| ||||||||
![]() Robert Grözinger, Jahrgang 1965, Diplom-Ökonom, ist freier Journalist und Übersetzer. ef-Sucheef-EinkaufspartnerWenn Sie ef-online unterstützen möchten, starten Sie bitte Ihre Amazon-Einkäufe mit Klick auf diesen Button: |
Terrorismus: Ein Fall für private Sicherheitsagenturenvon Robert Grözinger Wie sie uns wirksamer vor Terrorangriffen mit Massenvernichtungswaffen schützen können als der Staat Bundesinnenminister Schäuble meint, ein Terrorangriff mit einer Atombombe sei nur noch eine Frage der Zeit. Er gibt uns den Rat, deshalb nicht in Weltuntergangsstimmung zu versinken. Einen Rat, was wir statt dessen tun sollen, hat er nicht. Nun ist es nichts neues, dass Politiker keinen (echten) Rat wissen. Neu ist, dass sie ihre Ratlosigkeit so offen kundtun. Kürzlich diskutierte Gary North auf lewrockwell.com ein noch beängstigenderes Szenario (ja, das gibt’s): Was tun, wenn Selbstmordattentäter einen Biowaffenangriff unternehmen, etwa mit einem im Labor künstlich hergestellten Pockenvirusstamm? Wenn sich ein Dutzend Selbstmordattentäter damit infizieren und dann innerhalb der Inkubationszeit von ca. 9 Tagen in einige Großstädte der USA und Europas fliegen (und zurück, um keinen Verdacht zu erregen), und dort mit möglichst vielen Menschen möglichst viel und intensiv Kontakt pflegen, könnte es, laut einer im Jahr 2001 durchgeführten Simulation, innerhalb von 13 Tagen 3 Millionen infizierte und 1 Millionen Tote geben. Das, und die darauffolgende Panik, würden den zeitweiligen Zusammenbruch der gesamten Infrastruktur der westlichen Welt zur Folge haben. Darüber sprechen die Politiker nicht. Warum auch? Sie könnten allzu offensichtlich ohnehin nichts dagegen tun. Insofern ist Schäubles Aussage ein frühes Eingeständnis des abzusehenden Scheiterns des Nationalstaates im Bereich der inneren und äußeren Sicherheit. Und natürlich aller nationalstaatlichen Allianzen. Das entbindet aber keinen denkenden Menschen von seiner Verantwortung, für sich und den von ihm Abhängigen Vorsorge zu leisten. Gary North schlägt 10 Schritte vor, die für viele jedoch nur mit großen Schwierigkeiten realisierbar sein werden. Insbesondere den, „wirtschaftliche Reserven“ vorrätig zu halten, die man brauchen werde, um eine gewisse Zeit einigermaßen autark zu überleben, oder den, einen ortsunabhängig Beruf auszuüben. Leichter zu realisieren ist da schon sein Ratschlag, eine Erst- oder Zweitwohnung am Rande einer Kleinstadt abseits der Hauptverkehrswege zu besitzen und gute Beziehungen mit den dortigen Nachbarn zu pflegen. Doch was können jene tun, die beruflich nicht so mobil sind und gerade mal über so viel Reserven verfügen, dass sie mit ihnen höchstens ein paar Wochen überleben können? Zur Beantwortung dieser Frage sollte man dem Problem der Terrorbedrohung auf den Grund gehen. Nicht den Ursachen, das ist ein anderes Thema. Sondern dem Problem. Das Problem, das wir (über unsere Staaten) uns mit diesen Banden in einem „asymmetrischen“ Krieg befinden. Ein Krieg, den eine Seite nicht mehr nach den alten Regeln führt. Nicht mit großen Armeen und großer Feuerkraft, zentral gelenkt von ein paar Generälen. Statt dessen wird in dezentralen, kleinen Gruppen gekämpft, jede für sich, kreativ-destruktiv. Diese Seite kann den Kampf nicht verlieren. Die andere Seite, der Staat, kann diesen Kampf nicht gewinnen. Das Problem für ihn (und somit für uns) ist: Verlieren darf er auch nicht. Eine Niederlage darf er nicht eingestehen. Dann kann er nämlich den Löffel abgeben. Also macht er weiter. Die Zeit aber ist auf der Seite der Terroristen. Außerdem: Sie kämpfen nicht für einen Staat, sondern für eine Idee. Die einzige realistische Chance, den Terrorismus wirksam einzudämmen, liegt in der Wiederherstellung der Kriegssymmetrie. Da die Terroristen wohl kaum so freundlich sein werden, sich zu gut sichtbaren Armeen zu formieren, muss die Gegenseite (also wir, die potenziellen Opfer) eine terrorismustaugliche Abwehr entwickeln. Radikalliberale Vordenker wie Murray Rothbard, David Friedman und Hans-Hermann Hoppe haben die Idee privater Sicherheitsagenturen vorgebracht. Genau wie andere Versicherungen würden diese Agenturen Empfehlungen abgeben, wie man sich schützen kann und jenen günstigere Prämien anbieten, die Selbstschutzmaßnahmen ergreifen. Als private Unternehmen im Wettbewerb hätten sie Interesse an einen bestmöglichen Service zu einem geringstmöglichen