Robert Grözinger

Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer.

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Klima: Kurz vor einer neuen Kältephase?

von Robert Grözinger

Nichts genaues weiß man nicht, aber die Staaten tun so, als sei alles klar

Vor etwa einem Jahr machte der Dokumentarfilm „The Great Global Warming Swindle“ Furore. In ihm wurde die von der Politik favorisierte Theorie eines von steigender CO2-Konzentration in der Atmosphäre verursachten globalen Temperaturanstiegs stark in Zweifel gezogen. Einer der Punkte in diesem Film von Martin Durkin war der Hinweis, dass es zwar eine Korrelation zwischen Temperaturanstieg und CO2-Anteil in der Atmosphäre gibt, aber dass die Kausalität genau umgekehrt zu sein scheint, als von den „Konsensträgern“ angenommen. Der CO2-Anstieg fand nämlich durchschnittlich 800 Jahre nach dem entsprechenden Temperaturanstieg statt. Seine Hauptaussage war jedoch, dass nicht der Mensch, sondern die Sonne der weit überragende Faktor der Wetterbeeinflussung ist. Schwankungen im Partikelausstoß unseres Zentralgestirns, im sogenannten Sonnenwind, verursachen Schwankungen im Schutz der Erde vor kosmischen Strahlung. Bei niedriger Sonnenaktivität schwächt sich dieses Schild ab, mehr kosmische Partikel dringen zur Erdoberfläche durch, diese erzeugen mehr Wolken, die mehr Sonnenlicht reflektieren. Somit kühlt sich die Erde ab. Das ist die Theorie. Natürlich ist sie heftig umstritten, wie es sich besonders für eine relativ junge naturwissenschaftliche Theorie auch gehört.

Es scheint jetzt, dass wir in den nächsten Monaten und vielleicht Jahren Gelegenheit haben werden, den Wahrheitsgehalt dieser Theorie zu testen. Denn wir stehen am Beginn eines neuen Sonnenfleckenzyklus. Das ist der etwa 11-jährige Rhythmus, in dem die Zahl der Sonnenflecken ziemlich regelmäßig schwankt. Sonnenflecken sind seit der Zeit, als Galileo unser Zentralgestirn erstmals durch ein Fernrohr betrachtete*) unaufhörlich beobachtet worden. Sie sind die sichersten Indikatoren von Schwankungen der Sonnenaktivität (die unter anderem am Auftreten von Polarlichtern messbar ist). Eine hohe Zahl an Sonnenflecken korrelliert mit einem stärkeren solaren Magnetfeld, mit stärkeren Plasmaaustößen unseres Zentralgestirns und mit einem stärkeren Sonnenwind, der uns wiederum, siehe oben, vor den kosmischen Strahlen schützt. Sehr vereinfacht lautet die Theorie also: Viele Sonnenflecken = höhere Durchschnittstemperaturen auf der Erde.

Der Grund, weshalb wir die Theorie jetzt möglicherweise testen können, ist die lange Verzögerung des neuen Zyklus. Seit März letzten Jahres befinden wir uns in einem Zyklus-Minimum. Seither warten Astronomen auf den Beginn des neuen Zyklus. Anfang Januar dieses Jahres erschien ein erster Fleck, der aber nach 2 Tagen schon wieder verschwand. Seitdem hat es einige wenige Flecke gegeben, die jedoch ebenfalls klein waren und bald verschwanden. Der Zyklus kommt nicht so recht in Gang. Ein Phänomen, das der australische Geophysiker Phil Chapman für „beängstigend“ hält. „Das letzte Mal, als ein Zyklus derart verzögert wurde, war im Dalton Minimum, eine besonders kalte Periode, die 1790 begann und mehrere Jahrzehnte andauerte. Die Winter in der nördlichen Hemisphäre waren extrem.“ Die verheerende Niederlage der Grande Armée Napoleons in Russland 1812 sei zumindest teilweise auf den Mangel an Sonnenflecken zurückzuführen.

Es mag Zufall sein oder auch nicht, dass die klimahysterische Presse ausgerechnet in diesen Tagen eine neue Studie durch das globale Dorf jagt, die aufgrund von bisher angeblich nicht beachteten Schwankungen in atlantischen Ozeanströmungen eine zehnjährige „Pause“ im globalen Temperaturanstieg vorhersagt. Pflichtbewusste Kommentatoren ergänzen eilfertig, dass dies keinesfalls zu einer Verlangsamung unserer staatlichen Klimaschutzprogramme führen darf. Was die Medien mal wieder nicht erwähnen ist, dass der Temperaturanstieg schon seit zehn Jahren eine bislang unerklärte Pause macht. Im vergangenen Jahr ist die Temperatur sogar um 0,7 Grad Celsius gesunken, berichtet Chapman, womit wir auf den Stand von 1930 zurückgefallen seien. Aufgrund dieses relativ schnellen Rückgangs schätzt der Wissenschaftler die Gefahr, dass wir uns kurz vor einem neuen jahrzehntelangen Minimum befinden, bei 50-50 ein. Noch ist es zu früh, um mit mehr Bestimmtheit zu sagen, wie sich der kommende Sonnenfleckenzyklus tatsächlich entwickeln wird. Die Nasa hat im Jahr 2006 einen relativ schwachen übernächsten Zyklus vorausgesagt. Nun aber scheint es, dass die Sonne damit schon jetzt begonnen hat.

Es ist klar, dass den Politikern die Theorie menschengemachten Temperaturanstiegs besser ins Konzept passt als eine Theorie der Wetterauswirkungen der Sonnenaktivität. Noch befindet sich die Sonne nicht unter der Kuratel der Staatsmacht, muss sie keinem staatlichen Gesetz gehorchen. Wie schon zu Zeiten Napoleons führt die Machtverliebtheit der Staatsbesoldeten zu gefährlicher Realitätsblindheit. Dabei gibt es durchaus Handlungsbedarf. Die Frage ist nur: Wer soll handeln? Sollten die nächsten Jahrzehnte tatsächlich ungewöhnlich kalt werden, werden dann die Ernten noch ausreichen, um mehr als 6 Milliarden Menschen zu füttern? Werden die Menschen in der nördlichen Hemisphäre die steigenden Heizkosten bezahlen können? Das sind Fragen, die unsere Staaten nicht beantworten und Probleme, die sie nicht lösen können. Also ignorieren sie sie. In einer freien Marktwirtschaft würden sie nicht ignoriert. Einige Investoren würden darauf wetten, dass es kälter wird, und vielleicht die Erforschung der Genmanipulation von Getreide in Richtung Kälteresistenz finanzieren, oder in der Erschließung von Wüsten für den landwirtschaftlichen Anbau. Andere würden auf weiterhin steigende Temperaturen wetten und in kosteneffektivere Klimaanlagen und hitzeresistentes Getreide investieren. Der Markt würde dafür sorgen, dass für alle bekannten Eventualitäten, entsprechend ihrer von den Marktteilnehmern aktuell geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit, gesorgt wäre. Einige Investoren würden bankrott gehen, andere würden sehr reich werden, aber am wesentlichsten ist: Die bestmögliche Versorgung des größtmöglichen Teils der Menschheit wäre gesichert. Staatsbedienstete dagegen tun anmaßend so, als ob sie über das nötige Wissen verfügen und werden lediglich den von ihnen verursachten Mangel auf eine Weise umzuverteilen versuchen, die ihnen die wenigsten Probleme verursacht. Ob die Weltbevölkerung dabei um ein oder zwei oder mehr Milliarden zurückgeht, ist nicht wirklich deren Sorge.

*) Dabei erblindete er fast, also auf keinen Fall nachmachen! Ist auch nicht mehr nötig, ein Fernrohr einzusetzen, denn es gibt Websites, die von Weltraumsonden aufgenommene aktuelle Bilder der Sonne darstellen (siehe Link unten).

