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Doc Morris: Heuschreckenalarm für Apotheken

von IUF-Kommentar

Schluss mit den staatlichen Privilegien!

Der Streit um die Eröffnung einer Filiale von DocMorris in Saarbrücken ist eigentlich kaum eine Polemik wert. Die Fronten sind zu klar. Privilegien einer kleinen Gruppe - der Apothekenbesitzer - sollen gegen Konkurrenz verteidigt werden. Doch die verwendeten Argumente sind so typisch und werden von so vielen Politikern bedenkenlos wiederholt, dass eine kurze Analyse doch lohnt.


1. „Die Qualität der Versorgung leidet." Oft wird die Frage der Eigentümerstruktur mit den Fragen von staatlichen Sicherheits-, Qualitäts-, Umweltschutz- oder andere Auflagen vermengt. Das geschieht besonders in Bezug auf staatliches Eigentum, das angeblich besser zur Erfüllung von Auflagen geeignet ist. Hier geschieht es nun mit der Behauptung, nur von Apothekern wirtschaftlich geführte Apotheken könnten die Qualität des Angebotes sichern. Man mag zu den verschiedensten staatlichen Regulierungen stehen wie man will, doch sie sind unabhängig von der Unternehmensform durchzusetzen. So könnte es beispielsweise eine Auflage geben, dass in jeder Apotheke ein oder mehrere ausgebildete und geprüfte Apotheker anwesend sein müssen. Das hat mit dem Eigentumsverhältnissen überhaupt nichts zu tun.


2. „Wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse." Was wird da alles behauptet: Medikamente würden in Drogerien verkauft, das Personal sei unqualifiziert und so weiter. Die Realität: Auch in den USA werden die Kunden in Apotheken von ausgebildeten Pharmazeuten beraten. Das geschieht auch in den circa 40% des Apothekenmarktes, der von großen Drogerieketten kontrolliert wird. Dort werden Medikamente in einem speziellen Bereich verkauft. Übrigens haben die Kettenapotheken gewöhnlich 24 Stunden am Tag geöffnet. Das schaffen die ach so kundenfreundlichen deutschen Apotheken nicht.


3. „Es gehen Arbeitsplätze verloren." Das ist zwar nicht sicher, aber möglich. Wenn es Apotheken-Ketten gelingt, tatsächlich effizienter und mit weniger Personal zu arbeiten und ihre Kosten zu senken und vielleicht einen wirklichen Preiswettbewerb zu beginnen, ist das gut für die Kunden. Aber, so wird auf dieses Argument oft geantwortet, die paar Euro, die wir mehr bezahlen, sollten uns die hoch qualifizierten deutschen Arbeitsplätze doch wert sein. Dabei wird übersehen (oder bewusst ignoriert), dass die eingesparten Mittel für andere Produkte oder Dienstleistungen eingesetzt oder auch gespart werden können. Staatlich geschützte Ineffizienz bewahrt also für einen bestimmten Zeitraum Arbeitsplätze in einer bestimmten Branche, zerstört aber Arbeitsplätze in Bereichen, die über keine so starke Lobby verfügen und verhindert die Schaffung neuer Arbeitsplätze.


4. „Die flächendeckende Versorgung ist nicht mehr gewährleistet." Es wäre überraschend, wenn Apothekenketten an Orten, wo die privaten Einzelkämpfer wirtschaftlich überleben können, dazu nicht in der Lage sein sollten. Außerdem will ja auch niemand Apotheken im Besitz von einzelnen Apothekern verbieten. Und für diejenigen, die glauben, dass der Staat die Verpflichtung habe, auch in kleinen und abgelegenen Orten alles Mögliche vom Bahnanschluss bis zur Apotheke zu garantieren: Wenn es etwa staatliche Prämien für das Betreiben von Apotheken an bestimmten Orten geben sollte, so wären die für alle Wettbewerber gleich. Auch hier spielt die Eigentümerstruktur keine Rolle.


Web: Institut für Unternehmerische Freiheit

24. August 2006

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