Preis. Sie hätten ein hohes Interesse an Schadensvermeidung und bei Schadenseintritt ein hohes Interesse an einer möglichst schnellen und reibungslosen Festnahme der Verursacher und Sicherung einer Entschädigung – möglichst ohne Kollateralschäden also. Ganz anders der Staat. Ohne Konkurrenzdruck hat der Sicherheitsmonopolist kein Interesse an einer effizienten Schadensbegrenzung. Natürlich arbeiten die individuellen Beamten und Soldaten emsig daran, Terrorangriffe zu verhindern. Das Problem ist nur, dass ihnen der entscheidende Anreiz für den Erfolg fehlt: Die eigene wirtschaftliche Beteiligung daran. Bis vor kurzem schienen private Sicherheitsagenturen ein reines Phantasieprodukt zu sein. Doch genauso, wie das Internet und andere neuen Techniken den modernen Terrorismus erst möglich macht, der sämtliche Verteidigungslinien des Staates unterwandern kann, ermöglicht diese Technologie auch entsprechende, „symmetrische“, dezentrale, flexible Schutzmaßnahmen. Ihre Entwicklung wird derzeit durch das Vorhandensein des Sicherheitsmonopolisten Staat noch behindert. Doch das beredte Schweigen Schäubles ist ebenso ein Eingeständnis des endgültigen Staatsversagens wie der mit Zwangsgeld (Steuern) finanzierte Einsatz von Privatarmeen wie Blackwater im Auftrag des Staates. Das Internet erlaubt Zusammenschlüsse von Menschen, unabhängig von ihrem geographsichen Aufenthaltsort, in „virtuellen Nachbarschaften“. Sie können sich Gegenseitig innerhalb von Sekundenbruchteilen über für sie wesentliche Entwicklungen informieren. Die Terroristen haben das schon längst kapiert und praktiziert. Mit Hilfe dieser Technologie können nun Organisationen wie private Sicherheitsagenturen für jedermann eine realistische Option werden. Wie würde eine Sicherheitsagentur ihre Kunden vor Anschlägen mit Massenvernichtungswaffen schützen? Zunächst mal: Einen absoluten Schutz wird es nie geben. Aber: Sie würden beispielsweise Ratschläge geben, wie die von Gary North. Welcher Staat macht das? Sie würden Hilfestellung bei ihrer Umsetzung geben. Darüber hinaus würden sie ihre Kunden zu Hilfsnetzwerken verknüpfen, um ihnen den Aufbau eines Autarkiepolsters zu erleichtern. Es gäbe deutliche Prämiennachlässe für die Wahl eines weniger gefährdeten Wohnortes und für andere Vorsorgemaßnahmen. Sie hätten ein Interesse am präventiven Aufspüren und Unschädlichmachen von Attentätern. Sie würden Labors finanzieren, um im Bedarfsfall möglichst schnell einen Impfstoff zu entwickeln oder ein Gegenmittel bereitzuhalten – für ihre Kunden. Sollte es zu einem Anschlag kommen, würden die Kunden gezielt über sofort zu ergreifende Maßnahmen informiert. Und das möglichst schnell, denn die Konkurrenz schläft nicht. Und was soll der Staat derweil machen? Er könnte beispielsweise weiter schweigen und tatenlos rumstehen, aber er sollte dann auch bitteschön nicht jenen im Weg stehen, die helfen können und wollen. Wenn genug Menschen merken, dass man ihn eigenlich nicht mehr braucht, verschwindet er dann vielleicht auch irgendwann mal, und mit ihm eine Hauptursache für die derzeitige Anschlagsgefahr. Internet: Gary North: Peace or Economic Catastrophe Gary North: A 10-Step Personal Self-Defense Strategy Against a Coordinated Bioterrorist Attack Literatur: Hans-Hermann Hoppe (Hrsg.): The Myth of National Defense, Ludwig von Mises Institute, 2003 23. Oktober 2007 Unterstützen Sie ef-onlineHat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft. Damit helfen Sie uns, unser Angebot stetig weiter auszubauen und genießen zusätzlich attraktive Privilegien. Testen Sie eigentümlich freiProminente Autoren und kantige Kolumnisten wie Roland Baader, Bruno Bandulet, Theodore Dalrymple, Carlos A. Gebauer, Arne Hoffmann, Jörg Guido Hülsmann, Michael Klonovsky oder Klaus Rainer Röhl schreiben jeden Monat exklusiv in eigentümlich frei. Testen Sie ein Magazin, das über das Angebot auf ef-online hinausgeht. Social BookmarksAnzeigenKommentareDF, am 24. Oktober 2007 um 7:03 ( Link ) @Gert Friedrich Ich weiß nicht, ob Sie da nicht ein wenig Ihrer eigenen Klischeevorstellung erliegen. Kennen Sie denn solche Leute außer über Ihre Erfahrung mit Rambo-Filmen bzw. mit deren schlechtem Ruf hinaus? Ich zugegenermaßen nicht, aber meistens gelten solche Pauschalunterstellungen ja auch nicht für Angehörige von Staatsarmeen. Warum also hier? Schreiber, am 24. Oktober 2007 um 9:39 ( Link ) Völlig untauglich und völlig