Internet:

Phil Chapman in „The Australian“ über den aktuellen Mangel an Sonnenflecken

„Erderwärmung macht zehn Jahre Pause“ in „Spiegel Online“

Langfristige Sonnenfleckenzahlvorhersage der NASA

Aktuelles Bild der Sonne

Friedrich August von Hayek: „Die Anmaßung von Wissen“

05. Mai 2008

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Kommentare

Staatsbüttel, am 07. Mai 2008 um 21:39 ( Link )

Nun, die Blödesten der Blöden treffen sich bekanntermaßen im Parlament - auf Kosten des "Steuerzahlers", also des Opfers staatlich organisierter Schutzgelderpressung. Die Parlamentarier lassen sich dann selbstverständlich auch von den Blödesten der Blöden beraten, das sind die diplomierten und staatlich anerkannten "Experten". Das dabei nichts Fruchtbares und Gutes herauskommen kann, ist doch klar. Wenn die Staatsbüttel sagen, daß wir im Prozeß einer Erderwährmung stehen, dann wissen wir, daß es mit großer Wahrscheinlichkeit demnächst eine Eiszeit geben wird.

Bevölkerungskontroll, am 07. Mai 2008 um 21:52 ( Link )

Die Politverbrecher w o l l e n mehrere Milliarden Menschen eliminieren. Ich habe ein staatlich anerkanntes Studium "Humanökologie" absolviert, und da wurde von den staatlich anerkannten Doktoren ausdrücklich immer wieder betont, daß die Weltbevölkerung zu reduzieren sei. Selbstverständlich wollen diese Herrschaften sich nicht selber reduzieren, was dann tatsächlich ein Segen für die Natur und die Menschheit wäre, nein Sie wollen D i c h reduzieren. Die Maßnahmen: - Senkung der Geburtenrate durch staatliche Subventionierung und Förderung der Abtreibung - Erhöhung der Sterberate - nun, dafür gibt es Bomben, Tabak und Chemie...

Karl-August Hansen, am 08. Mai 2008 um 10:15 ( Link )

Lieber Herr Grözinger!
Vieles, was Sie in jüngster Zeit in ef äußern, findet meine ungeteilte Zustimmung. Um so mehr finde ich Ihr Insistieren gegen eine Beteiligung des Menschen am Klimawandel bedauerlich. Dieser Anspruch gleicht dem Palmströmschen Schluß, daß nicht sein kann, was nicht sein darf. Er schadet damit Ihrer/unserer Sache.
Niemand von uns, selbst die Fachleute nicht, kann sicher sein, daß seine Erkenntnisse stimmen. Es sind schlicht zu viele Disziplinen betroffen. Und wir durchschauen noch nicht alle Zusammenhänge.
Sie haben sich dazu durchgerungen, offen zu lassen, ob es zu einer Abkühlung oder Erwärmung der Erdatmosphäre kommt. Aber Sie beharren darauf, daß der Mensch keinen Einfluß darauf hat. Wenn dem so wäre, hieße das, der Mensch könnte unendliche Mengen an Stoffen in die Umwelt entlassen, die dort vorher nicht oder nicht in der entsprechenden Menge vorhanden waren, ohne daß dies die geringste Auswirkung hat. Das ist, mit Verlaub, mit den bisher gültigen naturwissenschaftlichen Hauptsätzen nicht vereinbar.
Sodann behaupten Sie, daß die Politiker sich der Sache nur allzu gern angenommen hätten. Tatsache indessen ist, daß die großen politischen Parteien von Umweltschutz zunächst überhaupt nichts wissen wollten. Erst die Grünen und ihr politischer Erfolg veranlaßte sie, mehr nolens als volens deren Eingebungen ins Kalkül zu ziehen. Und noch heute gibt es, wie Sie wissen, zahlreiche Regierungschefs, die sich jedem Gedanken an einen Klimawandel verweigern.
Wir sind uns völlig einig in unserer Beurteilung der Staaten und dem, was ihre Regierungen anrichten. Und ich teile Ihre Überzeugung, daß allein der freie Markt für die Bewältigung aller anfallenden Probleme eine nachhaltige Lösung liefern kann. Aber wir erweisen unserer Sache einen schlechten Dienst, wenn wir in einer noch strittigen Frage in einer Weise Stellung beziehen, die uns besser in den Kram paßt, und Behauptungen aufstellen, die von Tatsachen widerlegt werden.

