen. Um es prägnant zu formulieren: Die Geringqualifizierten lungern rum, leben mehr oder weniger unfreiwillig vom Wohlstand, der nun vermehrt durch Hochqualifizierte erwirtschaftet wird, anstatt selbst einen Beitrag zu leisten bzw. leisten zu können.

Außerdem, und das mag eine ganz subjektive Empfindung sein, denke ich, dass mit der Globalisierung ein großer Qualitätsverlust der Waren einhergegangen ist. Selbst teure Markenware hält heute kaum länger als ein paar Jahre. Persönlich würde ich auch dies mit einpreisen in die Abwägung der positiven und negativen Effekte der Globalisierung.

Die von dir angeführten Linken indes halten die Globalisierung aus einer Emotion und ihrem gutmenschlichen Komplex heraus für "böse", wobei die kindlich anmutende Sprache durchaus gut passt. Es ist das typisch linke Denken, dass wer da kämpft für das Recht, der hat eben immer Recht, auch wenn er grad mal nicht Recht hat. Persönlich frage ich mich bei Leuten wie Frau B. stets, was sie wohl mal schlimmes in ihrem Leben gemacht haben muß, dass sie es nun nötig hat Mutter Theresa zu spielen...

Marco Kanne, am 20. August 2008 um 10:45 ( Link )

Carl,

Natürlich, Einkommen aus Kinderarbeit ist besser als kein Einkommen oder gar Entwicklungshilfe, aber ich finde auch deine Sicht nicht wirklich umfassend, denn unproblematisch verhält es sich mit der globalen Arbeitsteilung auch nicht.

"Umfassend" kann das, was ich da abgeliefert habe, auch gar nicht sein. Dafür wäre dies auch die falsche Stelle. Da müsste ich schon 'n Buch schreiben. Und selbst dann würde ich mir nicht anmaßen, meine Sicht der Dinge als "umfassend" zu bezeichnen.

Niemand kann die Welt in all ihren Verästelungen durchdringen. Will ich auch gar nicht. Muss ich auch gar nicht. Lass die Dinge einfach laufen. Lass die Menschen einfach machen.

Deinen weiteren Ausführungen kann ich in so fern den Wind aus den Segeln nehmen, als Du Dich auf den Status quo beziehst. Der bringt in Deutschland tatsächlich Nachteile für viele Menschen, was aber nichts primär mit Globalisierung, "Kinderarbeit" oder der Verlagerung von Arbeitsplätzen in andere Regionen der Erde zu tun hat, sondern primär mit der hierzulande grassiernden veränderungs- und freiheitsfeindlichen Mentalität der Mehrheit, die ihre Manifestation in allen möglichen Regulationen durch den Staat findet, in dem Bemühen, den gewohten Ablauf des Lebens in der sterbenden Industriegesellschaft zu konservieren. Das muss natürlich schiefgehen.

Darüber hinaus wird Dir auffallen, wenn Du ein paar mehr meiner Beiträge liest, dass ich - für eine Anti-Staats-Libertären ungewöhnlich - in aller Regel nicht wirtschaf(swissenschaf)tlich argumentiere, sondern primär sozialethisch. Der freie Markt ist gut und richtig, weil er aus meiner Sicht die ethisch und moralisch beste Form des menschlichen Zusammenlebens darstellt, ausgehend von der Prämisse, dass (die Initiierung von) Gewalt, in welcher Form auch immer, verwerflich ist. Die Globalisierung ist gut, weil sie den Ärmsten der Erde die Chance eröffnet, sich aus der Armut selbst zu befreien und Gewalt ja nicht als Prinzip zur Anwendung kommt.

Was den gefühlten "Qualitätsverlust" angeht: Mein Gefühl ist das komplette Gegenteil. Ich habe das Gefühl, die Produkte, die ich kaufe, werden immer besser. Hat wohl auch damit zu tun, dass ich a) noch recht jung bin, b) Erfahrungen mit der auslaufenden DDR und ihrem wirtschaftlichen Nachleben habe und c) nicht über ein solch hohes Einkommen verfüge, dass ich mir tatsächliche materielle Luxusgüter leisten könnte. Dafür leiste ich mir bewusst einen anderen Luxus: verfügbare Zeit. Und diese ist qualitativ so gut wie eh und je, möglicherweise besser, weil die Menge an Möglichkeiten, diese Zeit lebensbereichernd zu nutzen, größer geworden ist.