abwegig diese Gedanken. Denn es wurde nicht berücksichtigt was die Ursachen von Kriegen sind. Terrorismus ist nur eine Kampfform gegen einen überlegenen Gegner. Burkhard Grafenstein, am 24. Oktober 2007 um 13:04 ( Link ) Selbstschutz und Selbstverteidigung drängen sich in der Tat immer mehr gedanklich auf. Was macht der Staat in Deutschland? Er legt den Bürgern noch mehr bürokratische Hürden ("Kleiner Waffenschein") auf, ehe sie sich auch nur mit Gaspistolen bewaffnen können. JKG, am 24. Oktober 2007 um 15:07 ( Link ) Herr Grözinger, eine Spekulation wie private Sicherheitsagenturen das oben beschriebene Risikoszenario (Pocken) lösen könnten, wäre erkenntnisreich. Marc-Felix Otto, am 24. Oktober 2007 um 17:36 ( Link ) @Schreiber >... Marc-Felix Otto, am 24. Oktober 2007 um 17:37 ( Link ) @Schreiber Marc-Felix Otto, am 24. Oktober 2007 um 17:39 ( Link ) Tech glitch. Kann meinen Kommentar nicht vollständig posten. Kernaussage: Zu fordern, dass Staats-Politiker mit ihrer heutigen Machtfülle sich selbst beschränken (keine Kriege führen) ist m.E. illusorischer als eine Dezentralisierung von Macht anzustreben. Stefan Sedlaczek, am 24. Oktober 2007 um 22:46 ( Link ) @ Marc-Felix Otto Die Dezentralisierung von Macht, nennt man gemeinhin Gewaltenteilung, idealerweise Eigentum. Mag auch "politik" unvermeidlich sein, so verbessert sich ihre Qualität eben durch Beschränkung der Machtfülle und - reichweite. Im Bereich freier Verträge (Handel) und freien Schaffens bedarf es des Wettbewerbs. In all diesen Bereichen, ob illegitim politisch oder frei gewählt, gibt es Unterlegene, die so nicht überleben können. Sie bedürfen der Solidarität, des Menschseins. LePenseur, am 25. Oktober 2007 um 8:53 ( Link ) Die Idee von "privaten Sicherheitsagenturen" ist zwar aus libertärer Sicht bestechend, aber m.E. völlig realitätsfremd. Es gibt eben gewisse Güter, die dadurch, daß man sie "kaufen" kann, in sich zerstört werden. "Liebe" kann man nicht kaufen (auch wenn Rotlicht-Damen mit dieser Illusion gutes Geld machen!), eine "Gerechtigkeit", die man kaufen kann, verdient diesen Namen nicht und eine "Sicherheit", die nur zahlenden Kunden dient, ist in Wahrheit bloß Abschreckung von Nicht-Kunden und damit von einer Mafia-Bande nicht mehr prinzipiell unterschieden. Natürlich kann all das als Ergänzung zu unvollkommenem Staatshandeln legitimerweise auch "vermarktet" werden. Keine Frage: Schiedsklauseln (um Zuständigkeits-Streitigkeiten oder in Spezialfragen inkompetente Gerichte zu umgehen) sind eine feine Sache — doch wenn ich mein Recht nicht mehr von staatlichen Gerichten zugesprochen erhalte (trotz aller Unvollkommenheiten unseres Rechtssystems, die mir bewußt sind. Ich bin schließlich selbst Jurist), sondern mir nur "kaufen kann", dann ist etwas faul an der Sache. Und ebenso — wenn ich in der Stadt spazierengehen, will ich dies nicht nur mit Bodyguard oder einem Sticker "Ich werde von XY-Sicherheitsdienst bewacht" ungefährdet tun, sondern auch ohne solche Maßnahmen. Daß ein Großindustrieller oder Filmstar daneben dennoch seine Bodyguards beschäftigt, ist als Ergänzung okay — aber eben nur als Ergänzung! Bei allem Verständnis für den Ansatz, die Staatsaufgaben, die sich krakenartig über unser ganzes Leben zu legen drohen, möglichst zurückzudrängen: man kann es auch übertreiben. Beim Thema Sicherheit zum Beispiel. Marc-Felix Otto, am 25. Oktober 2007 um 18:59 ( Link ) >Im Bereich freier Verträge (Handel) und freien Schaffens bedarf es des Wettbewerbs. In all diesen Bereichen, ob illegitim politisch oder frei gewählt, gibt es Unterlegene, die so nicht überleben können. Sie bedürfen der Solidarität, des Menschseins. Marc-Felix Otto, am 25. Oktober 2007 um 19:00 ( Link ) Puh, das ist echt mühsam - ich scheine keine längeren Zitate posten zu können. Volle Zustimmung! VG M Freiheitunteilbar, am 26. Oktober 2007 um 14:17 ( Link ) @Marc Felix Otto: Eigentum verpflichtet = Eigentum gerechtfertigt durch Solidarität Deine Anmerkung im sozialistischen Stil geht allenfalls auf eine Rechtfertigung eines sozialistischen Staates hinaus. In allen Bereichen gibt unterlegene? Soweit so angenommen, jedoch kann man nicht so einfach die Anzahl der Verlierer im Wohlfahrtsstaat mit denen des reinen Kapitalismus vergleichen - systemimanente Unterschiede. Nun wird das Ende der staatlichen Zwangssolidarität nicht automatisch das Ende der Solidariät im Allgemeinen sein. Niemand wird dich daran hindern eine "private" Hilfsorganisation zu gründen. Christian Klein, am 27. Oktober 2007 um 10:10 ( Link ) Das mit der Privatisierung von Recht und Sicherheit finde ich aber arg bedenklich. Was diese sog. Anarchokapitalisten um Hans Hermann Hoppe predigen oder Ich denke, ein Minimalstaat ist notwendig. Das Recht muss herrschen und zwar das gleiche Recht für alle Bürger des Staates. Nachher kommt es sonst zu Im übrigen ist der Rechtsstaat wohl der staatliche Teil, der noch am besten funktioniert. Auf die Judikative ist Verlass. Da kriegt man auch oft recht, Gegen Bodyguards habe ich nix. Auch nicht gegen zusätzlichen privaten Schutz, wenn der sich an geltendes Recht hält. Aber es muss einen Minimalstaat geben, Michel Um zur Autarkie zurückzukommen, weiß jemand wo man sich über entsprechende Maßnahmen informieren kann? Schließlich ist das nicht nur für den Fall einer Bioattacke sinnvoll sondern auch für eine schwere Wirtschaftskrise. Stefan Sedlaczek, am 27. Oktober 2007 um 14:28 ( Link ) @ Christian Klein zu Liberalismus und Anarchismus: Man beschimpft den Anarchismus gerne als Utopie. Aber nicht die Privatrechtsgesellschaft ist unmöglich, sondern die Vorstellung, daß es ein Recht für alle geben könnte, ist völlig fehlgehend. Die sich "Staat" aufs Revers heften sind auch bloß Menschen und haben eben ganz andere und mehr Rechte als die dem Staate untertanen. Der gesamte Bereich des sogenannten öffentlichen Rechts verletzt laufend und alltäglich die privaten Rechte der einen zu Gunsten der anderen. Gert Friedrich, am 27. Oktober 2007 um 15:48 ( Link ) Hundertprozentige Freiheit und Sicherheit etc. kann kein System oder Nichtsystem garantieren. Stefan Sedlaczek, am 27. Oktober 2007 um 17:15 ( Link ) @ Gert Friedrich: So lebe ich seit Jahr und Tag, wobei ich dem Dorf und seinen Bewohnern etwas mehr Wertschätzung entgegenbringe. Aber das sind nur Feinheiten. Und trotzdem bekomme ich Bescheide von der BfA, die mich mal an und mal abmelden möchte, muß, wenn ich eine gewerbliche Arbeit aufnehme, dies anzeigen und diese Anzeige auch noch bezahlen, meine Kinder werden genötigt, sich tagsüber in der Staatschule aufzuhalten und mein Stromversorger erhöht laufend die Preise, weil sich irgendwelche Staatliban immer neue Steuern und Abgaben einfallen lassen und sich mein Stromversorger dem beugt (alle anderen auch). Gehe ich zum Bäcker, zahlen ich einen erhöhten Preis wegen der Steuern, genauso beim Kauf eines Weckers, bei dem ich dann auch noch aufpassen muß, daß er ja auch ja kein Radio enthält, weil dann GEZ-Gebühren anfallen. Bestimmte Tätigkeiten darf ich erst gar nicht aufnehmen und wenn ich umziehe, muß ich mich bei den Schergen des Staates ab- und anmelden. Verklagt mich ein Idiot, muß ich zur Vernehmung zu Polizei und Gericht und suche ich um Rechtsschutz nach, kann ich mich nur an die staatliche Gerichtsbarkeit wenden. Betrete ich ein Gericht, steht man als Unbewaffneter Bewaffneten gegenüber. Führe ich die Umsatzsteuer nicht ab, obwohl das aktuelle Umsatzsteuergesetz verfassungswidrig sein dürfte, kann der Finanzbeamte unangemeldet in meine Privat- und Geschäftsräume eindringen, ohne daß die zuhilfegerufene Polizei (auch hier ein Monopol) zuhilfe kommt. Entschließe ich mich zu Arbeitnehmerschaft, werde ich genötigt, gesetzliche Krankenkasse und Rentenversicherungen zu bezahlen, zig anderes dazu und mein Arbeitgeber ebenso. Wie man sieht: Alles in bester Ordnung. Wer sich beschwehrt, lebt verkehrt. Auch als zigfach Beschwerter. Christian Klein, am 27. Oktober 2007 um 20:40 ( Link ) Stefan, Sie haben mit vielem recht was Sie schreiben. Aber wie vermeidet man Konflikte, wenn bereits jedes kleine Dorf andere Regeln als das Nachbardorf hat, bzw. vielleicht sogar innerhalb eines Dorfes verschiedene Gesetze existieren, die einander sogar widersprechen. Es ist nunmal nicht möglich, dass Menschen ohne gleiche Regeln für jeden miteinander zusammenleben. Es kann mir zumindest, was die Natur angeht, auch nicht egal sein was mein Nachbar macht. Mutter Erde gehört uns ja egtl. allen (ich sympathisiere daher ja auch stark mit den sog. Geolibertären) und daher kann mir nicht egal sein, dass, wenn ich die Umwelt bei mir schütze, sie jemand woanders nach Gütdunken total beschmutzt. Da muss man sich also immer irgendwie einigen. Zwischen Staaten durch internationale Verträge und internationales Recht. Stefan