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Libertäre Hochschulgruppe Konstanz: Hungern für eine gerechtere Welt

von Kai Jäger

Mehr als nur eine Demonstration gegen den G8-Gipfel

Überall im Land haben Demonstrationen oder Protestaktionen gegen den G8-Gipfel zurzeit Hochkonjunktur. Kaum eine Stadt, in welcher kein Bataillon aus Weltladenbesitzern und Globalisierungsgegnern auf die Straße geht, wobei die Ideen praktisch überall dieselben sind. Durch mehr staatlichen Zwang und staatlicher Umverteilung soll das Armutsproblem gelöst werden. Einzig bei der Wahl der Methoden gibt es hier und dort Unterschiede: Während einige Demonstranten in Heiligendamm Steine für die richtige Wahl im Kampf gegen Neoliberalismus und Globalisierung erachten, ist es auf dem Evangelischen Kirchentag in Köln die Bibel.

Für eine eigentümlich freie Protestaktion hat sich dagegen die Libertäre Hochschulgruppe Konstanz am 5. und 6. Juni im Mensabereich der Universität entschieden. Mit einem Hungerstreik sollte auf die kriminellen Machenschaften der G8-Staaten hingewiesen werden. Was die Konstanzer Studenten ins Staunen versetzte. Denn anders als die gewöhnlichen Anti-G8-Demonstranten kritisieren wir die G8-Staaten nicht, weil sie angeblich den Neoliberalismus in der Welt forcieren, sondern weil sie Globalisierung, Marktwirtschaft und individuelle Freiheit in der Welt torpedieren: Durch Protektionismus und Exportsubventionen; durch staatliche Entwicklungshilfe, die lediglich korrupten Politikern und westlichen Entwicklungshelfern zugute kommt; durch ein staatliches Papiergeldwesen, welches die Güter- und Finanzmärkte der Welt verzerren und schließlich durch Angriffskriege und Überwachungsmaßnahmen, welche die internationale Sicherheit und die persönliche Freiheit gefährden.

Unsere Protestaktion entwickelte sich schnell zum Gesprächsthema Nummer Eins am Campus. Entsprechend positiv sah die Resonanz an unserem Infotisch aus: An beiden Tagen wurde unser komplettes Propagandamaterial an den Mann und an die Frau gebracht. „Eigentümlich frei“ avancierte nebenbei zum meistgelesenen Magazin in der Mensa.

In den Gesprächen am Infostand stellten wir fest, dass viele Studenten bisher dachten, wir Freunde der Marktwirtschaft seien Befürworter von staatlichen Institutionen wie G8, IWF oder Weltbank und hätten eine Elitenherrschaft im Sinne. Doch gerade mit unserer Aktion wollten wir aufzeigen, dass konsequenter Liberalismus besonders den Armen und Schwachen zugute kommt. Es ist nicht das Eigentumsrecht, das Schwache ausbeutet, sondern genau umgekehrt bietet das Eigentum einen institutionellen Schutz für die Schwachen vor dem staatlichen Gewaltmonopol der Starken.

Zweifelsfreier Höhepunkt unserer Aktion war, dass uns ein Interessent als Dankeschön für die Einblicke in die libertären Ideen nach Beendigung unseres Hungerstreiks mit einer Runde Bier belohnte. In der kommenden Woche geht unser Wahlkampf in die heiße Phase, wenn wir unsere Kommilitonen mit einer genauen Aufführung der durchschnittlichen Steuerbelastung eines Bürgers auf die steuerliche Ausbeutung in Deutschland hinweisen wollen – und anschließend zum liberalen Klassenkampf aufrufen werden.

Internet:

Libertäre Hochschulgruppe Konstanz

Aufruf zum Hungerstreik

Warum demonstrieren Libertäre gegen die G8?

Etatistische Vorurteile und ihre Widerlegung

07. Juni 2007

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