Urban, am 20. August 2008 um 13:32 ( Link )

Zitat: "Dieses lässt — wie so viele andere auch, nachdem eine unverschämt ausbeuterische Steuer- und Abgabenpolitik die Textilfirmen aus Deutschland verjagt oder in die Pleite getrieben hat — sein Kleidungssortiment in Schwellen- und Entwicklungsländern fertigen."

Auch wenn die Steuer bei 0% läge, würden die Konzerne + größeren Firmen nicht in Deutschland bleiben. Ganz einfach deshalb, weil die Gehälter in diesen Entwicklungsstaaten vergleichsweise extrem niedrig sind. Wollen Sie etwa unsere Gehälter auf Drittweltniveau senken, damit die Firmen da bleiben?
Es ist also nicht immer der "böse" Staat, der Schuld trägt.
Vielmehr liegt es am Wesen des Kapitalismus, dort vor Ort zu sein, wo die größten Profite zu holen sind. Die von Ihnen so gelobte Globalisierung hat unter anderem zur Folge, dass die Menschen zunehmend wurzelloser werden. So werden zB. in bestimmten Fachbereichen Polen angeworben, nach Deutschland zu kommen, zumal es sich in Polen mit deutschen Gehältern gut leben lässt. Den Polen fehlen nun diese Kräfte im eigenen Land und so werben sie in Weißrussland oder der Ukraine die fehlenden Fachkräfte an. Die fehlenden Arbeitskräfte in der Ukraine werden....
Sie merken, wozu das führt. Wollen sie diese Nomadisierung?

Angela Schreiber, am 20. August 2008 um 15:19 ( Link )

Marco Kanne kann man auch in der aufstrebenden Schülerzeitung Blaue Narzisse lesen. In ebendemselben Stil.
Eine Sprach-Malerei, die vom "wohlig warme[n] Strom der Selbstgerechtigkeit" weiß, "der den edlen sozialistischen Weltenretter" durchdringe, hat sehr viel Laszives an sich. Hier mischt sich befreite Jugendlichkeit mit dem Ordnungssinn des alten Arbeiter- und Bauernstaates; doch politische Wahrhaftigkeit hat darin keinen Platz. Denn ist es nicht wahr, daß gerade erst die Großeltern gestorben sind, denen die kalte Selbstgerechtigkeit des Versailler Friedens-Vertrages in den Nacken blies, so daß sie fröstelnd nach einem nationalen Volksretter Ausschau hielten ?

Nicht diejenigen, die sich aus dem Urteil der Geschichte durch Arbeit freiringen, gehören an den Pranger wegen ehemals verfehlter Moral. Sondern diejenigen, denen die Frucht der Freiheit in den Schoß fällt, ohne daß sie sich nach dem Wirken Gottes daran umgeschaut hätten.

Unidad, am 20. August 2008 um 15:27 ( Link )

Grundsätzlich stimme ich dem Autoren vollkommen zu. Leider hat er es versäumt, darauf hinzuweisen, dass die Arbeitgeber in den dortigen Regionen ebenfalls Verfehlungen begehen.

Wenn beispielsweise Pflanzenschutzmittel in Gewächshäuser gespritzt werden, während sich noch Arbeiterinnen (ohne Schutzkleidung) darin befinden, oder Kinder in Spielzeugfabriken giftigen Dämpfen ausgesetzt werden, müssen solche Firmen durchaus einer heftigen Kritik ausgesetzt werden. Hier ist der Artikel leider zu einseitig geraten!

Sphairon, am 20. August 2008 um 20:26 ( Link )

Und was, Angela Schreiber, möchten Sie uns damit genau sagen?

Marco Kanne, am 20. August 2008 um 20:31 ( Link )

Urban,

Auch wenn die Steuer bei 0% läge, würden die Konzerne + größeren Firmen nicht in Deutschland bleiben.

Ach, nach sicher würden viele trotzdem gehen. Jedoch steigt die Wahrscheinlichkeit mit jedem Euro, mit dem die Kosten des Unternehmens in Deutschland zu produzieren durch den Staat künstlich in die Höhe getrieben wird. Und nicht nur das. Der Lohn eines Arbeitnehmers wird schließlich um jenen Betrag gemindert, den das Unternehmen/der Arbeitnehmer als Sozialabgaben und Steuern abzuführen gezwungen ist. Also nicht nur höhere Produktpreise, sondern auch weniger Menschen, die sich diese leisten können. Das treibt natürlich die Unternehmen nochmal stärker in andere Regionen der Welt.

Wollen Sie etwa unsere Gehälter auf Drittweltniveau senken, damit die Firmen da bleiben?

Ich will gar nichts, außer dem freien Markt, meiner Freiheit. Was Sie mit ihrem Arbeitgeber ausmachen, ist mir doch wumpe. Aber wenn ich ihr Produkt nicht kaufen oder ihre Dienstleistung nicht in Anspruch nehmen kann, weil's zu teuer ist, dann ist das eben so.

Es ist also nicht immer der "böse" Staat, der Schuld trägt.
Vielmehr liegt es am Wesen des Kapitalismus, dort vor Ort zu sein, wo die größten Profite zu holen sind

Doch, der Staat trägt immer Schuld. Der Staat ist nichts anderes als Menschen, die Zwang und Gewalt gegenüber anderen ausüben. Und Zwang und Gewalt löst die Probleme ja nicht, die durchaus bestehen und auch im freien Markt bestehen würden. Hier geht's um die Verantwortung des Einzelnen. Kaufen Sie halt nur noch deutsche Produkte, wenn sie die Abwanderung von Arbeitsplätzen verhindern wollen. Das könnten Sie ja auch heute schon tun. Machen Sie's?

Die von Ihnen so gelobte Globalisierung hat unter anderem zur Folge, dass die Menschen zunehmend wurzelloser werden.

Naja, das ist jetzt so 'ne gefühlte Geschichte, richtig? Ich fühle mich nämlich aber überhaupt nicht "wurzellos". Komisch.

So werden zB. in bestimmten Fachbereichen Polen angeworben, nach Deutschland zu kommen, zumal es sich in Polen mit deutschen Gehältern gut leben lässt. Den Polen fehlen nun diese Kräfte im eigenen Land und so werben sie in Weißrussland oder der Ukraine die fehlenden Fachkräfte an. Die fehlenden Arbeitskräfte in der Ukraine werden....

Aha und was ist jetzt daran negativ? Sie sagen ja selbst, dass die polnischen Menschen von den in Deutschland erwirtschafteten IN POLEN gut leben können und wollen. Scheinbar wissen die also ganz genau, wo ihre Wurzeln sind. "Nomadisierung" ist das also ganz und gar nicht, denn man kehrt ja immer wieder an den gleichen Ort, den man als Heimat empfindet, zurück. Und selbst wenn es eine "Nomadisierung" gäbe, was wäre das Problem damit. Ich sehe das nicht wirklich?

Sie merken, wozu das führt. Wollen sie diese Nomadisierung?

Nochmal: Ich will gar nichts. Wenn Menschen aus freiem Willen mit anderen Menschen übereinkommen hier oder da zu arbeiten und dafür umzuziehen, was habe ich denn damit bitte zu tun? Ich werde die sicher nicht mit Zwang und Gewalt davon abhalten.

Marco Kanne, am 20. August 2008 um 20:38 ( Link )

Angela Schreiber,

Ihre Worte klingen total wirr. Was wollen Sie denn jetzt bitte genau von mir?