Sedlaczek, am 28. Oktober 2007 um 0:11 ( Link ) @ Christian Klein Verschiedene Meinungen existieren immer. Das ist so schön wie bunte Blumen. Ajatollah Fischer, am 28. Oktober 2007 um 16:23 ( Link ) Kommt auf die Beschleunigung an. LePenseur, am 28. Oktober 2007 um 17:55 ( Link ) @Stefan Sedlaczek: Verschiedene Gesetze aber existieren nicht: Herrscht Schwerkraft, fallen die Äpfel zu Boden. Bedingungsnormsätze (also "Gesetze" etc.) hingegen betreffen die Sollensordnung. Ihre "Geltung" hängt von ihrer faktischen Durchsetzung ab. Wenn kein Mensch sich an ein Gesetz hält, dann "gilt" es auch nicht. Man kann sich als Jurist völlig stringent auf den Standpunkt stellen, daß der Verzicht auf den Anteil an der Regierung Österreich-Ungarns, den Kaiser Karl 1918 unterschrieb, keinen Thronverzicht darstellte. Ebenso, daß die damals gültige Verfassung einen solchen "Verzicht" überhaupt nicht vorsah, er also rechtsunwirksam war. Daraus folgt ebenso logisch, daß die gesamte Rechtsordnung Österreich-Ungarns nach wie vor als Sollensordnung existiert. Daß es z.B. darin eine Rechtsnorm über die Ernennung von Ministern gibt etc. etc. — nur: es hält sich keiner mehr daran! Wenn Sie solche Probleme näher interessieren, lesen Sie Publikationen des österreichisch-tschechischen Rechtsphilosophen Ota Weinberger — dann werden nicht bloß "Äpfel zu Boden", sondern es Ihnen wie "Schuppen von den Augen" fallen ... Michel Eben, desshelb ist es auch der bessere Weg Rechtstreitigkeiten nur eine Sache der Beteiligten und eventuell angerufener Schiedsgerichte sein zu lassen und nicht einen Zwangskonsens über Millionen von Menschen herzustellen zu versuchen, die mit der konkreten Sache nichts zu tun haben. Denn nur dann lässt sich der Dissens auf ein Minimum begrenzen. Wo ein Konsens besteht muss er auch nicht mit Gewalt durchgesetzt werden und die Anreiner der Goethestraße/Schumanngasse werden sich ganz freiwillig an die Norm 'Grün' = 'freie Fahrt' halten, eben weil es vernünftig ist. Christian Klein, am 28. Oktober 2007 um 19:01 ( Link ) @Michel: Also wenn ein Kinderschänder ein Kind missbraucht, ist das nur ne Sache zwischen ihm und der Familie des Kindes ? Und was ist mit Bereichen, die alle Menschen etwas angehen wie Umwelt, Natur, Tiere, Verkehr, Infrastruktur und Sicherheit ? @LePenseur: Angeblich wollte Mao ja mal, grün als Stopp durchsetzen und rot als freie Fahrt, da rot die progressive Farbe sei. Das ging aber brutal in die Hose und führte bis zur Aufhebung der neuen Regel zu lauter Verkehrsunfällen in China, *rotfl*. Michel @ Christian: Nein es ist eine Sache zwischen dem Schänder, dem Kind und derjenigen die dafür Verantwortlich sind, dass das Kind sein Recht bekommt. Aber ich gebe zu Kinder sind schwierig, da die Artikulation seiner Ansprüche an Dritte delegiert ist und es zu Interessenskonflikten kommen kann. Aber Traust du dem Staat eher zu für die Interessen eines Kindes einzustehen als den Eltern? LePenseur, am 28. Oktober 2007 um 20:34 ( Link ) @Michel: Was mache ich, wenn denjenige, der mich schädigt, mein Appellieren an ein Schiedsgericht völlig kalt läßt? Welche Autorität zwingt ihn dann, trotzdem in eine Verhandlung einzutreten? Das Beispiel mit dem Kinderschänder ist sicherlich extrem, aber gehen wir einfach auf die Erwachsenenebene: finden Sie wirklich, daß der Raubmord an einer alten, bettlägrigen Dame mit aufrechter Bestattungsversicherung, jedoch ohne jegliche lebende Nachkommenschaft ohne Sanktion bleiben soll? Und das müßte er nach Ihrer Logik — denn die Tote hat vom Prozeß ohnehin nix mehr (is ja schon tot!) und geschädigte Verwandte. Die Kosten im Zusammenhang mit der Bestattung trägt die Versicherung (dazu ist sie ja da) und Erben gibt's keine (also ist durch den Raub auch niemand geschädigt worden). Wenn jetzt der Raubmörder noch, sagen wir mal, 1-2 Monatsmieten am Küchentisch zurückläßt, kann sich nicht einmal der Hausbesitzer beklagen — also alles im grünen Bereich? Sie sehen: sobald man sich die Sachen zu durchdenken beginnt, werden sie etwas kompliziert. Was mich an den Libertären Luftschloß-Architekten immer so fasziniert ist ja genau das: aus dem Bemühen, eine 100% lupenreine Theorie ausdenken zu wollen, versuchen sie etwas, was noch nie und noch nirgends je existiert — geschweige denn funktioniert! — hat, statt sich in weiser Selbstbeschränkung am machbaren und historisch nachweisbar erfolgreich erprobten Vorbild