Frank Martin, am 08. Mai 2008 um 13:20 ( Link )

@Karl-August Hansen:
Das Problem liegt schon in der Formulierung "Einfluss des Menschen". Es gibt über 6,5 Mrd. Menschen, jeder von diesen hat sicher allerlei Wirkungen, aber keiner kann von sich sagen, seine eigenen Wirkungen seien so enorm und konkret bestimmbar, dass sein Andershandeln diese oder jene konkrete Änderungen am Wetter oder gar am Klima mit sich brächte. Wo aber solches (bisher) nicht erkennbar und konkret bestimmbar ist, kann man auch vom "Einfluss des Insekts" oder "des Tiers" auf das Klima reden, wenn man nichts genaues sagen will. Menschen wollen leben, wie andere Lebewesen das auch wollen und es ist freilich unbestreitbar, dass ihr Leben nicht wirkungslos bleibt. Solange wir aber nicht wissen, welche vielfältigen Wirkungen das Leben von Menschen auf die Atmosphäre hat und welche konkreten Folgen das hat, so können wir nicht von einem konkreten "Einfluss des Menschen" sprechen oder gar behaupten, dieser habe nur eine Folge, die Erwärmung. Es ist dem Leben jedes Menschen dienlicher, sich über seinen Schutz vor Wetterunbill Gedanken zu machen, statt über den "Einfluss des Menschen" zu sinnieren, ohne dazu in der Lage zu sein, dieses geistige Konstrukt in seiner Wirkungsmacht mit den Einflüssen von Sonne, kosmischer Strahlung etc. auch nur zu vergleichen.
Es ist nicht leicht, die Empörungsprosa der selbsternannten Retter der Welt zu enttarnen, die nicht mehr und nicht weniger tun, als eigene (selbstgemachte) ungelöste Probleme auf politischem Wege bei anderen abzuladen, es ist aber nötig, sich darüber klar zu werden, dass Handeln sich auf die eigene Person und das Eigentum oder auf Vertrag beschränken muss, soll es rechtlich und moralisch unangreifbar sein. Soll aber nicht alles Handeln, dessen Wirkung immer unsicher ist, unterbleiben, so muss jeder, der sich geschädigt fühlt, eine Schädigung durch einen anderen Menschen beweisen. Ein bloßes Fabulieren von einem weitgehend unbestimmten und rein theoretischen "Einfluss des Menschen" bedeutet noch nicht den Nachweis einer konkreten Schädigung.

Wenn wir solche Argumentationen von einem "Einfluss des Menschen" auf jeden Autounfall, jeden Diebstahl, jede Überschwemmung etc. anwendeten (die Mär von der "Verantwortung der Gesellschaft" ist ja schon weit verbreitet), so könnten wir von Verantwortung von konkreten Menschen nicht mehr sprechen, alle Menschen wären dann in gleicher Weise für alle Unbill verantwortlich und wir dürften nur ein paar weise Bestrafer um Gnade anbetteln.

Ebenherz, am 08. Mai 2008 um 15:36 ( Link )

Die Reduzierung der Erdbevölkerung ist die einzige Chance die wir überhaupt haben. Wie das gehen soll, kann ich nicht sagen. Aber es muss erlaubt sein, zu dieser Einsicht zu kommen.

Frank Martin, am 09. Mai 2008 um 6:49 ( Link )

Es ist freilich erlaubt, zu der Einsicht zu kommen, die Erdbevölkerung müsse reduziert werden. Wer dieser Einsicht folgen will und keine Verpflichtungen anderen Menschen gegenüber eingegangen ist, dem steht es frei, sofort, aber nur für sich selbst die Konsequenzen zu ziehen. Selbsttötungsmethoden gibt es viele.
Ich halte zwar nichts von solchen Entscheidungen, immerhin würde die Zahl derer, die solche Einsichten vertreten, ohne konsequent zu handeln, merklich geringer.

Karl-August Hansen, am 09. Mai 2008 um 10:21 ( Link )

Lieber Herr Martin!
Wenn wir uns so billig davonstehlen wollten, machten wir uns unglaubwürdig. Was ich äußerst bedauerlich fände.
Und, Ebenherz, Sie haben recht. Radikale bleiben uns sicher nicht erspart. Wir hoffen jedoch, daß eine andere Radikale noch eine Chance hat. Schauen Sie mal bei www.foedpd.de hinein.


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