Dass sich eine mutmaßliche Mitarbeiterin der staatlich subventionierten FES hier zu äußern genötigt sieht ... Sie kennen ja den Spruch mit den getroffenen Hunden, die bellen. ;-)

Marco Kanne, am 20. August 2008 um 20:51 ( Link )

Unidad, danke für die konstruktive Kritik. Angenommen. Der Hinweis darauf, dass es auch Verfehlungen der Unternehmen gibt, hätte natürlich kurz angerissen gehört. Aber der Text war ja als Polemik gegen die in ihrer Konsequenz menschenverachtende Selbstgerechtigkeit westlicher, statter Wohlstandssozialisten. Polemiken müssen nich ausgewogen sein.

Daddeldu, am 20. August 2008 um 22:12 ( Link )

Unter Luxussozialisten weiß man: Globalisierung ist bäh. Konzerne sind bäh. "Kinderarbeit" in deren Fabriken ist natürlich auch bäh.

Zustimmung!

Das Schlagwort Kinderarbeit ist sowieso einer der größten und genialsten Propaganda-Coups der Sozialisten.

In der gesamten Menschheitsgeschichte und in allen Gesellschaften auf der Welt mussten Kinder arbeiten von dem Tag an, an dem sie stehen konnten. In der Landwirtschaft, der Fischerei, der Verarbeitung der Jagdbeute, in Haus und Hof. War unausweichlich, selbstverständlich und eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

In allen vorindustriellen Gesellschaften war Kinderarbeit so selbstverständlich, dass es noch nicht mal ein Wort dafür gab.

Als es dann los ging mit der Industrialisierung, da wurde die Kinderarbeit doch tatsächlich - guess what - nicht gleich am ersten Tag abgeschafft. Auch die Arbeiterkinder mussten, wie die Bauernkinder, mit anpacken, weil man es sich unter den Arbeitern genauso wenig leisten konnte wie unter den Bauern, dass einer isst, aber nicht arbeitet. Die wirtschaftliche Notwendigkeit bestand weiterhin.

Und jetzt, seit einem sehr, sehr kurzen Zeitraum (es ging erstmals vor ca. 150-200 Jahren los) gibt es einige, wenige Regionen, in denen Menschen es sich aufgrund des Kapitalismus und zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte leisten können, Kinder von der Arbeit freizustellen.

Und jetzt zeigt man auf die Anfangsphase der Entwicklung des Kapitalismus und moniert, dass die Kinderarbeit nicht am ersten Tage abgeschafft wurde. Sondern erst, wenn die Leute es sich wirtschaftlich leisten können. Und obwohl es der Kapitalismus war, der die Befreiung von der Kinderarbeit brachte.

Daddeldu

Unidad, am 20. August 2008 um 22:49 ( Link )

@ Marco: Es war mir schon klar, dass Du deshalb nicht auf das Thema der Verfehlungen von Arbeitgebern in Drittwelt-Ländern eingegangen bist, weil es vor allem in der Mainstream-Presse schon sehr ausführlich besprochen wurde.

Trotzdem würde ich mich freuen, wenn dieses sehr ernsthafte Problem einmal von einem liberalen oder libertären Autoren, vielleicht Dir selbst, aufgegriffen wird.

Helga Karl, am 21. August 2008 um 13:56 ( Link )