zu orientieren. Ja, es gab in der Geschichte "minarchische" Staaten, die letztlich nicht (oder wenigstens nicht vor allem!) an der "Minarchie" scheiterten, sondern an anderen widrigen Umständen. Ja, es gab Staaten mit einer echten Gewaltenteilung im Sinne von "checks and balances". Statt ein unerfüllbares Utopia einer staatenlosen Gesellschaft zu erträumen, wäre es sinnvoller, einen weitgehend auf seine Grundfunktionen (notwendige Normierungen, Rechtsprechung, innere und äußere Sicherheit, Gewährleistung einer Grund-Infrastruktur in den Bereichen Wirtschaft und Bildung) beschränkten Staat anzustreben. Aber Träume sind ja so schön! Ich weiß, ich weiß ... Michel Also über das hat es noch nie gegeben lässt sich sicher streiten, siehe http://en.wikipedia.org/wiki/Kowloon_Walled_City Wenn sie das mit der bettlägerigen Dame stört. können sie ja ein Ermittlungsverfahren bezahlen, notfalls haben die Nachbarn oder der Vermieter einen Grund sie dabei zu unterstützen, vielleicht verwechselt der Raubmörder mal die Wohnungen dann sollte man ihn doch lieber vorsorglich fassen. Nein, es gibt genügend Günde warum auch in diesem Fall Die Frage welche Autorität ihn zwingt, lässt sich auch leicht beantworten: die Aussicht auf weitere Zusammenarbeit bzw. das Interesse am friedlichen Zusammenleben. LePenseur, am 29. Oktober 2007 um 9:56 ( Link ) @Michel: Also über das hat es noch nie gegeben lässt sich sicher streiten, siehe ... Wenn sie das mit der bettlägerigen Dame stört. können sie ja ein Ermittlungsverfahren bezahlen ... Die Frage welche Autorität ihn zwingt, lässt sich auch leicht beantworten: die Aussicht auf weitere Zusammenarbeit bzw. das Interesse am friedlichen Zusammenleben. Ich denke, es wäre ganz sinnvoll, Sie würden sich einmal mit den rechtstheoretischen Unterschieden zwischen Schadenersatzrecht und Strafrecht befassen, bevor Sie hier vollmundige Statements abgeben, für die jeder Jus-Student — mit Recht! — schon beim Einführungsseminar ein Nichtgenügend kassiert ... Christian Klein, am 29. Oktober 2007 um 17:54 ( Link ) @ Michel: Du kannst doch ein Kind fragen, was es als Strafe für einen Täter für angemessen hält. Genauso wenig wie Du m.E. überhaupt auf direkt Betroffene dbzgl. hören kannst. Du fragst: "Traust du dem Staat eher zu für die Interessen eines Kindes einzustehen als den Eltern?" Nein, aber die Eltern stehen für ihr Kind eben ein, der Staat aber hat noch andere, wichtige Ziele als "nur" den Schutz des Kindes und evtl. späterer Leidensgenossen. Ihn geht auch der Kinderschänder etwas an, der wird ja nicht gleich vogelfrei durch seine Tat. Wenn Du die Eltern fragst oder die Bevölkerung, wird die Mehrheit wohl den Kopf dieses Menschen rollen sehen (wortwörtlich gemeint !). Was meinen Sie dazu ? Und wie werden die Rechte von Kindern und Tieren geschützt, die ja wohl nicht im gleichen Maße wie materielle Dinge Privateigentum sein können ? Ein Beispiel: Erziehung ist zurecht Elternsache, aber es gibt Grenzen, wo man sich einschalten muss. Wenn ein Vater meint, sein Kind müsse mit dem Rohrstock erzogen werden, kann das doch wohl nicht erlaubt sein !!! Was ist mit Hooligans, die sich prügeln wollen auf einer Wiese ? Mit Kannibalen, die sich gegenseitig verspeisen wollen (cf. Rottenburg) ? Was ist mit Organhandel ? Was mit dem Schutz ungeborenen Lebens ? usw. usf. Wie kann ein Vergewaltiger seinen Schaden denn wieder gutmachen ? Durch Geld oder was ? Kann dann ein Reicher zig Frauen vergewaltigen ohne dass etwas passiert, er zahlt ja immer Entschädigung ? @LePenseur: Sie reden mir aus dem Herzen. Sehr cool, auch ihr Blog. Auch wenn wir bzgl. Homo-Ehe wohl anderer Meinung sind. Mein Hauptkritikpunkt am Marxismus udgl. war immer das falsche, unrealistische Menschenbild. Mir scheint, die sog. Anarchokapitalisten pflegen leider ein ebenso utopisches Menschenbild. Zudem finde ich die Vorstellung einer Welt ohne funktionierendes Strafrecht grotesk. Michel @ LePenseur: Mir ihrer Antwort disqualifizieren Sie sich eigentlich für eine weitere Konversation. Ihre Auffassung, dass ihre Meinung dafür ausschlaggebend wäre, was meine Aussagen verraten, grenzt ja schon fast an Solipsismus. Sie wollen sich nicht eigestehen, dass ihr Beispiel nicht das schlagende Argument war, für das sie es halten. Wenn sie eine logische Schwäche in meiner Argumentation sehen, weißen sie mich doch daraufhin, statt auf billige Polemik auszuweichen, Ihnen