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![]() Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag). ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Bericht aus Bodrum V.: Sissi aus OsmanienTürkische Geschichtsstunde Mustafa Akyol, ein türkischer Journalist, und Peter Mentzel, ein deutschstämmiger Amerikaner, bringen mit zwei Referaten über das Osmanische Reich und die moderne Türkei Lokalkolorit in die Bodrumer Konferenz. Das Osmanische Reich war ein multireligiöser Vielvölkerstaat, in dem Moslems, Christen und Juden sechs Jahrhunderte lang weitgehend friedlich zusammenlebten. Das Imperium ging nach dem Ersten Weltkrieg etwa zweitgleich mit der in vielerlei Hinsicht vergleichbaren Habsburger Monarchie unter. Auch das Osmanische Reich zeichnete sich durch religiöse Toleranz und zumindest gegen Ende hin großer Aufgeschlossenheit für freimarktwirtschaftliche Konzepte aus, erklärt Mentzel. Akyol fügt hinzu, dass die heutige „liberal-islamistische“ Regierung der Türkei an diese Traditionen zaghaft anknüpft, nach vielen Jahren des Kemalismus, der immer eine Art nationaler Sozialismus war. Dieser türkische Nationalismus bezog sich, so Mentzel, auf marxistische Strömungen im spätosmanischen Reich. Ein weiteres beispiel dafür, wie stark geistesverwandt Sozialismus und Nationalismus allerorten sind. Im konkreten türkischen Falle bezogen sich beide offen auf das Vorbild der Französischen Revolution. Akyol kommt das Verdienst zu, eine besonders schöne Überlieferung zum Charakter des Marxismus zu bieten: Marxismus sei, so wussten es bereits die alten Osmanen, das „Opium für die Intellektuellen“. Mentzel bringt den Vorteil des multiethnischen, multireligiösen Vielvölkerstaats Osmanisches Reich auf den Punkt: Recht sei dort nie territorial definiert worden und erst recht nicht ethnisch, sondern personalisiert. Für das Reich war nämlich entscheidend, ob man etwa Muslim oder Christ war, der im Vergleich zu heute lachhaft niedrige Steuersatz bemaß sich danach. Dabei war es unerheblich, wo man lebte. Und in der Tat lebte man vor Ausbruch des Nationalismus in Europa weitgehend friedlich Haustür an Haustür, als Armenier, Grieche, Kurde, Serbe oder Türke. Selbst viele osmanische Sultane heirateten christliche Frauen, die danach Christen blieben. Auch diese vergleichsweise Idylle wurde durch den nationaldemokratischen Völkerwahn im und nach dem Ersten Weltkrieg zerstört. Und Demokratisierung wie Sozialisierung in ihrem Lauf hielten kein osmanischer Ochs und auch kein habsburger Esel mehr auf. 24. Mai 2008 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Jörg Guido Hülsmann oder Michael Klonovsky schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareJorad, am 25. Mai 2008 um 19:17 ( Link ) Nunja, dies scheint wieder ein Beitrag aus der Reihe "Wir loben das Mittelalter" zu sein. Zusammengefasst: Es ist zwar gut zu wissen, dass es liberales Gedankengut schon damals gab, aber man sollte doch nicht vergessen, dass wir heute in der zivilisierten Welt leben und nicht die Leute damals. ;) Serdar, am 25. Mai 2008 um 19:31 ( Link ) Um die Leute besser zu bekehren? Etwas mehr Geschichtskenntnis würde nicht schaden. Die Türken waren im Osmanischen Reich, spezielle die heutige Türkei, in der Minderheit. Woher kamen denn die Einnahmen? Von den Nicht-Muslimen! Die hatten gar kein Interesse daran, sie zu bekehren. Sonst wären die Staatskassen leer. Das hat man übrigens schon in der früh-islamischen Zeit so gemacht, es gab sogar Erschwernisse um Bekehrungen schwieriger zu machen. Man wollte nicht bekehren, sondern beherrschen. Jorad, am 26. Mai 2008 um 14:43 ( Link ) "Woher kamen denn die Einnahmen? Von den Nicht-Muslimen!" Hab ich was anderes gesagt? Dachte es wäre offensichtlich, dass ich das so meine. Tut mir leid für die Verwirrung. Staatlich Lernbehinderter, am 05. Juni 2010 um 1:36 ( Link ) Die heutigen Verhältnisse sind alles andere als zivilisiert. Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
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Serdar, am 25. Mai 2008 um 3:13 ( Link )
Hier Mustafa Akyols Homepage:
http://www.thewhitepath.com
Diese Einrichtung sollte auch erwähnt werden, davon sollte es mehr geben in der Türkei:
Association For Liberal Thinking
http://www.liberal-dt.org.tr/index.php?lang=en