Globalisierung bäh, Kinderarbeit bäh, so ist es.
Der Grundgedanke der Globalisierung wär an und für sich eine gute Sache (soziale Gerechtigkeit auch für die Menschen in der dritten Welt), die Realität allerdings sieht anders aus.
Die Arbeit der Menschen in den sogenannten Schwellenländern ist durch brutale Ausbeutung der Arbeitskraft und durch fehlende Arbeitsplatzsicherheit gekennzeichnet und das für einen Lohn der ihnen ein menschenwürdiges Leben versagt. Erschwerend kommt hinzu, dass Arbeiter die versuchen eine Gewerkschaft zu gründen als Unruhestifter betrachtet werden und man sie häufig bedroht und einschüchtert.
Alleine in Afrika arbeiten fast 50 Millionen Kinder und viele davon in der Landwirtschaft. Dank der Globalisierung und des Freihandelabkommens der EU können sie nach stundenlanger Arbeit unter brütender Sonne, ihre Produkte nicht mehr verkaufen, weil Eu subventionierte Produkte um ein vielfaches billiger sind.
Nur ein Beispiel von vielen.
Es globalisiert sich nicht soziale Gerechtigkeit sondern das Kapital, und ein Herr Brabeck oder Herr Vasella oder wie sie sonst noch heißen, wären ganz schnell arbeitslos, würden sie nicht den höchstmöglichsten Gewinn für ihre Unternehmen erziehlen.
Als Mutter empfinde ich es als Schande, dass Kinder in Entwicklungsländern zur Arbeit gezwungen werden, denn wie wir bereits festgestellt haben heißt die Alternative "verhungern"
Ich denke wir haben eine moralische Verpflichtung den Menschen gegenüber, die es uns ermöglichen 5 Euro T shirts zu kaufen und die tagtäglich von den transkontinentalen Konzernen ausgebeutet und gedemütigt werden.
Diese Luxussozialisten prangern dieses Unrecht an und wir diskutieren darüber ob ein Kind arbeiten oder verhungern soll, da sträuben sich mir die Nackenhaare.
Die Weltlandwirtschaft ist in der Lage 12 Milliarden Menschen zu ernähren, trotzdem verhungert alle fünf Sekunden ein Kind.
Dieses täglich Massaker zu bekämpfen sollte unser Hauptanliegen sein.

Sphairon, am 21. August 2008 um 22:05 ( Link )

Helga Karl, wir wollen diesem Anliegen durch Freihandel und Abbau staatlicher Kostenfaktoren weiterhelfen. Wie würden Sie dies angehen?

Helga Karl, am 22. August 2008 um 1:19 ( Link )

neoliberal....frei und liberal ohne staatliche Kontrolle, dass ist deren Traum.........endlose Ausbreitung des Kapitals, daran glaubt die Menschheit.
Wir sollten einen Schritt zurückgehen....

Unidad, am 22. August 2008 um 2:23 ( Link )

Die Weltlandwirtschaft ist in der Lage 12 Milliarden Menschen zu ernähren, trotzdem verhungert alle fünf Sekunden ein Kind.

Derartige Zahlenspielchen funktionieren leider nur auf dem Papier. Sie gehen nämlich davon aus, dass der auf der Welt vorhandene Wohlstand gegeben wäre und nach Lust und Laune verteilt werden kann.
Das Problem, das hierbei aufträte ist, dass der Wohlstand nicht vorhanden ist, sondern zuerst von vielen Menschen geschaffen werden muss. Nimmt man denjenigen, die an der Erzeugung der Güter wesentlich beteiligt waren einen großen Anteil dieser Güter weg, reagieren diese, indem sie die Güterprodutkion drosseln oder ganz einstellen, wodurch der Wohlstand rapide sinkt.

So haben beispielsweise die Bauern in der UdssR die Lebensmittelproduktion eingestellt, nachdem Lenin ihre Erzeugnisse "gerecht" verteilen wollte. Folge: Hunderttausende von Toten.

Fazit: Es ist keine Lösung, vorhandenen Wohlstand von seinen Eigentümern wegzunehmen. Stattdessen sollten diejenigen Menschen, die am Rande des Existenzminimums leben, die Möglichkeit bekommen, selbst die nötige Güter zu erzeugen.

Helga Karl, am 22. August 2008 um 12:55 ( Link )

@Unidad, solche Zahlenspielchen sollten was Grundnahrungsmittel anbelangt funktionieren.
Gemessen am Lebendgewicht gibt es dreimal so viel Rinder wie Menschen, damit der Fleischkonsum für die reichen Länder gesichtert ist. Der Irrsinn an der ganze Sache ist, das viele 3. Weltländer gezwungen werden ihre Subsistenzlandwirtschaft aufzugeben, um Soja für unsere Rinder anzubauen. Für diesen Wahnsinn werden auch noch Regenwälder abgeholzt.
Als würde das nicht schon reichen, fängt der Mensch auch noch damit an Lebensmittel zu verheizen. Mit 50 Liter Bioethanol , besser gesagt mit dem Getreide dass ich zur Herstellung von 50 l Biosprit benötige, könnte man ein Kind in der 3. Welt ein Jahr lang ernähren.
Das treibt natürlich die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe, was für viele Menschen in den armen Ländern dieser Welt den Hungertod bedeutet.