sind doch nicht etwa die Argumente ausgegangen? @ Christian: Habe ich behauptet, die Geschädigten sollen das Strafmaß festlegen? Entweder es gibt ein objektives Strafmaß (was meiner Auffassung entspricht) dann lassen sich Institutionen entwickeln, die es auch ohne Gewalt- oder Rechtsmonopol finden, oder es gibt keines, dann kann aber auch kein Rechtsmonopolist behaupten seine Strafen wären gerechter als Selbstjustiz. LePenseur, am 30. Oktober 2007 um 9:47 ( Link ) @Michel: Am Beispiel mit dem Säugling erweist sich eben keineswegs, daß es "in natürlicher Weise durch das reziproke Recht" lösbar wäre. Denn das "reziproke Recht" bedeutete ja nichts anderes, als daß der Säugling das Recht hätte, seine Eltern, die ihn umbrachten, posthum gleichfalls umzubringen. Daß dies in der Realität nicht möglich sein dürfte, ist wohl einleuchtend. Auch die von Ihnen angenommene Lösbarkeit meines Beispiels von den "Unfriedlichen" gerät etwas daneben, außer, Sie wollten eine Rechtsordnung nach einem strikten Aug-um-Aug-Prinzip umgestalten — d.h. wenn Sie mir beim Ausparken die Stoßstange verbiegen, darf ich Ihnen daraufhin ebenso die Stoßstange beschädigen. Und das soll's sein? Das wäre die Lösung für rechtliche Probleme jenseits der Steinzeitebene einer Jäger- und Sammlergesellschaft? Denn wenn Sie schreiben: Die Unfriedlichen müssen auch nur dann damit rechnen “abgeknallt” zu werden, wenn sie andere “abknallen”, dann, fürchte ich, haben Sie den Charakter einer Rechtsordnung nicht ganz verstanden. Diese bedeutet nämlich, daß eine allgemein einsichtige und akzeptierte Verhältnismäßigkeit von Rechtsverletzung (welcher Art immer) und Wiedergutmachung (welcher Art immer) besteht. Diese kann aber in der Regel nicht durch die Streiparteien ermittelt werden, denn wenn über diese Ermittlung Einigkeit besteht, dann gibt es in Wahrheit keinen Streit, und wenn über die Ermittlung keine Einigkeit besteht, dann gibt es keine Lösung. Es muß also eine befugte Instanz die Streitentscheidung autoritativ vornehmen. Und damit haben wir die Ebene der Konventionalbeziehungen verlassen — und damit zugleich auch die Illusion, solche Fragen könnten durch privatrechtliche Übereinkunft gelöst werden. Wenn Sie schreiben: Anarchokapitalimus ist nicht anderes als die Auffassung, dass es Recht gibt dass dem Staat vorangeht und an dem er sich messen lässt., dann entgegne ich Ihnen , daß Sie offenbar den Begriff "Anarchokapitalismus" (in libertärem Sinne) mit dem Begriff "Naturrecht" (im katholischen Sinne, aber auch ganz ähnlich z.B. im Sinne des deutschen Grundgesetzes) verwechseln bzw. gleichsetzen wollen. Dem ist entgegenzuhalten, daß es natürlich ein der staatlichen Rechtsordnung vorgängiges Recht gibt, daß sich aber die Rechtsordnung keineswegs darin erschöpft und insbesondere dieses vorgängige "Naturrecht" (dieser Terminus ist m.E. einfach der geeignetste dafür!) ohne darauf aufruhender staatlicher Rechtsordnung faktisch undurchsetzbar bleibt. Was jedoch seinen Charakter als Sollensordnung ad absurdum führt. Denn ein Recht, das ich nur beim Gutwilligen durchsetzen kann, ist keines. Frank Martin, am 30. Oktober 2007 um 16:40 ( Link ) @LePenseur LePenseur, am 30. Oktober 2007 um 17:16 ( Link ) @Frank Martin: Das hat jetzt nichts mit "Zwingherren" zu tun. Es ist aber jedenfalls so, daß nur eine Rechtsordnung, die notfalls eben auch die zwangsweise Durchsetzung einer Entscheidung gegen den Willen einer Partei zuläßt, diesen Namen verdient. Ihr Einwand mit den Hochgebirgsregionen ist durchaus nicht von der Hand zu weisen — nur: die Lebensrealität der meisten Menschen ist eben nicht dünnbesiedelte, lebensfeindliche Umgebungen (in denen die "steinzeitlichen Tugenden" des Menschen schon aus Überlebensgründen durchaus zur Geltung kommen), sondern dichtbewohnte Großstädte. Und hier bricht genau dieser informell funktionierende Sippenverband leider zusammen. Hayek hat darüber publiziert (irgendwas so ca. "Moral in expanded society" — ich kann's leider auf die geschwinde nicht finden). Sie haben daher völlig recht, daß in Hochgebirgen die Kriminalitätsrate vermutlich geringer ist, als in Großstädten. Aber nicht aufgrund des Fehlens von Rechtsautoritäten, sondern wegen des Fehlens von Menschen. Einsiedler sind schließlich auch selten Verbrecher. Wie auch! Christian Klein, am 30. Oktober 2007 um 18:09 ( Link ) @LePenseur: Vielen Dank für diese Stellungsnahme ! Das Entscheidende