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NPD und „Antifa“: Göttingen liegt westlich von Germania und Moskau

von Kaspar Rosenbaum

Wie „Spiegel online" jeglichen journalistischen Anstand verliert

So ähnlich muss ein Artikel im „Stürmer“ geklungen haben: Da laufen ein paar zionistische Juden friedlich durch Berlin und die SA „reagiert“ darauf, indem sie wahllos (jüdische) Häuser in Brand setzt. Der „Stürmer“ befindet dann, dass es jetzt „endlich aufhören muss“ mit dem Juden-Spuk, der die Welle der Gewalt erst hervorgerufen habe. Dieser Meinung, so wird beiläufig hinzugefügt, seien ja auch die Anwohner, die schließlich um ihre Sicherheit fürchten müssten.

Wenn man deutschen Mainstreammedien überhaupt noch ein wenig Glauben schenken kann, dann geschieht ähnliches heute in Russland. Die Juden dort: friedliche Homosexuelle. Gewalttätige Gegendemonstranten werden von der russischen Presse – so lesen wir von „Bild“ bis „Spiegel“ – gerechtfertigt wie einst die SA im „Stürmer“. Die perfide Logik der russischen Medien: Wenn die Öffentlichkeit von der „abartigen“ Meinung der Schwulen „verschont“ bleibe, gebe es auch keine Gewalt mehr im Zuge von großrussischen oder nationalbolschewistischen Gegendemonstranten.

Der jüngste Artikel von Christian Teevs auf Spiegel-Online, „NPD-Geisterdemo legt Göttingen lahm“, steht in der traurigen Tradition dieser Art von Propaganda. Und leider ist er nur ein typisches Beispiel unter vielen gleichklingenden.

Die Juden hier: die NPD. Der Mob der heutigen SA, die sich selbst „Antifa“ nennt, so erfahren wir, ist über die friedliche Demo von ein paar NPDlern so „empört“, dass er gerne wahllos Autos und Geschäfte anzünden und verwüsten möchte. Um die – wie die Vorjahre bewiesen haben – extrem gewalttätige linke Szene daran zu hindern, ist ein massives Sonderkräfteaufgebot der Polizei nötig, welches alleine zwei Millionen Euro Steuergelder kostet. Der Schaden für die Geschäftsleute in der Innenstadt ist noch weit größer, da sich im Angesicht der hasserfüllten „Antifa“-Horden kaum ein Mensch in die Stadt traut.

Das aber sei alles die Schuld der NPD, die „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ abseits der Innenstadt ein paar Plakate hochhält – erfahren wir in Spiegel-Online. Schließlich sei es ja eine unglaubliche Provokation der Homos (Russische Presse), Juden (Nazipresse) oder Nazis („Spiegel“), ihre „menschenverachtende Gesinnung zur Schau stellen zu dürfen“. Da müsse man sich doch nicht wundern, wenn die bundesdeutschen Großrussen mit ein wenig Terror reagieren.

Es bleibt die Frage, warum der „Spiegel“ und viele andere Medien von zwei extrem antikapitalistischen, und damit in der Tat markt- und menschenfeindlichen Gruppen, rinks „Antifa“ und lechts NPD, eine in Schutz nimmt und sogar deren Vergehen den braun-roten Brüdern im Geiste in die Springerstiefel schiebt. Vielleicht, weil mehr als ein Gegner die Leser überfordern würde? Oder weil staatstragende Medien gestern wie heute, östlich wie westlich, die politisch so wichtigen Feindbilder auch dann hochhalten müssen, wenn eigentlich andere verantwortlich sind?

Internet:
www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,445256,00.html

29. Oktober 2006

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Kommentare

243853 Blog Verification, am 30. Oktober 2006 um 21:17 ( Link )

243853 Blog Verification...

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antibuerokratieteam.de » Kopfschütteln und Entsetz, am 31. Oktober 2006 um 1:24 ( Link )

[...] Es ist traurig, eigentümlich frei zu einer sektiererischen Provotruppe mutieren zu sehen. Da ist immer weniger von dem Marktplatz des Liberalismus zu finden, den die Zeitschrift einmal repräsentierte. Stattdessen werden Ressentiments bedient: sperrt den charakterlich und mental degenerierten Millionen einfach die Mittel und schon marschieren wir nicht mehr moralisch und wirtschaftlich in den Abgrund. So einfach kann Hoppes “liberale Revolution” sein. Dass da niemand vorher draufgekommen ist. Da wäre dann nur noch das Problem, dass sich mit ausgestrecktem Mittelfinger schwer ein Bewusstseinswandel herbeiführen lässt. Macht nix: müssen wir eben weniger Demokratie wagen. Und AFL kriegt endlich günstig die Schuhe geputzt. Das soll dann als “radikal liberal” verkauft werden. Absurd. Juden hier: die NPD, dieser Vergleich in ef-online ist allerdings nicht nur saudumm sondern perfide, in der Art wie braunes Gesocks zum Opfer von angeblichem staatlichen Terror stilisiert wird. Da fehlen mir, was selten passiert, die weiteren Worte. Es bleiben nur Kopfschütteln und Entsetzen. Beitrag versenden - Druckansicht - Kategorien: Alle • Notizen aus dem U-Boot [...]

B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade » Kopfschüt, am 31. Oktober 2006 um 10:29 ( Link )

[...] Das soll dann als radikal liberal verkauft werden. Absurd. Juden hier: die NPD, dieser Vergleich in ef-online ist allerdings nicht nur saudumm sondern perfide, in der Art wie braunes Gesocks zum Opfer von angeblichem staatlichen Terror stilisiert wird. Da fehlen mir, was selten passiert, die weiteren Worte. Es bleiben nur Kopfschütteln und Entsetzen. [...]

Rüdiger Märzen, am 26. November 2009 um 15:54 ( Link )

Das beste Mittel gegen die NPD und ihre Nazis ist es sie LÄCHERLICH zu machen,und zwar vor der Bevölkerung. Diese Aktion zeigt es wunderbar, wie man mit Nazis umgeht, mit ihnen zu argumentieren gibt ihnen nur Projektionsfläche und wertet sie auf. Man soll Nazis nicht ignorieren aber sie ins Lächerliche ziehen und ihre eignen Aktionen, denn Nazis lachen nicht :)


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