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Klimakatastrophe: Entwarnung aus dem Umweltministerium

von Gerd-Walter Wiederstein

Wie Jürgen Trittin ganz aus Versehen die Klimakatastrophe geleugnet hat

Es gibt eine ganze Reihe von Argumenten gegen die Kernenergie. Eines ist ganz besonders verblüffend: Neue Atomkraftwerke schützen angeblich nicht das Klima. Bei der Begründung verheddern sich die Kernkraftgegner allerdings ein wenig.

Der Zweck heiligt die Mittel?

In der Klimadiskussion ist es üblich geworden, gerne und reichlich von dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“ Gebrauch zu machen. Die Klima-Alarmisten rechtfertigen damit nicht zuletzt die Verbreitung ihrer überzogenen Horrorszenarien. Ganz aktuell spricht es der IPCC-Chef Rajendra Pachauri im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Klimaberichtes ganz offen aus: Es gehe darum, die Menschen und die Regierungen „zu Handlungen zu schockieren“. Selbst die Energieversorger arbeiten (inzwischen) nach diesem Leitsatz, wenn sie im Zuge der Argumentation für die Kernenergie die „vom Menschen gemachte CO2-Klimakatastrophe“ – das ist etwas ganz anderes als Klimawandel – akzeptieren und neue Atomkraftwerke als Lösung anbieten.

Für wirkliche Skeptiker ist die CO2-Klimakatastrophe eine Schimäre. Und damit ist sie bei der Argumentation pro Kernkraft ohne Relevanz. Es sprechen genügend reale Gründe für die Kernenergie, die ihre Leistungsfähigkeit und ihre Bedeutung für unsere Versorgungsicherheit erst kürzlich wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat: Im Jahr 2006 erzeugten die 17 deutschen Kernkraftwerke 167,4 Mrd. kWh Strom und speisten sie problemlos und gleichmäßig ins Netz ein. Bezogen auf ihre installierte Leistung waren das 91 Prozent. Ein neuer Rekord. Im gleichen Jahr speisten die 18.656 Windräder gerade mal 30,6 Mrd. kWh flackernd – und damit extrem teuer – ins Netz ein. Bezogen auf ihre installierte Leistung waren das magere 18 Prozent.

Die Kerntechnik ist den erneuerbaren Energien – die in Wirklichkeit nur recht bedingt erneuerbar sind –hoch überlegen und an Effizienz kaum zu überbieten. Antatt sie „vorsorglich“ zu verteufeln, hätte man diese Spitzentechnologie konsequent weiterentwickeln müssen. Man muss hier also gar nicht mit vorgeschobenen Begründungen arbeiten, einmal ganz abgesehen davon, dass manipulative Methoden generell abzulehnen sind.

Neue Atomkraftwerke schützen nicht das Klima?

Nun gibt es auch jede Menge mehr oder weniger sinnvolle Argumente gegen den Einsatz der Kernenergie. Darunter sind die Themen Sicherheit und Entsorgung diskussionswürdig. Aber es wird auch vehement bezweifelt, dass neue Kernkraftwerke dabei helfen, das Klima zu schützen. Verblüffend, denn die gleichen Leute behaupten felsenfest den kommenden CO2-Klimakollaps. Dabei ist es unstrittig, dass Kernenergie keinen CO2-Ausstoß hat und neue Atomkraftwerke demnach über das maximal mögliche CO2-Einsparpotential verfügen. Trotzdem wird die Kernenergie hier in einen völlig unverständlichen Gegensatz zu den erneuerbaren Energien gestellt, die gleichzeitig als das ultimative Mittel zur Klimarettung gepriesen werden.

Schauen wir uns dazu einmal das „Themenpapier zur Atomenergie“ des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) vom April 2005 an. Die Aktualität der darin enthaltenen Aussagen bestätigte jüngst Dr. Klaus Müschen, Leiter der Abteilung Klimaschutz, Umwelt und Energie im Umweltbundesamt, in einem Interview mit „Elbe-Jeetzel-Zeitung“ vom 26. Januar.

Die „Argumente“ in diesem ministeriellen Grundlagenpapier sind „bestechend“. Es spreche, so wird uns darin erzählt, die „Heizung von Bürgersteigen in Schweden“ und die „Beleuchtung der Autobahnen in Belgien“ gegen den Ausbau der Kernenergie, da preiswerte Energie zu solchen, zudem auch noch öffentlichen Verschwendungen führe! Preiswerte Energie für Industrie und Haushalte ist kein erstrebenswertes Ziel der Bundesregierung. Im Gegenteil, man will die Energieezeugung extra teuer machen, um anschließend sparen zu können. Das zweite „Argument“ ist fast noch „besser“: Das Geld für den Bau neuer Atomkraftwerke fehle nämlich „zur Armutsbekämpfung in den Krisenregionen der Welt“. Komischerweise fehlt dieses Geld nicht, wenn wesentlich teurer ein entsprechender Ausbau mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Für wie dumm halten uns eigentlich Politiker?

Am Ende versteigt sich das Bundesministerium in die Behauptung, dass selbst dann, wenn weltweit die Energieerzeugung komplett auf Atomenergie umgestellt würde, der Effekt auf den globalen Treibhausgas-Ausstoß vernachlässigbar sei.

Da sich mit erneuerbaren Energien höchstens genausoviel CO2 einsparen lässt wie mit Kernenergie, würde das bedeuten, dass bei der kompletten Umstellung auf regenerative Energien der Effekt auf den globalen Treibhausgas-Ausstoß ebenfalls vernachlässigbar sein muss. Wohlgemerkt, das folgt direkt aus einer Argumentation des Bundesumweltministeriums!
Umgekehrt bedeutet dies nichts anderes, als dass die sonst so vehement angeprangerte fossile Energieerzeugung gar keinen schädlichen Einfluss auf das Klima haben kann, da bei einem vollständigen Ersatz und kompletter Einsparung des zugehörigen CO2 der Effekt auf den globalen Treibhausgas-Ausstoss vernachlässigbar sei. Das sollte man sich noch einmal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen.

Nach dieser offiziellen Argumentation wäre die gesamte Klimahysterie im Zusammenhang mit dem CO2-Ausstoß der weltweiten Energieversorgung und die milliardenschweren Maßnahmen zu seiner Vermeidung – die ja im übrigen auch die „Armutsbekämpfung“ verhindern – einfach kompletter Unfug. Eine ungeheure Verschwendung. Noch einmal zur Erinnerung: Dieses Papier stammt aus dem Bundesumweltministerium, veröffentlicht noch unter Umweltminister Jürgen Trittin. Ausgerechnet Trittin ein „Klimaleugner“? Es geschehen eben doch noch Zeichen und Wunder!

Internet:
Roger Köppel: Glamour der Weltheilung, Weltwoche 05/07
oekologismus.de: Glaubensbekenntnis verträgliche Ökologie und Ökonomie
Bundesministerium für Umwelt: Themenpapier zur Atomenergie
solarresearch.org: TrittinKlimaschwindel.pdf
Ludwig Lindner: Die Wiederkehr der Kernenergie, Novo-Magazin 73
Markus Somm: 2012 gehen die Lichter aus, Weltwoche 05/07

12. Februar 2007

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