ist die Erkenntnis von Hayeks, dass es zwei Welten gibt: die grosse Volkswirtschaft/die grosse Volksgemeinschaft einerseits und andrerseits die kleine, nette Familiensippe. Wir müssen lernen in zwei Welten zu leben. Diese Ordnungen sind nicht interpendent, sondern bewusst grundverschieden. Michel @ LePenseur: Schön das wir den zentralen Punkt unseres Dissens herausgearbeitet haben. Die Frage ist tatsächlich, wie die faktische Durchsetzung des Rechts von der Existenz eines Gewaltmonopols beeinflusst wird. LePenseur, am 30. Oktober 2007 um 19:35 ( Link ) @Michel: Konformitätsdruck und Eigeninteresse werden, gewöhnlich dafür sorgen, dass sich Streitende dem Urteil von Unparteiischen unterwerfen. Und was ist, wenn das von Ihnen postulierte "für gewöhnlich" eben im konkreten Falle nicht eintritt? Wenn z.B. der reiche Industrielle, der meine minderjährige Tochter geschwängert hat, mir einfach ausrichten läßt, er denke nicht daran, sich wegen einer solchen Lappalie vor einem Schiedsgericht zu verantworten. Wenn es dann nur durch "Konformitätsdruck" bewirkt werden kann, daß ich ihn zur Verantwortung ziehe, dann Gute Nacht! Die Fälle in dem das nicht der Fall ist, können durch angemessene Verhaltensregeln kontrolliert werden. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Anzahl von Rechtsverstößen in einer Gesellschaft mit funktionierenden Normen und ohne Gewaltmonopol signifikant größer wäre als in einer mit Gewaltmonopol. Sicherlich wäre ein Anarchokapitalismus im luftleeren Raum instabil, sein funktionieren setzt die Existenz geeigneter Normen und Institutionen voraus. Und wenn ich Ihnen noch einen persönlichen Rat geben darf: Sie sollten es sich lieber auch nicht wünschen! Christian Klein, am 31. Oktober 2007 um 10:28 ( Link ) Mal ne Frage: wieso wird überhaupt debattiert über dererlei Wolkenkuckucksheime ? Nicht dass ich die theoretische Diskussion nicht spannend fände, rein abstrakt gedacht, aber mehr als Mindfucking ist das doch nicht. Realpolitisch gibt es soviele Probleme zu lösen, sollte man sich da nicht eher im Interesse zukünftiger Generationen auch mit Machbarem beschäftigen statt mit einer kompletten tabula rasa? Frei nach dem Motto: wenigstens ein bisschen mehr Freiheit erkämpfen ! Auch wenn das Kompromissfähigkeit bedeutet, die man ja gerne der FDP vorwirft. Burkhard Grafenstein, am 31. Oktober 2007 um 13:36 ( Link ) Wieso, Gründung oder Betätigung in einer privaten Sicherheitsfirma ist doch kein Wolkenkuckucksheim. Endlich mal Anregungen für konkrete Handlungspläne in einem eifrei-Beitrag. LePenseur, am 31. Oktober 2007 um 13:53 ( Link ) @Burkhard Grafenstein Wieso, Gründung oder Betätigung in einer privaten Sicherheitsfirma ist doch kein Wolkenkuckucksheim. @Christian Klein: ;-) Christian Klein, am 31. Oktober 2007 um 15:03 ( Link ) @LePenseur: Mindfuck ist doch ein geiles Wort, grins. Es gibt sogar sog. Mindfuck-Filme, bspw. Matrix oder auch quasi alles von David Lynch, dessen Filme ich sehr mag. Aber es hilft halt in der politischen Realität nicht weiter, ob nun Minarchismus oder Anarchokapitalismus besser ist, da beides quasi unmöglich durchzusetzen ist und das Ziel immer nur die verdünnte FDP-Losung sein kann: MEHR FREIHEIT, WENIGER STAAT. LePenseur, am 31. Oktober 2007 um 20:43 ( Link ) @Christian Klein: Denken Sie doch nur an den guten alten — und von mir bis zum ermatteten Abwinken von Diskussionspartnern und Fories angepriesenen — gar nicht "libertären", aber höchst unvoreingenommenen, geistvollen Baron Montesquieu! Von dem (und v.a. von seinem "gemischten System"!) könnten sich alle heutigen ein große Scheibe abschneiden! Wie wohlhabend, glücklich und friedlich wäre eine Welt, die nach Montesquieus Vorstellungen geordnet wäre ... Anmelden oder Registrieren, um Kommentare schreiben zu können |
| ||||||
| Copyright © 2010 Lichtschlag Verlag KG | Design and Programming by greybyte, using Django and Performancing's Modernpaper template. | ||||||||
Gert Friedrich, am 23. Oktober 2007 um 13:44 ( Link )
Guten Tag Robert Grözinger, interessante Ideen.
Eine kurze Frage nur:Könnten Sie sich eine Tätigkeit bei einem deutschen Blackwater vorstellen? Als leitender Offizier, Under cover agent oder ganz profan als Wachmann ?
Wo bleibt da das originäre Betätigungsfeld für einen Freiheitsliebenden ?
Für solche Jobs finden sie leider nur Leute, die auf Waffen, Befehl und Gehorsam und Rambofilme stehen.