Fazit: Es ist keine Lösung, vorhandenen Wohlstand von seinen Eigentümern wegzunehmen.

Ich denke auch so....
Wir müssen den Menschen in der dritten Welt nicht mehr geben, sondern ihnen weniger stehlen.

Michel Fördermitglied, am 22. August 2008 um 20:19 ( Link )

@ Helga Karl: Das mit den Subventionen von Biosprit ist schon ein Üble sache, nur gegenüber dem Schaden den die lokalen Kleptokraten anrichten, dürfte das zu vernachlässigen sein.
Wir in den Reichenländern müssen uns von der Vorstellung lösen, für das Leid der 3.Welt verantwortlich zu sein. (Als Normalbürger ist man das schon sowie so nicht)

Helga Karl, am 22. August 2008 um 21:31 ( Link )

@Michel, das sehe ich nicht so...genauso wie man Politik nicht mehr auf ein Land reduzieren kann.
Wir leben im Zeitalter der Globalisierung, und diese schreitet voran, selbst wen wir es wollten wir können sie nicht mehr aufhalten. Allerdings sollten wir ihr eine neue Richtung geben, denn wenn wir es nicht tun, wer dann?
Nicht soziale Gerechtigkeit globalisiert sich sondern das Kapital und die damit verbundene Macht....Kriege werden geführt, Regierungen werden gestürzt, Menschen unterdrückt und ermordet.
Es gibt keine Fatalität für den Hungertod von so vielen Menschen, jedes Kind das verhungert, wird ermordet. Und ich möchte auch nicht darüber diskutieren was besser ist; Kinderarbeit oder Hungertod....beides ist für mich grausam und wir sollten es uns zur Aufgabe machen für diese Menschen zu kämpfen.
Wir nehmen ihre Rohstoffe, holzen ihre Wälder ab, zwingen sie zur Aufgabe ihrer Subsistenzlandwirtschaft und lehnen dann jede Verantwortung für diese Menschen ab.
Freilich ist es nicht der Bruttonormalverbraucher der dieses Elend verursacht, aber wir leben in einer relativ gut funktionierenden Demokratie, können uns in alle Richtungen informieren...müssen uns nicht vom mainstream treiben lassen, und sollten aufstehen und dafür kämpfen dass dieses tägliche Massaker aufhört.
Wir haben sehr wohl eine moralische Verpflichtung diesen Menschen gegenüber.....

Michel Fördermitglied, am 22. August 2008 um 23:44 ( Link )

"jedes Kind das verhungert, wird ermordet."

Das ist eine Verharmlosung von Mord! Ende der Diskussion.

Helga Karl, am 23. August 2008 um 16:09 ( Link )

Ende der Diskussion.

Die Diskussion können wir schon beenden, was bleibt ist dieses tägliche Massaker unter den Ärmsten der Armen.

Michel Fördermitglied, am 23. August 2008 um 16:23 ( Link )

Andersdenkende nur aufgrund ihrer Meinung als Verbrecher wahrzunehmen, wie Sie das offenbar tun, ist der erste Schritt in den Totalitarismus und eröffnet die Möglichkeit Gewalt zu initiieren.

Helga Karl, am 24. August 2008 um 0:02 ( Link )

Mit Gewalt hab ich definitiv nichts am Hut, es tut mir leid dass sie mich missverstanden haben. Und ich möchte ihnen auch nicht meine Meinung aufdiktieren, nein das will ich nicht.
Das wovon ich schreibe hat mit Menschlichkeit zu tun...und dafür kämpfe ich.
Jetzt können wir diese Diskussion beenden.


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