03. Juli 2007

Ayn-Rand-Song Do what you want to do…

Reinhören in den rationalen Schlager - Interview mit Jennah Kartes

Das Schlagersternchen Jennah Kartes war mit dem Branchendino Christian Anders liiert. Jetzt nimmt sie eine neue Platte auf – unter anderem mit einem Tribute-Song über Ayn Rand. ef-online fragte nach.

ef: Jennah, ein Lied mit Bezug auf Ayn Rand ist nicht alltäglich. Ist das eine Idee Ihres Managements oder sind Sie selbst auf Ayn Rand gestoßen?

Kartes: Nein, die Idee zu meinem Song „Do what you want (to do)“ und seiner Widmung (Dear Ayn Rand) entstand letztes Jahr in den Staaten, als ich meine Schwester besuchte. Man muss wissen, dass in den USA, anders als hier in Deutschland, das Eigentum geschützt werden kann, die Unternehmer von der Gesellschaft nicht geächtet sondern gestärkt werden, und das Ego-Individuum sich besser entwickeln kann. Meine Schwester Sabrina las damals ein Buch von Ayn Rand: „Wer ist John Galt?“. Ich fragte sie nach dem Inhalt und sie empfahl mir, es zu lesen. Ich las es gleich zweimal. Seither fühle ich mich in meinem Ich-Streben noch mehr gestärkt und bestätigt. Dieses mein Denken und Sosein wollte ich als Botschaft mit meinem Lied darbringen: Ich kann nur allen Menschen sagen: Mensch, lasse dich nicht knechten und bevormunden!

ef: Spielt der Freiheitsgedanke in Ihrem Leben schon länger eine Rolle?

Kartes: Ja! Schon als Kind habe ich mich gegen unsinnige Befehle von oben gewehrt. Als ich mit zwölf Jahren meinen Eltern gegenüber den Wunsch äußerte, singen zu wollen, verbaten mir meine Eltern dies zunächst. Diese wollten von mir erst die Schule beendet wissen, bevor ich auf die Bühne gehe. Aber heimlich ging ich zu Rudi Carrell. Er lobte mich und stärkte meine Meinung, und ließ mich öffentlich als Heintje-Imitatorin auftreten und singen. Später war es dann mein Verlobter, der Schlagerstar Christian Anders, der mich in allem was ich tat, unterstützte und mir mit seinem Können den Weg nach oben wies. Er war es auch, der mir schon früh den Rat gab: „Mach nur, was du wirklich willst“.

ef: Ayn Rand wurde als „Hohepriesterin des Kapitalismus“ bezeichnet. Sind Sie – abschließend – nun auch eine Priesterin des Kapitalismus?

Kartes: Das kann man so nicht sagen. Ich verdiene gerne Geld und gebe es für Dinge aus, die mich glücklich machen. Andersherum spende ich auch gerne, wenn ich kann. Ich kenne viele Leute, die wirklich Geld haben und nicht geizig sind, sondern ihr Kapital für andere Menschen einsetzen und Spaß und Freude dabei haben. Ich kenne einen dieser edlen Geber persönlich. Im Kapitalismus ist so etwas üblich. Den Zwang oder die Pflicht zum Geben fordern allerdings wohl nur Kirchen und der Staat. Ich selbst bin freiwillig im Tierschutz stark engagiert und spende für mein Patenkind in Afrika.

Internet:

Jennah Kartes im modischen Ayn-Rand-T-Shirt singt: „ Do what you want to do (Dear Ayn Rand)“


Artikel bewerten

Artikel teilen

Facebook Icon Twitter Icon VZ Icon del.icio.us Logo Reddit Logo

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Mehr von André F. Lichtschlag

Über André F. Lichtschlag

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige