André F. Lichtschlag

Jg. 1968, Gründer und Herausgeber der Zeitschrift "eigentümlich frei", Verleger (ef und Lichtschlag Buchverlag).

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Das Wunder des Kapitalismus: Frohe Weihnachten aus Grevenbroich!

von André F. Lichtschlag

Ein kleines Gleichnis zum Jahresabschluss

Gestern morgen musste ich mal wieder zur Behörde. Mit dem Amt hatte ich in diesem Jahr viel zu tun. Ich hatte einen Termin: 10.30 Uhr. Um 10.25 Uhr trat ich ein. Sechs Beamte saßen in ihrem Großraumbüro – sie plauderten miteinander. Keiner von ihnen arbeitete. Ich war bei Frau X angemeldet. Freundlich grüßte ich. Etwas unfreundlicher schickte mich Frau X wieder vor die Türe: „Sie haben den Termin um 10.30 Uhr. Bitte warten Sie draußen, ich rufe Sie dann herein!“ Ich wartete. Aus dem Großraumbüro drangen Scherze und eine vorweihnachtliche Behördenstimmung nach außen. Um kurz nach 10.30 Uhr rief Frau X heraus: „Herr Lichtschlag, Sie dürfen reinkommen!“

Gestern Abend rief mich Herr Y an, bei dem ich in diesem Jahr ebenfalls ein guter Kunde war. Er führt einen kleinen Familienbetrieb. Er fragte, ob er um 19 Uhr ganz kurz vorbeikommen dürfe, er habe da noch etwas für mich. Abends kam er und überbrachte einen reichhaltigen sehr schönen Geschenkekorb für mich und meine Familie – mit bestem Dank für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr und guten Wünschen zu Weihnachten und für das neue Jahr.

Vermutlich ist Frau X ein genauso netter und lieber Mensch wie Herr Y. Politische Systeme fördern jedoch unterschiedliches Verhalten. Der kalte Sozialismus der Monopolbehörde ließ Frau X den menschlichen Anstand verlieren und degradierte mich vom gern gesehenen Kunden zu einem lästigen Bittsteller. Privateigentum, Selbstverantwortung und die Konkurrenz im Kapitalismus veranlassten Herrn Y, mich nach allen Regeln herzenswarmer Mitmenschlichkeit zu beschenken.

Das Wunder des Kapitalismus macht aus fremden Menschen Freunde. Was den Sozialismus betrifft: Sein wahres Gesicht kann einjeder mühelos auf dem Postamt oder auf öffentlichen Toiletten erblicken. Das eigentliche Wunder ist hier, dass immer noch die meisten Menschen auf seine leeren Versprechen hereinfallen. Vielleicht ist der Sozialismus doch eine Art Geisteskrankheit – wie sonst soll man seine Anziehungskraft noch erklären?

Auch vor diesem Hintergrund wünsche ich allen Lesern besinnliche Weihnachtstage, einen guten Rutsch und vor allem Kraft und Gesundheit im neuen Jahr!

21. Dezember 2007

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Kommentare

LePenseur, am 21. Dezember 2007 um 16:54 ( Link )

@André F. Lichtschlag:

Vielleicht ist der Sozialismus doch eine Art Geisteskrankheit

Touché! Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen außer der Frage: "Warum vielleicht?

tewe, am 21. Dezember 2007 um 18:15 ( Link )

"Auch vor diesem Hintergrund wünsche ich allen Lesern besinnliche Weihnachtstage, einen guten Rutsch und vor allem Kraft und Gesundheit im neuen Jahr!"

dito!

BvG, am 22. Dezember 2007 um 19:54 ( Link )

Ich bin "auf Behörde" noch nie sonderlich unfreundlich behandelt worden.

Joe Louis, am 26. Dezember 2007 um 12:00 ( Link )

wer noch nie gegen einen Bescheid der Behörde geklagt hat kann auch nicht wissen, dass er als Bürger gegen sein eigenes Geld klagt. Denn die Beamten nehmen das Geld für die Klage aus dem staatssäckel :-( während du als Bügere noch einmal eigenes geld nehmen mußt um gegen dein eigenes Geld zu klagen.

Hier ein Weihnachtsgeschenk für Dich Andre .. Ich hoffe es gefällt dir und hoffe du kennst den Film noch nicht. Ein netter streifen über Steuern in Amerika :-)

http://video.google.com/videoplay?docid=-2944018862821391727

frohe Weihnachten noch und

Gruß aus Bad-Bad

deutsch Synchronisiert - spannend und unterhaltend.

Thomasvilnius, am 26. Dezember 2007 um 17:52 ( Link )

Joe Louis, vielen Dank für den link! War sehr unterhaltsam.

Anregung zum Jahreswechsel an e.f.:

Analyse der wahren Gründe der Bankenverluste wegen des amerikanischen Hypothekenskandal. Habe überall gesucht und nichts überzeugendes gefunden.

Einen guten Rutsch an alle!

Joe Louis, am 29. Dezember 2007 um 21:39 ( Link )

Thomas ...

https://www.investor-verlag.de/reports/?page=sg-07-38&code=sg500562&ref=gaw

Thomasvilnius, am 01. Januar 2008 um 9:36 ( Link )

Danke für den Tip. Habe mir die Sache durchgelesen und was habe ich gefunden?
Ein Weltuntergangsszenario, ähnlich der Zeugen Jehovas.
Aber der Helfer ist ja schon da und es kostet ja nur € 25 im Monat und man kann aus dem Crash noch ein Geschäft machen. Wenn also die Welt um uns in Scherben fällt, können wir mit unseren Golddukaten am Schwarzmarkt noch genug zu Essen kafuen.

Eigentlich interessieren mich konkretere Dinge:
Was hat die europäischen Banken dazu getrieben, in den USA auf dieee Art zu investieren. Banken fallen ja üblicherweise nicht auf Glanzpapierprospekte herein, die sie selbst ihren Kunden anbieten.

Welche Rolle hatten die Zentralbanken? Welche die Federal Reserve?

Welche Rolle spielten die Einstufungen der Kredite nach A und B? Wer könnte da manipuliert haben und daran verdient?

Joe Louis, am 01. Januar 2008 um 19:08 ( Link )

Also lieber Kollege. Ich kann natürlich nichts dafür wenne masl nicht so soll wie es sollte. Ich sehe kein Jeovahs Untergangszenario sondern absolut Klar. Sehen Sie sich drei Videos an und staunen nicht schlecht. Dort finden Sie alle - aber alle Anwtorten auf Ihre Fragen. Von wegen Untergangsstimmung .. Hören Sie genau hin und schauen Sie vor allem genau hin. Das dritte Video dürfte Ihr wissen befriedigen doch sollten Sie es sich nicht anschauen ohne die beiden Videos davor. Sie verstehen die dann nicht .. Viel Spass und Gänsehaut.

http://video.google.de/videoplay?docid=2394247001276662890

http://video.google.de/videoplay?docid=-6742879200088176930

http://video.google.de/videoplay?docid=-5352246495880531634


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